Business Knigge: Benimmregeln in Franchise-Unternehmen

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Wer kennt ihn nicht? Den Knigge Ratgeber für Benimmregeln. Der Ursprung geht zurück auf das 1788 erschienene Werk von Adolph Freiherrn von Knigge Über den Umgang mit Menschen, in dem es darum geht, durch Höflichkeit und Respekt ein zivilisiertes Miteinander sicherzustellen. Auch im Berufsleben gelten bestimmte Business Knigge Regeln für den Umgang: Beispielsweise zwischen Franchisegeber und Franchisenehmer, denn gutes Benehmen im Arbeitsumfeld ist essentiell für den Erfolg im Beruf. Im heutigen Artikel beleuchten wir die gängigen Benimmregeln, damit Sie in Ihrem Franchise-Unternehmen einen positiven Eindruck hinterlassen und die Franchisemarke professionell repräsentieren können.

Welche Regeln sollten Sie kennen?

  • Dresscode:

Bevor Sie überhaupt auf Kollegen, Kunden oder Geschäftspartner im Franchising treffen, stellt sich zunächst die Frage nach dem richtigen Outfit für die jeweilige Gelegenheit. Dabei ist zunächst entscheidend, in welcher Branche Sie tätig sind. Führen Sie ein Fitness Franchise, so ist ein Casual Dresscode üblich, während ein Unternehmen im Bereich Immobilien Franchise oder Consulting Franchise eher einen Business oder Formal Dresscode verlangt.

Unter einem Casual Outfit versteht man ein Freizeit-Outfit, wobei hier offensichtlich nicht die Jogginghose gemeint ist, sondern ein bequemes, aber vorzeigbares Outfit wie zum Beispiel eine gebügelte Baumwollhose mit T-Shirt oder auch eine Jeans mit Hemd kombiniert mit gepflegten Sneakern.

Beim Business Dresscode bietet sich für den Mann ein Hemd oder feiner Strickpullover mit dazu passender Stoffhose an. Als Schuhe eignen sich Slipper zum Outfit. Typische Business Outfits für Frauen beinhalten Blusen oder Pullover mit Rock oder Stoffhose kombiniert. Bei den Schuhen hat die Dame die freie Auswahl zwischen offenen Schuhen wie Sandaletten oder geschlossenen Schuhwerk wie Stiefeletten oder Pumps.

Wie der Name schon verrät, handelt es sich beim Formal Dresscode um einen formellen Stil, den man vor allem in Führungspositionen vorfindet. Allerdings tendieren auch die Mitarbeiter, die im regelmäßigen Kundenkontakt stehen, dazu, sich formeller anzuziehen. Für Männer bedeutet das in der Regel ein dunkler Anzug mit Hemd und Lederschuhen. Frauen können zwischen Kostüm oder Hosenanzug mit Bluse wählen. Wenn Sie einen Rock wählen, sollte dieser in jedem Fall die Knie bedecken. Kombiniert wird das Outfit mit Pumps, die einen nicht zu hohen Absatz haben.

  • Begrüßung und Anrede:

Hier gilt: Der erste Eindruck zählt! Eine unbeholfene Begrüßung lässt Sie schnell unsicher oder unprofessionell wirken. Bei einem ersten Kontakt mit einem Franchise-Geschäftspartner oder Kunden, begrüßen Sie den Gegenüber mit einem Lächeln und einem festen – aber nicht zu festen! – Handschlag, dabei sagen Sie Ihren Vor- und Nachnamen. Hier können Sie außerdem noch ein ‘Ich freue mich, Sie kennenzulernen’ hinzufügen.

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Achten Sie auch auf Ihre Körpersprache: Eine aufrechte Körperhaltung ist wichtig, verstecken Sie Ihre Hände nicht in der Hosentasche und stehen Sie zur Begrüßung auf! Haben Sie auch immer Visitenkarten griffbereit! Es kann schnell unangenehm werden, wenn Sie eine Visitenkarte überreicht bekommen und Ihre eigene vergessen haben. Wird Ihnen eine Business Card überreicht, nehmen Sie sich etwas Zeit, die Informationen der Visitenkarte genauer zu studieren und verstauen Sie diese daraufhin sorgfältig.

  • Das Gespräch:

In der Regel folgt auf die Begrüßung ein kurzer Smalltalk. Hier geht es vor allem darum, das Gespräch etwas aufzulockern und sich besser kennenzulernen. Treffen beispielsweise Franchisegeber und Franchisenehmer aufeinander, bietet der Smalltalk eine gute Gelegenheit, um auf leichte Art und Weise Gemeinsamkeiten herauszufinden und gegenseitige Sympathie zu bekunden, um so die Basis für eine gute Franchise-Geschäftsbeziehung zu legen oder zu vertiefen. Vermeiden Sie Themen, die polarisieren und zu Differenzen oder Unstimmigkeiten führen können (wie beispielsweise Politik oder Religion). Es gelten die allgemeinen Knigge-Regeln für eine gelungene Kommunikation: Das heißt, Sie wenden sich Ihrem Gesprächspartner zu, schauen diesem in die Augen, hören aufmerksam zu, lassen Ihren Gegenüber aussprechen und wahren stets eine angemessene Distanz.

