Was bedeutet Conversion-Franchising?

09.03.2018 08:05 | Ein Unternehmen gründen

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In der Welt des Franchising gibt es viele spezifische Begriffe. Unser Ziel ist es, Sie bestmöglich über jegliche Aspekte und Phänomene aufzuklären, die im Franchising so vor sich gehen, damit Sie stets bestens informiert sind. Heute möchten wir Ihnen erklären, was es mit Conversion-Franchising auf sich hat.

Die Bedeutetung von Conversion-Franchising!

Beim Begriff Conversion-Franchising geht – wie der englische Name bereits erahnen lässt – um eine Umwandlung. Diese Umwandlung kann in zweierlei Hinsicht verstanden werden.

I. Zum einen ist hiermit die Umwandlung eines Betriebes gemeint, der vorher in Franchisegeberhand war und von nun an von einem Franchisenehmer geführt werden soll.

II. Zum anderen kann hierunter auch die Eingliederung eines Betriebes in das Franchisesystem verstanden werden, was vorher nicht Teil des Systems war. In diesem Fall wird also ein ehemals eigenständiges Unternehmen dergleichen Branche in das Franchisesystem aufgenommen.

Conversion-Franchising macht es also für bisher eigenständige Unternehmen möglich, dass sie Teil eines Franchisesystems werden, deren Markennamen, das Handelszeichen und Geschäftssystem übernehmen können.

Die Vorzüge vom Conversion-Franchsing

Für viele kleinere, eigenständige Betriebe stellt Conversion-Franchising eine gute Möglichkeit dar, sich am Markt besser zu behaupten. Und zwar ist dies der Fall, wenn die Unternehmen merken, dass ihr eigenes Business mehr oder minder schwächelt, da es andere, bessere Produkte auf dem Markt gibt, die ihre Kundschaft besser ansprechen. Oder aber es gibt Geschäftsmodelle am Markt, zu denen sie aufblicken, da diese ihnen und ihren Kunden den Rang ablaufen. In solch einem Fall stellt das Conversion-Franching eine gute, wirtschaftliche Option dar.

Denn so können diese eigenständigen Unternehmen Teil eines erfolgreichen, standardisierten Franchise-Netzwerkes werden. Diese Variante ist sehr profitabel für Franchisegeber und Franchisenehmer zugleich: Denn der Franchisenehmer besitzt bereits ein eigenes Ladenlokal, er bringt relevante Business-Erfahrung im entsprechenden Business-Sektor mit und verfügt bereits über einen etablierten Kundenstamm. Dies nimmt dem Franchisegeber sehr viel Arbeit ab, da die Einarbeitung so im besten Fall weniger intensiv ausfällt. Der neue Franchisenehmer weiß, was Selbstständigkeit bedeutet – auch wenn er sich zukünftig im Rahmen des Conversion-Franchising an die Vorgaben und Richtlinien des Franchisegebers halten muss.

Folgende Vorzüge ergeben sich durch das Conversion-Franchising eines ehemals eigenständigen Betriebes:

  • Vereinfachter Aufnahmeprozess des neuen Franchisenehmers, da dieser mit seiner Selbstständigkeit nicht bei null anfängt, sondern bereits Vorkenntnisse und Erfahrung aufweist.
  • Die Infrastruktur des Ladenlokals steht bereits, dies bedeutet einen geringeren Kapitalaufwand für den Franchisenehmer für die Umwandlung.
  • Der neue Franchisenehmer bringt hilfreiches Wissen über seinen Kundenstamm mit und weiß, worauf es in seinem lokalen Markt ankommt.
  • Der Franchisenehmer kann durch die Aufnahme in das Franchisesystem von einem einheitlichen Vertriebsnetz mit top Lieferbedingungen, einer umfassenden Unterstützung, einem im Schnitt höheren Einkommen und einer starken Marke profitieren.
  • Durch die Umwandlung in einen Franchisebetrieb wird ein vorheriger Wettbewerber erfolgreich aus dem lokalen Markt genommen – dies ist vorteilig für Franchisegeber wie auch Franchisenehmer zugleich.

Worauf kommt es beim Conversion-Franchising wirklich an?

