Corporate Social Responsibility - eine Gewissensfrage im Franchising

16.03.2019 18:00 | Diverse Themen - Trends

Corporate Social Responsibility

“Corporate Social Responsibility” (CSR) bezeichnet die soziale und ökologische Verantwortung von Unternehmen in allen Bereichen der Unternehmenstätigkeit. Dies betrifft die eigentliche Geschäftstätigkeit bis hin zum Verhältnis zu Zulieferern und Anspruchsgruppen im Gemeinwesen. Themen sind dabei (vor allem in Zulieferbetrieben und Produktionsstandorten in der Dritten Welt) u. a. die Beachtung der Menschenrechte, Arbeitsplatzbedingungen, Bildung von Gewerkschaften und Umweltschutzmaßnahmen.

Was versteht man unter Corporate Social Responsibility?

Nehmen Unternehmen freiwillig soziale und ökologische Verantwortung wahr, so wird das Corporate Social Responsibility genannt. Das neue soziale Gewissen von Unternehmen hat in den letzten Jahren einen Aufschwung erlebt. Vor allem, weil die Stakeholder wie Öffentlichkeit, die Kunden und auch Investoren von Unternehmen verantwortungsbewusstes Handeln und nachhaltige Lösungen erwarten.

CSR beschreibt das bewusste und freiwillige Streben von Unternehmen, soziale und ökologische Ziele mit dem wirtschaftlichen Handeln in Einklang zu bringen. Eine wichtige Rolle hierbei spielt die Wirtschaftsethik, also die Ethik in Unternehmen. Die Übernahme sozialer und ökologischer Verantwortung durch Unternehmen gilt als ein Weg, das Konzept einer "Nachhaltigen Entwicklung" auch auf Unternehmensebene umzusetzten. Freiwilligkeit ist dabei dabei ein wesentliches Prinzip der CSR.

Der Begriff CSR ist schwammig und entsprechend vielseitig ist das Tätigkeitsfeld, das sich hinter diesem Konzept verbirgt. Im Zentrum von CSR-Initiativen stehen ökologische wie soziale Aktivitäten. Typische CSR-Themen sind die Einhaltung von Menschenrechten sowie von arbeits- und sozialrechtlichen Regelungen, Umwelt- und Klimaschutz, Verbraucherschutz sowie die nachhaltige Bewirtschaftung von natürlichen Ressourcen.

Obwohl das Konzept Corporate Social Responsibility vor allem in den vergangenen Jahren an Bedeutung gewonnen hat, ist es kein keines Konzept. Erstmalig erwähnt wurde das Konzept Corporate Social Responsibility 1953 in der Publikation "Social Responsibilities of the Businessman" von William J. Bowen.

Populär wurde der Begriff CSR aber erst wieder in den 90er Jahren. Damals nutzte derder Arzneimittelhersteller Betapharm als eines der ersten deutschen Unternehmen CSR-Initiative als Wettbewerbsvorteil. Um den Arzneimittelhersteller war es Mitte der 90er Jahre schlecht bestellt, der Markt schien gesättigt und das Potenzial ausgeschöpft. Mittels strategischem sozialem Engagement bei einer Initiative für Familien mit chronisch kranken Kindern verschaffte sich das Unternehmen einen strategischen Wettbewerbsvorteil und steigerte die Umsätze in einem scheinbar gesättigten Markt.

In dem 2001 verfassten Grünbuch mit dem Titel „Promoting a European Framework for Corporate Social Responsibility“ formulierte die Europäische Kommission erstmalig Rahmenbedingungen für die gesellschaftliche Verantwortung von Unternehmen. Demnach ist CSR ein System, das Unternehmen las Grundlage dient, auf freiwilliger Basis in der Unternehmenstätigkeit auch soziale Belange und Umweltbelange zu berücksichtigen. In Deutschland wird das Thema CSR vom Bundesministerium für Wirtschaft und Arbeit (BMWA) koordiniert.

Unternehmen als verantwortliche Akteure der Globalisierung

Wie ein Unternehmen seine gesellschaftliche Verantwortung wahrnimmt,hängt von der Branche, der Größe und den Märkten ab, in denen das Unternehmen operiert.

Viele Unternehmen haben erst in den letzten Jahrzehnten begonnen, Verantwortung für die Gesellschaft und die Umwelt zu übernehmen. Shell gehört zu den ersten Konzernen, die die Erfahrung gemacht haben, dass frühzeitiges Verantwortungsmanagement besser ist als nachträgliches Krisenmanagement. Der Plan des Ölkonzerns, die Ölplattform „Brent Spar“ im Meer zu versenken, brachte damals die Öffentlichkeit derart gegen den Konzern auf, dass Kunden-Boykotte dem Unternehmen Umsatzeinbußen bis zu 30 % Prozent bescherten.

CSR gehört in vielen Unternehmen zum guten Ton. CSR ist eine Gewissensfrage im Franchising. Bei der praktischen Umsetzung unternehmenseigener Standards gibt es in vielen Unternehmen aber häufig noch große Mängel. Im Idealfall - aber bis heute viel zu selten - handelt es sich bei CSR-Initiativen nicht um isolierte Maßnahmen, sondern um eine im gesamten Unternehmen verankerte Haltung und strategische Ausrichtung.

