Belästigung am Arbeitsplatz: 5 Präventive Maßnahmen für Ihr Franchise-Unternehmen!

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belaestigung am arbeitsplatz

Es gibt sie, allerdings wird meist nur nicht offen darüber gesprochen: Die sexuelle Belästigung am Arbeitsplatz findet auch in deutschen Büros und Unternehmen statt. Der Grat zwischen harmlosem Flirt und persönlicher, geschlechtsbezogener Herabsetzung ist sehr fein. Und eines ist sicher: Bei einer sexuellen Belästigung am Arbeitsplatz handelt es sich nicht um ein Kavaliersdelikt! Als Franchisegeber sollten Sie dafür sorgen, dass sich Ihr Franchise-Unternehmen klar zu dem Thema positioniert! In unserem heutigen Artikel klären wir Sie darüber auf, was genau die rechtliche Definition von sexueller Belästigung ist und welche Maßnahmen Sie als Vorgesetzter ergreifen sollten, wenn der Ernstfall eintritt. Hier erfahren Sie mehr!

Wann sprechen wir von sexueller Belästigung am Arbeitsplatz?

Wenn von sexueller Belästigung die Rede ist, dann fällt hierunter das Verhalten und die Handlungen, die die Würde eines Menschen beeinträchtigen. Gemäß Gleichbehandlungsgesetz fallen hierunter auch solche Verhaltensweisen, die als anstößig oder unangenehm empfunden werden. Und zwar ist hier das subjektive Empfinden der Betroffenen entscheidend: Eine sexuelle Belästigung am Arbeitsplatz liegt dann vor, wenn die betroffene Person es als belästigend erachtet!

Wenn aus Spaß Ernst wird…

Beim Thema sexuelle Belästigung am Arbeitsplatz muss also unterschieden werden, ob es sich um einen harmlosen Flirt handelt, der auf Gegenseitigkeit beruht, oder aber ob ein Kollege ein Nein nicht akzeptiert und es ständig zu neuen anzüglichen Bemerkungen und Vorfällen kommt. Gleiches gilt für einen freundschaftlichen Klaps auf den Hintern: Es kann von beiden Parteien als Spaß unter Kollegen verstanden werden, ist dem nicht so, liegt eine sexuelle Belästigung vor. Sobald ein Mitarbeiter solch ein Verhalten ausdrücklich abgelehnt hat oder solche Bemerkungen gänzlich unerwünscht sind, haben wir es mit einer sexuellen Belästigung zu tun. Dabei wird dem Gegenüber die Ablehnung im Übrigen bereits schon allein durch offensichtlich passives Verhalten des Belästigten angezeigt.

Folgendes Verhalten und Handlungen gelten als sexuelle Belästigung am Arbeitsplatz:

  • Vermehrtes, auffälliges Anstarren
  • Anzügliche Bemerkungen, Witze oder aber Hinterherpfeifen
  • Pornografisches Material am Arbeitsplatz
  • Anzügliche Bemerkungen über die Körperform oder aber das private Sexualleben eines Kollegen
  • Das in Aussicht stellen auf Karrieresprünge im Gegenzug von sexuellen Handlungen beziehungsweise die Benachteiligung, wenn solche sexuelle Handlungen verweigert werden
  • Exhibitionistische Handlungen wie beispielsweise das Versenden oder Zeigen von Nacktfotos
  • Unerwünschte Berührungen
  • Die Aufforderung zum Sex – sei es verbal oder per SMS, Mail, Brief, Anruf oder Notiz

Die sexuelle Belästigung am Arbeitsplatz kann verschiedenste Gestalt annehmen!

Sie sehen also, die unterschiedlichsten Verhaltensweisen können schon als sexuelle Belästigung eingestuft werden: Nicht nur offensichtliches Verhalten wie unerwünschte Berührungen, diffamierende Äußerungen und die Aufforderung zu sexuellen Handlungen fallen hierunter. Auch das non-verbale Verhalten durch anzügliche Gesten oder permanentes Anstarren stellt eine Belästigung dar. Generell kann man sagen, dass Verhaltensweisen, die geschlechterbezogen, sexualisiert, herabwürdigend, unerwünscht oder kränkend sind, eine sexuelle Belästigung am Arbeitsplatz darstellen.

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Ihre Aufgabe als Chef: So haben Sie bei Belästigung am Arbeitsplatz zu reagieren!

Unternehmen sind gesetzlich sogar dazu verpflichtet, ihre Mitarbeiter vor sexueller Belästigung am Arbeitsplatz zu schützen. Als Arbeitgeber haben Sie als Franchisegeber und Franchisenehmer Ihrer Fürsorgepflicht nachzukommen. Das heißt, Sie müssen das Leben, die Sittlichkeit, die Gesundheit und die Persönlichkeitsrechte Ihrer Mitarbeiter schützen. Schließlich können die Betroffenen von sexuellen Belästigungen langfristige Gesundheitsschäden davontragen. Äußern sich die Belästigungen in extremen Zuständen, können sie sogar den Betriebsfrieden eines Unternehmens stark beeinträchtigen. Aus diesem Grund müssen Sie als Führungskraft aktiv gegen solche Belästigungen vorgehen! Diese Schutzpflichten kommen auch zum Tragen, wenn Belästigungen von Dritten, wie beispielsweise einem Lieferanten, ausgehen.

