Biotech: Was ist das und was hat es mit Franchise zu tun?

04.03.2019 18:00 | Ein Unternehmen gründen

Biotech-Franchise

Biotech-Startups sind ein risikoreiche Unterfangen. Viele Unternehmen scheitern. Woran liegt das, wie können die häufigsten Fehler vermieden werden und welche Rolle könnte Franchise spielen?

Doch beginnen wir von Anfang an: Was ist Biotech überhaupt? Biotechnologie bedeutet: Anwendung von Wissenschaft und Technologie auf lebende Organismen sowie auf deren Bestandteile, Produkte und Modelle. Ziel ist es, lebende und nicht lebende Materialien für die Produktion von Wissen, Waren und Dienstleistungen zu verändern. Bei Biotech handelt es sich also um eine multidisziplinäre Wissenschaft, zu der neben Biologie und Biochemie auf Physik, Chemie, Verfahrenstechnik, Materialwissenschaften und Informatik gehören.

Die Begriffserklärung zeigt: Wir sprechen hier von einer Branche mit enormem Potenzial. Dennoch haben es Biotech-Startups schwer, sich zu etablieren. Hauptgrund dafür ist: Im Gegensatz zu einem typischen Technologie-Startup, das ein Produkt innerhalb von Monaten auf den Markt bringen kann, erfordert ein Biotech-Unternehmen oft mehrere Jahre intensiver Forschung (und Geldverbrennung), bevor sein erstes Produkt auf den Markt kommt. Das heißt, wenn es nicht an allen Tests scheitert, die die Regulierungsbehörden für die meisten biologischen Produkte verlangen.

Doch Scheitern ist der beste Weg, um zu lernen, wie man Dinge besser macht und seine Chancen erhöht, es beim nächsten Mal richtig zu machen. Wir haben die häufigsten Fehler zusammengestellt und zeigen, wie diese vermieden werden können.

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1. Fehlerhafte Finanzstrategie

Finanzen sind immer eine Herausforderung für jedes junge Startup. Noch größer ist die Herausforderung für Biotech-Startups, die deutlich mehr Geld aufbringen und sicherstellen müssen, damit es lange genug hält.

Investoren sind der Schlüssel in der Anfangsphase eines Start-ups, aber ihr Vertrauen zu gewinnen braucht Zeit. Dies bedeutet, dass ein Unternehmen Gespräche mit Investoren aufnehmen sollte, bevor es überhaupt gegründet ist. Diese Gespräche sind auch eine großartige Gelegenheit, Expertenfeedback und eine frühzeitige Beurteilung der Rentabilität eines Unternehmens zu erhalten.

Bei privaten Investitionen kann ein Fehler dazu führen, dass der Anteil der Gründer zu stark verwässert wird, was ihr Engagement für das Unternehmen beeinträchtigen kann. Ein weiterer Grund für das Scheitern kann das häufige, kleine Fundraising sein. Fundraising ist eine vorrangige Aufgabe, und die Kontaktpflege mit Investoren muss sorgfältig erfolgen.

Sobald das Geld vorhanden ist, ist es wichtig, einen Plan zu machen und Investoren zu zeigen, dass sie darauf vertrauen können, dass Sie den Plan befolgen. Dies kann für zukünftige Fundraisings entscheidend sein.

Es ist nie zu früh, um sich auf die nächste Runde vorzubereiten. Die Gründer sollten sich in allen Phasen der Entwicklung vernetzen, um potenzielle Partner zu treffen, die entweder in das Unternehmen investieren oder in Zukunft einen Lizenzvertrag abschließen.

Das Management eines Unternehmens ist für den Erfolg oder Misserfolg eines Biotech-Startups entscheidend. Es ist daher wichtig, möglichst früh erfahrene Menschen an Bord zu holen. Gefragt sind Personen, die über die notwendigen Fähigkeiten verfügen, die es in einem dynamischen Biotech-Startup braucht.

Gerade neuere Unternehmer und ihre Unternehmen müssen sich vernetzen und sich von erfahrenen Fachleuten beraten lassen, um erfolgreich zu sein. Dies gilt in allen Branchen, in der Biotechnologie aber im Besonderen. Denn die Entwicklung von Medikamenten ist nach wie vor eine Kunstform. Erkenntnisse von Fachleuten und Mentoren können den Erfolg eines Startups entscheidend beeinflussen.

