Crowdfunding: Finanzieren Sie Ihr Franchise auf eine andere Art!

29.01.2019 08:06 | Ein Unternehmen gründen

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Das Bedürfnis, sein eigener Chef zu sein, fest auf beiden Beinen zu stehen und trotzdem Unterstützung und Hilfe zu erhalten – dies ist einer der Gründe, warum immer mehr Existenzgründer auf die Option Franchising zurückgreifen. Doch egal ob eigenständige Unternehmensgründung oder Einstieg in eine Franchisepartnerschaft, den Gründern stehen viele Hürden im Weg. Eine der Größten: die Finanzierung. Nicht selten scheitert ein Unternehmen, hinter dem eine gute Idee und ein ausgereiftes Geschäftskonzept stehen, bereits an der Finanzierung. Es gilt also, sich so bald wie möglich Gedanken darüber zu machen, verschiedene Konzepte zu erkunden und auch alternative Möglichkeiten in Betracht zu ziehen.

Was ist Crowdfunding?

Immer mehr Franchise-Interessierte haben in den letzten Jahren eher ungewöhnlichere Möglichkeiten der Finanzierung in Betracht gezogen. Vor allem Crowdfunding hat sich dabei immer weiter in Vordergrund gedrängt. Doch worum genau handelt es sich bei dieser Geldgewinnungsmethode? Crowdfunding, auf Deutsch Schwarmfinanzierung, bezeichnet die Finanzierung eines Projektes durch viele kleinere Beträge von mehreren Personen. Dabei verteilt sich die zu erzielende Summe und fällt für die Investoren um einiges geringer aus, als bei traditionellen Investitionsmöglichkeiten wie Darlehen oder Krediten.

Wie funktioniert Crowdfunding?

Gründer präsentieren ihre Konzepte meist online auf einer Crowdfunding-Plattform. Davon gibt es heute nicht mehr nur in den USA, sondern auch in Deutschland viele verschiedene. Einige der bekanntesten sind:

  • Kickstarter
  • Startnext
  • Steady
  • Indiegogo

Die verschiedenen Plattformen richten sich entweder gezielt an eine bestimmte Gruppe, wie zum Beispiel Künstler oder Franchise-Interessierte, oder an alle Interessenten. Sie können sich auch in verschiedene Gruppierungen gliedern. In der Regel bekommen die Plattformen bei Projektabschluss eine Provision von den Projektstartern.

Sie präsentieren nun Ihre geplante Geschäftsidee auf einer Crowdfunding-Plattform und ziehen so die Aufmerksamkeit potenzieller Investoren auf sich. Je besser das Projekt beschrieben ist und je klarer die Ziele und Ideen verdeutlicht werden, desto wahrscheinlicher ist es, dass Sie Interessenten finden. Wenn ein Projekt angelegt wurde, kümmert sich die Plattform um die Abwickelung der einzelnen Transaktionen. Über verschiedene Social-Media-Kanäle oder Blogs kann Ihr Projekt verbreitet werden. Geldgeber investieren nun eine Summe in Ihr Unternehmen. In der Regel handelt es sich dabei um deutlich kleinere Summen, als bei traditionellen Investitionen. Das Geld von vielen verschiedenen Einzelpersonen bildet schlussendlich die gewünschte Summe und das Projekt ist abgeschlossen.

Gegenleistungen für die Geldgeber

Die Gegenleistung für die Geldgeber unterscheidet sich von Projekt zu Projekt und sogar von Person zu Person. Während Sie bei Investitionen von höheren Einzelsummen meist mit einer größeren Beteiligung an Ihrem Unternehmen rechnen müssen, beschränkt sich diese hier in der Regel. Je nach Art des Crowdfundings erhalten die Geldgeber die verschiedensten Gegenleistungen:

  • Keine Gegenleistung
  • Beteiligung am Projekt
  • Rückzahlung
  • Nicht-finanzielle Kompensation

Bei Spendenaktionen wird eine Art des Crowdfunding verwendet, in der die Geldgeber keinerlei Gegenleistung erhalten. Beim Crowdinvesting werden die Investoren mit einer kleinen Beteiligung am Unternehmen belohnt. Crowdlending bietet eine Option, bei der die Investoren später einfach das Geld, das sie ihnen gegeben haben, zurückerhalten. Eine Gegenleistung nicht-finanzieller Natur gibt es hingegen nur beim klassischen Crowdfunding. Hier erhalten die Geldgeber in der Regel das fertige Produkt Ihrer Idee.

