DIHK Gründerreport September 2019: Wie das Gründungsklima aussieht...

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Was ist der Gründerreport im Franchising?

Jedes Jahr verfasst die DIHK einen Gründerreport, welcher die Geschehnisse in der deutschen Industrie, dem Handel und den Dienstleistungsbranchen in Deutschland zusammenfasst. Dabei wird ein besonderes Augenmerk auf die Existenzgründungen gelegt. DIHK ist die Kurzform für „Deutsche Industrie- und Handelskammer“.

Sie ist die Dachorganisation der 79 Industrie- und Handelskammern, die sich in Deutschland befinden. Diese branchenübergreifenden Verbände, die zusammengesetzt sind aus den verschiedenen Unternehmen der Region. Die Gewerbetreibenden müssen allerdings im Handelsregister eingetragen sein.

Das heißt, dass Freiberufler, Handwerksunternehmen und landwirtschaftliche Unternehmen nicht zu den Industrie- und Handelskammern zählen. Diese Verbände versuchen die Entscheidungen der Bundesrepublik mit den Interessen der Wirtschaft in Einklang zu bringen. Wie der Gründerreport vom September 2019 zeigt, ist dies allerdings nicht immer ganz so einfach und kann zuweilen enorme Auswirkungen auf den deutschen Wirtschaftsmarkt haben.

1) Wie werden die Daten erhoben?

Um Existenzgründer in ihrem Vorhaben zu unterstützen, habt der IHK einen Gründerservice eingerichtet, der sich in zwei Stufen gliedert.

In der ersten Stufe geht es lediglich darum, den Existenzgründern die grundlegenden Informationen zu einer Existenzgründung zu vermitteln. Dafür wird der potenzielle Gründer über alles informiert, was mit einer Selbstständigkeit in Verbindung steht und vor der eigentlichen Gründung in Erfahrung gebracht werden sollte. Also beispielsweise die Rechtsform, steuerrechtliche Fragen oder die Eintragung ins Handelsregister.

Im Anschluss daran wird über den Gründer als Person gesprochen. Der Gründerservice geht dabei auf die allgemeinen Kompetenzen und Voraussetzungen ein, über welche ein selbstständig agierender Unternehmer verfügen sollte. Dazu können Praxiserfahrung, branchenspezifische Fähigkeiten, kaufmännisches Wissen oder persönliche Kompetenzen zählen.

Falls die Existenzgründer noch tiefgehendere Informationen benötigen, können sie diese bei den angebotenen Seminaren, Veranstaltungen oder Schulungen erhalten. Alles Weitere kann man auch in den Informationsbroschüren oder im Internet nachlesen. Sollten Fragen auftreten, werden diese stets gerne im IHK-Einstiegsgespräch geklärt.

In der darauffolgenden Stufe haben die Existenzgründer schon konkrete Pläne vor Augen, welche mit der IHK besprochen werden. Hier bietet die Existenzgründungsberater der IHK ein intensives Gespräch an, dass den Existenzgründern sinnvolle Tipps und Tricks an die Hand gibt.

Auf Basis von diesem Gründerservice wurden die Daten des Gründerreports erhoben. Denn die Angaben der Resultate stammen von den IHK-Existenzgründungsberatern, deren Zahl sich auf mehr als 200.000 beläuft.

2) Die Ergebnisse des Gründerreports 2019

Im Jahr 2019 war festzustellen, dass das Interesse der Deutschen an den Existenzgründungen nicht verebbt ist, sondern sich – also ganz im Gegenteil sogar – weiterentwickelt hat! Im Vergleich mit den vorherigen Jahren wurde ein verstärkter Zulauf zu den angebotenen Veranstaltungen und Gründerseminaren notiert.

Vor einigen Jahren noch war das Interesse eher mäßig gewesen und die Angebote wurden nur bedingt wahrgenommen. Diese positive Entwicklung war allerdings schon im letzten Jahr spürbar, da sich ein deutlicher Anstieg von 28 Prozent bei den Anmeldungen nachweisen ließ. Insgesamt machte dies einen Zuwachs von insgesamt 22.351 Personen aus. Eine unglaubliche Entwicklung, welche die IHK als äußerst positiv bewertet. Dieses Jahr nahmen mehr als 60.000 potenzielle Existenzgründer an den Veranstaltungen teil, die sich näher mit dem Thema Gründung und Selbstständigkeit beschäftigen wollten.