Zuletzt gilt es wie bei allen anderen Franchiseunternehmen oder Startups: Alle Beteiligte müssen motiviert sein und sich mit dem Unternehmen identifizieren. Nur wenn alle Beteiligten das Beste für das Unternehmen einbringen, kann ein Unternehmen erfolgreich sein. Viele große Erfindungen sind in der Vergangenheit schon von unerfahrenen Managern oder ungeeigneten Investoren und Vorständen ruiniert worden.

3. Mittelmäßige Wissenschaft

Um erfolgreich zu sein, benötigt ein Biotech-Unternehmen starke Zahlen, um Investoren, Partner und schließlich Aufsichtsbehörden davon zu überzeugen, dass sich ein bestimmtes Produkt oder eine bestimmte Technologie lohnt. Bevor Sie sich als Unternehmer für ein Projekt engagieren, ist es wichtig, sicherzustellen, dass es einen Markt für Ihr Produkt gibt und dass der Ansatz innovativ und dem der Wettbewerber überlegen ist.

Selbst wenn sichergestellt ist, dass ein bestimmter wissenschaftlicher Ansatz Potenzial hat, können in der Wissenschaft selbst die intelligentesten Ideen zu nichts führen. Etwas, das in Tiermodellen funktioniert, funktioniert möglicherweise nicht, wenn es am Menschen getestet wird.

4. Schlechtes Timing

Obwohl die Entwicklung von Biotechnologieprodukten viel Zeit in Anspruch nimmt, kann es für den Erfolg eines Biotech-Startups entscheidend sein, schnelle Entscheidungen zum richtigen Zeitpunkt zu treffen. Eine der schwierigsten Entscheidungen kann sein, ob die Weiterentwicklung eines bestimmten Produktes oder einer bestimmten Technologie gestoppt werden soll. Man mag versucht sein, weiterzumachen und mehr Daten zu sammeln, aber das ist oft ein Fehler.

Um leichter zu wissen, wann es Zeit ist, ein Projekt abzubrechen, ist es wichtig, einen Plan zu erstellen. Ein solcher Plan stellt auch sicher, dass Meilensteine konsistent und schnell erreicht werden, was auch wichtig ist, um Investoren zufrieden zu stellen und einen Vorteil gegenüber Wettbewerbern zu behalten. Bei jungen Biotech-Startups kann das ein Problem sein, da sich das wissenschaftliche Team oft nicht darauf konzentriert, ein Projekt voranzutreiben, sondern sich auf detaillierte Forschung konzentriert, die kaum starke Beweise liefern wird und die vielleicht nicht unbedingt notwendig ist, um voranzukommen.

5. Kein Risiko eingehen

Während es einen sorgfältig ausgearbeiteten Plan geben sollte, ist die Biotechnologie ein sehr unberechenbares Geschäft. Ein Unternehmen muss bereit sein, kalkulierte Risiken einzugehen, um schwierige Zeiten zu überstehen.

Die Mehrheit der erfolgreichen Unternehmen musste eine oder mehrere große Veränderungen durchlaufen, bevor sie sich für das richtige Produkt oder die richtige Technologie entschieden haben. Es braucht Flexibilität und der Mut, die Richtung eines Unternehmens drastisch zu ändern.

Was hat Biotech nun mit Franchise zu tun?

McDonalds und Biotech haben etwas gemeinsam. Es geht jedoch nicht etwa um gentechnisch veränderte Tomaten. Es geht um neue Wege der Expansion für Unternehmen im Bereich der Biotechnologie.

Im Biotech-Sektor ist es üblich, dass große Pharma-Unternehmen Biotech-Unternehmen übernehmen. Einen ganz anderen Weg geht die Genmab A/S. Die dänische Tochtergesellschaft wurde 1999 von der Medarex, Inc. gegründet. Das Unternehmen zählt 24 Mitarbeitende und entwickelt Medikamente auf Basis menschlicher Antikörper. Dabei vertraut Genmab auf die Technologie gentechnisch veränderter Mäuse des Mutterhauses, dessen Beteiligung bei 45% liegt.

Diese Kooperation erlaubt Genmab die Nutzung der amerikanischen Technologieplattform. Dabei gleichen sich die Geschäftsmodelle wie eine Genmaus der anderen. Das junge Biotech-Unternehmen geht neue Wege mit einem in anderen Branchen schon alten Konzept: Franchising. Dieses Modell ist in vielen Branchen schon erfolgreich, jedoch ein Novum in der Biotechnologie. Das Geschäftsmodell lautet bei “Medarex-Genmab” “Biotech-Franchising” und zeigt, dass Franchise vermehrt auch in anderen Branchen Einzug erhält.

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