7 Gründe warum Franchisepartner scheitern können

17.04.2018 15:25 | Ein Unternehmen gründen

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Man darf nicht

  • von falschen Voraussetzungen ausgehen oder
  • vieles allzu sehr im Ungewissen lassen, außerdem ebenso wenig
  • unter veränderten Bedingungen zu leiden haben.

Manches kann geschehen, wenn man sich auf das Abenteuer Franchising einlässt, einiges ist vorherzusehen und auch zu verhindern.

1. Sie könnten in eine Kostenfalle beim Franchising getappt sein

Wenn Sie erst zu spät bemerken, wie viel Geld Sie tatsächlich brauchen, haben Sie sich ins Abseits manövriert. Das kann vor allem dann geschehen, wenn Sie nicht rechtzeitig dazu gekommen sind, genug zurückzulegen. Unerwartete Ereignisse sind kaum zu vermeiden, dafür sollte man sicherheitshalber stets eine Reserve anlegen. Es kommen ja nicht nur Betriebsausgaben in schwankender Höhe auf Sie zu, Sie müssen auch

  • als Privatmensch existieren können,
  • Ihre Krankenversicherung bezahlen und

• an die Rente denken.

Darüber hinaus empfiehlt sich die eigenverantwortliche Absicherung gegen Arbeitslosigkeit, und vielleicht ist ja zudem auch noch die eine oder andere Rate fällig.

2. Wenn ein Irrweg eingeschlagen worden ist im Franchising

Bei Einschätzung der potenziellen Geschäftsaussichten können Fehler unterlaufen. Das zeigt sich in solchen Fällen, in denen die Zahl der möglichen Abnehmer überbewertet wurde. Zur Folge kann es haben, dass auch ein bewilligter Kreditrahmen überdimensioniert ist und man beim Ablösen der veranschlagten Summe der Planung hinterherhinkt. Das wäre unter anderem auch dem Kreditinstitut anzukreiden, weil es auf eine genauere Prüfung der Umstände offensichtlich verzichtet hat, doch dort wird man sich aus der Affäre zu ziehen wissen.

Zu schnell ist es geschehen, dass ein finanzieller Engpass auftritt, aus dem man sich nicht mehr befreien kann. An der benötigten Kapitalmenge scheitert der weitaus größte Teil der Franchisenehmer. Darüber hinaus kann es jedoch auch andere Gründe dafür geben, vorzeitig die Flügel zu strecken.

3. Man hat sich wahre Anforderungen betreffend überschätzt

Anscheinend herrschen vielerorts unzureichende Erkenntnisse darüber vor, was wirklich verlangt wird. Wenn jemand beispielsweise das nötige Vorliegen eines Meisterbriefs ignoriert, kann das natürlich nicht lange gut gehen, doch dies und Ähnliches kommt in etwa der Hälfte von Fällen einer Neugründung tatsächlich vor. Eine unzureichende Befähigung kann auch darin begründet sein, dass ein Gesundheitszeugnis fehlt oder man sich Illusionen über die Qualität der geforderten Kenntnisse gemacht hat. So ganz fachfremd in der Branche sollte man nicht sein, auch wenn man sich vorerst nur auf das Unternehmerische beschränken möchte. Leicht entsteht ein falscher Eindruck bezüglich des faktisch Erforderlichen, und beim ersten oder zweiten Kundenkontakt droht ein böses Erwachen. Machen Sie sich ein möglichst realistisches Bild von dem, was auf Sie zukommt, schnuppern Sie in die wirkliche Praxis hinein, bevor Sie sich ihr aussetzen. Sonst stehen Sie plötzlich da wie der Ochs vorm Scheunentor und können es niemandem anlasten.

4. Planen Sie mit großer Sorgfalt, besonders im Franchising

Je hektischer es wird, desto schneller übersieht man möglicherweise Entscheidendes, das dem Bemühten in der Eile durchgeht. Man glaubt, alles getan zu haben, doch dann stellt sich heraus, dass Wesentliches fehlt. Kontrollieren Sie sich selbst, gehen Sie sicher, nichts vergessen zu haben. Arbeiten Sie vorbereitete Checklisten ab und gehen im Anschluss noch einmal jeden Posten durch. Dabei sollte Ihnen auffallen, dass Sie sich vorauseilend mit etwas zufriedengegeben haben, das einer Revision nicht standhält. Noch ist es womöglich problemlos nachzuholen, später kann ein ernstes Defizit daraus entstehen.