Nutzen von CSR für Unternehmen

1. Verbessert das öffentliche Image

Unternehmen, die ihr Engagement für verschiedene Ursachen unter Beweis stellen, werden als philanthropischer wahrgenommen als Unternehmen, deren Bemühungen um soziale Verantwortung nicht vorhanden sind. Das öffentliche Image eines Unternehmens ist der Gnade seiner Programme zur sozialen Verantwortung ausgeliefert und wie bewusst die Verbraucher über diese Programme sind. Unternehmen können ihr Image in der Öffentlichkeit verbessern, indem sie gemeinnützige Organisationen durch Geldspenden, Freiwilligenarbeit, Sachspenden von Produkten und Dienstleistungen und starke Partnerschaften unterstützen.

2. Erhöht die Medienabdeckung

Es spielt keine Rolle, wie viel Ihr Franchise tut, um die Umwelt zu schonen, wenn niemand davon weiß. Stellen Sie sicher, dass Sie Beziehungen zu lokalen Medien aufbauen, damit diese eher die Geschichten abdecken, die Sie ihnen anbieten.

Wie viel Gutes ein Unternehmen in seinen lokalen Gemeinschaften oder sogar darüber hinaus leisten kann, liegt in der sozialen Verantwortung der Unternehmen. Und je besser der Nutzen, desto besser die Medienpräsenz.

Auf der anderen Seite, wenn ein Unternehmen an der Produktion oder an Aktivitäten beteiligt ist, die negative Auswirkungen auf die Gesellschaft haben, werden die Medien dies auch aufgreifen. Leider verbreiten sich schlechte Nachrichten schneller als gute Nachrichten. Die Medienpräsenz ist nur nützlich, solange sie ein positives Licht auf Ihr Unternehmen wirft.

3. Fördert das Engagement der Mitarbeiter

Mitarbeiter arbeiten gerne für ein Unternehmen, das ein gutes Image in der Öffentlichkeit hat und aus positiven Gründen ständig in den Medien ist. Zufriedene Mitarbeiter bedeuten fast immer eine bessere Leistung.

Fast 60% der Mitarbeiter, die stolz auf die soziale Verantwortung ihres Unternehmens sind, engagieren sich an ihrem Arbeitsplatz.

4. Zieht Investoren an

Investoren, die Geld in Unternehmen fließen lassen, wollen wissen, ob ihre Mittel richtig eingesetzt werden. Dies bedeutet nicht nur, dass Unternehmen über solide Geschäftspläne und Budgets verfügen müssen, sondern auch, dass sie ein starkes Gespür für die soziale Verantwortung der Unternehmen haben sollten.

Wenn Unternehmen Geld an gemeinnützige Organisationen spenden und ihre Mitarbeiter ermutigen, ihre Zeit freiwillig zu verbringen, zeigen sie den Investoren, dass sie sich nicht nur um Gewinne kümmern. Stattdessen zeigen sie, dass sie ein Interesse an der lokalen und globalen Gemeinschaft haben.

Nutzen von CSR für Mitarbeitende

1. Positives Arbeitsumfeld am Arbeitsplatz

Wenn Unternehmen philanthropisches Verhalten zeigen, ist es wahrscheinlicher, dass sie ihren Mitarbeitern einen positiven Arbeitsplatz bieten. Folglich fühlen sich die Mitarbeiter engagiert und produktiv, wenn sie zur Arbeit gehen.

Die Einführung einer starken Kultur der sozialen Verantwortung des Unternehmens bei jedem Mitarbeiter von oben nach unten wird dazu beitragen, ein positives und produktives Umfeld zu schaffen, in dem die Mitarbeiter erfolgreich sein können. Unternehmen, die sich um das Leben von Menschen außerhalb der Mauern ihres Unternehmens kümmern, werden eher ein positives Umfeld schaffen.

2. Steigerung der Kreativität

Mitarbeiter, die wissen, dass ihr Arbeitgeber sich für die Verbesserung der lokalen und globalen Gemeinschaften einsetzt, fühlen sich stärker mit dem Unternehmen verbunden. Aufgrund dieser engen Beziehung, die die Mitarbeiter mit ihrem Unternehmen teilen, fühlen sich die Mitarbeiter eher geneigt, produktiv und kreativ zu sein.

3. Fördert das berufliche und persönliche Wachstum

Wenn Unternehmen eine Kultur der sozialen Verantwortung von Unternehmen haben, können sie das freiwillige Engagement ihrer Mitarbeiter leicht fördern und sie ermutigen, an gemeinnützige Organisationen zu spenden.

Durch die Unterstützung von Bedürftigen und das freiwillige Engagement im Team lernen die Mitarbeiter, bei wichtigen Projekten besser zusammenzuarbeiten. Mitarbeiter erleben auch ein Gefühl des Stolzes, wenn sie wissen, dass sie für ein Unternehmen arbeiten, das sich um die Gemeinschaft kümmert und sie ermutigt, sich für wohltätige Zwecke zu engagieren.

4. Fördert die individuelle Philanthropie

Wenn die Mitarbeiter bemerken, dass das Unternehmen, für das sie arbeiten, an gemeinnützigen Aktivitäten beteiligt ist, folgen sie dem Beispiel und beginnen, sich an ihren eigenen gemeinnützigen Aktivitäten zu beteiligen.

Wenn ein Unternehmen Gruppenfreiwilligenarbeit fördert und Spenden an gemeinnützige Organisationen mit einem passenden Geschenkprogramm abgleicht, ist es wahrscheinlicher, dass ein Mitarbeiter die Vorteile dieser Programme nutzt und individueller philanthropisch denkt.

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