Cheffing: Manchmal ist die Führung von unten für Ihr Franchise-Unternehmen sinnvoll

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cheffing

Haben Sie schon einmal von dem Konzept Cheffing gehört? Hierbei geht es um die Führung von unten. Sollten Sie Franchisegeber oder Franchisenehmer sein, fangen Sie allein bei der Vorstellung sicherlich an, mit den Ohren zu schlackern… Allerdings kann die Führung von unten auch gewisse Vorteile mit sich bringen – auch für das Franchising. Aus diesem Grund möchten wir Sie heute über das Cheffing aufklären.

Was genau hat es mit dem Cheffing auf sich?

In der Regel führt in einem Unternehmen die Führungskraft und der Mitarbeiter folgt den Anweisungen. Es kann aber auch der Fall sein, dass die Führung von unten ausgeht. Das bedeutet lediglich, dass die Mitarbeiter auf eine sehr subtile Art einen Einfluss auf Ihren Chef nehmen und so sein Verhalten und seine Entscheidungen beeinflussen können. Es kann also vorkommen, dass Mitarbeiter manchmal planvoll und absichtlich oder aber manchmal sogar unbewusst ihren Chef führen. Das Cheffing kann vom Unternehmen und der Führungskraft als Deaster wahrgenommen werden – vor allem dann, wenn die bewusste Manipulation auffliegt – es kann allerdings auch einen positiven Effekt haben.

Eine Definition: Was genau bedeutet Cheffing?

Die Bezeichnung stellt offensichtlich eine kreative Wortschöpfung aus dem Denglischen dar. Beim Cheffing geht es im Kern um vertauschte Rollen bei der Führung im Unternehmen. An sich stehen hier keine negativen Absichten im Vordergrund, stattdessen geht es um eine positive Einflussnahme auf den Boss. Mithilfe der Führung von unten soll vielmehr eine bessere Führungsarbeit erreicht werden, die für das gesamte Unternehmen zuträglich ist. Auch wenn der Vorgesetzte beim Cheffing gezielt von unten „manipuliert“ wird, geht es hier vordergründig tatsächlich nicht um böse Absichten!

Das Cheffing sollte allerdings von zwei anderen Konzepten unterschieden werden, die verwirrend ähnlich klingen, aber komplett andere Dinge beschreiben. So gibt es außerdem das Bossing und das Staffing. Vom Bossing ist die Rede, wenn der Chef seine eigenen Mitarbeiter mobbt und beim Staffing mobben die Angestellte ihren Boss. Bei diesen beiden Konzepten geht es also vorrangig um Mobbing und Beleidigungen im Unternehmen.

Wann kann ein Unternehmen vom Cheffing profitieren?

So kann es der Fall sein, dass die Mitarbeiter auf Sie als Franchisenehmer oder aber Franchisenehmer wiederum Einfluss auf Ihren Franchisegeber ausüben, was in den Bereich des Cheffings fällen würde. Auch wenn es manipulativ klingt, so kann es der Fall sein, dass dadurch eine Win-Win-Situation einstellt.

Nur weil man Boss ist, heißt das nicht, dass man auch in sozialer Hinsicht ein umwerfender Chef ist. So kann es vorkommen, dass eine Führungskraft nicht über die Fähigkeiten verfügt, die für eine Führung entscheidend sind. Dies bedeutet, dass die Mitarbeiter letztlich die Leidtragenden sind. Denn passt die Führung nicht, sind die Mitarbeiter demotiviert, enttäuscht und kündigen innerlich. Um solch eine Frustration bei Inkompetenz vorzubeugen, könnte Cheffing Abhilfe schaffen. Denn eine gute Dynamik im Mitarbeiterteam und Führung von unten können daher für den Erfolg eines Unternehmens entscheidend sein.

