Buchhaltung im Franchising: Wie funktioniert’s?

12.06.2018 07:30 | Ein Unternehmen gründen

buchhaltung im franchising

Am besten wäre es vielleicht, diesen gesamten Bereich an die Zentrale auszusourcen, doch ganz so einfach ist es nicht. Für seine Buchhaltung muss schon jeder Franchisenehmer persönlich geradestehen, und wie könnte er das, wenn er die dafür nötigen Prozesse nicht selbst zumindest veranlasst hätte? Mit Kontrollbesuchen ist es eine andere Geschichte, doch die Zahlen müssen jederzeit nachprüfbar stimmen. Deshalb ist es gar nicht so verkehrt, jemand anderen vom Fach über festgehaltene Ziffernkolonnen schauen zu lassen.

Die Buchhaltung im Franchising ist keine heikle Angelegenheit

Man kann zwar arg ins Schwitzen kommen, wenn ein aufgetretener Fehler nachgewiesen wird, doch zur Vermeidung dessen gibt es ja eine ganze Menge probater Hilfsmittel. Man muss sie nur zu nutzen wissen, dann treten Fehlbuchungen gar nicht erst auf, und es wird auch nichts Entscheidendes übersehen. Wie das mit falschen Eingaben aussieht, bedarf der Überprüfung im Einzelfall, in einem guten DV-System werden sie überhaupt nicht zugelassen und stattdessen mit der entsprechenden Warnung umgehend gerügt. Alarmvorrichtungen abzuschalten ist eine Aufgabe, der sich höchstens Hacker widmen würden, im gewöhnlichen Betriebsalltag verfügen sie über eine nicht zu unterschätzende Berechtigung und können auch als Nachweis dienen.

Es ist stets Verlass auf korrekte Buchführung im Franchising

Geschummelt wird nicht im Austausch zwischen Franchisenehmer und seinem Franchisegeber, dafür sorgt schon allein der Letztere, er hat sämtlichen Versuchen andersartiger Bemühungen wirksam vorgebeugt. Wo kämen wir auch hin, wenn es in einem Franchisebetrieb zugehen sollte wie beim Krämer an der Ecke? Der kann das vielleicht vor sich, Gott und der Welt vertreten, andere Franchisepartner aber würden so etwas gewiss nicht verstehen. In Franchisesystemen muss es immer reell weitergehen, damit jeder sich darauf verlassen kann. Bewegungsfreiheit aber sollte man nutzen, wo immer sie sich bietet. Wenn der Franchisegeber kein Abrechnungsmodul vorgibt, dann tut es auch die eigene Software. Sie kann Möglichkeiten der Gestaltung eröffnen, die nicht zu verachten sind.

Durchaus sehr großen Wert legen auf die eigene Initiative

Das Steuerrecht hält trotz seiner fortschreitenden Verdichtung dennoch die eine oder andere Lücke offen. Hier kann der Franchisenehmer kreativ werden, sofern er nicht an Vorgeschriebenes gebunden ist. Das aber ist weitgehend der Fall. Meist werden nur Belege durchgereicht, und wie damit verfahren wird, liegt nicht mehr in der Hand des Einzelnen. Wenn dem jedoch nicht so ist, wird die unternehmerische Freiheit schon ein ganzes Stückchen größer. Rahmenbedingungen sind gemeinhin vertraglich geregelt, was man allerdings nicht schlichtweg akzeptieren sollte. Die Pflicht zur Buchführung muss nicht als Belastung empfunden werden, sie bietet auch Chancen, die es zu nutzen gilt. Die Auswahl des geeigneten Systems kann von diesem Punkt abhängig gemacht werden.

Steuer und Ruderpinne nicht den anderen überlassen

Rechnen Sie Ihre Ergebnisse selbst nach, überzeugen Sie sich von der Richtigkeit ihres Zustandekommens. Hier schlägt das Herz im Franchising, Zahlen sind das A und O. Wenn Sie über deren Auswertung nur bedingt Kontrolle haben, ist etwas ganz Wesentliches Ihrer Aufmerksamkeit entzogen. Gerade daran zeigt sich, wie selbstständig ein Franchisenehmer wirklich ist und ob er nicht in Wirklichkeit als ein Angestellter mit erweitertem Verantwortungsbereich fungiert. Wie wollen Sie Einfluss nehmen auf die Entwicklung der Umsätze, wenn Sie dauernd nachfragen müssen, was bei Ihren Bemühungen herausgekommen ist? Jeder gute Kaufmann macht am Ende eines Tages den Kassensturz oder beauftragt jemanden damit, dem er vertrauen kann.

