Checkliste: Die Pflichten des Franchisenehmers

13.05.2018 09:00 | Ein Unternehmen gründen

Checkliste Franchisenehmer

Auch der Franchisenehmer muss hinreichend Auskunft geben, er ist weitergehend außerdem dazu verpflichtet, bestimmte Mindestmengen abzunehmen, angebotene Schulungstermine zu absolvieren und den Werbeplan des Franchisegebers als verbindlich anzuerkennen. Im Zweifelsfall hat er sich zu rechtfertigen; ob Ausnahmen von der Regel zugelassen werden können, bedarf der Abstimmung im Einzelnen. Beim Abschluss des Vertrags sollte dies zumindest klar sein, doch damit ist es noch lange nicht getan.

Der Franchisenehmer hat einen abgesteckten Handlungsspielraum

Natürlich ist die vornehmste Aufgabe desjenigen, der sich im Franchising engagiert, die verantwortlich übernommenen Produkte bestmöglich an Mann und Frau zu bringen, und schon daraus ergibt sich die Pflicht zur Abnahme. Nicht zuletzt von Wichtigkeit ist dabei die Menge. Es wird immer Zeiten geben, in denen der Absatz nicht so läuft wie geplant. Sollte sich dann die Ware stapeln, könnten Konflikte auftreten mit der Gebundenheit an die Lagerhaltung. Wenn zudem nicht rechtzeitig nachbestellt werden kann, ist die Ware dennoch ordnungsgemäß nach Vorgabe zu präsentieren. Somit könnten Schwierigkeiten auftreten im neueröffneten Geschäft, die aber zu vermeiden sind, sofern man sich für Eventualitäten dieser Art vertraglich rüstet.

Für Besserwisser ist kein Plätzchen reserviert im Franchising

Doch der Franchisegeber wird es nicht gerne sehen, wenn akzeptierte Standards nicht eingehalten werden können. Man sollte schon im Voraus wissen, was man sich zutrauen darf und sich überdies nach Kräften bemühen.

  • Dabei helfen die im Handbuch beschriebenen Vorgehensweisen,
  • an die man sich genauestens halten sollte.

Es wird wenig nützen, darauf hinzuweisen, dass dies und jenes in der Praxis einfach nicht funktioniert, zumal es eine ganze Reihe vorzeigbarer Gegenbeispiele gibt. Hierdurch kann die Bewegungsfreiheit des einzelnen Franchisenehmers ziemlich eingeschränkt sein, sodass er sich weniger als Unternehmer fühlt. Im Sinne der Einheitlichkeit des Auftritts im System ist jedoch kaum etwas anderes möglich.

Trainingsstunden keinesfalls als Freizeitvergnügen ansehen

Wer nicht dazugehören will, der hätte sich gar nicht erst bewerben sollen, vor allem darf er sich keinerlei Illusionen darüber machen, was ihn erwarten kann. Zu spät Bemerktes rächt sich leicht, ein daraufhin beabsichtigtes Zurücktreten vom abgeschlossenen Vertrag wirft Probleme auf. Die können auch entstehen, wenn einer meint, er dürfte sich die Teilnahme an der Allgemeinheit dienlichen Veranstaltungen ruhig einmal sparen. Hier gilt es, einen detaillierten Zeitplan zu erstellen, damit nichts Wichtiges versäumt wird, was dann gegebenenfalls auch nachzuholen wäre. Sollte sich jemand hartnäckig weigern, dürften Konsequenzen drohen. Ja, es geht mitunter recht streng zu in Franchise-Unternehmen, doch sonst hätte der organisatorische Ablauf womöglich arg zu leiden.

Stets loyal zu dem, der einen bei sich aufgenommen hat

Auch darf ein frisch gebackener Franchisenehmer nichts unternehmen, das den Interessen der Leitungsebene zuwiderläuft. Was im Detail darunter zu verstehen ist, wäre rechtzeitig abzuklären, um Missverständnissen aus dem Weg zu gehen. Absolut einleuchtend sollte dagegen sein, dass Bestrebungen, die den Absichten von Mitbewerbern dienen könnten, zu unterlassen sind. Das scheint offensichtlich zu sein, doch unter Umständen ist schnell ein Fauxpas getan und manchmal auch schwer nachzuweisen. Grundsätzlich sollte es aber keiner Diskussion bedürfen, dass man nicht auf zwei Hochzeiten gleichzeitig tanzen kann. Zudem müsste man Böswilligkeit unterstellen, vielleicht verlockende Versuche sind zu ahnden. Mit Nebentätigkeiten sieht es anders aus.