Übersetzt in den Franchisekontext könnte es beispielsweise der Fall sein, dass der Franchisegeber als Chef zu weit weg vom Geschäftskonzept und seiner Umsetzung in der Praxis ist. Sie geben zwar Vorgaben aus der Franchisesystemzentrale vor, allerdings müssen diese nicht alle förderlich für das Tagesgeschäft sein. Schließlich sind die Mitarbeiter am Point-of-Sale letztlich diejenigen, die vertrauter mit der Umsetzung des Konzeptes sind.

In welchen Fällen kann das Cheffing gut für ein Unternehmen sein?

  • Der Chef zeichnet sich dadurch aus, dass er schlechte Entscheidungen trifft.

Nur weil jemand Chef ist, muss das nicht heißen, dass er auch für diese Position gemacht ist. Als Chef muss man stets einen unternehmerischen Blick auf die Dinge haben und ausgezeichnete Sozialkompetenzen haben – schließlich führt man sein eigenes Team! So kann es sein, dass so mancher Chef keinen guten Job macht. Er muss die Verantwortung für das gesamte Unternehmen übernehmen und mitunter wichtige Entscheidungen treffen. Viele dieser Entscheidungen haben oft weitreichende Folgen – nicht nur auf das Unternehmen, sondern auch auf das gesamte Team. Dabei werden „von oben“ oft Entscheidungen getroffen, die für die Mitarbeiter im Tagesgeschäft wenig Sinn ergeben.

In diesem Fall kann Cheffing vorteilhaft sein, da das Team „von unten“ Einfluss auf den Chef nehmen kann, um eine fehlerhafte Wahl zu vermeiden. Durch eine gezielte Einflussnahme können Entscheidungen so in die bessere Richtung gelenkt werden.

>>> Erfahren Sie hier mehr zum Thema Unternehmertum und Franchising:

Das Team eines Unternehmens besteht meist aus zahlreichen bunten Mitarbeitern mit den unterschiedlichsten Talenten und Skills. Es kommt daher darauf an, gewisse Aufgaben an die passenden Experten zu übergeben: Nur so kann das gesamte Unternehmen produktiver arbeiten und die Mitarbeiter sind letztlich auch zufriedener! Auch in diesem Fall kann das Unternehmen vom Cheffing profitieren. Manchmal müssen dem Chef die Augen geöffnet werden…

  • Die Kommunikation gehört nicht zu den Stärken des Chefs.

Auch die Kommunikationsfähigkeit von Führungskräften sollte in keinem Fall unterschätzt werden! Chefs sollten starke kommunikative Fähigkeiten aufweisen und sehr empathisch sein, damit sie ihre Mitarbeiter gut führen können. Hierzu gehören eine klare, offene und transparente Kommunikation sowie ein respektvoller und ehrlicher Umgang miteinander. Wenn eine Führungskraft nicht über diese Skills verfügt, dann kann es vorkommen, dass Aufgaben, Erwartungen und Ziele nicht klar genug vermittelt werden oder aber Informationen nur in Bruchstücken beim Team ankommen.

>> Lesen Sie mehr zum Thema Kommunikation:

Welche Risiken existieren beim Cheffing?

Auch wenn das Cheffing für das Team und seine Zufriedenheit sowie für das Unternehmen und seine Produktivität viele Vorteile hat, so geht es allerdings auch mit einigen Risiken einher. Jedoch kann die Einflussnahme auch dahingehend ausarten, dass der starke Mitarbeiter, der auf den schwachen Chef einwirkt, seinen Vorgesetzten in seiner Autorität untergräbt und zu einem gewissen Ausmaß letztlich sogar die Führung des Unternehmens übernimmt. Dies kann dazu führen, dass man den Chef gegen sich aufbringt und man für seine eigenen Aufgaben letztlich kaum noch Zeit findet. Auch kann es zu Unmut im Unternehmen führen, wenn der informelle Chef durch das Cheffing eine zu große Einflussnahme erlangt. Und das wiederum führt zu einer größeren Unzufriedenheit, die sich sehr nachteilig auf das Unternehmen auswirken kann. Sollte es in einem Unternehmen zum Cheffing kommen, ist also höchste Vorsicht geboten!

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