Einzelunternehmen: Erfahren Sie, was Sie unbedingt über die Rechtsform wissen sollten!

02.04.2018 08:40 | Ein Unternehmen gründen

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Konzentrationsbestrebungen in der Wirtschaft sind nicht zu übersehen und nehmen immer gewaltigere Formen an, dabei gibt es ihn noch immer, den Laden an der Ecke. Viele fangen ganz für sich allein an, manche bleiben auch ein Unternehmerleben lang dabei, andere werden aufgesaugt oder zum Teil eines größeren Komplexes. Welchen Stellenwert nimmt in einem oft länderübergreifenden Zusammenhang das Einzelunternehmen ein – wie sieht es darin beispielsweise mit der Haftung aus?

Beim Einzelunternehmen trägt der Inhaber das volle Risiko

Die gewählte Rechtsform eines Unternehmens entscheidet nicht zuletzt darüber, ob das erwirtschaftete Vermögen voll und ganz zur Begleichung möglicher Schäden herhalten muss oder aber zumundest ansatzweise auch geschont werden kann. Der Einzelunternehmer haftet auch persönlich, während ein GmbH-Gesellschafter Privates von Geschäftlichem eher trennen kann. Ihm wird es nicht so schnell passieren, dass sein mühsam abbezahltes Häuschen in das Eigentum der Bank übergeht. Stattdessen muss er eine Menge Kapital für die Gründung aufbringen, was anderen durchaus erspart bleiben kann. Ein einzelner Unternehmer ist den Launen der Elemente im Geschäftsleben ausgesetzt, während jemand, der im Verbund agiert, sich wesentlich besser absichern kann.

Das Einzelunternehmen erfordert keinen großen Aufwand

Der Einzelkämpfer kann sein Gewerbe ausüben, ohne sich mit den Anforderungen einer ordentlichen Buchführung belasten zu müssen. Solange sein Wirtschaften im Rahmen bleibt, kann er sich damit begnügen, die Einnahmen den Aufwendungen gegenüberzustellen und den Überschuss zu beziffern. Eine Gewerbeanmeldung wird nur dann nötig, wenn er als Kaufmann tätig sein will. Bei bestimmten Gewerbearten treten Ausnahmeregelungen in Kraft, grundsätzlich aber ist jemand, der auf eigene Rechnung tätig wird,

  • in seinen Entscheidungen freier als andere Unternehmer,
  • er kann flexibler auf Marktbewegungen reagieren.

Im Grunde ist er nur sich selbst verpflichtet, es sei denn, er würde sich Teilhaber in aktiver oder passiver Form ins Boot holen.

Als Einzelunternehmer manches unter dem Deckel halten

Das dient der Kapitalbeschaffung, die an entsprechende Mitspracherechte und übertragene Pflichten geknüpft ist. Im Gegensatz zu Kapitalgesellschaften dürften Investoren weniger Interesse an einer möglichen Beteiligung aufbringen, wenn Bilanzierungen nicht vorgenommen werden müssen. Einblicke in den Geschäftsablauf können sie von außen nur bedingt gewinnen, eingeweiht sind in erster Linie diejenigen, durch deren Aktivität er zustande kommt. Dabei kann der Einzelunternehmer ungebundener vorgehen als manch einer, der sich verschiedenen Seiten gegenüber rechtfertigen muss, ist allerdings auch sämtlichen Anforderungen, die auf ihn zukommen können, weitgehend ungeschützt ausgesetzt. Wie sieht es damit im Franchising aus?

Statt auf eigene Faust im Verbund vorankommen

Wenn der Verwaltungsaufwand sich in Grenzen hält, mag das zunächst recht verlockend erscheinen. Solange alles gut geht, ermöglicht es die volle Konzentration auf die Intensivierung lohnender Bemühungen. Wenn dabei jedoch Schäden auftreten oder Verdiente ausfallen, springt niemand für den Unternehmer ein. Auch dann, wenn das Verlangen bei der Kundschaft nachlässt, kann ihm keiner unter die Arme greifen. Im Gegensatz dazu hat der Franchisenehmer immer jemanden über sich, der für solche und ähnliche Verlegenheiten Verantwortung übernimmt. Zudem sollte es erst gar nicht dazu kommen, weil das Geschäftsmodell bereits erprobt ist. Aufbauarbeit muss nur im eigenen Bereich geleistet werden, der sich systematisch einschmiegen kann.