Crowdfunding für Franchisenehmer

Vor allem für Franchisenehmer bietet Crowdfunding mittlerweile eine verlockende Alternative als Geldgewinnungsmethode. Einige Schwierigkeiten fallen weg, und es gibt Vorteile, die dafürsprechen:

  • Erleichterte Gewinnung der Investoren
  • Erkundung des Marktes
  • Etablierung am Markt
  • Bessere Bedingungen

Erleichterte Gewinnung der Investoren

Dadurch, dass es sich um kleinere Mengen Geld handelt, als bei anderen Investitionsmöglichkeiten wie Kredite von Banken, sind die Investoren leichter zu überzeugen. Immerhin gewinnen sie so die Möglichkeit in eine innovative Idee zu investieren, ohne dafür ein hohes finanzielles Risiko eingehen zu müssen. Da Sie Ihr Anliegen an viele verschiedene einzelne Personen richten, sind Sie nicht von einem Geldgeber anhängig. Es wird viele Interessenten geben, die sich Ihr Projekt nur flüchtig anschauen und dann dagegen entscheiden, aber wenn Sie Ihr Projekt gut auf einer Plattform anlegen, sind Sie nicht von diesen abhängig, denn es werden sich immer noch genügend Personen finden, die ein ernsthaftes Interesse entwickeln.

Erkundung des Marktes

Dadurch, dass Sie Ihre Idee bereits online einem breiten Publikum präsentieren, können Sie den Markt und die Möglichkeiten, die Sie mit zukünftigem Produkt oder Dienstleistung darin haben, erkunden. Sie können sich so schon sehr bald ein grobes Bild vom Interesse am Markt machen.

Etablierung am Markt

Nicht nur Sie können sich so über den Markt informieren, sondern relevante Kreise werden auch über Sie informiert. Da Sie mit Ihrer Crowdfunding-Aktion bereits viele Personen erreichen wollen, versuchen Sie diese so weit wie möglich zu verbreiten. Dadurch wird man bereits über Sie und Ihre Pläne informiert, bevor Sie Ihren Franchisestandort überhaupt eröffnet haben.

Bessere Bedingungen

Bei traditionellen Investitionen haben Sie den Nachteil, dass die Konditionen nicht immer ideal sind. Da sich Investoren mit großen Summen beteiligen, müssen Sie auch damit rechnen, dass die Kompensation entsprechend ausfallen wird. So können sich Investoren mit großen Anteilen an Ihren Unternehmen beteiligen. Beim Crowdfunding sind die Summen deutlich kleiner, und damit auch die Gegenleistungen.

Verwendung von Crowdfunding

Crowdfunding wird sehr häufig von Personen im kreativen Bereich, wie Künstlern verwendet, die Ihre Projekte finanzieren möchten. Bücher, Musikalben und andere kreative Projekte werden also häufig ausschließlich mit Crowdfunding finanziert. Beim Franchising wird Crowdfunding dagegen öfter als Ergänzung zu traditionellen Methoden verwendet. Das liegt nicht zuletzt daran, dass für die Gründung oft höhere Summen benötigt werden, die mit Crowdfunding allein nur schwer zu erreichen sind.

Crowdfunding für Franchisegeber

Auch Franchisegeber wollen vermehrt die Gründung eines Franchisesystems durch Crowdfunding finanzieren. Sie erhoffen sich dadurch die Bekanntmachung Ihrer Idee und eine schnelle, unproblematische Finanzierung. Gerne wird mittlerweile auch gesehen, wenn potenzielle Franchisenehmer in ein Crowdfunding-Projekt für Franchisegründer investieren. So können sich diese bereits vor einer Franchisepartnerschaft ein Bild vom Geschäftskonzept machen, und entscheiden, ob Sie im Falle einer erfolgreichen Etablierung am Markt in eine weitere Zusammenarbeit investieren wollen.

Ob für Franchisegründer oder Franchisenehmer, Crowdfunding spielt von Jahr zu Jahr eine größere Rolle im Thema Franchising. Während die Finanzierungsmethode heute eine beliebte Ergänzung zu Gründungsdarlehen oder Kredit bietet, fragt sich, ob Franchising sich in Zukunft nicht immer mehr auf diese und ähnliche alternative Finanzierungsmethoden verlassen wird. Fest steht eines, es zahlt sich aus, nicht mehr nur traditionelle Methoden in Betracht zu ziehen, sondern auch über den Tellerrand hinauszublicken.

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