Auslandsgeschäft und Export – unsere Checkliste

20.03.2019 08:09 | Ein Unternehmen gründen

export franchise

Egal ob Start-up Gründer, Franchisegründer oder Franchisenehmer, viele Unternehmer träumen davon, ihr Geschäft auszubauen und auch das Ausland zu erreichen. Ein erfolgreiches Unternehmen hat viel Spielraum zur Entwicklung und andere Länder bieten zahlreiche Möglichkeiten, den Betrieb zu erweitern. Doch bevor Sie sich dazu entschließen, auch im Ausland Geschäfte zu führen und zu exportieren, gibt es so einiges zu beachten. Die Eignung des Unternehmens gehört, überprüft und dann gilt es einige Vorkehrungen und Vorbereitungen zu treffen. Die folgende Checkliste soll Ihnen einen kurzen Überblick darüber geben, was Sie unter anderem beachten müssen, und Ihnen ermöglichen, herauszufinden, ob Sie und Ihr Unternehmen bereit für die Expansion sind.

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1. Eigenes Unternehmen überprüfen

  • Eignet sich Ihr Unternehmen für eine internationale Expansion? Dies ist wohl eine der ersten Fragen, die Sie sich stellen sollten. Manche Unternehmen, Branchen und Geschäftsmodelle eignen sich besser für Auslandsgeschäfte als andere und dies gilt es zu berücksichtigen. Für eine Expansion steht Ihnen auch die AHK gerne zur Verfügung.
  • Finanzielle Situation
  • Steht genügend Eigenkapital zur Verfügung?
  • Höhe des finanziellen Risikos, das Sie in Kauf nehmen, beachten
  • Absicherungsmöglichkeiten
  • Überprüfung Ihrer Kreditmöglichkeiten
  • Fördermittel und Finanzierungsmöglichkeiten erforschen: Je gründlicher Sie sich hier informieren, desto wahrscheinlicher ist es, dass es Ihnen gelingen wird, die Auslandsgeschäfte zu finanzieren. Versuchen Sie also, alle möglichen Optionen in Betracht zu ziehen.
  • Zeitlichen Rahmen der Investition überprüfen
  • Personal überprüfen: Reicht die Kapazität aus, um auf den Export in andere Länder zu erweitern, oder muss zusätzliches Personal angestellt und geschult werden?
  • Kosten für Personalerweiterung
  • Produktkapazität und Produkteignung: Haben Sie die notwendigen Produktkapazitäten, um sich im Ausland zu bewähren? Wenn nicht, wie können Sie Ihr Unternehmen an den Punkt bringen?
  • Produktionskapazität: Reicht diese für den Export aus oder übersteigt ein möglicher Export die Kapazität. Wenn ja, sollten Sie an der Produktionserweiterung arbeiten.

2. Informationen über die möglichen Exportländer sammeln

  • Mögliche Länder erkunden
  • Welche Länder kommen für Ihr Unternehmen in Frage?
  • Sind weit entfernte exotische Länder das Richtige für Sie?
  • Nachbarländer und andere nahe gelegene Länder erkunden
  • Welche bürokratischen Hürden kann ich mit der Wahl von nahe gelegenen Ländern umgehen?
  • Eignet sich der Markt des Ziellandes für mein Produkt?

Sprache berücksichtigen

  • Welche Sprache wird gesprochen? Deutsch ist eine wichtige Sprache in der europäischen Geschäftswelt. Sie können in viele Länder exportieren, ohne auf andere Sprachen zurückgreifen zu müssen. Das bringt Ihnen natürlich enorme Vorteile. Länder, in denen Sie sich mit Deutsch bewähren können, sind: Dänemark, Niederlande, Luxemburg, Schweiz, Österreich, Ungarn, Tschechien und sogar Frankreich in Grenznähe.
  • Ausländische Regeln und Gepflogenheiten ernst nehmen. Andere Länder, andere Regeln. Sie sollten sich also ausgiebig über diese erkundigen, bevor Sie exportieren.

Besonderheiten des Wunschlandes erforschen

  • Auch kleinere, unwichtig erscheinende Länder in Erwägung ziehen und mögliche Vorteile betrachten
  • Politische Situation erkunden: Die politische Situation kann ausschlaggebende Auswirkungen auf den Markt und auf die Import- und Exportsituation eines Landes haben.
  • Zollrecht und Außenwirtschaftsrecht beachten

3. Markt erkunden

Viel zu oft wird der Fehler gemacht, dass sich Unternehmer nur unzureichend über den Markt in Ihren Wunschländern erkundigen. Hier liegen jedoch viele wichtige Informationen vor, die gründlich erforscht gehören.

