Altersvorsorge: Selbstständig und abgesichert

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Die Altersvorsorge ist ein enorm wichtiges Thema - früher und auch jetzt noch! Denn wer sich nicht rechtzeitig um eine anständige Absicherung fürs Alter kümmert, läuft Gefahr, mit nicht genug Geld für den Lebensabend ausgestattet zu sein. Gerade Menschen, die nicht ausreichend eingezahlt haben, oder nicht auf die geforderten 35 Beitragsjahre kommen, müssen mit starken Kürzungen rechnen, die große Auswirkungen auf ihr späteres Wohlergehen haben. Denn jeder Monat, in welchem nichts in die staatliche Rentenkasse eingezahlt wurde, wird mit einem Abschlag von 0.3 % bestraft. Dadurch sind leider viele Menschen von Altersarmut betroffen und müssen andere Mittel und Wege finden, um das dringend benötigte Geld zu erlangen. Deswegen sieht man nicht selten, wie Menschen im gesetzten Alter noch in Restaurants putzen oder Reparaturen erledigen und auch Pfandflaschen sammeln ist eine beliebte Möglichkeit, um zu noch etwas Kleingeld zu gelangen.

Selbstständig hingegen fallen nicht unter die gesetzliche Versicherungspflicht. Sie können zwar durchaus in bestimmten Fällen freiwillig in die GRV einzahlen, dies ist jedoch nicht immer die beste Wahl. Die gesetzliche Rentenversicherung fordert einen festen monatlichen Beitrag und da Selbstständige oftmals ein sehr schwankendes Gehalt haben, ist es für diese nicht immer leicht, den geforderten Beitrag zu zahlen. Bei Selbstständigen spielen schließlich der Erfolg und die Einnahmen jeden Monat eine ausschlaggebende Rolle, weswegen Unternehmer zwar oftmals sehr hohe Gehälter haben, jedes Jahr jedoch auch mit bestimmten Durststrecken kämpfen müssen, die es zu überbrücken gilt. Der Staat bietet seinen Bürgern zwar auch an, freiwillige Rentenbeiträge zu entrichten, dies ist jedoch nicht immer die optimale Lösung für Selbstständige. Im folgenden Artikel möchten wir Ihnen einige Möglichkeiten vorstellen, wie Sie sich fürs Alter absichern können.

Gesetzliche Optionen

Riester-Rente

2002 eingeführt, zielt die Riester-Rente darauf ab, die Rente der deutschen Bevölkerung aufzubessern. Durch den Beschluss der Regierung, das Rentenniveau zu senken, kommen viele Menschen nämlich mit der gesetzlichen Altersvorsorge nicht mehr über die Runden und sind gezwungen, nach alternativen Einnahmequellen zu suchen. Um den Deutschen diesen Schritt zu erleichtern, hat der Staat beschlossen Vorsorgesparer mit Zulagen oder Steuervorteilen zu unterstützen. Abhängig ist die Hilfe von der Höhe der Zulagen und dem Einkommen. Die Zulagen lassen sich dabei in drei Bereiche einteilen:

  1. Grundzulage: Jeder Versicherte hat Anspruch auf 175 Euro im Jahr.
  2. Berufseinsteigerbonus: Wer die 25 Jahre noch nicht erreicht hat, aber bereits arbeitet, erhält einen einmaligen Zuschuss von 200 Euro.
  3. Kinderzulage: Abhängig vom Geburtsjahr des Kindes erhält man entweder 185 oder 300 Euro jährlich. Die Zulage wird allerdings nur an kindergeldberechtigte Kinder ausgezahlt.

Die Riester-Rente ist für jeden zugänglich und für jeden geeignet. Allerdings können Selbstständige nur auf die Vorteile zugreifen, wenn sie auch pflichtversichert sind. Ausgeschlossen werden also Unternehmen, die nicht in die gesetzliche Rentenversicherung einzahlen. Sollten Sie dann noch über ein hohes Gehalt verfügen, können Sie sich über Steuervorteile eine weitere Förderung des Staates garantieren.

