Franchise ohne Eigenkapital

16.10.2017 16:50 | Ein Unternehmen gründen

Selbstständig machen – ja, gerne! Aber wie finanziert sich das Ganze? Oft haben gerade Gründer nicht gerade Millionen auf dem Konto herumliegen, um sich ein nigelnagelneues Ladenlokal zu finanzieren oder im Franchising die Gebühren zu entrichten, die oft hoch sein können.

Viele schreckt auf das Risiko bei der eigenen Gründung ab, daher orientieren sie sich in Richtung Franchising. Doch dort lauern, wie oben erwähnt, horrende Eintrittsgebühren und laufende Kosten auf Sie, obwohl man ja in den ersten Monaten Garnichts verdient. Da stellt man sich ja zu Recht die Frage, ob es nicht eine Möglichkeit gibt, Franchisenehmer ohne Eigenkapital zu werden, was so aus dieser Form eine durchaus sehr attraktive Alternative macht.

Allerdings ist Vorsicht geboten und man sollte sich nicht zu früh freuen, denn auch, wenn einige Franchisesysteme ohne Eigenkapital funktionieren, fallen dennoch meist ab dem ersten Monat laufende Kosten und Franchisegebühren an. Je nach Vereinbarung sind diese allerdings prozentual vom Umsatz abhängig, das heißt, dass in den ersten, umsatzschwachen Monaten entsprechend wenig Gebühr gezahlt werden muss.

Franchise unternehmen ohne eigenkapital

Außerdem ist es zwar schön und gut, wenn die Franchisegebühren gering sind, aber dennoch hat jeder Franchisenehmer eigene Lebenshaltungskosten, die gedeckt werden wollen, wie etwa für die Miete, das Auto oder private Kredite.

Deshalb ist es das A und O, alles gut zu kalkulieren. Am besten geht das durch die Ausarbeitung eines detaillierten Businessplans – den man so oder so spätestens dann braucht, wenn man bei Banken einen Kredit beantragt.

Franchise ohne Eigenkapital Geldscheine

Banken vergeben allerdings allgemein bei Selbständigen ungern einen Kredit – klar, aufgrund der Unsicherheit. Diese Unsicherheit ist bei Franchisenehmern zwar geringer, allerdings stellt die Tatsache, dass der Kreditnehmer kein Eigenkapital bereitstellt, ein weiteres Risiko dar. Deshalb muss man beim Franchising ohne Eigenkapital dringend an andere Alternativen denken, um seine Tätigkeit zu finanzieren.

Wenn der Franchisenehmer Glück hat, bestehen Partnerschaften zwischen Franchisegeber und Kreditinstituten bzw. Investoren, die dem frisch gebackenen Franchisenehmer unter die Arme greifen können.

Eine weitere Alternative für Franchisenehmer, die finanzielle Unterstützung benötigen, sind Bürgschaftsbanken und Förderbanken, die im Rahmen von Förderprogrammen Kredite trotz der Risiken vergeben.

Ein Beispiel hierfür ist die Kooperation des Deutschen Franchiseverbandes mit dem Verband Deutscher Bürgschaftsbanken.


Welche Rolle aber spielen Investoren im Franchising?

Die Risiken sind da und die Banken möchten dem Franchisenehmer keinen Kredit vergeben. Allerdings ist gleichzeitig das Geschäftsmodell, wenn es denn funktioniert, äußerst vielversprechend. Hier kommen Investoren ins Spiel, die naturgemäß an Investitionen mit hohen Renditen interessiert sind. Meistens werden Investoren dann zu Anlegern – basierend auf einem vorher verhandelten Beteiligungsangebot. Es empfiehlt sich, dass der Investor sogenannter stiller Teilhaber wird – so hat er kein Mitspracherecht. Sollte er ein mitwirkender Teilhaber sein, hat er ein Anrecht darauf, in der Geschäftsführung mitzuwirken und bei Entscheidungen herangezogen werden – Vorsicht also. Aber auch hier ist es unumgänglich, die Investoren vom Geschäftsmodell zu überzeugen – durch einen Businessplan.

Entgegen der allgemeinen Vorstellungen sind Investoren nicht unbedingt superreiche Individuen oder große Unternehmen. Es kann auch eine Privatperson mit einem minimalen Betrag investieren – und zwar durch Crowdfunding. Um Crowdfunding zu nutzen, muss der Gründer oder Franchisenehmer sein Konzept auf einer Crowdfunding-Plattform vorstellen. So können die verschiedenen Interessenten, aus welchen Gründen auch immer (ideell, persönlich oder wirtschaftlich) ihren Beitrag geben. Als Gegenleistung können die Geldgeber etwa Rabatte oder Dienstleistungen vergünstigt erhalten. Der Vorteil von Crowdfunding ist, dass die Geldgeber dem Unternehmer oft mit Rat und Tat zur Seite stehen.