Trotz dieses Anstiegs muss die IHK leider feststellen, dass sich insgesamt weitaus weniger Menschen nach den Einführungen für ein persönliches Gespräch gemeldet hatten. Der IHK-Gründerservice wurde also bei Weitem nicht so häufig in Anspruch genommen wie noch vor einigen Jahren. Laut Analysen sind die Anfragen um neun Prozent gesunken, was sich natürlich dann natürlich auch dementsprechend auf die zweite Stufe des Gründerservice auswirkte.

Dies führt dazu, dass sich die IHK an einem Rekordtief seit dem Jahr 2002 befindet. Dies sind Neuigkeiten, die beweisen, dass wohl in Zukunft mit weniger Gründungen innerhalb der deutschen Bundesrepublik zu rechnen ist. Allerdings wird vermutet, dass dieser Umstand auch dadurch zu erklären ist, das momentan ein extremer Fachkräftemangel herrscht.

Unternehmen sind nämlich äußerst bestrebt und motiviert, ihre qualifizierten Angestellten zu behalten und nehmen deswegen höhere Gehälter und attraktive Angebote wie Gleitzeit in Kauf. Wer zu solch guten Konditionen arbeitet, hat es oftmals nicht nötig, ein eigenes Unternehmen zu gründen.

Die Menschen, die allerdings an den Gründungsberatungen teilnahmen, erklärten zu fast zwei Dritteln, dass ihr Wille selbstständig zu werden, in der Sache an sich liegt: Sie fühlen sich zum Unternehmer geboren. Dies unterstreicht die Ansichten, dass die Selbstständigkeit, welche durch Existenznot heraus gegründet wurde, insgesamt zurückgeht. Laut IHK sogar um 86 Prozent seit dem Jahr 2004!

Laut Angaben der Befragten schreckt vor allem die viele bürokratische Arbeit die Existenzgründer ab. Denn insgesamt sind zu viele Dokumente, Anträge und Formulare auszufüllen, die leider oftmals sehr unübersichtlich gestaltet sind.

Gleichzeitig mit dem Rückgang der Beratung in den einzelnen Stellen der IHK wurde auch vermerkt, dass weitaus weniger Anträge für Förderprogramme zur Existenzgründung gestellt wurden. Der größte in Anspruch genommene Antrag bleibt beständig der Gründungszuschuss für Arbeitslose. Alle anderen Programme sind weniger gefragt als je zuvor.

3) Wie kann man gegen diese negativen Tendenzen nun vorgehen?

Zunächst einmal sollte das größte Hindernis beseitigt werden, welches die Deutschen davon abhält, ihren Traum von der Existenzgründung in die Tat umzusetzen: Die Bürokratie.

Viele deutsche Unternehmen behelfen sich aktuell dadurch, indem sie externe Dienstleister mit ihrer Steuererklärung und Buchhaltung beauftragen. Dies jedoch kostet die Unternehmen erneut mindestens fünf Prozent des Umsatzes, was man sich natürlich sehr gerne sparen würde.

Dementsprechend muss das Bürokratieentlastungsgesetz, welches schon seit geraumer Zeit von der Bundesregierung geplant ist, endlich Anwendung finden und auch auf die deutschen Unternehmensgründer ausgerichtet werden. Denn während andere Staaten und Länder schon seit mehreren Jahren die Fortschritte in der Technik und digitalen Welt nutzen, um den bürokratischen Aufwand für die nationalen Unternehmen zu reduzieren, hält sich Deutschland noch immer mit der Entwicklung einer solchen digitalen Struktur auf.

Ein Ende der Planung ist allerdings in Sicht und Unternehmen können bald von den Modernisierungen profitieren. Denn durch die Umsetzung dieses Gesetzes könnten die Unternehmen die Buchhaltung online durchführen. Dies birgt den Vorteil, dass Dokumente, Daten und Informationen auf einer virtuellen Plattform hochgeladen werden könnte und die zuständigen Ämter und Behörden ganz einfach darauf zugreifen könnten. So viel Zeit und Geld gespart.