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Die Versicherten der Riester-Rente müssen mindestens 60 Euro im Jahr einzahlen, um sich die Zulagen zu sichern. Grundsätzlich gilt allerdings, dass mindestens vier Prozent des Bruttoeinkommens des vorherigen Jahres gefordert werden. Es ist daher angeraten, dass Sie stets prüfen, dass dies auch der Fall ist. Denn bei einer Gehaltserhöhung oder einem Jobwechsel kann es schon einmal vorkommen, dass sich die Beiträge für Sie erhöhen.

Rürup Rente

Auch wenn die nach dem Ökonom Bert Rürup benannte Basisrente eigentlich zu den privaten Altersvorsorgen zählt, möchten wir sie unter den gesetzlichen Optionen auflisten. Die Rürup Rente soll eine Alternative zur gesetzlichen Rentenversicherung darstellen und ähnliche Leistungen bringen. Falls Sie also noch nicht in die GRV einzahlen und in keinem berufsständischen Versorgungswerk pflichtversichert sind, können Sie die Rürup Rente in Anspruch nehmen. Die eingezahlten Beiträge der Rürup Rente können Teilnehmer im Anschluss bei der Steuer einreichen und als Vorsorgeaufwendungen absetzen lassen. Die Einzahlungen sollen im Regelfall den Höchstbetrag von 23.700 Euro im Jahr nicht übersteigen.
Für wen eignet sich dieses Format der Altersvorsorge denn jetzt nun wirklich?

  • Grundsätzlich ist zu sagen, dass jeder Fall natürlich einzeln beleuchtet werden muss, damit zweifelsfrei festgestellt werden kann, ob es Sinn macht einen Vertrag der Rürup Rente abzuschließen. Allgemein kann allerdings gesagt werden, dass sich diese spezielle Art der Rentenvorsorge vor allem für Großverdiener eignet. Je mehr Geld investiert und eingezahlt wird, desto größer ist am Ende der Betrag, den Sie von der Steuer zurückbezahlt bekommen. Natürlich sollte allerdings in die Überlegung miteinbezogen werden, wie viele Jahre Ihnen noch bis zur Rente bleiben.
  • Die Rürup Rente ist vor allem für Unternehmer geeignet, die nichts von der gesetzlichen Rentenversicherung halten und in diesem Sinne auch nicht gewillt sind, freiwillige Beiträge zu leisten. Die gesetzliche Rentenversicherung läuft nach dem sogenannten Umlageverfahren ab. Wer ein Recht auf Rente im Alter haben möchte, muss mehrere Jahrzehnte lang einen festen Beitrag einzahlen. Die Einnahmen, welche der Staat dadurch erzielt werden sofort auf die aktuellen Rentner umgelagert. Das Problem bei diesem System ist und bleibt, dass das Rentenniveau nicht unbedingt konstant bleibt und sich durchaus die Gesetzgebung auch ändern kann. Demnach hat man keine wirkliche Sicherheit, ob die zu erwartende Rente auch wirklich in dieser Höhe eintreffen wird. Zudem wurde auch das Rentenalter angehoben. Eine schrittweise Anpassung wird zwischen 2012 und 2029 vollzogen. Anstatt nun also wie bisher mit 65 Jahren in den wohlverdienten Ruhestand zu gehen, wird die Bevölkerung, die nach 1946 geboren ist, gezwungen bis zum Erreichen des 67. Lebensjahres zu arbeiten.
  • Die Alternative zur gesetzlichen Rentenversicherung ist vor allem für Selbstständige geeignet, die hohe Summen generieren. Dementsprechend ist es möglich, bis zu 23.700 im Jahr einzuzahlen. Wer sich freiwillig gesetzlich versichern lassen hat, darf jährlich allerdings nur noch bis zu 14.200 Euro einzahlen. Die Mindestrente der Rürup-Rentenversicherung ist mit der gesetzlichen Mindestrente vergleichbar.
  • Gerade für schlaue Sparfüchse ist die Rürup Rente eine optimale Wahl. Denn selbst wenn sie pflichtversichert sind, aber dennoch über ein hohes Gehalt verfügen, können Sie Ihre Basisvorsorge enorm aufbessern. Dafür einfach die gesetzliche Obergrenze der GRV ausschöpfen und gleichzeitig einen Rürup-Vertrag abschließen, der auf Aktienfonds basiert. So können Sie das Maximum für ihre Altersvorsorge herausholen.
  • Nicht geeignet ist die Rürup-Rente allerdings für Jungunternehmer. Da Unternehmer gerade in der Anfangsphase kein beständiges Gehalt haben und sich das Einkommen in Grenzen hält, können nur geringe bis gar keine Steuervorteile durch einen Rürup-Vertrag erlangt werden.

