Arbeitsrecht Kündigung: So kommen Sie Ihrem Unternehmertraum näher

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Welche Rechte gelten für Sie bei einer Kündigung?

Seit Jahren befinden Sie sich nun schon in einem Angestelltenverhältnis. Täglich quälen Sie sich aus dem Bett, ziehen sich mit fehlender Motivation an und schleppen sich letztendlich auf die Arbeit. Dort angekommen wird Ihr Tag auch nicht besser. Denn Sie können Ihre Augen kaum von der Uhr abwenden, doch der Minutenzeiger scheint sich leider nur im Schneckentempo fortzubewegen.

So oder ähnlich geht es leider vielen deutschen Arbeitnehmern. Sie haben sich für einen Job entschieden, der sie nicht erfüllt und glücklich macht. Die Folge davon ist, dass die Betroffenen jahrelang oder sogar über mehrere Jahrzehnte hinweg ein Leben führen, das sie sich in dieser Art und Weise nicht vorgestellt haben.

Doch einmal in der Routine angekommen, ist es mehr als schwer aus den Gewohnheiten und dem damit verbundenen Teufelskreis auszubrechen. Tatsächlich träumt eine Vielzahl der deutschen Arbeitnehmer von der Selbstständigkeit. Den eigenen Alltag selbst bestimmen in einer Branche, die Spaß und Freude bringt. Doch viele Gründe halten noch heute eine große Zahl an Arbeitnehmern davon ab, sich von dem unliebsamen Job zu befreien und endlich den Schritt in die eigene Unabhängigkeit zu gehen.

Einer dieser Gründe ist die fehlende Aufklärung über das aktuelle Arbeitsrecht. Wir wollen Ihnen die Angst nehmen und Sie im folgenden Artikel über die Kündigung aufklären. Erfahren Sie mehr über Ihre Rechte und kommen Sie dadurch Ihrem Unternehmertraum ein großes Stück näher.

1) Allgemeines zum Thema Kündigung

Als Kündigung versteht man die Auflösung eines Vertrages. Dabei kann es sich um die Kündigung eines Arbeitsvertrags, Mietvertrags oder jede andere Art von Vertrag handeln. Die Kündigung wird lediglich als einseitige empfangsbedürftige Willenserklärung angesehen.

Das bedeutet, dass keinesfalls beide Parteien des Vertrags mit der Kündigung einverstanden sein müssen, sondern deren Wirksamkeit mit dem Empfang automatisch in Kraft tritt. Wer mit dem Gedanken spielt, sich von seinem jetzigen Arbeitgeber zu lösen, sollte über diese Entscheidung gut und lange nachdenken und auf keinen Fall etwas überstürzen.

Denn auch wenn der Arbeitsmarkt in Deutschland im Moment floriert, branchenspezifische Fachkräfte können es unter Umständen trotzdem schwer haben, im Ernstfall schnell einen neuen Arbeitsplatz zu finden.

Sollten Sie etwas Passendes in Aussicht haben oder sogar mit dem Gedanken spielen Ihr eigenes Unternehmen zu gründen oder in das Franchising einzusteigen, sollten Sie sicherstellen, dass Ihnen keine fahrlässigen Fehler bei der Erstellung des Kündigungsschreibens unterlaufen.

Denn wer die Form, die Kündigungsfrist oder bestimmte Bedingungen nicht beachtet, kann sich im schlimmsten Fall weiterhin in einem Angestelltenverhältnis gefangen sehen, das den persönlichen Albtraum auf Erden darstellt.

Die Form der Kündigung

Auch wenn wir uns in der Zeit von technischen Neuerungen, Digitalisierung und Modernisierung befinden, muss eine Kündigung immer noch in schriftlicher Form eingehen. Von E-Mails, Nachrichten per SMS oder Whatsapp oder unprofessionellen Zettelchen ist also abzusehen. Dieses Schreiben sollte unbedingt einige formale Angaben beinhalten:

  • Die Adresse von Arbeitgeber und Arbeitnehmer
  • Ort und Datum, an welchen die Kündigung verfasst wurde
  • Alle vertraglich festgehaltenen Fristen, die für die Kündigung relevant sind
  • Die Unterschrift des Arbeitnehmers oder eines gesetzlichen Vertreters

Die Unterschrift markiert wohl den wichtigsten Teil des Kündigungsschreibens. Ohne sie ist die Kündigung rechtlich nicht gültig. Wird ein Bevollmächtigter beauftragt, um die Unterschrift zu tätigen, muss eine Originalvollmacht dessen Befugnis nachweisen.