Von Anfang an mit Leib und Seele dabei sein

Zwar geht es zulasten der Arbeitskraft, wenn man sich während seiner Tätigkeit noch anderweitig engagiert, doch zu verbieten ist es nicht. Ein Franchisenehmer könnte sogar alles delegieren, wenn er seine vielen Pflichten dadurch erfüllt. Gerade am Anfang sollte dies jedoch nur schwer möglich sein und macht auch nicht den Eindruck, man wäre mit Leib und Seele dabei.

  • Mit wachsendem Aufgabenbereich allerdings bleibt vielleicht nichts anderes übrig und
  • man stellt sein eigenes kleines System innerhalb eines größeren Rahmens auf die Beine.

Nicht zu wünschen wäre, dass ein Franchisenehmer zusätzlich Geld verdienen muss, damit er die laufenden Gebühren fristgerecht entrichten kann. Normalerweise lässt der betriebliche Alltag für Überlegungen in dieser Richtung hingegen keine Zeit.

Geheimnisse zu hüten ist nicht vorgesehen

Franchising ist Vollbeschäftigung; wer das Geschäftsmodell nicht von der Pike auf studiert hat, kann kaum seinerseits etwas abtreten. Der Laden läuft mit Unterstützung derer, die viel davon verstehen, sie darf indes auch nicht zu weit gehen. Wenn ein selbstständiges Handeln kaum noch erkennbar ist, müsste man sich fragen, ob der ausgewiesene Unternehmer nicht eigentlich ein Angestellter ist. Dessen ungeachtet darf ein wie auch immer Beauftragter nichts Entscheidendes verschweigen, das ihm angelastet werden könnte. Entstehen dem Franchisegeber dadurch Nachteile, hätte er die Verantwortung dafür zu tragen. Das gilt besonders für aktuelle Umsatzzahlen und auch die rechtzeitige Übermittlung getätigter Abschlüsse.

Vertrauen ist gut, prüfen meist besser

Sollte es hierbei zum Verzug kommen, steht alsbald eine Kontrolle ins Haus, die jedoch auch unabhängig davon durchgeführt werden kann. Wenn Einzelheiten diesbezüglich im Vertrag nicht festgeschrieben sind, dürfte das zu Auseinandersetzungen führen. Dann wäre abzuwägen, wie viel unternehmerische Freiheit dem berechtigten Interesse des Franchisegebers gegenüberstehen sollte. Man darf es auch damit nicht übertreiben und die Notwendigkeit zum Überzeugen derart interpretieren, dass man geschätzten Partnern beständig auf die Finger schauen muss. Wenn die Vertrauensbasis fehlt, kann das gemeinsame Geschäft kaum gedeihen.

Entschädigungen sind möglich

Kommt es dagegen einseitig zum Erliegen, müssen Kundendaten preisgegeben werden. Dafür ist mitunter ein Ausgleich in Betracht zu ziehen. Ähnliches kann sich ergeben, wenn erhobene Gebühren als überzogen angesehen werden müssen. Doch das geschieht nur äußerst selten und ist auch nicht so ohne Weiteres belegbar. Prinzipiell sind die – vereinbarten – Sätze angemessen, wobei sie je nach Umsatz variieren können oder als Summe in einer bestimmten Höhe abgeführt werden. Von klar Beziffertem abgesehen kann sich auch manche Abgabe im System verstecken. Das trifft zum Beispiel zu, sollten vergünstigte Konditionen nicht umgeschlagen werden.

Wenn die Skepsis überwiegt

Es gehört gleichwohl nicht zum Pflichtenkatalog von Franchisenehmern, dem auf die Spur zu kommen. Und auch dann, wenn etwas auf die Miete draufgesattelt wird, kann er nicht viel dagegen unternehmen. Sein Drang zum eigenen Wohlergehen sollte ihn allerdings dazu anhalten, nicht alles unbesehen zu akzeptieren, sondern auch Informationen einzuholen, die jenseits des Präsentierten liegen. Das darf jedoch nicht dazu führen, alles erst einmal mit einem deutlichen Fragezeichen zu versehen und den eigenen Handlungsspielraum derart zu beschneiden.

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