Vom Einzelunternehmen zum Franchisesystem

Eigentlich selbstständig kann der Franchisenehmer doch als Bestandteil eines funktionierenden Ganzen verstanden werden. Was er wissen muss, wird ihm fortlaufend nahegebracht, was er dazu braucht, um sein Geschäft profitabel auszuführen, bereitgestellt. Sollte er nicht flüssig sein, stehen Finanzierungshilfen zur Verfügung, ob sein Bemühen von ausreichendem Erfolg gekrönt ist, unterliegt beständiger Kontrolle, die er nicht nur selbst ausüben muss. Erzielt ein Einzelunternehmer demgegenüber hohe Gewinne in einem von ihm bestellten Gebiet, bietet sich die Gründung eines Franchisesystems förmlich an. Warum sollte das, was im Stammland fruchtbar ist, nicht auch an anderer Stelle möglich sein? Dabei darf es allerdings nicht zu Reibungsverlusten kommen.

Was gut läuft, kann auch anderswo gedeihen

Also muss eine Strategie her, die gewährleistet, dass einmal Bewährtes übertragen werden kann. Der Einzelne wäre damit leicht überfordert, sodass er Partner finden muss, die in seinem Sinne an weiter entfernten Orten handeln. Es kann ja sein, dass seine Leistung sich herumspricht und auch jenseits des bisherigen Aktionsbereichs nachgefragt wird. Dann muss er nicht große Strecken überwinden, um sie anzubringen, sondern kann auch eine Niederlassung in vermeintlich unerreichbarer Ferne errichten. Dort verläuft alles genau so, wie er es sich vorgestellt hat, ohne dass er selbst in Erscheinung treten müsste. Schon ist ein erfolgreiches Geschäftmodell dupliziert und kann sich daraufhin in prinzipiell unbegrenzter Anzahl vervielfältigen.

Energien bündeln, um weiter zu kommen

Natürlich darf dabei nicht jeder vor sich hin wurschteln, wie er es vielleicht gewöhnt war, sich wiederholende Prozesse müssen standardisiert werden, um optimale Effekte zu erreichen. Was der eine tut, braucht der andere nicht zu kopieren, beide können daraus ihren Nutzen ziehen, dass ein Dritter es routiniert für sie erledigt. Einzelne Aufgaben werden zusammengefasst, um ihnen besser gerecht werden zu können. Es schafft Einheitlichkeit und verhindert, dass zu viel Zeit aufzubringen ist. Was sollte werden, wenn jeder Bäckereiverkauf nur durch das Umpflügen von Ackerland zu ermöglichen wäre? Stattdessen werden verarbeitungsfertige Zutaten geliefert, damit die Preise sich auf einem konkurrenzfähigen Niveau halten können.

Weite Wege gewinnbringend verkürzen

In seinem Einzugsbereich ist jeder Franchisenehmer dafür verantwortlich, dass die Standards eingehalten werden und der Kunde überall das Gleiche bekommt. Auch er muss nicht mehr von hier nach dort gelangen, sondern findet das in seiner Nähe, was er vielleicht von anderswo gemachten Erfahrungen her schon bestens kennt. Anstatt sich mit dem Metzger am Ort zusammenzutun, um ein gutes Frühstück anzubieten, kann der Bäcker vielerlei Ergänzung suchen, weil die von ihm bereitgestellte Qualität bereits bekannt geworden ist. So gewinnt immer mehr Einfluss, was im Quellgebiet anerkannt worden ist und zu schade dafür wäre, nicht auch darüber hinausgehend Bewunderer anzuziehen.

Auf Ergebnisse zurückgreifen

Beim Franchising geht die Saat auf, wenn ein Keim vorhanden ist, der genügend Potenzial entwickeln kann, weil man ihn sorgsam pflegt. Dabei ist weniger entscheidend, dass jeder Neuankömmling eigene Akzente setzt, sondern sein vertieftes Verständnis für die Aufzucht. Es lässt sich dadurch erwerben, dass bereits getätigte Erfahrungen übertragen werden. In dieser Beziehung ist nicht alles noch einmal aufs Neue zu erarbeiten, bereits Geleistetes wirkt nach.

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