Orientieren Sie sich an den Vorgaben in Ihrem Businessplan und bekommen Ihr Zeitmanagement in den Griff. Wenn auch nur eine Viertelstunde fehlt bei dem, was Sie sich vorgenommen haben, kann das zu ungeheuren Turbulenzen führen. Zum Trödeln bleibt vorerst keine Zeit, dafür ist der Feierabend reserviert, sofern er nicht mit Nacharbeiten vergeht.

5. Die lieben Kleinen werden auf einiges verzichten müssen

Wenn das auch schwer abzusehen ist, müssen Sie zudem gewährleisten können, dass Ihnen Ihr privates Umfeld keinen Strich durch die Rechnung macht. Gerade zu Beginn Ihrer Tätigkeit im Franchising werden Sie deutlich mehr arbeiten müssen, als Sie es etwa aus einer angestellten Phase gewöhnt sind. Dabei hilft nur das perfekte Organisieren. Die Kinder sollten nicht unverhofft erkranken, Ihr Partner muss einen Großteil der Erziehungsarbeit übernehmen. Sollten keine Verwandten verfügbar sein, die einspringen können, dürfen Sie vorsorglich nach anderen Möglichkeiten Ausschau halten. Es geht nicht an, dass Sie beständig zwischen Geschäft und Schule pendeln; entspannter kann es werden, wenn Sie als Single starten. Von der Elternteilzeit steht im Franchising nichts geschrieben, sie gilt allerdings für jene, die Sie gegebenenfalls in Ihr Team aufnehmen wollen.

6. Kunde droht mit Auftrag – das sollte nicht passieren

Nicht nur schwierig, sondern zudem peinlich kann es werden, wenn plötzlich mehr Kapazität als verfügbar gefordert wird. Für den Fall ist es gut, einen Teil der Arbeit auslagern zu können. Dumm ist es indessen, wenn man die eigene Leistungsfähigkeit zu hoch ansetzt und auf halber Strecke feststellen muss, dass man der selbst gestellten Aufgabe nicht gerecht werden kann. Halten Sie ihre Begeisterung in Grenzen, wenn Großes von Ihnen verlangt wird, das auch den Rahmen sprengen könnte. Im Notfall müssen Sie eben ablehnen, was Sie überfordern würde.

Das ist allemal besser, als mit einem ehrgeizigen Projekt zu scheitern. Schieben Sie eine momentane Auslastung vor und hoffen darauf, dass der begehrte Kunde ein anderes Opfer findet. Es kann ja auch sein, dass er nicht anderes im Sinn hatte, als Sie an den Rand des Ruins zu bringen. Sie müssen exakt einschätzen können, was Sie sich zutrauen dürfen, anstatt sich halb verzweifelt die Nächte um die Ohren zu schlagen.

7. Wind und Wetter sowie den Gezeiten ausgeliefert

Schließlich können Sie auch vor Schicksalsschlägen nie ganz sicher sein. Unfälle, Unwetter, Virenalarm – man kann sich nicht gegen alles versichern, doch Scheiterungsgründe dieser Art machen den geringsten Anteil auf der Skala der Gefährdung gegründeter Existenzen aus, sodass Sie sich auf das Vermeidbare konzentrieren sollten. Wer genügend dafür unternommen hat, seine Zukunft auf eine tragfähige Basis gestellt zu sehen, kann sich eines ruhigen Gewissens rühmen. Für Zwischenfälle, die der Himmel schickt, ist niemand verantwortlich zu machen. Tun Sie lieber vorher alles Mögliche, als hinterher das Nachsehen zu haben. Ein wenig Glück gehört dazu, doch das muss man sich manches Mal verdienen. Gelegentlich begegnet es einem auch gänzlich unerwartet.

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