Briefkastenfirma gründen: Wieso & weshalb?

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Briefkastenfirma gründen Wieso & weshalb

Oft werden in Bezug auf Steuerskandale auch so genannte Briefkastenfirmen genannt. Sie haben dadurch nicht unbedingt einen guten Ruf und man fragt sich, weshalb Firmen eine Briefkastenfirma gründen. Sind diese überhaupt zulässig und gibt es einen legalen Weg eine Briefkastenfirma zu gründen?
Ein Unternehmen, das eine Briefkastenfirma gründet, hat seinen rechtlichen Sitz nicht dort, wo es seine
Geschäftsführung und Verwaltung hat. Der offizielle Firmensitz ist also nur ein Briefkasten, deshalb auch der Name Briefkastenfirma. So können dort Briefe und Dokumente angenommen werden und es gibt eine offizielle Anschrift. Jede Briefkastenfirma trägt einen festgelegten Namen und ist im Handels- und Gewerberegister des Landes aufgenommen. Allerdings halten sich die Eigentümer der Briefkastenfirma nicht in diesem Land auf. Meistens weist eine Briefkastenfirma keine geschäftliche Aktivität vor.

Vorteile einer Briefkastenfirma

Normalerweise dient diese nur dazu, um steuerliche Gesetzgebungen in dem Land, in dem das Unternehmen ansässig ist, zu umgehen und damit Steuern zu sparen. Das klingt erst mal illegal und rechtswidrig, ist es aber nicht zwingend. Mit einer Briefkastenfirma werden normalerweise nur die gesetzlichen Lücken des Landes ausgenutzt und damit in einem anderen Land, welches bessere Bedingungen für Steuern hat, Steuern gezahlt. Eine Briefkastenfirma dient erst mal dazu einen Firmensitz in einem anderen Land zu erhalten. Dann werden Gelder über diesen Firmensitz gutgeschrieben, damit sie nicht zu der Besteuerung im eigentlich Land gezogen werden. Die Gelder werden aber meistens in dem Land der Briefkastenfirma versteuert und zählen somit zu den legalen Fällen.
Manchmal werden aber auch Briefkastenfirmen in anderen Ländern gegründet, um den
Markt dort zu beobachten und erste Kontakte zu knüpfen. Die Konkurrenz vor Ort bekommt von diesen Beobachtungen nichts mit, da die Briefkastenfirma keine geschäftlichen Aktivitäten ausführt. So ist es dem Unternehmen möglich, neue Märkte zu ergründen und zu bewerten, ohne sofort einen neuen Firmensitz mit Betrieb zu gründen.
Länder mit niedrigen Steuern haben dementsprechend auch einen hohen Zulauf an Unternehmen, die dort eine Briefkastenfirma eröffnen. Diese Länder gehören unter anderem dazu:

  • Luxemburg
  • Schweiz
  • Lichtenstein
  • Panama
  • Bahamas
  • British Virgin Islands
  • Cayman Islands

In diesen Ländern gibt es die meisten Briefkastenfirmen. Sobald allerdings ein Steuerskandal auftritt, werden diese Länder auch damit in Verbindung gebracht. Grundsätzlich sind auch Briefkastenfirmen in Deutschland erlaubt, da der Gesetzgeber nicht immer davon ausgehen kann, dass eine Briefkastenfirma gegründet wurde, um Steuern zu hinterziehen.

Welche Gründe gibt es für eine Briefkastenfirma?

Es gibt einige legale Gründe, weshalb sich ein Unternehmen dazu entschließt, eine Briefkastenfirma zu gründen. Der Wissenschaftliche Dienst des Bundestages hat diese Gründe aufgelistet. Folgende Gründe kann es für die Gründung einer Briefkastenfirma geben:

  • Geschäftsgeheimnisse sollen geschützt werden
  • Steuern sollen legal optimiert werden
  • Die eigene Person soll geschützt werden
  • Das eigene Vermögen soll geschützt und gesichert werden
  • Risiken sollen begrenzt werden
  • Vertraulichkeit
  • Briefkastenfirma für eine kleine Firma

