Ehrlichkeit in Unternehmen: Währt ehrlich wirklich am längsten?

05.04.2019 14:00 | Diverse Themen - Trends

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Der Volksmund weiß: Ehrlich währt am längsten. Und Lügen haben bekanntlich kurze Beine. Aus diesem Grund gilt Ehrlichkeit als eine wichtige Tugend. Und zwar gilt das nicht nur für das Privatleben, sondern auch den Job und im Unternehmertum. Auch für gründungswillige Franchisenehmer, die sich bei einem Franchisegeber bewerben möchten, ist es wichtig, dass man ehrlich ist und den Franchisegeber von seinen Skills und Fähigkeiten als wahrhaftiger Unternehmer überzeugt. Jedoch kann die Ehrlichkeit in manchen Momenten auch zur Tugend mit Hindernissen werden. Erfahren Sie im heutigen Artikel, wann es sich auszahlt ehrlich zu sein und wann eine kleine Notlüge besser als eine aufrichtige Antwort ankommt.

Ehrlichkeit: Die Unternehmertugend, die auf dem absteigenden Ast ist?!

Was genau hat es mit der Unternehmertugend Ehrlichkeit eigentlich auf sich? Und was bedeutet Ehrlichkeit heutzutage für uns? Heute möchten wir Ihnen aufzeigen, wie Sie Ehrlichkeit im Franchising gezielt einsetzen sollten.

Was bedeutet Ehrlichkeit?

Das Wörtchen Ehrlichkeit kann unterschiedlich aufgefasst werden. Es geht um Aufrichtigkeit, Zuverlässigkeit und Wahrhaftigkeit. Ebenso gelten Anständigkeit, Offenheit, Rechtschaffenheit und Fairness als wichtige Synonyme der Tugend. Damals war man ehrlich, wenn man die Wahrheit sagte und gesetzestreu agierte. Seit der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts hat die Ehrlichkeit eine wichtige Bedeutungsergänzung erhalten: Nun wird Ehrlichkeit auch so aufgefasst, dass man zu sich selbst steht – und zwar ist dies bei Äußerungen wie auch beim Verhalten der Fall. Man sagt die Wahrheit und verhält sich ehrlich – frei von Manipulationen und bloß nicht zu seinem eigenen Vorteil. Heutzutage bedeutet die Tugend Ehrlichkeit, dass man sich selbst souverän verhält und selbstreflektiert handelt.

So viel zu Theorie, aber wie verhält es sich in der Praxis?

In unserem Alltag merken wir allerdings, dass die hochgelobte Ehrlichkeit oft möglichst flexibel angewandt wird, um sie so den eigenen Bedürfnissen anzupassen. So modifizieren teilweise berühmte Persönlichkeiten ihre Wahrnehmung der Realität, um einen öffentlichen Fauxpas zu vertuschen. Beim Lebenslauf schmücken wir so manche Erfahrungen breiter aus und stellen uns ein wenig wichtiger dar. Wichtig ist nur, dass niemand diesen kleinen Unehrlichkeiten auf die Schliche kommt. Denn das Stigma der Unehrlichkeit wird man so schnell nicht mehr los: Wird man erst einmal als Lügner entlarvt, ist der Ruf ruiniert und das Vertrauen hin. Stattdessen zeugt die tugendhafte Ehrlichkeit von Verlässlichkeit, Vertrauenswürdigkeit und Authentizität.

Darüber hinaus stellt Ehrlichkeit auch die Basis für unsere zwischenmenschlichen Beziehungen dar. Das gilt auch für die Beziehung, die Sie als Franchisenehmer zu Ihrem Franchisegeber oder aber Ihren Mitarbeitern pflegen. Findet man heraus, dass man vom Vorgesetzten oder Kollegen belogen wurde, ist das Vertrauen hin. Und nur wenn wir das Gefühl haben, dass wir unserem Gegenüber voll und ganz vertrauen können, können wir uns letztlich auch auf die Beziehung einlassen – sei es eine Liebesbeziehung oder aber eine Geschäftsbeziehung, wie es beim Franchising beispielsweise der Fall ist. Nur warum kommt es dann trotzdem vor, dass wir hin und wieder flunkern?!

Die Doppelmoral der Ehrlichkeit: Was treibt uns zur Unehrlichkeit?

Ein ehrlicher Umgang kann als eine wichtige Maxime für das zwischenmenschliche Miteinander verstanden werden. Jedoch kommt hin und wieder gezielt die ein oder andere Notlüge zum Einsatz. Und zwar liegt das ganz einfach daran, dass die Wahrheit manchmal sehr verletzend sein kann und in gewissen Situationen mehr Schaden als Heil hervorbringt. Auch wenn Ehrlichkeit eine heroische Tugend ist, so stößt sie hin und wieder an ihre Grenzen: Denn wenn man stets die Wahrheit sagt, kann man zahlreiche Konflikte hinaufbeschwören! Eine ehrliche Antwort in der falschen Situation sollte daher in gewissen Momenten schlichtweg vermieden werden.

