Was ist eigentlich ein Franchisebetrieb? Das sind seine Aufgaben und Besonderheiten in einem Franchisesystem!

28.05.2018 14:00 | Ein Unternehmen gründen

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Ist Ihnen das Konzept Franchising geläufig? Wissen Sie, was genau es beinhaltet und welcher Aufgabe ein einzelner Franchisebetrieb in einem Franchisenetzwerk genau nachkommt? Dieser Artikel klärt Sie hierüber auf, was Sie an Basics dazu wissen sollten.

Ein Franchisebetrieb – ein entscheidendes Puzzleteil in einem Franchisesystem!

Beim Franchising vergibt ein Franchisegeber gegen Entrichtung der Franchisegebühr die Schutzrechte seiner Marke und seines Geschäftskonzepts an einen Franchisenehmer. Beim Franchising handelt es sich um eine partnerschaftliche Zusammenarbeit zwischen rechtlich selbstständigen Unternehmen, die ein gemeinsames Ziel verfolgen: Die Bekanntheit der Marke und seinen Absatz zu vergrößern. Das oberste Ziel dieser Kooperationsform ist also die gemeinsame wirtschaftliche Expansion, von der beide Geschäftspartner profitieren.

Die Win-Win-Situation beim Franchising

Der Franchisegeber hat ein erfolgreiches Geschäftskonzept am Markt etabliert, was er ausreichend in einem Pilotbetrieb getestet und schließlich zu einem multiplizierbaren Franchisesystem weiterentwickelt hat. In dieser Pilotphase wurde die Geschäftsidee intensiv überprüft und die entscheidenden Erfolgsfaktoren wurden identifiziert.

Sein Ziel ist es, nun mittels Geschäftspartner – sogenannter Franchisenehmer – weiter zu expandieren. Dies kann zum einem durch das Betrieben eines eigenen Filialnetzes geschehen oder mittels Franchising. Der Unterschied ist hierbei, dass ein eigenes Filialnetz sehr aufwändig und durchaus teuer zu betreiben ist. Durch Franchising lässt sich die Geschäftsidee auf kostengünstigere Art und Weise expandieren. Denn hierbei finanzieren die Franchisenehmer ihre eigenen Standorte und zahlen dem Franchisegeber Gebühren für die Nutzung der Rechte.

Der Franchisevertrag – er besiegelt die wirtschaftliche Kooperation

Das Herzstück beim Franchising stellt mehr oder weniger der Franchisevertrag dar. Er regelt die konkreten Rechte und Pflichten zwischen Franchisegeber und Franchisenehmer und räumt dem Franchisenehmer die Nutzung der Schutzrechte der Marke und des Konzeptes ein. Zu diesen Schutzrechten zählen unter anderem die Marke, gegebenenfalls Patente, Urheberrechte oder Geschäftsbeziehungen. Der Vertrag klärt die Rahmenbedingungen aller relevanten Aspekte: Von den Kosten, über den Wissenstransfer und Schulungen, über die Kündigung bis hin zur Vertragslaufzeit.

Der Franchisenehmer hingegen ist ein Neuunternehmer, der sich mithilfe des Erfolgskonzeptes des Franchisegebers selbstständig macht. Er braucht keine eigene Geschäftsidee, kann sich aber trotzdem dank Franchising mit einem eigenen Franchisebetrieb selbstständig machen. Als Franchisenehmer führt er seinen Betrieb im eigenen Namen und auf eigene Rechnung, während er auf die Expertise und die Unterstützung des Franchisegebers vertrauen kann. Er setzt das Konzept um, was der Franchisegeber erprobt, entwickelt und standardisiert hat und setzt es in seinem eigenen Franchisebetrieb gewissenhaft um.

Mit dem Zahlen der einmaligen Lizenzgebühr enthält der Franchisenehmer die Rechte, die Waren, Produkte oder Dienstleistungen gemäß den Vorgaben des Franchisegebers auszuführen. Er geht zeitgleich aber auch die Pflicht ein, dass er Teil des einheitlichen Marktauftritts wird und die Marke den Standards des Franchisegebers entsprechend repräsentiert. Darüber hinaus zahlt er monatlich Gebühren an den Franchisegeber, die die Kosten der stetigen Weiterentwicklung des Franchisesystems und die des Marketings abdecken.

Vorteile vom Franchising vs. herkömmlicher Gründung

Würde der Franchisenehmer sich mit einer herkömmlichen Gründung selbstständig machen, so würde sein Markteinstieg länger dauern. Er müsste in Eigenregie zahlreiche Marktbarrieren aus dem Weg räumen, das kostet sehr viel Zeit, die dank Franchising eingespart werden kann. Ebenso starten Franchisenehmer bei Ihrer Existenzgründung nicht bei null: Die Marke ist in der Regel bekannt und ihr Image hat sich am Markt etabliert. Zudem können Franchisenehmer auf die umfassende Unterstützung und einen starken Partner an ihrer Seite setzen.