Weiterhin ist es anzuraten, das Schreiben mit dem Titel „Kündigung“ zu versehen, um jegliche Unklarheiten aus dem Weg zu schaffen. Sowohl Arbeitgeber als auch Arbeitnehmer sind in der Regel nicht dazu verpflichtet, Angaben über die Gründe der Kündigung niederzuschreiben.

Wer Angst davor hat, Formfehler bei der Erstellung der Kündigung zu begehen, sollte sich professionelle Hilfe holen. Gute Beispiele für Kündigungsschreiben finden sich allerdings auch schon im Internet wieder. Um darüber hinaus außerdem sicherzustellen, dass das Schreiben beim Arbeitgeber eingegangen ist, sollte um eine schriftliche Bestätigung bitten. Achten Sie darauf, dass Sie in Ihrem Schreiben keinerlei persönlichen Empfindungen mit einfließen lassen. Ein Kündigungsschreiben sollte objektiv und professionell erstellt werden und sämtliche vergangene Schwierigkeiten und Probleme hinter sich lassen.

Die Kündigungsfrist

Wer sein aktuelles Arbeitsverhältnis beenden möchte, sollte zunächst in seinem Arbeitsvertrag nachsehen, welche Fristen dafür vorgesehen sind. Wurde keine individuelle Kündigungsfrist festgelegt, richten sich die Bestimmungen nach den gesetzlichen Kündigungsfristen nach § 622 BGB.

Die für Sie gültige Frist muss unbedingt eingehalten werden, denn selbst wenn Sie nur einen Tag später kündigen, als es im Vertrag schriftlich festgelegt wurde, kann es sein, dass Sie aus dem Arbeitsverhältnis nicht mehr herauskommen. Normalerweise wird ein Zeitraum von vier Wochen zum 15. Tag oder letzten Tag des Monats festgelegt.

Kündigungsgründe

Als Arbeitnehmer sind Sie in der Lage ohne Angabe eines Grundes zu kündigen. Sie müssen lediglich die festgelegte Kündigungsfrist einhalten. Arbeitgeber jedoch haben es schon schwerer, einen unliebsamen Angestellten zu kündigen. Denn die Arbeitnehmer unterstehen dem Kündigungsschutzgesetz und haben sich auch daran zu halten. Gründe, welche eine Kündigung rechtfertigen, werden in drei Kategorien eingeteilt:

  1. Die betriebsbedingte Kündigung: Dies ist eine Form der Kündigung, die in der Regel nichts mit den Angestellten persönlich zu tun hat. Denn bestimmte Erfordernisse haben es erforderlich gemacht, dass das Unternehmen Stellen abbaut. Gründe dafür können wirtschaftliche Verluste sein oder die Stilllegung des Unternehmens. Bei der Entlassung der Mitarbeiter muss der Arbeitgeber nach sozialen Gesichtspunkten handeln, das heißt, dass beispielsweise alleinstehende Mittzwanziger früher gehen müssen, als ein Familienvater.
  2. Die verhaltensbedingte Kündigung: Eine solche Kündigung kann gerechtfertigt sein, wenn sich ein Mitarbeiter trotz des Erhalts mehrerer Abmahnung schuldhaft und arbeitsvertragswidrig verhält. Eine solche Kündigung gilt als außerordentlich und hat eine 12-wöchige Sperre für das Arbeitslosengeld I zur Folge. Mögliche Gründe für diese besondere Form der Kündigung sind beispielsweise Alkoholmissbrauch am Arbeitsplatz, ständiges Zuspätkommen, was den Ablauf des betrieblichen Alltags stört oder die Weitergabe von Betriebs- und Geschäftsgeheimnissen.
  3. Die personenbedingte Kündigung: Diese Kündigung tritt in Kraft, wenn die Gründe für die Beendigung des Arbeitsverhältnisses nicht im Verhalten des Arbeitnehmers liegen, sondern in seiner Person selbst. Das bedeutet, dass dies Umstände sind, die meist vom Arbeitnehmer nicht steuerbar sind, wie eine langwierige Erkrankung, immer wiederkehrende Ausfälle aufgrund von Kurzerkrankungen oder der Verlust des Führerscheins. In der Regel gilt allerdings, dass ein Arbeitnehmer pro Jahr durchschnittlich bis zu sechs Wochen des Kalenderjahres ausfallen kann, ohne dass dies als möglicher Grund zur Kündigung angesehen werden kann.

