Franchisegebühren: Alles was Sie darüber wissen müssen

20.12.2018 15:30 | Ein Unternehmen gründen

franchisegebuehren

Wer gründen machen möchte, der muss ein wenig Bares in die Hand nehmen, damit der Traum von der Selbstständigkeit auch tatsächlich wahr werden kann. Denn bei einer Gründung handelt es sich um eine Investition in die Zukunft, die mit Kosten verbunden ist. Dasselbe gilt auch für das Franchising. Hier kommen darüber hinaus noch die speziellen Franchisegebühren on top. Der Artikel möchte Sie über die unterschiedlichen Kostenpunkte beim Franchising aufklären – als angehender Franchisenehmer ist dieser Artikel also durchaus interessant: Denn folgende Gebühren kommen bei einer Gründung mit Franchising auf Sie zu.

Die Franchisegebühren – das kostet eine Gründung mit Franchising wirklich!

Ein Franchisenehmer muss neben den regulären Kosten für eine Gründung zusätzlich auch gewissen Franchisegebühren an seinen Geschäftspartner zahlen, die seine Inanspruchnahme des Franchisesystems und der Marke begleichen. Diese Eintrittsgebühr oder aber auch Lizenzgebühr genannt stellt die Startinvestition eines jeden Franchisenehmers dar. Oft belaufen sich diese einmaligen Investitionen auf eine Summe zwischen 5.000 und 15.000 Euro, allerdings gibt es auch durchaus teurere Franchisekonzepte, wo die Startinvestition bis zu 75.000 Euro betragen kann. Laut einer Statista Umfrage lag die durchschnittliche Eintrittsgebühr im vergangenen Jahr für Franchisenehmer in Deutschland bei 13.328 Euro. Das heißt: Wer sich mit Franchising selbstständig machen wollte, der musste im Schnitt diesen Betrag an seinen Franchisegeber entrichten.

Woraus setzen sich die einzelnen Kosten beim Franchising genauer zusammen?

  • Die Eintrittsgebühren beziehungsweise die einmaligen Lizenzgebühren
  • Laufende Franchisegebühren
  • Eventuell: monatliche Werbegebühren
  • Teilweise sogar weitere verdeckte Gebühren

Was hat es mit der Lizenzgebühr beim Franchising auf sich?

Diese Gebühr gilt als die Startinvestition eines Franchisenehmers. Wenn Franchisenehmer sich in ein System „einkaufen,“ stellt dies die Vergeltung für den Franchisegeber und seine Kosten dar, die er für die Entwicklung und den Aufbau des Systems hatte. Denn dies macht letztlich die Gründung des Franchisenehmers möglich. Oft werden durch diese Art von Franchisegebühren auch die Kosten für die Eröffnung und Inbetriebnahme anteilig gedeckt.

Als zukünftiger Franchisenehmer sollten Sie sich zudem bewusst darüber sein, dass Sie die Eintrittsgebühren nicht mehr zurückfordern können, sollte der Franchisevertrag vorzeitig beendet werden. Allerdings können Sie diese Information auch bei der sorgfältigen Prüfung Ihres Franchisevertrages entnehmen.

>>Lesen Sie hier mehr zur Rechtsgrundlage im Franchising nach!

Was ist der Grund für unterschiedlich hohe Franchisegebühren?

Die Eintrittsgebühren sind je nach System unterschiedlich hoch. Sie sind in jedem Fall immer auf das einzelne Franchisesystem bezogen und spiegeln die Kosten wieder, die der Franchisegeber für die Entwicklung seines Systems hatte. Große, bekannte Marken lassen sich oft ihren Namen und ihr Image bezahlen, schließlich geht dies meist auf jahrelange Arbeit zurück – ein zeit- und kostenintensiver Prozess. Darüber hinaus wird generell angenommen, dass ein profitables Franchisesystem natürlich auch seinen Preis hat. Somit kann man sich bei finanziell attraktiven Franchisesystemen meist auf höhere Investitionskosten einstellen.

Manche Franchisegeber werben mit geringeren einmaligen Franchisegebühren, allerdings sollte man in diesem Fall einen Blick auf die laufenden Gebühren werfen, da diese im Gegenzug höher angesetzt sein können.

Welche Leistungen durch den Franchisegeber sind in den einmaligen Franchisegebühren enthalten?

  • Entwicklung der Corporate Identity und des Markenlogos
  • Beratung zum Standort und eine eingehende Standortanalyse
  • Unterstützung beim Aufbau und der Planung des Betriebes
  • Basistraining und Einarbeitung in das System
  • Überlassung des systeminternen Know-Hows
  • Zugriff auf das Systemhandbuch
  • Bereitstellung von Inventar und Betriebsmitteln

Dank dieser Leistungen kann der Franchisenehmer direkt mit seinem eigenen Betrieb durchstarten und hat so gegenüber herkömmlichen Gründern derselben Branchen einen enormen Wettbewerbsvorteil.