Franchising bietet Vorteile auf allen Ebenen für beide Parteien

Beim Franchising ergibt sich eine klare Arbeitsteilung, zwischen dem, was der Franchisegeber leistet, und dem, was der Franchisenehmer an Aufgaben übernimmt. Hieraus entstehen zahlreiche Synergieeffekte, was eine größere Marktabdeckung, eine nachhaltigere Schlagkraft am Markt und eine intensivere Kundenbindung angeht.

Das Besondere daran ist: Franchisegeber und Franchisenehmer brauchen sich gegenseitig! Der Franchisegeber gibt den Rahmen vor und übernimmt gewisse Aufgaben zentral für alle Geschäftspartner. Ohne seine zahlreichen Franchisenehmer könnte er sein Konzept nicht so schnell und nachhaltig ausbreiten. Die Franchisenehmer wiederrum führen die ihnen übertragenen Aufgaben aus, sind direkt am Kunden, repräsentieren die Marke und übernehmen so eine wichtige Aufgabe im Gesamtsystem Franchising. Ohne die Geschäftsidee und den Support des Franchisegebers könnte ihr Franchisebetrieb nicht so erfolgreich am Markt bestehen.

Franchising via Einzellizenz oder Multi-Unit-Franchising: Was sind die Unterschiede für den Franchisebetrieb?

Beim Franchising gibt es zwei Arten: Zum einen können sich Franchisenehmer mit einer Einzellizenz selbstständig machen oder aber sie erhalten direkt die Rechte für eine Multi-Unit-Lizenz. Was genau sind hier die Unterschiede?

Die Einzellizenz – der Einstieg in die Selbstständigkeit

Die Einzellizenz ist an sich die am meisten vertretene Variante. Gerade für Jungunternehmer ist das Erwerben einer Einzellizenz interessant, da diese meist ohne Vorerfahrung oder Branchenkenntnisse erworben werden kann. Sie ermöglichst es, dass auch Quereinsteiger im Business Fuß fassen können. Mithilfe der Unterstützung des Franchisegebers gehen die Franchisegeber so ihre ersten Schritte, was ihre Existenzgründung und die Aufnahme ihrer Geschäftstätigkeit angeht. Bei einer Einzellizenz widmen sich die Franchisenehmer dem Aufbau eines einzigen Franchisebetriebes und führen diesen entsprechend den Vorgaben des Franchisegebers aus.

Wer mehr möchte, der setzt direkt auf das Multi-Unit-Franchising

Hierbei erhält der Franchisenehmer direkt die Rechte für den Aufbau eines gesamten Filialnetzes, was er gemäß den Vorgaben des Franchisegebers umsetzt. Das heißt, er eröffnet direkt mehrere identische Franchisebetriebe auf einmal. Je nach Absprache mit dem Franchisegeber können die zu eröffnenden und zu betreibenden Standorte in einer Region angesiedelt sein. Der Fokus auf eine bestimmte Region ist in der Tat sehr vorteilhaft, da der Multi-Unit-Franchisenehmer so wichtige lokale Marktkenntnisse sammeln und sich besser regional verankern kann. Meist wird bei der Vergabe einer Multi-Unit-Lizenz eine regionale Ausweitung angestrebt.

Während das Multi-Unit-Franchising dieselben Ansprüche an die einzelnen Franchisebetriebe des Multi-Unit-Franchisenehmers setzt, so unterscheidet sich das Qualifikationsprofil eines Multi-Unit-Betreibers von demjenigen, der nur einen einzelnen Betrieb führt: Multi-Unit-Franchisenehmer sind weniger im Geschäftsalltag der einzelnen Betriebe involviert, sondern sie steuern vielmehr ihre einzelnen Standorte. Aus diesem Grund richtet sich diese Lizenz eher an erfahrene Franchisenehmer oder aber ehemalige Manager.

Und wie steht es um die Rolle des einzelnen Franchisebetriebs?

Egal, ob Sie sich mit einer Einzellizenz oder aber einer Multi-Unit-Lizenz selbstständig machen, eines ist sicher: In all diesen Konzepten ist die Rolle des einzelnen Betriebes identisch! Jeder der Franchisebetriebe wird eins zu eins auf der Basis des Franchisekonzeptes ausgeführt und ist ein Teil der identischen Franchisekette. Erst die Gesamtheit der einzelnen, identischen Betriebe macht das Konzept Franchising möglich.

Jeder Franchisenehmer betreibt seine eigenen Filialen exakt nach den Vorgaben des Franchisegebers. Er tut dies gewissenhaft, indem er sich genau an die Standards hält. So nimmt jeder Franchisenehmer mit seinem Franchisebetrieb oder aber seinem gesamten Franchisefilialnetz eine wichtige Rolle ein: Nur durch sie kommt das große Franchise-Rad an’s Rollen und geht so auf Erfolgskurs!

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