Weiterhin sollen sogenannte One-Stop-Shops für Existenzgründer nun zur Realität werden. In diesen soll es in Zukunft möglich sein, alle erforderlichen Dokumente, Anträge für die Gründung und sonstige relevanten Unterlagen virtuell beantragen, ausfüllen und genehmigen zu lassen.

Dadurch könnten die Dokumente generalisiert werden, die Genehmigungszeiten würden sich verkürzen und die Antragsteller müssten nicht mehr Stunden im Büro des zuständigen Amtes verbringen. Zudem birgt dieses System noch einen weiteren Vorteil: Es könnte auf Papier verzichtet werden, was unserer Umwelt zu gute kommen würde.

Durch die Digitalisierung dieser Verfahren wäre es nun auch nicht mehr nötig, allgemeine, personenbezogene Daten mehrfach ausfüllen und abgeben zu müssen. Einmal online hinterlegt, könnten alle Behörden und öffentliche Stellen, diese ganz einfach online abfragen. Eine Innovation, die vor allem den Antragstellern zu gute kommt.

Weiterhin stellt die Datenschutzverordnung ein Problem für die Existenzgründer dar. Im Zuge der Neuerungen haben sich aufseiten der Gründer und Unternehmer große Unsicherheiten ergeben. Das Regelwerk sollte deswegen transparenter gestaltet werden und Checklisten und Leitlinien enthalten, die den geschäftlichen Alltag der Unternehmer erleichtern würden.

Als Franchisenehmer jedoch braucht man sich darum keine Sorgen zu machen. Der Franchisegeber kennt sich in den meisten Fällen sehr gut mit der Gesetzeslage aus und legt enormen Wert darauf, dass sämtliche Vorgaben, Regeln und Normen von seinen Partnern eingehalten werden.

Eine weitere Neuerung, mit der in Zukunft zu rechnen ist, stellt die Entlastung in steuerlichen Angelegenheiten dar. Und auch bei der Administration soll den Unternehmern in der kommenden Zeit mehr unter die Arme greifen. Denn es wurde oftmals angemerkt, dass die Finanzämter noch mehr auf die deutschen Unternehmer eingehen könnten.

Beispielsweise könnte damit gerechnet werden, dass die Finanzämter bald schon dazu angehalten werden, die Existenzgründer nach einem gewissen Zeitraum kontaktieren zu müssen, um sie auf die nächsten Schritte im Bezug auf das Steuerrecht hinzuweisen. Somit könnten die Unternehmen gezielter planen und wären vor Fehlern geschützt, die sie teuer zu stehen kommen kann.

Weiterhin wäre der Entfall des Formulars zur Einnahme-Überschuss-Rechung wünschenswert. Zumindest für kleine Unternehmen, da dieses Dokument wenig praktikabel und zu umfangreich ist.

Zudem ist es im Moment noch so, dass die Umsatzsteuer für Kleinunternehmer bis zu einem Vorjahresumsatz von 17.500 Euro entfällt. Diese Grenze soll auf 25.000 Euro angehoben werden. Auch der Jahresumsatz, der mittlerweile bei 50.000 Euro liegt, soll auf 75.000 Euro erhöht werden.

Zuletzt wollen wir noch ein paar Worte zur Beantragung der Steuernummer loswerden. Die Zeit, die dafür momentan einberechnet werden muss, beträgt in Großstädten mehrere Wochen. Dies verzögert leider die geschäftlichen Abläufe der Gründer oftmals. Sollte die Digitalisierung unserer Ämter und Behörden so schnell durchgezogen werden, wie angekündigt, brauchen sich zukünftige Unternehmer darüber nicht mehr den Kopf zerbrechen.

Insgesamt kann gesagt werden, dass die Gründungen dieses Jahr zwar zurückgegangen sind, dass die deutsche Bundesregierung jedoch mit Hochdruck daran arbeitet, die dafür verantwortlichen Faktoren so schnell wie möglich aus dem Weg zu schaffen.

Existenzgründer können sich also in den kommenden Jahren auf viele Innovationen freuen, die das Unternehmerdasein erheblich erleichtern werden und auf eine rosige Zukunft hoffen lassen. Dieses Tief stellt also nur einen kleinen Rückschlag in der Geschichte unserer Wirtschaft dar, denn das große Interesse der deutschen Arbeiter zeigt, dass der Wille zur Existenzgründung durchaus vorhanden ist!

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