Mit welchen laufenden Franchisegebühren muss ein Franchisenehmer rechnen?

Nach dem Begleichen der Startinvestition müssen Franchisenehmer auch monatliche Gebühren an ihren Geschäftspartner zahlen. Auch diese Franchisegebühren fallen je nach System unterschiedlich hoch aus. In der Regel richten sich diese Gebühren an den Umsatz, es gibt allerdings auch Systeme die monatliche Pauschalbeiträge festsetzen.

Was ist in den monatlichen Franchisegebühren enthalten?

Diese Gebühren dienen dazu, die laufende Unterstützung und Beratung, die der Franchisegeber und die Systemzentrale den unterschiedlichen Franchisenehmern bieten, finanziell abzugelten. Ebenso nutzen Franchisegeber die monatlichen Franchisegebühren dazu, um das Geschäftskonzept weiterzuentwickeln und zu optimieren. Niedrige Gebühren können also auf eine schwache Unterstützungsleistungen hinweisen.

Welche Leistungen inkludieren die monatlichen Gebühren?

  • Stetige Beratung und Qualitätssicherung der Marke
  • Bereitstellung eines Marketing- und Vertriebskonzeptes
  • Weiterbildungsangebot sowie die Weiterentwicklung der Handbücher
  • Laufende Markt- und Wettbewerbsanalysen
  • Eventuell die Pflege eines IT-Systems

Was ist in den monatlichen Werbegebühren enthalten?

Manche Franchisesysteme fordern zu den regulären, monatlichen Franchisegebühren zudem auch die sogenannten Werbegebühren. Diese Gebühren decken die Kosten für Werbekampagnen und PR-Aktionen, um das System überregional bekannt zu machen. Denn Franchisesysteme bieten ihren Geschäftspartnern oft Zugang zu überregionalen Werbemaßnahmen, die für das gesamte System entwickelt werden. Für lokale Maßnahmen sind die Franchisenehmer selbst verantwortlich und sie kommen dafür aus eigener Tasche auf. Ähnlich wie bei den monatlichen Franchisegebühren werden auch hier prozentuale Gebühren fällig, die sich an den Umsatz des Franchisebetriebes richten.

Obacht vor verdeckten Franchisegebühren!

Oft bieten Franchisesysteme einen zentralen Einkauf an, da sie so finanzielle Vorteile für das gesamte System generieren können. Denn je höher die abgenommene Menge ist, desto günstiger lassen sich die Produkte vom Lieferanten für das gesamte System beschaffen. So versorgen Franchisegeber oft ihr gesamtes Netzwerk mit Büroartikeln, Rohstoffen oder sonstigen Waren. Die Franchisenehmer kommen hierbei in den Genuss von Kostenvorteilen. Allerdings kann der Franchisegeber hier von sogenannten Kick-Backs seitens der Lieferanten profitieren – sprich: Ihm werden weitere Boni, Rückvergütungen oder weitere Preisnachlässe zugestanden.

Auch diese Einkaufsvorteile sollten an die einzelnen Franchisenehmer weitergereicht werden. Ist dem nicht so, spricht man hier von verdeckten Franchisegebühren, da der Franchisegeber hier verdeckt mit verdient.

Die Vorteile an einer Gründung mit Franchising

Die hier vorgestellten Franchisegebühren unterscheiden sich je nach dem, welche Unterstützung ein Franchisesystem seinen Geschäftspartnern bietet. Auch wenn man als Franchisenehmer für eine Gründung mit dem erfolgreichen Vertriebsmodell unterschiedliche Franchisegebühren zu entrichten hat, so macht Franchising eine einfachere Gründung möglich: Es werden Hürden und Markteintrittsbarrieren effizient aus dem Weg geräumt. Zudem erhalten die frischen Jungunternehmer das gesamte Know-How an die Hand, was für eine erfolgreiche Betriebsführung notwendig ist. Handelt es sich zudem um eine sehr bekannte Marke, kann man direkt auf einen großen, etablierten Kundenstamm zurückgreifen. All dies sind essentielle Vorteile, die man als Gründer auf herkömmlichem Wege in Eigenregie nicht hat.

Als zukünftiger Franchisenehmer sollten Sie nur darauf achten, dass die Höhe der unterschiedlichen Franchisegebühren auch angemessen ist. Sprich: Die zu zahlenden Beträge sollten in einem angemessenen, fairen Verhältnis zu den Gegenleistungen stehen, die man im Gegenzug enthält. Ist dem so, dann können Sie in der Regel mit einer erfolgreichen Gründung rechnen, wo Sie Ihren Break-Even-Point schnell erreichen und in eine attraktive Gewinnzone eintreten.

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