Business Angels, Inkubatoren, Acceleratoren und Venture Capital Geber – Was ist der Unterschied?

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Die Existenzgründung mit einem etablierten Franchisesystem oder einem innovativen Start-Up ist heute längst keine Seltenheit mehr. Auch in Deutschland entscheiden sich Jahr für Jahr mehr Menschen dazu, das Angestelltenleben hinter sich zu lassen und den Schritt in die Selbstständigkeit zu wagen - das zeigt auch die neueste Franchisestatistik. Doch dabei gibt es nicht nur Vorteile. Die Existenzgründung kann auch so einige Schwierigkeiten mit sich bringen, darunter auch die Finanzierung. In den seltensten Fällen ist genügend Eigenkapital vorhanden, um sich den Traum von der Selbstständigkeit ohne finanzielle Hilfe zu erfüllen, und traditionelle Mittel wie Bankkredite oder Darlehen sind teilweise schwer zu bekommen, oder nicht ausreichend. Aber das ist heute lange kein Grund zur Sorge mehr. Denn wo es den Wunsch gibt, sich mit einer innovativen Idee selbstständig zu machen, dort finden sich auch Finanzierungsmittel wieder.

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Womit kann ich meinen Traum finanzieren

Natürlich ist der Gang zur Hausbank weiterhin ein wichtiger Schritt zur Finanzierung einer Gründung. Gerade Franchisenehmer in einem etablierten Franchisesystem haben hier gute Chancen. Die Banken sehen gerne eine etablierte Geschäftsidee mit einer erfolgreichen Marke, die sich bereits oft bewährt hat. Auch sollte bei jeder Gründung in der Regel eine gewisse Menge an Eigenkapital gegeben sein, und man kann natürlich immer Familie, Freunde oder Bekannte davon überzeugen, in eine vielversprechende Idee zu investieren. Doch dies reicht oft nicht aus. Folgende Formen der Finanzierung und Unterstützung haben sich in vielen Ländern, darunter auch Deutschland für die Gründung von Start-Ups bewährt:

  • Business Angels
  • Venture Capital Geber
  • Inkubatoren
  • Acceleratoren

Business Angels

Bei den sogenannten Business Angels handelt es sich um Privatpersonen, die ihr Kapital und Know-how in junge Start-Ups investieren möchten. Business Angels waren oft selbst Unternehmensgründer in derselben Branche, in die sie nun investieren. Es kann sich dabei um Geschäftsleute handeln, die Ihr Unternehmen lange erfolgreich geführt und dann verkauft haben, oder aber auch um erfolgreiche Unternehmer, oder führende Angestellte, die ihre Fähigkeiten auch anderweitig einsetzen wollen. Nun können sie mit ihrer Erfahrung und ihrem gesammelten Know-how frischen Start-Ups und Gründern Unterstützung bieten.

Business Angels investieren meistens bereits in einer frühen Phase der Gründung in ein Unternehmen und die Zahlen halten sich dabei in der Regel in folgenden Bereichen auf:

  • 30.000 – 500.000 EUR
  • Beteiligung: 10 – 30 %
  • Laufzeit: 2 – 7 Jahre

Start-Up Gründer greifen gerade in der Startphase der Gründung gerne auf die Hilfe von Business Angels zurück, weil Bankkredite nur schwer zugänglich sind. Das Kapital wird im Austausch von Geschäftsanteilen gegeben.

Venture Capital Geber

Venture Capital Geber investieren in der Norm erst später in ein Unternehmen. Diese befinden sich entweder in der etwas fortgeschrittenen Start-Up Phase oder bereits in der Expansionsphase. Das Kapital, das hier zur Verfügung gestellt wird, kommt hier im Gegensatz zu dem Modell der Business Angels nicht von Privatpersonen, sondern aus Fonds, in denen die Mittel von Dritten gebündelt sind. Diese werden von professionellen Venture Capital Fonds Manager verwaltet.

Ein weiterer Unterschied zu den Investitionen durch Business Angels ist, dass die bereitgestellten Beträge hier deutlich größer ausfallen:

  • 500.000 – 10 Mio. EUR
  • Beteiligung: < 20 %
  • Laufzeit: 3 – 7 Jahre

Auch hier erfolgt die Beteiligung am Unternehmen wieder in Form von Geschäftsanteilen. Die Laufzeit ist auch ähnlich der von Business Angels, jedoch kann sie hier etwas flexibler sein.

