Employer Branding im Franchising: So gewinnen Sie neue Mitarbeiter

01.05.2018 07:30 | Ein Unternehmen gründen

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Es geht hier nicht um Brandzeichen, wobei dieser Vergleich gar nicht so abwegig wäre. Wer mit Haut und Haaren dabei ist, bekommt gewissermaßen einen Stempel aufgedrückt im Franchising. Nicht so, dass er auf die Stirn geschrieben stünde, doch auf der Brusttasche oder am Kragenrand kann das Emblem prägender Franchise-Unternehmen durchaus auftauchen. Die Identifizierung ist ein wichtiges Bindeglied, auch anderes entscheidend für ein gelungenes Employer Branding.

Employer Branding als Erfolgsbaustein für Franchise-Unternehmen

Mit werbenden Maßnahmen positioniert der Arbeitgeber sich als starke Marke. Nur wer sich selbst gut verkaufen kann, findet auch Anklang in anderen Bereichen, der Franchisenehmer soll sich schließlich wohlfühlen in seinem neuen Wirkungsbereich. Muss man ihn deshalb vorteilhafter darstellen, als er sich später vielleicht entpuppt, Lockangebote lancieren? Mitnichten, denn im Franchising kommt es auf Vertrauen an. Wer sich getäuscht sieht, wird früher oder später Abstand nehmen. Ist er erst mal geködert, entkommt er dieser Falle nicht mehr, mögen manche denken, doch das scheint weniger reell zu sein. Wer seinem guten Image treu bleiben will, darf nicht mit Tricks arbeiten. Das zahlt sich nicht auf Dauer aus, schadet eher nachhaltig.

Behutsamkeit und Kohärenz im Umgang mit der Öffentlichkeit

Aus freien Stücken sollen potenzielle Kandidaten für Ihr Franchise-Unternehmen einstehen, da ist Überzeugungsarbeit zu leisten, anstatt mit Blendwerk aufzutrumpfen. Es darf jedoch auch nicht zu viel im Vorfeld schon verraten werden, damit andere sich kein Beispiel daran nehmen. Zunächst muss auf breiter und möglichst unverfänglicher Basis Interesse geweckt werden, damit im zweiten oder dritten Schritt weitergehende Interna erläutert werden können. Was man nach außen kehrt, darf den inneren Zusammenhalt nicht gefährden, vor allem sollte man darauf achten, dass man sich nicht im Einzelnen widerspricht. Sollte ein Richtungswechsel angezeigt sein, ist dieser Schritt nachvollziehbar zu begründen. So kann jeder sehen, dass mit offenen Karten gespielt wird.

Laden Sie Interessierte zum spannenden Hausbesuch ein

Einige Franchise-Unternehmen bieten individuelle Schnupperkurse an, um Entschlossenen die Möglichkeit zu geben, sich ihr eigenes Urteil zu bilden. Was nützt die schönste Theorie, wenn die Wirklichkeit mit ihr nicht übereinstimmt? Employer Branding sollte

  • sich an Vorbildern orientieren, die nachgewiesenermaßen Erfolge erzielen konnten,
  • auf Beständigkeit ausgerichtet sein, damit der betriebene Aufwand sich nicht als vergebene Liebesmüh herausstellt,
  • die Attraktivität des Arbeitgebers ebenso betonen wie dessen Glaubwürdigkeit.

Kompetente Fachkräfte werden knapp, hier und da findet ein regelrechter Wettstreit um geeignete Mitarbeiter statt. Wer sich an seinem Arbeitsplatz gut aufgehoben fühlt, leistet gerne etwas mehr und wird seltener krank. Hierzulande herrscht in dieser Beziehung offenbar jedoch ein wenig Nachholbedarf.

Vorher sondieren, anstatt durch die Praxis zu sieben

Anderswo ist man schon weiter und dreht niedertouriger am Bewerbungskarussell. Weder dem einen noch dem anderen ist damit gedient, wenn Kandidaten scharenweise durchgeschleust werden. Das strenge Auswahlverfahren im Franchising setzt demgegenüber einen Kontrapunkt; es kann lange dauern, bis man hineinkommt, doch umso länger bleibt man dann dabei. Wer zur beiderseitigen Zufriedenheit rekrutiert worden ist, verlängert seinen Aufenthalt bereitwilliger, wenn er

  • Abwechslung geboten bekommt und
  • mit wachsender Leistung auch aufsteigen kann.