Crowdlending

Eine weitere, neuartige Möglichkeit der Unternehmensfinanzierung ohne Eigenkapital ist das Crowdlending – einer Art Privatkredit für Selbstständige und Gründer. Marktführer dieser Art von Krediten ist auxmoney. Es reicht aus, dort einen kostenlosen Antrag zu stellen. Private Anleger vergeben auf diese Weise Kredite an Unternehmer – auch ohne Top-Bonität.


Private Equity – Venture Capital

Ferner ist es möglich, auf Private Equity und Venture Capital zurückzugreifen. Es klingt kompliziert, ist aber nichts anderes als Risikokapital von Privatpersonen und Unternehmen.

Wie zu erkennen ist, gibt es dennoch einige Möglichkeiten, zum Unternehmer zu werden ohne Eigenkapital. Fehlende finanzielle Mittel sind also keine Bremse zum Unternehmertum oder Franchising. Aber auch wenn es verlockend klingt, niedrige Anfangsinvestitionen zu haben, sollte man der Verlockung nicht nachgeben.

Warum?

Man sollte sich selber fragen, wieso man denn eigentlich nur ein so geringes Risiko aufnimmt.

Glaubt man etwa selber nicht an die Geschäftsidee und hat Angst, zu scheitern?

Wie sollen dann Kunden und Geldgeber überzeugt werden, wenn man noch nicht einmal selber von der Idee überzeugt ist? Ein Unternehmer ist eine Persönlichkeit, die auch hin und wieder mal ein Risiko aufnehmen kann – und genau an dieser Stelle wäre eine kleine Portion Risiko angebracht. Denn steht der Franchisepartner oder Unternehmer voll und ganz hinter seiner Idee, sieht man die Leidenschaft in seinen Augen, wenn er davon erzählt und sprüht der Funke gleich auf den Nebenmann oder die Nebenfrau über, dann steht dem Unternehmenserfolg nichts mehr im Wege – und die anfangs hoch erschienenen Investitionskosten werden sich schnell ausgezahlt haben.


Markt für Franchise-Unternehmen ohne Eigenkapital

Hat man sich dennoch dafür entschieden oder kann man es mangels einer Finanzierung nicht anders durchführen, Unternehmer ohne Eigenkapital zu werden, ist das auch nicht dramatisch, denn der Markt für Franchise-Unternehmen ohne Eigenkapital sieht nicht gerade schlecht aus.

Zu den Tätigkeiten ohne Eigenkapital zählen zum einen sämtliche Beratertätigkeiten, wie zum Beispiel:

  • Vermögensberater
  • Finanzberater
  • Versicherungsberater
  • etc.

Zum anderen besteht die Möglichkeit, einfach Mitgründer eines Unternehmens zu werden. Allerdings setzt dies voraus, dass man über entsprechende Fähigkeiten verfügt, um sich für potenzielle Partner interessant zu machen.


Dropshipping

Auch für Dropshipping gibt es Franchisesysteme, wie zum Beispiel Lizenzo. Bei diesen Systemen muss man sich eigentlich um nichts kümmern – außer um das Unternehmensmanagement. Auch um den Versand kümmert sich der Franchisegeber. So muss man zum einen keine Zeit und Energie und zum anderen kein Kapital für ein Lager aufwenden.


5 bekannte Franchise-Konzepte die wenig oder kein Eigenkapital erfordern

Naturgemäß finden sich Franchise-Konzepte die wenig oder kein Eigenkapital erfordern in den Branchen, in denen keine hohen Anschaffungen wie etwa Maschinen – außer vielleicht einem PC – erforderlich sind. Ganz klar, gemeint ist die Dienstleistungsbranche. Allerdings gibt es auch andere Möglichkeiten.

Bekannte Franchise-Konzepte, die keine Unmengen an Eigenkapital erfordern, sind zum Beispiel:

1. Dropshipping

Lizenzo: Eigenkapital 150-1990 €, Eintrittsgebühr 0 €

2. Gastronomie

  • Waffle Bike: Eigenkapital 0 €, einmalige Eintrittsgebühr ca. 2500 €
  • Coffee-Bike: Eigenkapital 0 €, einmalige Eintrittsgebühr ca. 5000 €
  • Flammkuchen-Shops: Eigenkapital 0 – 1000 €, Eintrittsgebühr ca. 350 €

3. B2B

  • Unternehmensberatung/ Consulting, z.B. SYSCOS: Eigenkapital 0 €, Eintrittgsgebühr 2.975 €
  • 1003 –das digitale Branchenbuch: Eigenkapital 250 €, Eintrittsgebühr 0 €

4. Sport

  • Power Plate

5. Sonstiges

  • Saunabetrieb: Bemberg Sauna mit einem Eigenkapital von 0 Euro aber einer hohen Einstiegsgebühr

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