Der eigenen Verantwortung gerecht werden können

Es ist ja so bequem, sich die lästige Rechnerei abnehmen zu lassen, doch damit verliert man auch den Überblick. Statt Handlungsanweisungen entgegenzunehmen, sollte ein Unternehmer sie selbst bestimmen, ohne sich dafür rechtfertigen zu müssen. Das geschieht, wenn den Erwartungen nicht entsprochen werden konnte, doch es zumindest zu versuchen, sollte wohl erlaubt sein. Den Laden voranzubringen ist die Aufgabe desjenigen, der sie übernommen hat, da muss ein bisschen Freiraum schon gewährleistet sein. Bei tiefer greifenden Entscheidungen kann man ja vorab Rücksprache nehmen, doch sie für nötig zu erachten, das sollte man sich nicht verbieten lassen. Niemand kennt die Situation vor Ort so gut wie einer, der sich tagtäglich damit auseinandersetzt. Hier ist der Hebel anzusetzen, sofern die akzeptierten Richtlinien nicht überschritten werden.

Zahlen sprechen eine unmissverständliche Sprache

Führen Sie Buch über das, was Sie tun, damit Sie sich vor allem Ihnen selbst gegenüber Gewissheit dahingehend verschaffen können, ob der eingeschlagene Weg richtig war. Weichen Sie rechtzeitig davon ab, wenn Sie bemerken, dass er in die Irre führt, aber lassen Sie sich nicht heute hierhin schubsen und morgen eine Kehrtwendung verordnen. Folgen Sie Ihrer Linie, die Sie vielleicht erst finden müssen, aber wehren Sie sich gegen das Anlegen eines Gängelbands. Wenn Sie Versuche in dieser Absicht zu spät bemerken oder anfangs darüber hinweggetäuscht worden sind, dann sitzen Sie in der Falle. Lesen Sie genau, was Sie unterzeichnen, auch wenn Sie mit einem umfangreichen Klauselwerk konfrontiert werden, oder gehen auf Distanz dazu, sollte es Ihnen zu undurchschaubar erscheinen.

Kleinkram hält nur auf, kann aber querschlagen

Was zuverlässig automatisiert werden kann, sollte man dieser Verfahrensweise überlassen, solange sie sich nicht verselbstständigt. Zum erklärten Ziel führend mit Buchungsposten umzugehen, das bedarf eines klugen Kopfes, dem dabei nicht hereinzureden ist. Können seine Aktivitäten das gewünschte Ergebnis nicht herbeiführen, sollte Kriegsrat gehalten werden, damit die Ursachen ermittelt werden können. Dann muss sich der Franchisenehmer auch dem übergeordneten Urteil stellen, bis dahin aber nach eigenem Gutdünken schalten und walten können. Stellen Sie gegebenenfalls geeignete Kräfte ein, denen Sie nicht über die Schulter zu sehen brauchen, weil Sie sich mit ihnen einig darüber sind, was erreicht werden muss. Nehmen Sie durchaus auch einen Buchführungsservice in Anspruch, sofern Sie dessen Arbeitsweise nachvollziehen können.

Die Augen offenhalten beim Delegieren

Gelegentlich verbirgt sich die Erklärung in einem Wust einzelner Beträge, die auf wundersame Weise durcheinandergeraten sind. Es kann sogar erst geschehen, wenn man sich von der bisher routinierten Verarbeitung überzeugt hat. Gerade dann wird die Verlockung umso größer, man kommt kaum umhin, zumindest gelegentlich Stichproben durchzuführen, sollte darüber aber nicht paranoid werden. Wichtig ist es, auch in diesem Punkt Sicherheit zu gewinnen – wie man das anstellt, seine eigene Sache. Der Unternehmer darf sich nicht betuppen lassen, wenn er aus berechtigten Gründen seine Arbeit voller Vertrauen von anderen erledigen lässt.

Andere aktuelle Artikel

0 Kommentare

Einen Kommentar schreiben

Übrige Zeichen: 250