Wissenschaftler haben herausgefunden, dass wir im Schnitt alle acht Minuten belogen werden. Wer sich zehn Minuten mit wem unterhält, der kann sogar bis zu drei Mal angeschwindelt werden – und zwar ist hier alles möglich: Kleinere Flunkereien bis hin zu größeren Lügen.

Wir sind also teilweise unehrlich im Umgang mit unseren Mitmenschen, wenn wir diese nicht verletzen oder enttäuschen möchten. Hier steht dann eher die Rücksichtnahme oder aber das Mitleid im Vordergrund. Würde ein jeder ausschließlich ehrlich sein, so würde unser soziales Miteinander wie auch zahlreiche Beziehungen zerbrechen. Denn so manche Notlüge ist schmeichelnder als die brutale Wahrheit. Und genau aus diesem Grund handelt es sich bei der Ehrlichkeit um eine sehr umstrittene Tugend. Wir möchten die Wahrheit schließlich nur hören, wenn sie auch zu unseren eigenen Vorstellungen passt…

Ehrlichkeit im Job: Wie wichtig sind Ehrlichkeit, Glaubwürdigkeit und Authentizität im Unternehmen?

Auch im Job wird geflunkert. Viele Deutsche sind sogar der Meinung, dass sich kleine Unwahrheiten im Job bezahlt machen. Einer GfK-Umfrage zufolge ist rund ein Drittel der Berufstätigen nicht immer komplett ehrlich zu den Vorgesetzten und Kollegen. Wer hat nicht schon einmal im Meeting gesagt, dass er „selbstverständlich gerne“ die Präsentation übernehmen kann? Und wer macht eigentlich ehrlich gerne Überstunden? Egal, was Ehrlichkeit als eine wichtige Tugend auszeichnet, wir lügen hin und wieder im Job, da wir denken, dass sich die kleinen Flunkereien positiv auf unsere Karriere auswirken.

Warum lügen wir im Job?

Umfragen haben ergeben, dass die meisten Menschen – rund 41 Prozent – im Joballtag lügen, da sie sich so größeren Ärger erspare möchten. 14 Prozent nutzen kleine Lügen, um sich das Leben zu erleichtern und acht Prozent setzen kleine Lügen und Schwindeleien ein, um die eigene Beliebtheit zu steigern.

Psychologen und Wissenschaftler haben die E-Mail als das Medium der der Wahl ausfindig gemacht, wenn es um Lügen im Unternehmen geht. Denn wenn man lügt, dann meidet man meist den direkten Kontakt. Eine wichtige Rolle nimmt Studien zufolge auch der Krankenschein ein: Er stellt die häufigste Lüge im Jobkontext dar. Oft meldet man sich krank und nutzt den Krankenschein für seine reine Weste. Denn gut 40 Prozent melden sich krank, obwohl sie eigentlich hätten arbeiten können. Der Grund: Man kann dem Chef oder Franchisenehmer ja schließlich nicht ins Gesicht lügen und sagen, dass man einfach mal keine Lust auf arbeiten hatte und einen Tag Auszeit für sich brauchte. Auch hier käme die Ehrlichkeit wohl nicht so gut an… Der Krankenschein gelte daher als die nachweislich größte Lüge im Job. Im Privatleben greift man dagegen eher zum Telefon, wenn es um Notlügen und Schwindeleien geht.

Fazit: So viel zum Thema Ehrlichkeit und Authentizität…

Auch wenn in der Stellenausschreibung stets von einem ehrlichen und authentischen Umgang die Rede ist, so zeichnet sich im Unternehmensalltag meist ein anderes Bild ab. Untersuchungen von Psychologen haben ergeben, dass man offiziell zwar keine „falschen“ oder aber zu gut gelaunte Kollegen mag, andererseits werden aber diejenigen, die ihren Emotionen im Job freien Lauf lassen, weniger ernst genommen. So ist heutzutage zwar immer die Rede davon, dass man voll und ganz man selbst seien sollte – im Joballtag ist es dann allerdings doch besser, seine wahren Gefühle oder Meinung zu verbergen. Oft wahrt man den Frieden im Franchise-Unternehmen oder aber in der Geschäftsbeziehung, wenn man hin und wieder taktvoll schweigt und einfach nur nett lächelt. Kleine Flunkereien dienen nur dazu, das zwischenmenschliche Miteinander zu wahren. Wie sieht es da bei Ihnen aus?

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