Inkubatoren

Inkubatoren unterstützen Start-Ups auch mit Risikokapital, jedoch ist der ausschlaggebende Unterschied zu den klassischen Venture Capital Gebern, dass hier auch andere Formen der Unterstützung geleistet werden. Darunter:

  • Operative Unterstützung
  • Beratung
  • Infrastruktur
  • Netzwerk
  • Know-how

Durch Experten, die bereits in der gleichen Branche tätig waren, erfolgen Mentorings, Coachings und Beratungen. Den Gründern wird operative Unterstützung geboten und sie werden in allen Bereichen der Gründung begleitet. Auch in Themen Infrastruktur wird den Unternehmern hier einiges geboten. Das Angebot reicht von Räumlichkeiten über PCs bis zu Kommunikationsmitteln. Die Gründer können außerdem auf das gesammelte Know-how und das Netzwerk des Inkubators zurückgreifen, was eine enorme Hilfe darstellen kann. Bei Inkubatoren handelt es sich um öffentliche Einrichtungen und die finanzielle Unterstützung erfolgt mittels Wirtschaftsfördermaßnahmen. Das mit Steuern finanzierte Kapital fließt dann wieder zurück, wenn sich das Unternehmen etabliert hat.

Die Inkubatoren sollen Gründern den idealen Raum bieten, den diese zur Entwicklung ihres Unternehmens brauchen, daher auch die Analogie zum Brutkasten (Inkubator) in der Medizin, der es Neugeborenen, und vor allem Frühgeburten ermöglichen soll, die erste verletzliche Zeit in einem geschützten Umfeld zu überleben.

Acceleratoren

Acceleratoren verhalten sich so ähnlich wie Inkubatoren. Sie bieten Kapital, Know-how, Ressourcen und Unterstützung in vielen verschiedenen Bereichen. Beide Finanzierungsmöglichkeiten zielen darauf ab, einem Start-Up den Erfolg in der Unternehmenswelt zu ermöglichen. Dabei konzentrieren sich Inkubatoren eher darauf, in einem zum Start-Up passenden Tempo eine gut konzipierte, innovative, neue Idee auf den Markt zu bringen. Acceleratoren haben dagegen eher das beschleunigte Wachstum zum Ziel. Daher auch der Name Acceleratoren – Beschleuniger.

Acceleratoren bieten ihren Gründern also ein hohes Maß an Know-how und Beratung. Der Zeitraum der Zusammenarbeit ist begrenzt und die Start-Ups sollen schnell an einem Punkt gebracht werden, in denen sowohl Produkt als auch Unternehmen startklar sind und sich gut am Markt etablieren können.

Das Programm der Acceleratoren verhält sich in der Regel wie ein Bootcamp. Die externen Gründer oder Gründerteams bewerben sich, um die Unterstützung der Acceleratoren zu bekommen, und die ausgewählten Bewerber nehmen dann am Programm teil. Der Wettbewerb kann hier sehr groß sein. Das Programm ist dazu da, die innovativen Ideen in nur wenigen Monaten marktreif zu gestalten. Beendet wird das Ganze dann durch Demo Tage, in denen die Gründer die Gelegenheit haben, Investoren für sich zu gewinnen.

Mit Unterstützung zum Ziel

Der Markt für Start-Ups, Franchisegeber und Co. ist groß und bietet viele Möglichkeiten. Doch mit den Möglichkeiten steigt auch der Wettbewerb. Wer sich selbstständig machen möchte, braucht nicht nur eine innovative Idee, sondern auch die Mittel, diese erfolgreich umzusetzen. Mittlerweile gibt es je nach Start-Up Phase, Branche und Geschäftsmodell die verschiedensten Formen der Unterstützung. Geld ist dabei längst nicht mehr das Einzige, das den ehrgeizigen Gründern geboten wird. Doch auch hier gilt, je mehr man sich nach Möglichkeiten erkundigt, desto mehr wird man finden. Frische Gründer sollten also keinen Stein unumgedreht lassen. Egal ob Business Angel, Venture Capital Geber, Inkubator oder Accelerator, es gibt für jeden das Richtige.

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