Datenschutz im Franchising

19.07.2018 08:00 | Ein Unternehmen gründen

datenschutz franchising

Ohne den regen Austausch von Daten geht es nicht, doch wenn sie Konkretes über beteiligte Personen erkennen lassen, können zu schützende Rechte davon betroffen sein. Das gilt etwa dann, wenn Kundenspezifisches an die Zentrale weitergeleitet wird. Heikel kann es zudem werden, wenn bestimmte Angaben Mitarbeiter betreffend auch außerhalb des eigentlichen Betriebs einsehbar sind oder der Franchisenehmer selbst Persönliches gewahrt sehen will. Im Grunde müssten stets entsprechende Einwilligungen gewährleistet sein.

Papier ist geduldig, Vertrauen zählt im Franchising

Diesbezüglich abgegebene Erklärungen lassen sich indes jederzeit widerrufen und sind nur dann gültig, wenn bei der Unterzeichnung Klarheit über ihren Wirkungsbereich geherrscht hat. Es ist schon ein haariges Unterfangen, dafür zu sorgen, dass man zu keinem Zeitpunkt mit der Verordnung zum Datenschutz in Konflikt kommen kann. Sich in dieser Hinsicht benachteiligt oder übervorteilt Fühlende könnten großen Ärger bereiten, wenn man sich nicht ausreichend abgesichert hat. Wie aber soll man da vorgehen? Es ist kaum durchführbar, alles zu anonymisieren, was nur im Einzelfall Bedeutung gewinnt. Pauschale Zustimmungen dürften von Gesetz wegen nicht zulässig sein, es sei denn, man verließe sich darauf, dass kein Recht gesprochen werden kann, wenn nicht geklagt wird.

Das Franchising muss entscheidungsfähig bleiben

Vertrauen ist gut und schön und in der Praxis sicher auch die Grundlage für ein Vorgehen, das einigermaßen frei von bürokratischen Regelungen bleibt – doch was ist, wenn jemand sich darauf besinnt, dass er eben dies eigentlich nicht wollte? Dann wären weitere Vereinbarungen abzuschließen gewesen, was im Nachhinein nur ausnahmsweise machbar sein sollte.

  • Da hat der Gesetzgeber dem Franchising einiges eingebrockt,
  • was durchaus dazu geeignet ist,
  • seinen Handlungsspielraum einzuschränken.

Um dem einen Riegel vorzuschieben, wäre eine Entbindung von Pflichten denkbar ähnlich dem aufgehobenen Schweigen der Ärzte, was unter gewissen Voraussetzungen zulässig ist. In jedem Fall winkt eine ganze Menge Beschäftigung für arbeitslose Rechtsanwälte.

Mögliche Verwicklungen sind zu vermeiden

Sie müssen keine Prozesse führen, sondern eben dem vorbeugen, dass es so weit kommt. Nun kann man sich schlecht gegen alles absichern, was einem im Eifer des Gefechts unterlaufen mag, doch sich einfach darauf zu verlassen, dass schon nichts passiert, könnte auch fahrlässig sein. Stellen Sie Betroffene der Einfachheit halber vor die Alternative, Weitreichendes kategorisch abzuzeichnen oder auf alles Gewünschte zu verzichten. Soll die Zukunft im Franchising so aussehen? Eine andere Möglichkeit wäre, den sorgsamen Umgang mit vielleicht kitzligen Informationen zu unterstellen oder gezielt anderes preiszugeben, als tatsächlich zutrifft. Wo kämen wir denn damit hin? Doch nur in ein Chaos; andererseits kann auch Missbrauch mit Aufbewahrtem getrieben werden.

Den Beweis anzutreten fällt nicht leicht

Das sind wir jedoch seit Langem schon gewöhnt. Wenn etwa Werbepost an eine leicht abgewandelte Adresse eintrifft, die nur einer einzigen Institution in dieser Form vorliegt, kann man sich ja denken, wer der wahre Absender ist. Und sofern man nicht genau weiß, wer alles bereits Daten gesammelt oder überstellt bekommen hat, lässt sich auch kaum eine Änderung der Einträge verlangen. Die Nachweispflicht darüber, dass alles mit rechten Dingen zugegangen ist, ruht offiziell in den Händen des Verantwortlichen, sollte aber jemand zwischengeschaltet worden sein, wird die Suche schon schwieriger. Dann wird einer auf den anderen abschieben, und am Ende steht man wie der Ochs vorm Berge da. Franchisegeber, oh Franchisegeber, was hast du getan?

