Beteiligungskapital: Was ist das?

21.11.2018 07:30 | Ein Unternehmen gründen

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Wenn zu bestimmten Zwecken investiertes Geld ein Wörtchen mitzureden hat bei der Geschäftsführung, dann handelt es sich um eine Beteiligung am Unternehmen in Form von Kapital. Von stiller Teilhaberschaft ist in diesem Zusammenhang gelegentlich die Rede, auch aufgenommene Mittel können sehr bestimmend sein und dadurch Einfluss nehmen. Vermögen verpflichtet, mit ihm ist nicht immer nach Gutdünken zu verfahren. Was das mit dem Franchising zu tun hat, soll im Folgenden geklärt werden.

Beteiligungskapital engt den Spielraum ein

Der Franchisenehmer kann natürlich versuchen, frei Verfügbares zu bekommen, doch wer es ihm geben könnte, das ist eine andere Frage. Eine wohlmeinende und zugleich begüterte Tante vielleicht oder sonst jemand, der ihm einigermaßen blind vertraut. Nicht ausgeschlossen ist, dass er sich dennoch nach Verstreichen eines festgelegten Zeitraums für die Verwendung rechtfertigen muss. Kaum durchführbar wäre es, wenn ein Finanzier bei jeder einzelnen Entscheidung um sein Einverständnis gebeten werden wollte, doch ab einer vorab festgelegten Summe ist dies in vielen Fällen üblich. Man will ja schließlich wissen, ob mühsam Aufgebrachtes auch seiner Bestimmung gerecht wird. So ganz auf blauen Dunst oder wiederholte Beteuerungen hin geben nur wenige etwas.

Geschäftsgeheimnis als Beteiligungskapital

Ein Franchisegeber überlässt sein Know-how, von dem er auch anderweitig profitieren könnte, akzeptierten Partnern in der berechtigten Hoffnung darauf, dass es sich rentiert. Dabei gibt auch er die Kontrolle nicht aus der Hand, soweit das überhaupt möglich ist. Auch ein engmaschig geknüpftes Netz lässt sich durchschlüpfen, wobei man zwar böswillige Absichten unterstellen muss, doch mit allerletzter Sicherheit zu vermeiden ist es nicht. Ein solches Gebaren hätte wohl böse Folgen und wäre nicht auf Dauer durchführbar, wirksam davor schützen aber kann eigentlich nur eine für die erfolgreiche Zusammenarbeit unerlässliche und auch gewonnene Vertrauensbasis. Sie sollte nicht leichtfertig belastet werden, denn dann sind alle schönen Pläne allzu bald nur noch Schnee von gestern.

Sich tunlichst absichern gegen missbräuchliche Kooperation

Und was mit ihm geschieht, das weiß man ja. Hält er sich länger, wird es frostig, und taut er weg, ward er nicht mehr gesehen. Die gute Beziehung wird dann besonders gepflegt, wenn jemand persönlichen Anteil nimmt an der Entwicklung des Geschäfts. Das mag für den Anfang äußerst hilfreich sein, solange es nicht stört, und vollzieht sich im Franchising nach vorgegebenen Regeln, anstatt einer eventuellen Willkür Tür und Tor zu öffnen. Einer, der selbst mit einsteigt, bringt wahrscheinlich mehr Geduld auf, wenn es nicht gleich richtig läuft, als jemand, der seine Beteiligung lediglich als Investition betrachtet. Standardisierte Schulungen für Franchisenehmer stehen dem informellen Kulissengespräch bei anderen Gründungsformen gegenüber.

Wer Mittel investiert, will auch gewichtig mitreden können

Es gibt keinen Richtungsstreit, wenn die Geschäftsidee schon abgesegnet ist. Tritt der Fall ein, dass sie ihre Eignung für das Franchising erst noch beweisen muss, sieht die Sache anders aus. Allein der vergleichsweise hohe Kapitalbedarf verlangt nach einem expliziten Mitspracherecht, das sich auch in Weisungen ausdrücken kann.

  • Konflikte sind demnach bereits programmiert;
  • freier kann sich ein Franchisenehmer entwickeln,
  • der die Bedingungen bereits akzeptiert hat.