  • Wie sieht der Markt für Ihr Produkt im Zielland aus?
  • Zielgruppe definieren
  • Wie unterscheidet sich die Zielgruppe vom deutschen Markt?
  • Finanzielle Situation der Zielgruppe überprüfen
  • Was ist Ihre Zielgruppe bereit auszugeben? Die finanzielle Situation Ihrer erwünschten Zielgruppe kann eine große Rolle beim Erfolg des Exportgeschäfts spielen. Die Menschen können sich durch unterschiedliche Einkommen unterschiedliche Dinge leisten.
  • Wie viel Geld wird in dem Land für Ihr Produkt ausgegeben?
  • Absatzmöglichkeiten erforschen
  • Konkurrenz erforschen
  • Feststellen, ob sich Ihr Produkt gegen die Konkurrenz bewähren kann
  • Vertriebswege erforschen: Welche Vertriebswege kommen in dem jeweiligen Land in Frage und welche sind für Ihr Unternehmen an Vorteilhaftesten? Direktvertrieb, der Vertrieb über einen Großhändler oder eine eigene Verkaufsniederlassung sind nur einige Ihrer Optionen.

Sie Sind Franchisegeber und möchten mit Ihrem Franchisesystem international expandieren? Haben Sie schonmal darüber nachgedacht, eine Master-Franchise-Lizenz für Ihr Zielland an einen Masterfranchisenehmer zu vergeben?

>> Erfahren Sie mehr über Masterfranchising!

4. Vorgaben zu Export und Versand beachten

  • Versand in ein EU-Land oder ein Drittland
  • Besondere Versandbestimmungen beachten: Es gibt unterschiedliche Bestimmungen und Regelungen den Versand betreffend, je nachdem, ob sich das Land, in das Sie exportieren wollen in der EU befindet oder in einem anderen Land.
  • Freihandelsabkommen beachten und eventuell nutzen
  • Steuerrecht: In ein anderes EU-Land sind Lieferungen steuerfrei. Der Kunde zahlt dann eine Erwerbssteuer in seinem Land.
  • Steuermeldungen abgeben
  • Steuerrecht von Drittländern beachten: Lieferungen in Drittländer müssen dem Zoll gemeldet werden.
  • Informieren Sie sich über alle notwendigen Dokumente zu Lieferungen

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5. Möglichkeiten des Zahlungsverkehrs erforschen

  • Beachten der jeweiligen Einflussfaktoren des Landes
  • Aushandeln über die Bedingungen
  • Vertragliches Festlegen der Zahlungsbedingungen
  • Versicherung über einhalten des Vertrages
  • Welche Zahlungsbedingungen sind üblich? Es gibt verschiedene Modelle der Zahlungsbedingungen, die im Auslandshandel oft genutzt werden.
  • Vorkasse: Hierbei handelt es sich um eine Vorauszahlung, die versichert, dass der Verkäufer sein Geld erhält. Erst nach Eingang der Zahlung wird die Ware verschickt. Für Sie als Verkäufer ist es natürlich eine Option, die viel Sicherheit bietet, für Ihren Kunden jedoch stellt es ein Modell mit keiner Sicherheit dar. Er muss sich darauf verlassen, dass das Produkt geliefert wird. Daher kommt es oft nicht zu einer Einigung auf Vorkasse.
  • Teilweise Vorauszahlung: Dieses Modell bietet bereits beiden Seiten ein gewisses Maß an Sicherheit, gewährt jedoch keiner davon vollkommene Versicherung. Sie müssen mit dem Risiko leben, dass der Kunde den zweiten Teilbetrag nicht bezahlt und der Kunde hat immer das Risiko, dass Sie das Produkt nach Eingang des ersten Betrages nicht verschicken
  • Kreditbrief: Dies stellt eine Methode dar, die Sicherheit für beide Parteien kreiert. Der Kunde eröffnet ein Akkreditiv bei seiner Bank. Die Bank muss dann nach einer gewissen Zeit das Geld an eine deutsche Bank für Sie zahlen. Doch dies geschieht erst, wenn Sie Dokumente vorlegen können, die beweisen, dass Sie Ihre Lieferpflichten vollfüllt haben. Erst dann geht der Betrag bei Ihnen ein.

Beim Start ins Auslandsgeschäft gibt es vieles zu beachten. Es können sich Ihnen viele Möglichkeiten und Vorteile bieten. Durch den Export in ein anderes Land kann ein zusätzlicher Umsatz generiert werden und wenn das Land zu Genüge erforscht wird, können sich die abweichenden Markteigenschaften sehr vorteilhaft auswirken. Manche Produkte lassen sich in anderen Ländern einfacher vermarkten und besser verkaufen als in Deutschland. Wichtig ist jedoch, die Marktkonditionen genau zu überprüfen, denn dasselbe gilt umgekehrt. Andere Bedürfnisse der Zielgruppe oder eine gesteigerte Konkurrenz können sich negativ auswirken und dafür sorgen, dass der Verkauf nicht so gut läuft, wie in Deutschland. Bereiten Sie sich also gut vor und versuchen Sie, alle möglichen Risiken schon zu Beginn so gut wie möglich zu reduzieren.

Sie sind Franchisegeber und suchen nach passenden Möglichkeiten für Ihre Unternehmensexpansion?

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