Die Gelegenheit des Aufeinandertreffens wird natürlich auch genutzt, um geschäftliche Themen zu besprechen, die das Franchise-Unternehmen betreffen. Bleiben Sie hierbei immer höflich. Selbst wenn es Meinungsverschiedenheiten oder stressige Situationen gibt, ist es wichtig ruhig zu bleiben und sich den Standpunkt des Gegenübers anzuhören. Da es nicht immer vermeidbar ist, auch unangenehme Situationen anzusprechen oder Kritik zu äußern, gilt hier: Führen Sie solche Gespräche stets unter vier Augen! Niemand mag es vor versammelter Mannschaft bloßgestellt oder kritisiert zu werden! Bleiben Sie sachlich und konstruktiv in Ihrem Feedback.

>> Kommunikation ist das A & O. Lesen Sie mehr zum Thema:

 

  • Schriftliche Kommunikation:

In jedem Franchise-Unternehmen wird auch viel über E-Mail oder sonstige digitale Kanäle kommuniziert. Auch hier gelten einige Business Knigge Regeln. Zwar ist eine E-Mail weniger formell als ein Brief, aber es kommt trotzdem auf eine angemessene Höflichkeit an. Bei einem ersten Kontakt sollten Sie Ihren Kunden oder Geschäftspartner mit ‚Sehr geehrte(r) Herr / Frau‘ ansprechen. Auf Abkürzungen wie MfG sollten Sie verzichten.

  • Geschäftsessen:

Ein Klassiker der Benimmregeln ist das Geschäftsessen. Hierbei kann es sich um ein Geschäftsessen zwischen Franchisegeber und Franchisenehmer handeln oder ein Essen mit einem großen Kunden oder Geschäftspartner, bei dem unter anderem wichtige geschäftliche Themen besprochen werden. Fangen wir bei den Getränken an: Alkohol kann grundsätzlich immer abgelehnt werden, ohne dass man als unhöflich gilt. Bei den Gläsern auf dem Tisch gilt die Regel von rechts nach links und beim Besteck arbeiten Sie sich von außen nach innen vor. Die Gläser werden im unteren Drittel angefasst und nie voll eingeschenkt. Sind Sie Gastgeber, so wählen Sie den passenden Wein zum Essen aus und fordern zum ersten Schluck auf. Auch für das Essen gelten bestimmte Regeln. So wird die Suppe nicht gepustet, nicht geschlürft und Brot wird nicht in die Suppe getunkt. Apropos Brot, hierfür steht oftmals ein kleiner Teller mit Messer bereit. Das Brot wird in mundgerecht Stücke gebrochen und einzeln bestrichen. Steht Fisch auf dem Menü, kann es hier auch schnell zu einem Fauxpas kommen, vor allem wenn der Fisch im Ganzen serviert wird! Hier werden zunächst die Flossen entfernt, dann mit dem Fischmesser die Filets abgetrennt, der Fisch aufgeklappt und die Gräten in einem gelöst und auf einen separaten Teller gelegt. Handys bleiben während des Geschäftsessens in der Tasche und werden auf lautlos gestellt!

Business Knigge in der Praxis: Bleiben Sie stets authentisch!

Obwohl es für Ihr Franchise-Unternehmen hilfreich ist, wenn Sie gewisse Business Knigge Regeln kennen und befolgen, sollten Sie vor allem aber auch authentisch herüberkommen. Sie sollten sich nicht verbiegen müssen, denn das wird Ihr Gesprächspartner schnell merken. Daher gilt: Bleiben Sie sich selbst treu, ohne anderen auf die Füße zu treten. Für die Praxis sollten Sie folgende Basics beachten:

  • Seien Sie sich den Regeln und Normen Ihres Umfeldes bewusst. Lernen Sie die Reaktionen Ihrer Mitmenschen einzuschätzen. Denn das gibt Ihnen ausreichend Spielraum, um Regeln eventuell zu modifizieren.
  • Kommunizieren Sie “Regelbrüche”. Wenn Sie Ihrem Gegenüber erklären, warum Sie gängige Regeln brechen (beispielweiseziehen Sie Ihr Jackett aus, weil Ihnen zu heiß ist). Dank der Erläuterung kann Ihr Gegenüber diese Geste verstehen und wird sie nicht als Mangel aus Respekt interpretieren.
  • Lernen Sie sich selber besser kennen: Jeder hat Macken und gerade das macht Sie menschlich! Wichtig ist es, sich dieser Macken bewusst zu sein und entsprechend zu handeln.

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