All diese Vorzüge des Conversion-Franchising entstehen nicht automatisch. Es ist natürlich auch ein gewisser Weg dorthin, der von beiden – sowohl Franchisegeber als auch Franchisenehmer – viel Entgegenkommen und Verständnis bedeutet. Auf folgende Punkte sollten Sie achten, wenn Conversion-Franchising von Ihnen in Betracht gezogen wird.

Es hilft allerdings sehr, dass der Franchisenehmer nicht bei null anfangen muss, sondern bereits hilfreiche Erfahrung in dem Industriezweig mitbringt. Jedoch kann sich die vorherige – komplett eigenständige – Selbstständigkeit des Franchisenehmers auch als problematisch beziehungsweise als eine große Herausforderung erweisen. Und zwar ist dies der Fall, wenn die bestehenden Praktiken und Vorgehensweisen des Franchisenehmers nicht den Bedürfnissen und Ansprüchen des Franchisegebers entsprechen. Wichtig ist hier, dass der Franchisegeber klare Ansagen und Vorgaben macht, worauf es ihm wirklich ankommt. Der Franchisenehmer hat all diese genau zu übernehmen. Da es sich um ein Franchisesystem handelt, bei dem alle Franchisebetriebe nach exakt denselben Vorgaben agieren, wird sich der neue Geschäftspartner im Zuge des Conversion-Franchising wissentlich auf ein Re-Branding einstellen müssen. Die Aufnahme in ein Franchisesystem bedeutet die Aufgabe vorheriger Business-Praktiken. Das Vertriebskonzept Franchising basiert auf einer exakten Reproduktion an Vorgaben, Produkten und Services in jedem Franchisebetrieb. Das macht Franchising aus! Dies gilt ebenso für das Conversion-Franchising!

Zudem ist es hilfreich, wenn sich der zukünftige Franchisenehmer beim Conversion-Franchising für ein Franchisekonzept entscheidet, was bereits eine gewisse Marktpräsenz und Markenbekanntheit besitzt. Es sollte zumindest regional oder national bekannt sein. Denn sonst ergibt es relativ wenig Sinn für einen unabhängigen Geschäftsinhaber all seine Eigenständigkeit aufzugeben. Wenn Conversion-Franchising dann sollten Sie sich für ein bekanntes Franchisesystem mit bedeutendem Marktanteil entscheiden! Das macht letztlich den Mehrwert für den neuen Franchisenehmer aus!

Es muss sich durch die Umwandlung ein finanzieller Vorteil ergeben, warum das vorher eigenständige Unternehmen in ein Franchisesystem aufgenommen wird. Diese Vorteile könnten beispielsweise höhere Erlöse aufgrund der Franchisemarke, niedrigere Betriebskosten, günstigere Produktion- oder Lieferkosten oder aber ein Umwandlungsbonus seitens des Franchisegebers sein. Finanzielle Anreize sind hier essentiell!

Die Kosten für die Umwandlung sollten möglichst gering sein. Wenn das Conversion-Franchising hohe Investitionskosten darstellt, da beispielsweise eine komplett neue, technische Ausstattung angeschafft werden muss oder ein aufwändiger Umbau stattfinden muss, dann ergibt eine Umwandlung sehr wahrscheinlich wenig Sinn.

Franchisegeber sollten den potentiellen Franchisenehmern attraktive Anreize für eine Umwandlung bieten. Denn ein weiterer Franchisenehmer mehr, bedeutet ein Mitbewerber weniger. Da finanzielle Anreize in der Business-Welt die attraktivsten sind, könnte der Franchisegeber beispielsweise mit niedrigeren laufenden Franchisegebühren oder einer niedrigeren Lizenzgebühr werben.

Zudem gilt für den Franchisegeber, dass er ein wachsames Auge bei der Aufnahme neuer Franchisenehmer haben sollte. Auch wenn der potentielle Kandidat bereits Erfahrung in der Geschäftswelt mit sich bringt, ist es wichtig, den Kandidaten auf Herz und Nieren vor der Aufnahme in das Franchisesystem zu prüfen. Stellen Sie vorab sicher, dass Sie später nicht böse überrascht werden. Sie möchten ja schließlich nicht den gesamten Umwandlungsprozess durchführen, um später dann zu erfahren, dass es doch nicht zu einer geschäftlichen Zusammenarbeit kommen kann.

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