Private Altersvorsorge

Die private Altersvorsorge bietet mittlerweile so einige Möglichkeiten, wie Sie Ihre spätere Rente selbstständig aufbessern können, um sich ein angenehmes Leben nach der Arbeit gönnen zu können.

Bankprodukte

Ein äußert beliebte Möglichkeit sich für das Alter zusätzlich etwas beiseite zulegen, sind Bausparverträge. Durch diese setzen Sie sich ein Finanzziel, dass Sie bis zu einem bestimmten Zeitpunkt angespart haben müssen. Trotz der niedrigen Rendite bleibt der Zinssatz allerdings über den gesamten Zeitraum der Laufzeit bestehen. Bei Abschluss sollte darauf geachtet werden, dass die Banksparpläne keinen variablen Zinssatz folgen, sondern einen fest festgelegten Zinssatz beinhalten. Außerdem ist es wichtig, dass Sie kostenfrei wieder aus dem Vertrag aussteigen können und die Laufzeit nicht zu lange definiert ist. Denn in einem Jahrzehnt kann sich viel verändern.
Wer schon immer gerne mit seinem Glück gespielt hat und nichts gegen ein hohes Risiko einzuwenden hat, sollte sich an Fonds heranwagen. Ein Fonds besteht aus mehreren Wertpapieren, die sich beispielsweise auf Aktien oder Immobilien beziehen können. Da der Index jedoch keine beständige Größe ist, sondern stets schwankt, sollte weise und mit Bedacht gewählt werden. Je näher es auf ihre Rente zu geht, desto sichere sollte Sie sich sein, dass der ausgewählte Fonds Sie nicht in die Miesen stürzt.

Weitere Möglichkeiten

Für viele Selbstständige ist es schwer, an einen Kredit von der Bank zu kommen. Denn die Bank möchte ein festes Gehalt sehen, dass sie als Absicherung werten kann. Denn niemand verleiht sein Geld gerne an jemandem, bei dem man nur geringe Chancen wahrnimmt, dass man sein Geld jemals wieder sieht. Sollten Sie also den Kredit beantragen, um ein Unternehmen eröffnen zu wollen, oder ein Eigenheim zu bauen, wird die Bank wenig gewillt sein, Ihnen den Kredit zu gewähren. Anders sieht dies allerdings aus, wenn Sie mit dem Kredit eine Eigentumswohnung oder ein Haus erwerben wollen, das Sie anschließend weitervermieten. Dadurch sind die zukünftigen Einnahmen gesichert. Auf lange Sicht gesehen, ist es also durchaus clever in Immobilien zu investieren und sich dadurch ein passives Einkommen zu sichern. Sie sollten sich dafür in einer soliden finanziellen Situation befinden und darauf achten, dass Sie sich eine Immobilie zulegen, die in einer guten Lage befindet und die in einem einwandfreien Zustand ist. Schließlich wollen Sie keine bösen Überraschungen erleben und sich mit versteckten Kosten belasten.
Eine weitere Option Geld für das Alter zu generieren, stellen Peer-to-Peer-Kredite dar. Sie melden sich dafür bei einer Internetplattform an, die Kreditsuchende mit Anleger zusammenführt. Sie können dabei selbst entscheiden, in welches Projekt Sie Ihr Geld stecken möchten. Risikoreich ist und bleibt diese Methode dennoch und hängt stark von Ihren individuellen Entscheidungen ab.

Die Zukunft der gesetzlichen Rentenversicherung

Seit 2018 spielt die GroKo mit dem Gedanken die Altersvorsorge für Selbstständige zur Pflicht zu machen. Diese Pflichtversicherung soll für jeden Unternehmer passend sein und die Gründer für mindestens drei Jahre von der Pflicht befreien. Es bleibt abzuwarten, wie sich dieses Vorhaben umsetzen lässt.

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