Antrag Bildungsurlaub: Das sollten Sie als Unternehmer unbedingt wissen

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Wenn Sie Franchisenehmer sind, führen Sie Ihren eigenen Betrieb und sind für Ihre eigenen Mitarbeiter verantwortlich. Eine gute Führungskraft weiß, wie sie ihr Team motivieren kann. Ebenso kommt es auf eine gute Förderung an: Weiterbildungen und Fortbildungen sind wichtig für die Entwicklung Ihrer Mitarbeiter. Aus diesem Grund sollten Sie auch im Franchising den Bildungsurlaub ernst nehmen und Ihre Mitarbeiter dazu animieren, diesen zu nutzen. Heute möchten wir Ihnen daher sämtliche Informationen rund um das Thema den Antrag für Bildungsurlaub stellen erläutern.

Wer hat Anspruch auf Bildungsurlaub und wie stellt man den Antrag auf Bildungsurlaub?

Beim Bildungsurlaub handelt es sich um eine Sonderform des bezahlten Urlaubs. Der Sinn und Zweck dahinter ist, dass sich Arbeitnehmer zu beruflichen oder politischen Themen weiterbilden können. Damit Arbeitnehmer den Bildungsurlaub nicht mit Erholung verwechseln, wird der Sonderurlaub auch als Bildungsfreistellung bezeichnet.

Wer hat Anspruch auf Bildungsurlaub?

Prinzipiell hat jeder Arbeitnehmer in Deutschland gesetzlichen Anspruch auf Bildungsurlaub – zu wenige wissen allerdings davon oder aber sie wissen nicht, wie Sie einen Antrag auf Bildungsurlaub stellen können. Das Besondere am Bildungsurlaub ist, dass sich Arbeitnehmer in Ruhe weiterbilden können – fernab vom regulären Arbeitsstress. Seltenst findet man im Feierabend oder am Wochenende wirklich Zeit, um sich ernsthaft weiterzubilden. Zahlreiche Arbeitnehmer könnten von diesem speziellen Sonderurlaub profitieren, allerdings sind sie nicht umfassend zu dem Thema informiert.

Die Bildungshoheit liegt bei den einzelnen Bundesländern

So können Arbeitnehmer vom Bildungsurlaub profitieren, allerdings müssen diese zunächst mit ihrem Bundesland Rücksprache halten, da dieses die Hoheit über den Bildungsurlaub hat. Da sich die gesetzlichen Ansprüche von Bundesland zu Bundesland unterscheiden sollten sich auch die Arbeitgeber – also Franchisegeber und Franchisenehmer – informieren, was für ihr Bundesland gilt. Arbeitnehmer in Bayern und Sachsen können sich leider nicht auf einen gesetzlichen Anspruch auf Bildungsurlaub berufen. Allerdings muss das nicht bedeuten, dass Arbeiternehmern der Sonderurlaub für Weiterbildungen komplett verwehrt wird. Denn stattdessen sollte man hier einen Blick in seinen Arbeitsvertrag werfen und schauen, ob Bildungsurlaub verankert ist. In zahlreichen Bundesländern stehen den Arbeitnehmern 10 Arbeitstage pro zwei Kalenderjahre zu, in Baden-Württemberg, Mecklenburg-Vorpommern und Thüringen sind es nur 5 Tage, in Sachsen liegt der Anspruch bei 14 Arbeitstagen. Sie sehen also, es variiert sehr stark! Ebenso gilt es zu beachten, dass der Anspruch bei Teilzeitbeschäftigungen entsprechend der Wochenarbeitszeit reduziert wird.

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Sollten Sie Auszubildende oder Berufseinsteiger in Ihrem Franchise-Unternehmen eingestellt haben, so gelten auch hier je nach Bundesland andere Regelungen. Beispielsweise in Berlin können Arbeitnehmer unter 25 Jahren zehn Arbeitstage Bildungsurlaub pro Kalenderjahr nehmen. Die Weiterbildung junger Arbeitnehmer wird also besonders nachhaltig gefördert.

Wer trägt die Kosten für den Bildungsurlaub?

Die Kosten werden von den Arbeitnehmern selbst getragen. Diese umfassen die An- und Abreise, die Unterkunft sowie die Kursgebühren. Allerdings kann er diese Kosten in seiner Steuererklärung am Ende des Jahres geltend machen. Franchisenehmer und Franchisegeber tragen finanziell nicht zum Bildungsurlaub bei. Da es sich um eine Sonderform des bezahlten Urlaubs handelt, ist es allerdings nicht komplett kostenfrei für Sie.

Franchisenehmer und Franchisegeber: Auch Sie sollten auf dem Schirm haben, was es beim Bildungsurlaub zu beachten gilt!

Auch für die Arbeitgeber gilt, dass diese sich über das Thema Bildungsurlaub informieren, damit sie wissen, was ihren Mitarbeitern gesetzlich zusteht und sie diese umfassend fördern können. Auch Franchisegeber und Franchisenehmer sollten darüber Bescheid wissen, wie der Prozess abläuft, wenn Ihre Mitarbeiter einen Antrag auf Bildungsurlaub stellen.

Müssen Sie überhaupt einen Bildungsurlaub genehmigen?

