Eintragung ins Handelsregister: Eine Pflicht für Franchisenehmer?

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Eintragung ins Handelsregister: Eine Pflicht für Franchisenehmer?

Oft kann der Weg ins Franchising ein lukrativer Schritt sein, wenn man sich als Unternehmer selbstständig machen möchte. Dabei können Sie in den unterschiedlichsten Branchen tätig werden – ob Sie ein Restaurant leiten oder Mode verkaufen möchten. Allerdings ist mit der eigenen Existenzgründung auch viel Papierkram verbunden, über den man gerne mal den Überblick verliert.

Vor allem im Franchise ergibt sich hier eine interessante Perspektive: Sie entscheiden selbstständig über Ihr Unternehmen, sind dem Franchisegeber aber untergeordnet. Wir erklären Ihnen, was Sie als Franchisenehmer zu Rechtsformen, Gewerbetätigkeiten und dem Handelsregister wissen müssen.

Die Wahl der Rechtsform

Gleich zu Beginn Ihrer Karriere gilt es, sich für eine Rechtsform zu entscheiden. Ein enorm wichtiger Schritt, da er Auswirkungen auf wichtige Faktoren wie Kapitalbedarf und Haftung hat. Jede Rechtsform hat dabei ihre Vor- und Nachteile. Hier sollten Sie sich über Ihre Möglichkeiten informieren, um die für Sie passende zu finden.

GBR: Gesellschaft bürgerlichen Rechts

Die Gründung einer GbR ist relativ günstig und kommt in verschiedenen Bereichen zum Einsatz. Bei dieser Gesellschaft arbeiten mindestens zwei Personen zusammen, wodurch üblicherweise die Mitarbeiter einzelner Gesellschafter im Unternehmen im Vordergrund steht. Eine GBR ist dementsprechend eine mögliche Rechtsform für Vollkaufleute, Freiberufler oder Kleingewerbetreibende, die mit Geschäftspartnern gemeinsame Ziele verfolgen. Eine GBR muss dabei nicht ins Handelsregister eingetragen werden. Bei dieser Form gibt es kein gesetzlich vorgeschriebenes Mindeststammkapital.

OHR: Offene Handelsgesellschaft

Auch bei einer OHG müssen sich mindestens zwei Personen zusammenfinden, um ein Handelsgewerbe zu betreiben. Diese kann allerdings nicht von Kleingewerbetreibenden gegründet werden, sondern nur von Vollkaufleuten, für die eine Buchführungspflicht gilt. Dabei gilt die GBR als Basis für eine offene Handelsgesellschaft, unterscheidet sich von dieser allerdings auch darin, dass Kunden bei dieser Gesellschaftsform ein höheres Geschäftsvolumen erwarten. Da es sich bei der OHG um eine rechtsfähige Personengesellschaft handelt, können Sie Verträge abschließen, aber auch verklagt werden.

GmbH: Gesellschaft mit beschränkter Haftung

Bei der GmbH handelt es sich um eine Mischform zwischen der haftungsbeschränkten Kapitalgesellschaft und der Personengesellschaft KG. Wie der Name hier bereits andeutet, haften Unternehmer, die sich für diese Form entscheiden, nur mit dem Gesellschaftsvermögen. Ausnahmen gibt es, wenn Verstöße oder Rechtsbrüche vorliegen. Die Mindesteinlage, die gleichzeitig das Stammkapital ausmacht, liegt hier bei 25.000 Euro. Eine GmbH kann bei einem kleinen Vermögen daher eine gute Wahl sein.

UG: Unternehmergesellschaft

In einer UG (haftungsbeschränkt), oft auch „kleine GmbH“ genannt, kommen oft mehrere Geschäftsleute zusammen, von denen keiner in Vollhaftung geht. Um eine UG zu gründen, müssen alle Teilnehmer dabei nur einen Euro als Mindesteinlage tätigen. Dabei muss jedes Jahr eine Rücklage gebildet werden, die aus mindestens 25 % des Jahresgewinns besteht – solange, bis 25.000 Euro erreicht sind. Diese Unternehmergesellschaft gehört mitunter zu den flexibelsten Unternehmensformen.

AG: Aktiengesellschaft

Bei Aktiengesellschaften handelt es sich um eine Gesellschaft mit eigener Rechtspersönlichkeit. Als juristische Person ist sie Träger von Rechten und Pflichten. Aktiengesellschaften werden zumeist dann gegründet, wenn ein Unternehmen eine höhere Menge an Kapital benötigt. Gläubiger können hier auf das gesamte Vermögen einer AG zurückgreifen, allerdings nicht auf das Privatvermögen der Aktionäre.

Was finde ich im Handelsregister?