Um geschäftliche Aktivitäten vor der Konkurrenz geheim zu halten und somit auch eventuell einen Vorsprung zu erreichen, können Unternehmen eine Briefkastenfirma gründen und darüber ihren Briefverkehr von geschäftlichen Aktivitäten laufen lassen. Wenn ein Unternehmen legale Steuerlücken entdeckt hat, kann es auch in einem anderen Land die Steuern zahlen und diese damit senken. Es ist nicht automatisch illegal, weniger Steuern zahlen zu wollen.Wenn eine Person über ein großes Vermögen verfügt, ist es verständlich, dass diese Person es schützen möchte und nicht möchte, dass die Öffentlichkeit davon erfährt. Auch in diesem Fall können Briefkastenfirmen hilfreich sein und das eigene Vermögen schützen.Wenn das Vermögen eines Unternehmers weltweit verstreut ist, kann es über eine Briefkastenfirma zusammengeführt werden und somit neu gesteuert werden. Auch bei dieser Maßnahme kann das Vermögen geschützt werden und die Öffentlichkeit ausgeschlossen werden.

Werden Ansprüche Dritter an einem Unternehmen geltend gemacht und diese betreffen das private Vermögen des Unternehmers, kann eine Briefkastenfirma hilfreich sein, da so Haftungsrisiken begrenzt werden können. Auch können geschäftliche Aktivitäten eines Unternehmers auf diese Weise geschützt werden.

Gründung einer Briefkastenfirma im Franchisesystem

Zudem sind Briefkastenfirmen auch für kleine Firmen sehr interessant. Sie können an einem anderen Standort einen Firmensitz gründen, ohne diesen sofort mit einer ganzen Abteilung mit Mitarbeitern zu besetzen. Auf diese Weise kann das Unternehmen den Markt vor Ort beobachten und entscheiden, ob es sich lohnen würde, dort ein weiteres Unternehmen zu gründen. Das Budget von kleinen Firmen ist zu Beginn noch sehr gering und man kann sich nicht immer leisten, sofort einen neuen Standort zu gründen. Also spielt eine Briefkastenfirma auch für Franchisegeber und Franchisenehmer eine Rolle. Denn eine Existenzgründung zieht in jedem Fall immer ein Risiko mit sich. Ein Franchisesystem ist immer daran interessiert sich weiter auszubreiten und zu expandieren. Dafür ist es wichtig, die richtigen Franchisenehmer, aber auch die passenden Standorte zu entdecken und bedacht zu wählen. Dies läuft natürlich auch durch eine Standortanalyse, die vor jeder Neugründung auch beim Franchising durchgeführt werden muss.

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Zwar kommen die Franchisenehmer mit einem Standortvorschlag zu den Franchisegebern. Allerdings sollen die Franchisegeber den Franchisenehmern auch mit Rat und Tat zur Seite stehen. Sie müssen darüber Bescheid wissen, an welchen Standorten sich ihr Unternehmen weiter durchsetzen und etablieren kann. Sie haben die Erfahrung mit der Marke und den Kunden. Ein Produkt oder eine Dienstleistung funktioniert nicht an jedem Standort. Die Zielgruppe muss erreicht werden und die ist nicht bei jedem Standort gegeben. Es kann auch sein, dass sich das Unternehmen an unterschiedliche Standorte anpassen muss. Dafür kann es also hilfreich sein, wenn sie an unterschiedlichen Standorten eine Briefkastenfirma gründen, um die Lage und die Branche vor Ort zu beobachten. Dadurch sammeln sie mehr Eindrücke und können potenziellen Franchisenehmern zu bestimmten Standorten raten. Außerdem haben sie so auch die Chance weitere Franchisenehmer an passenden Standorten zu suchen. Die Konkurrenz erfährt über die Planungen nichts und die geschäftlichen Aktivitäten laufen weiterhin über die anderen Firmensitze. Es ist ein wichtiger Punkt, die Konkurrenz nicht zu unterschätzen und zu ignorieren.
Zusammengefasst gibt es also nicht nur illegale Wege eine Briefkastenfirma zu gründen. Zwar werden Briefkastenfirmen immer mit erneuten Steuerskandalen in Verbindung gebracht. Allerdings gibt es auch, wie zuvor ausgeführt, einige Gründe und Wege eine Briefkastenfirma auf legalem Weg zu gründen. Dieser Schritt kann einem Unternehmen auch im Franchising Bereich viele Vorteile bringen, die genutzt werden sollten.

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