Ihre Schutzpflichten als Arbeitgeber

Das Allgemeine Gleichbehandlungsgesetz sieht vor, dass geschädigte Arbeitnehmer Ansprüche auf Schadenersatz, Entschädigung und sogar ein Leistungsverweigerungsrecht haben, wenn es zur sexuellen Belästigung am Arbeitsplatz kommt. Als Franchisegeber und Franchisenehmer haben Sie also aktiv zu werden! Das Gesetz definiert auch arbeitsrechtliche Maßnahmen, die in solchen Fällen ergriffen werden können: Eine Abmahnung, eine Versetzung, Umsetzung oder aber die Kündigung.

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5 präventive Maßnahmen in Ihrem Franchise-Unternehmen

Kommt es zu sexuellen Übergriffen in Ihrem Franchise-Unternehmen, gilt es diese zu ahnden. Oft geht die sexuelle Belästigung mit Machtverhältnissen im Unternehmen einher, oft ist die weibliche Mitarbeiterschaft davon betroffen, allerdings nicht ausschließlich. Gesetzliche Sanktionen greifen erst, wenn ein betroffener Mitarbeiter das Unternehmen verlassen oder aber seinen Arbeitsplatz verloren hat. Ebenso wichtig ist es also, dass Sie in Ihrem Unternehmen Präventionsmaßnahmen ergreifen, damit es erst gar nicht so weit kommt! Das ist entscheidend für das Wohlbefinden der Mitarbeiter und ist obendrein auch gut für Ihre Franchisemarke. Denn eine Franchisemarke kann einen irreparablen Imageschaden verzeichnen, wenn es gehäuft zu sexuellen Belästigungen kommt.

  • Klare Regeln für Transparenz und Handlungssicherheit:

Definieren Sie klar und deutlich konkrete Verhaltenskodizes für Ihre Mitarbeiter in Ihren Unternehmensrichtlinien. Hier bietet es sich an, die Definition von sexueller Belästigung direkt aus dem Allgemeinen Gleichbehandlungsgesetz zu übernehmen. So schaffen Sie eine präzise Grundlage und auch außenstehende Mitarbeiter können ein unangemessenes Fehlverhalten bemerken.

  • Kommunizieren Sie die rechtlichen Rahmenbedingungen und die Handlungsmöglichkeiten!

Dies umfasst das Wissen rund um das Beschwerdeverfahren und die Nennung von Ansprechpartnern im Ernstfall. Auch sollten die arbeitsrechtlichen Sanktionen exakt dokumentiert werden.

  • Als Führungskraft haben Sie Vorbildfunktion!

Als Franchisegeber oder Franchisenehmer sollten Sie sich persönlich dafür einsetzen, dass Mobbing, Diskriminierungen und sexuelle Belästigung im Kern ausgemerzt werden. Sie selbst sollten dieses Unternehmensleitbild personifizieren und leben!

  • Schärfen Sie das Bewusstsein innerhalb Ihres Betriebes für das Thema!

Auch wenn Sie die Definition von sexueller Belästigung am Arbeitsplatz in einer Betriebsvereinbarung niederschreiben, dann ist es damit noch nicht getan. Zwar werden die Grenzen der Verhaltensformen transparent, allerdings ist eine starre Definition längst nicht auf alle möglichen Fälle anwendbar. Das liegt vor allem daran, dass es bei diesem hochsensiblen Thema immer auf die subjektive Wahrnehmung der Betroffenen ankommt: Ein jeder hat unterschiedliche Schmerzensgrenzen, ein jeder zieht eine andere Grenze zwischen Spaß und sexueller Belästigung. Schärfen Sie deshalb vor allem das Bewusstsein Ihres Personals, was das Thema angeht. Schließlich kann keine Definition eine Belästigung auch wirklich vorbeugen!

  • Stellen Sie umfassende Informationen zum Thema sexuelle Belästigung am Arbeitsplatz zur Verfügung.

Hierzu gehören die Rechte aus dem Allgemeinen Gleichbehandlungsgesetz sowie Informationen zu Beratungsstellen. Je nach Größe des Unternehmens ist es sinnvoll, eine betriebliche Beschwerdestellen für Betroffene einzurichten. Eine Vertrauensperson, der Arbeitgeber selbst oder aber eine betriebliche Beschwerdestelle sollten in solch einer Situation beratend und verständnisvoll zur Seite stehen.

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