2) Ein tieferer Blick auf das Arbeitsrecht im Bereich der Kündigungen

Laut Arbeitsrecht ist eine Kündigung, die nicht fristlos ist, nur dann gültig, wenn der Betroffene zuvor mehrere Male abgemahnt wurde. Das Fehlverhalten wurde dem Arbeitnehmer also mehrfach vor Augen geführt und ihm wurde die Möglichkeit geboten, sein Benehmen dementsprechend anzupassen.

Denn das Arbeitsrecht weist Arbeitgeber immer wieder darauf hin, dass eine Kündigung das letzte Mittel sein sollte, die der Arbeitgeber verwendet. Außerdem ist im Regelfall eine Kündigung ohne Abmahnung unwirksam und wird vor Gericht nicht anerkannt.

Weiterhin kann der Arbeitgeber von der Kündigungsfrist befreit werden, wenn er eine außerordentliche Kündigung ausspricht. Dies ist der Fall, wenn der Arbeitnehmer durch sein Verhalten schwerwiegend gegen die Bedingungen und festgesetzten Regeln im Arbeitsvertrag verstößt. Eine anschließende Zusammenarbeit ist dem Arbeitgeber im Anschluss nicht zu zumuten, weswegen der Arbeitnehmer vor Ablauf der Frist entlassen werden darf. Das Arbeitsrecht legt hierbei fest, dass auf den Verstoß des Arbeitnehmers innerhalb von zwei Wochen reagiert werden muss.

Alle fristlosen Kündigungen, die nach dem Ablauf dieser Zeit ausgesprochen werden, sind ungültig und beweisen, dass das Vergehen nicht so schwerwiegend gewesen sein können. Gründe, welche zu einer außerordentlichen Kündigung führen können, sind zum Beispiel:

  • Beleidigung des Arbeitgebers
  • Ausländerfeindlichkeit
  • Androhung einer Krankmeldung
  • Die Annahme von Schmiergeld
  • Das Vortäuschen von einer Arbeitsunfähigkeit beziehungsweise eine Arbeitsverweigerung

Eine besondere Form der Kündigung ist die Änderungskündigung. Diese besagt, dass der Arbeitnehmer sein Angestelltenverhältnis nicht verliert, sondern lediglich andere Konditionen angeboten bekommt. Dieses Angebot zeichnet sich jedoch in den meisten Fällen durch verschlechterte Bedingungen aus.

Beispielsweise werden die Arbeitnehmer in eine niedrigere Position versetzt, büßen Vorteile wie Gleitzeit ein oder erhalten weniger Gehalt. Der Arbeitnehmer sollte sich also gut überlegen, ob er auf diese abgeschwächte Form der Kündigung eingeht. Für Arbeitgeber ist dies allerdings eine gute Möglichkeit, um auf die Kündigung zu verzichten.

Sollte der Arbeitgeber dazu gezwungen sein, Angestellte zu entlassen, besteht die Option, diesen eine Abfindung zu zahlen. Diese wird als Entschädigung für den Verlust des Arbeitsplatzes angesehen. Eine solche Geldgabe ist einmalig und außerordentlich und kann nur bei Beendigung des Arbeitsverhältnisses vergeben werden. Die Arbeitnehmer haben jedoch keinen Anspruch auf eine Abfindung, sondern der Arbeitgeber muss sich freiwillig zur Auszahlung der Summe bereiterklären.

Eine andere Sonderform der Kündigung stellt die Teilkündigung dar. Der Arbeitgeber möchte hierbei seinem Angestellten bestimmte Pflichten und Rechte entziehen, das Arbeitsverhältnis jedoch gleichzeitig nicht kündigen. Eine solche Form der Kündigung ist allerdings nur gültig, wenn diese ausdrücklich im Arbeitsvertrag vermerkt wurde und vom Arbeitnehmer unterzeichnet wurde.

3) Fazit

Auch wenn das Thema Arbeitsrecht und ganz speziell der Bereich Kündigungen auf den ersten Blick verwirrend und kompliziert erscheinen mag, hoffen wir, dass wir Ihnen diese Thematik etwas besser erklären konnten. Egal, auf welcher Seite Sie sich nun oder später einmal befinden, achten Sie stets darauf, dass Sie die bestehenden Gesetze und Pflichten einhalten und sich somit eine Menge Arbeit und Ärger ersparen.

Und nun: Warten Sie nicht länger! Verfassen Sie Ihr Kündigungsschreiben und eilen Sie Ihrem Unternehmertraum entgegen!

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