Um sich greifender Langeweile muss Paroli geboten werden, Abnutzungserscheinungen sind zu vermeiden.

Besser arbeiten in der eingerichteten Komfortzone

Aufmerksamkeit erregen vor allem Auftritte in den sozialen Medien, doch nicht bei jeder Klientel. Hierbei kommt es auf die Professionalität an, um nicht ungewollt abgestempelt zu werden. Daneben gilt es, in Stellenportalen Charakter zu gewinnen, denn daran orientiert man sich bei der Karriereplanung. Wer eine gesicherte Zukunft anstrebt, wird sich kaum auf jemanden einlassen, der sich als wankelmütig zu erkennen gibt oder undurchschaubar. Wuchern Sie mit Ihrem Pfunden, betonen Sie Vorteile, die andere nicht zu bieten haben, und wenn es sie nicht geben sollte, dann schaffen Sie sich welche an. Viele Arbeitnehmer wissen es zu schätzen, wenn an ihre Gesundheit gedacht wird und auch daran, dass sie Familie haben könnten.

Langjährige Partner nicht einfach hängen lassen

Was auf Franchisenehmer zukommt, stellt hohe Ansprüche und ist umso leichter umsetzbar, je mehr man ihrer Wertschätzung Ausdruck gibt. Wer viel verlangt, sollte auch zeigen, dass er es zu würdigen weiß. Sonst besteht zunehmend Gefahr, dass diejenigen, die sich ausgenutzt fühlen, nur bestrebt sind, ihren eigenen Nutzen aus der Situation zu ziehen. Wenn man beiderseitig profitieren möchte, muss ein gewisses Gleichgewicht gegeben sein. Eine fruchtbare Partnerschaft kann sich auch dann einstellen, wenn die Beteiligten nicht gleichberechtigt sind. Jeder gibt dem anderen, was ihm zusteht, weil er die Verteilung von Rechten und Pflichten akzeptiert.

Hüten Sie sich vor allzu häufigem Wechsel

Die Qualität des Employer Brandings erweist sich besonders in Krisenzeiten. Gerade wenn Bedrohungen auftreten, kommt es auf den Zusammenhalt an und systematisch zu entwickelnde Aktivität. Sollte in solchen Momente jemand abspringen, dürften ihm bald weitere folgen. Überhaupt ist kaum etwas schädlicher als eine starke Fluktuation. Sobald es sich herumspricht, meldet sich so schnell keiner mehr, der berechtigte Sorge darum haben muss, nur ebenso verschlissen zu werden. Übererfolgreiche Franchise-Unternehmen können sich mitunter nicht ganz davon freisprechen, nur sind sie in eine Position gelangt, in der man es sich auch leisten kann.

Erfahrungsberichte nicht unterschätzen

Der Wert eines Unternehmens steht oder fällt mit jedem neuen Mitarbeiter. Sie sind es, die Positives zu berichten haben, wenn sie nichts verbreiten können, das dazu imstande ist, unabsehbaren Schaden anzurichten. Alle, die neugierig von außen darauf schauen, sind leicht abgeschreckt, wenn ein Insider vom Leder zieht. Sorgen Sie dafür, dass solches nicht passiert. Öffnen Sie sich nicht jedem, aber streben Sie eine intensive Bindung an, nachdem Sie Ihre Wahl getroffen haben. Pflegen Sie einen kultivierten Stil, der über das Rechnungswesen weit hinausgeht und Anteilnahme am menschlichen Faktor jenseits der nackten Zahlen vermuten lässt.

Recruiter tragen viel Verantwortung

Menschenkenntnis und Erfahrung machen den Unterschied aus, sie bestimmen darüber, ob ein Franchise-Unternehmen sich gesund entwickelt oder im Kern faulig wird. Hat sich bereits eingeschlichen, was weiter übel wuchert, ist eventuell ein harter Schnitt vorzunehmen. Besser aber ist es, Vorsorge dafür zu betreiben, dass Grassierendes vermieden wird. Wehren Sie den Anfängen, die entstehen können, wenn es an die Mitarbeiterauswahl geht. Sie muss mit größter Sorgfalt und keinesfalls auf Verdacht vorgenommen werden. Spontane Entscheidungen beweisen die richtige Intuition.

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