Lassen Sie sich das Heft nicht aus der Hand nehmen, fügen Sie sich besser in ein bestehendes System ein – es sei denn, Sie hätten große Ansprüche und Kraft genug dafür, im Dschungel zu überleben. Manch einer braucht ja das Abenteuer in einer selbst bestimmten Dimension.

Möglichst lange oder eingeschränkt der Herr im Haus sein

Ob er sich seine Entscheidungsgewalt jedoch erhalten kann, hängt von zahlreichen Faktoren ab, mit Wagemut allein ist es nicht getan. Wer Geld dafür braucht, muss sein Business kurz und zackig darstellen können, damit es sich auch in aller Eile anderen gegenüber ausreichend profilieren kann. Eine nähere Prüfung folgt der Vorauswahl im beschleunigten Verfahren. Nicht immer zu vermeiden ist, dass Kapitalgeber die Daumenschrauben anziehen, wenn sich herausstellt, dass etwas Lohnendes auch übernommen werden kann. Durch geschicktes Jonglieren lässt sich ein solcher Zustand durchaus herbeiführen, was nicht im Sinne des Gründers sein muss. Er wird dann jedoch zwar noch gefragt, doch eine Alternative bleibt ihm kaum. Vielleicht hat er sich inzwischen zu einem brauchbaren Geschäftsführer gemausert.

Sich nicht über Gebühr binden lassen

Kehren Sie den Spieß um und wenden sich, anstatt aussortiert zu werden, einer größeren Anzahl von möglichen Förderern zu. Oder selektieren Sie dadurch, dass Sie sich von vornherein für das richtige Franchisesystem entscheiden. Hier werden Ihre Mittel im Sinne des Betreibers verwaltet, was Ihnen die Chance auf eine langfristige Beschäftigung jedoch nicht versagt. Marktreife ist etwas, das man sich niemals einfach aneignen kann, sie zu erlangen, kostet einiges und das kann auch durch regelmäßige Zahlung von Gebühren abgegolten werden. Es ist im Franchising eher weniger zu befürchten, dass ein gut eingeführter Betrieb verkauft wird, sobald sich das mehr auszahlt, als weiterhin zu investieren.

Solange der Franchisegeber noch als Einzelperson oder im Partnerteam in Erscheinung tritt, ist mit einem Börsengang des Unternehmens vorerst nicht zu rechnen. Bilden sich jedoch Gesellschaften heraus, könnte das der Zweck der Übung sein. Doch was noch in den Sternen steht, ist nur schwer vorauszusehen, den einen oder anderen Gedanken daran verschwenden sollte man aber schon. Zukunftsmusik geistert stets durch die Bilanzen, oft gilt es nur, Eingeschlafene aufzuscheuchen. Doch eines Tages kann aus eitlen Plänen auch Wirklichkeit werden, wobei sich das nur selten rechtzeitig abzeichnet für die Betroffenen. Sie müssen dann sehen, wo sie bleiben und sich den Vorwurf machen, dass sie es hätten absehen können.

Zu wünschen bleibt eine faire Partnerschaft, in der eine Art von Gleichberechtigung herrscht, die sich im Franchising darin äußert, dass jeder zu seinem Recht kommt. Solange die eingebrachte Leistung nicht überboten werden kann, besteht kein Anlass dafür, nach Ersatz zu suchen. Sollte sich aber erweisen, dass sie anderweitig in vergleichbarer Qualität günstiger zu bekommen ist, wird die Versuchung groß. Wo es jedoch an Substanz mangelt, nützt selbst der tollste Klamauk nur wenig.

Lassen Sie sich nicht blenden vom schönen Schein, verlassen Sie sich auf Bewährtes, das freilich nicht in Routine ersticken sollte. Bilden Sie sich beständig fort und lassen nicht nach in Ihren Bemühungen. Wenn ein Feld erfolgreich abgegrast worden ist, bietet sich manchmal in unmittelbarer Nachbarschaft ein neuer Acker an, der nicht weniger fruchtbar sein muss.

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