Vorab möchten wir gerne Klarheit über ihre Rechten und Pflichten schaffen, denn als Arbeitgeber können Sie einen Antrag auf Bildungsurlaub durchaus ablehnen. Allerdings trifft dies eher in Ausnahmefällen zu – darüber hinaus müssen die Gründe für die Ablehnung nachvollziehbar und belegbar sein. Und zwar sind prinzipiell dazu verpflichtet, den Bildungsurlaub zu genehmigen

Dabei sind folgende Ablehnungsgründe sind möglich:

  • Ihr Mitarbeiter möchte ein Angebot wahrnehmen, was nicht vom Bundesland anerkennt ist.
  • Ihr Mitarbeiter hat den Antrag auf Bildungsurlaub nicht form- oder fristgerecht eingereicht.
  • Aus betrieblichen Gründen können Sie ihn nicht gehen lassen (zum Beispiel, wenn wichtige Projektfristen eingehalten werden müssen oder andere Kollegen Urlaubsvorrang haben).
  • Ihr Mitarbeiter möchte einen Kurs wahrnehmen, der für seine Arbeitsstellen vollkommen irrelevant ist.

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Welche Art von Bildungsurlaub gibt es eigentlich?

Wie bereits erwähnt können Arbeitnehmer nur für anerkannte Angebote Bildungsurlaub beantragen. Der Sonderurlaub dient der beruflichen und politischen Weiterbildung, allerdings können Ihre Mitarbeiter auf ein sehr breit gefächertes Angebot im In- wie auch im Ausland zugreifen. Die Angebote gehen dabei weit über die klassischen Fortbildungsthemen hinaus. So können Mitarbeiter auch Sprachreisen wahrnehmen oder einen Business Englisch Kurs zur Auffrischung ihrer Fremdsprachenkenntnisse nutzen. Auch im Bereich Kommunikation werden unter anderem spannende Rhetorikseminare angeboten. Wer in Zeiten der Digitalisierung an seinen IT-Skills arbeiten möchte, der kann einen EDV-Kurs besuchen. Dadurch dass die heutige Arbeitswelt um einiges stressiger geworden ist, zählen sogar Yoga, Business-Qigong, Stressmanagement und Entspannungskurse zum Repertoire des Bildungsurlaubs.

Je nach dem, was für das Franchise-Unternehmen relevant ist, können Ihre Mitarbeiter sinnvolle und hilfreiche Kurse belegen. Selbstverständlich ist es nachvollziehbar, wenn Sie als Chef nicht so davon begeistert sind, wenn Mitarbeiter Anträge auf Bildungsurlaub stellen, wo Sprachreisen mit Strand und Entspannung im Vordergrund stehen. Das wissen allerdings auch Ihre Mitarbeiter, so dass auch diese meist den Fokus darauf richten, um neue Kompetenzen zu erlernen.

Die Vorgehensweise: Wie wird ein Antrag auf Bildungsurlaub gestellt?

Hier kommt es vor allem darauf an, in welchem Bundesland sich Ihr Franchisebetrieb befindet, denn je nach Land gibt es unterschiedliche Fristen für die Antragsstellung. Generell sehen Chefs es gerne, wenn die Mitarbeiter mit ausreichend Zeit ihren Antrag stellen, damit sich das Unternehmen auf deren Abwesenheit vorbereiten kann.

Antrag auf Bildungsurlaub – so wird’s gemacht!

  • Arbeitnehmer sollten prüfen, ob sie überhaupt Anspruch auf Bildungsurlaub haben.
  • Es sollte ein inhaltlich passendes Angebot in einem guten Zeitfenster für den Bildungsurlaub gewählt werden.
  • Es ist wichtig, dass die Weiterbildungsmaßnahme vom Bundesland anerkannt wird. Die Bildungsdatenbank der einzelnen Bundesländer klärt die interessierten Arbeitnehmer hierzu auf.
  • Die Bildungsfreistellung sollte mit der Führungskraft abgeklärt wird.
  • Hierzu stellt der Arbeitgeber meist eine vorläufige Genehmigung aus, mit der sich Mitarbeiter für die Fortbildung oder den Kurs anmelden kann.
  • Im nächsten Schritt erhalten Arbeitnehmer sämtliche Unterlagen, die nötig sind, um offiziellen Antrag zu stellen. Bis zu diesem Zeitpunkt können Sie als Franchisenehmer und Franchisegeber Ihren Mitarbeitern noch einen Strich durch die Rechnung machen. Aus diesem Grund sollten die Stornierungsbedingungen im Blick behalten werden.
  • Der offizielle Antrag auf Bildungsurlaub wird eingereicht. Mitarbeiter sollten außerdem ihre Anmeldebescheinigung, einen Ablaufplan und einen Anerkennungsbescheid einreichen. Der Eingang des Urlaubsantrages sollte den Mitarbeitern inklusive Datumstempel bestätigt werden.
  • Es gilt darauf zu achten, dass die unterschiedlichen Fristen, die in den einzelnen Bundesländern gelten, eingehalten werden!
  • Hat alles geklappt, erhalten die Mitarbeiter nun ihre Genehmigung und können ihren Bildungsurlaub konkret planen.
  • Sollte der Mitarbeiter während des Bildungsurlaubes erkranken, sollte er sich auch direkt beim Franchisenehmer oder Franchisegeber krank melden.

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