Im Handelsregister werden alle Unternehmer und Kaufleute eines bestimmten Gebietes eingetragen. Sie werden je nach Land von unterschiedlichen Institutionen geführt, in Deutschland ist es das entsprechende Amtsgericht. So finden sich hier alle wichtigen Informationen zu Unternehmen, darunter fallen unter anderem

  • Name
  • Rechtsform
  • Stammkapital
  • Jahresabschlüsse
  • Bilanzen

Einträge im Handelsregister können dabei von jedem eingesehen werden.

Ein Eintrag ins Handelsregister liegt in der Regel zwischen 200 € bis 300 €. Die Kosten für eine GmbH sind allerdings höher als zum Beispiel für eine UG und können 500 € bis 700 € betragen.

Wann besteht Eintragspflicht?

Nun da Sie sich einen Überblick über unterschiedliche Unternehmensformen gemacht haben, gilt festzuhalten: Ein Eintrag in das Handelsregister ist für Kaufleute, OHG, KG, GmbH und UG Pflicht. Kleingewerbetreibende sowie Freiberufler sind von dieser Pflicht befreit, können sich allerdings freiwillig eintragen lassen, wodurch sie automatisch zum Kaufmann mit entsprechenden Rechten und Pflichten werden.

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Strukturierung des Handelsregisters

Das Handelsregister unterteilt sich in zwei Abteilungen, die zur Vereinfachung der Navigation innerhalb des Registerportales dienen.

  • Abteilung A, kurz HRA, umfasst Kaufleute (Einzelunternehmer), OHGs, KGs und GmbHs, Betriebe öffentlichen Rechts und Europäische wirtschaftliche Interessenvereinigungen
  • Abteilung B, kurz HRB, dient als Verzeichnis für Kapitalgesellschaften, Unternehmergesellschaften und Aktiengesellschaften.

In Abteilung A werden unter anderem Daten wie Firmennamen, Sitz und eingetragen. Darüber hinaus kann man dort auch Kommanditeinlage sowie die Eröffnung und Aufhebung eines Insolvenzverfahrens finden.

Abteilung B ergänzt dies mit Angaben zum Gegenstand des Unternehmens, den Mitgliedern, sowie der Höhe des Grund- und Stammkapitals.

Vorteile eines Eintrags im Handelsregister

Lassen Sie sich als Unternehmen in ein Handelsregister eintragen, trägt dieser Schritt bereits zu Ihrer Seriosität bei, da das Register jedem zur Auskunft bereitsteht und Sie Ihre Daten somit zur Einsicht bereitstellen. Darüber hinaus ergeben sich aber auch andere Vorteile:

  • Ist Ihr Firmenname einmal ins Handelsregister eingetragen, ist er auch geschützt und kann nicht von anderen Unternehmen Ihrer Gemeinde verwendet werden.
  • Eine Prokura kann nur erteilt werden, wenn Sie im Handelsregister eingetragen sind.
  • Sind Sie einmal registriert, dürfen Sie einen Fantasienamen benutzen. Nicht eingetragene Unternehmen müssen hingegen den vollständigen Namen des Inhabers verwenden.
  • Da das Handelsregister zu einer gewissen Transparenz von Unternehmen beiträgt, haben Sie einen Vorteil, wenn es um die Aufnahme geschäftlicher Kontakte von Banken und Unternehmen geht. Die machen Ihre Kontaktaufnahme oft von einem Eintrag im Handelsregister abhängig.

Wie bereits erwähnt kann sich auch ein Eintrag ins Handelsregister dann lohnen, wenn es nicht verpflichtend ist. Das gilt für Kleingewerbetreibende und Freiberufler, die so von neuen Rechten profitieren, aber ebenso gewisse Pflichten einhalten müssen. Wo Sie bislang auf Grundlage des BGBs gehandelt haben, bildet nun das HGB die Grundlage Ihrer Geschäfte. Damit geht die Pflicht zur doppelten Buchführung und Bilanzierung einher, allerdings dürfen Sie nun auch mit Ihrem Unternehmen firmieren und bekommen bei Geschäftspartnern einen Vertrauensbonus.

Wenn Sie in die Kategorie der eintragungspflichtigen Unternehmen fallen, sollten Sie diese Pflicht ernst nehmen. Denn weigern Sie sich dagegen, kann sogar ein Zwangsgeld drohen. Darüber hinaus gilt es auch, Vorsicht zu bewahren: Die Öffentlichkeit Ihrer Daten lockt auch Betrüger, die sich nicht davor scheuen, Unternehmern gefälschte Rechnungen zu schicken. Hier sollten Sie also nicht überschnell handeln und ein genaues Auge auf Papiere werden.

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