Ausgezogen bis auf das dünne Hemd

Niemand außer dir sollte doch wissen, wie viel Geld ich damals auf der hohen Kante hatte und warum eine langfristige Beziehung durch mein Verhalten gefährdet war. Droht demnächst der durchsichtige Franchisenehmer samt allen, die in seinem Sinne tätig werden, oder ist Gegenteiliges beabsichtigt? Von der Intention her vielleicht, doch lässt es sich auch umsetzen? Was wird denn mit solchen intimen Daten, die bereits gespeichert sind – müssen sie nun für alle Zeiten so zuverlässig gelöscht werden, dass keinerlei Zweifel mehr aufkommen kann? Wie man sich dies höheren Orts so vorstellt, bleibt zunächst ungewiss, bis jemand meint, sich berechtigterweise beschweren zu müssen. Dann könnte man durchaus in Verlegenheit geraten.

Wildwuchs bereits weit gediehen

Es ist ja auch viel Schindluder getrieben worden und höchste Zeit dafür, dem Einhalt zu gebieten. Was für die Abwicklung des Geschäfts unerlässlich ist, aber niemanden sonst etwas angeht, gehört eben in den Tresor, und wer einen Schlüssel dafür hat, muss zur Verschwiegenheit verpflichtet sein. Geschäftsgeheimnisse lassen sich doch auch hüten, und jetzt wird der Kreis von Schützenswertem halt erweitert, wobei es eigentlich eine Selbstverständlichkeit sein sollte, Vertrauliches nicht preiszugeben. Doch demgegenüber steht die Neugier derjenigen, deren Marketingaktivität nicht im Sand verlaufen soll. Was auch zu verstehen ist, wenn man bedenkt, wie viel ohnehin am Ziel vorbeischießt. Für Änderung zu sorgen, dürfte schwierig werden.

Persönlich und vertraulich

Da wird erhoben und erhoben, auf dass die Trefferquote steigt, dabei aber übersehen, dass mancher es durchschaut und schon deshalb seine Mitwirkung versagt. Es wäre gewiss nicht verkehrt, ein wenig mehr mit offenen Karten zu spielen, auf dies und jenes aus lauter Rücksicht auf seine Mitmenschen zu verzichten und nur unmittelbar Einzusehendes zu verlangen. Das unverzichtbare Vertrauen wird weniger gefördert, wenn man sich aberwitzige Begründungen für etwas ausdenkt, das nicht auf den Tisch des Hauses gezerrt gehört. Der Staat greift wieder mal zu regulierend ein in Dinge, die ohne ihn besser zu handhaben wären. Und wer hat etwas davon? Der um seine Rechte Besorgte kaum, er muss sie schon am besten selbst hüten.

Interna nicht preisgeben

Vorgeschriebenes kann ausgehebelt werden, es ist meist leichter, den Anschein zu erwecken, als eine Forderung tatsächlich zu erfüllen. Ein Rest von angebrachtem Misstrauen wird immer bleiben, und das ist Gift für ein fruchtbares Franchising. Sein Schicksal voll und ganz in die Hände des Stärkeren zu legen, führt indes auch nicht zur Glückseligkeit, es ist und bleibt eine verzwickte Geschichte. Ein Chef muss wissen, wie seine Mitarbeiter gestrickt sind, nur darf er nicht in deren Innerstes sehen. Die Grenze zwischen dem, was unerlässlich ist oder für sich behalten werden sollte, verläuft nicht immer geradlinig, es ist eine Frage der Abwägung. Manchmal muss ein Franchisegeber auch den Beichtvater spielen können, ein andermal sollte er respektvoll Abstand nehmen. Es könnte doch sein, dass der Spieß umgedreht wird beim Plaudern aus dem Nähkästchen.

Andere aktuelle Artikel

0 Kommentare

Einen Kommentar schreiben

Übrige Zeichen: 250