Entwicklungstendenz: Franchising weiterhin auf Erfolgskurs

03.01.2019 08:32 | Ein Unternehmen gründen

Franchising ist heutzutage in aller Munde und die heutige Geschäftswelt ließe sich kaum ohne Franchising vorstellen. Dabei gibt es das Konzept des Franchisings bereits seit langer Zeit. Wussten Sie, dass der Ursprung des Franchisings im Mittelalter als Konzept für die Befreiung von Steuern entstand? Auch damals war Franchising also schon ein Privileg, der erworben von bestimmten Personen erworben wurde.

Die ersten „richtigen“ Franchisesysteme gab es etwa Mitte des 20. Jahrhunderts, dessen Pionier das Unternehmen Coca-Cola mit der Vergabe einer Lizenz zum Abfüllen und zum Vertrieb von Coca-Cola. Allerdings ist Franchising viel mehr als nur ein reines Recht zur Nutzung – sondern ein Nehmen und Geben.

Nicht umsonst werden beide Parteien als Franchisegeber, bzw. Franchisenehmer bezeichnet. Auch, wenn insbesondere in den 60er Jahren das Franchising in den USA bereits florierte, dauerte es bis in die 70er Jahre an bis das Franchising in Europa und insbesondere das Franchising in Deutschland aufwachte. Besonders Gastronomie- und Einzelhandelsunternehmen interessierten sich für diese neuartige Art der Expansion – mittlerweile gibt es weltweit etwa 17.000 Franchisesysteme und Franchising ist ein Konzept auf Erfolgskurs. Abgerundet wurde dieser Aufschwung des Franchisings durch die Gründung des World Franchise Council (WFC) als Dachverband der Franchiseverbände weltweit, um das Franchising weltweit zu harmonisieren und zu vereinfachen. Neben dem World Franchise Council gibt es auch noch den europäische Franchise-Verband (European Franchise Federation - EFF), der 1972 gegründet wurde.

Auch Deutschland hat seinen eigenen Franchiseverband – den Deutschen Franchiseverband, gegründet im Jahre 1978.

Laut einer Pressemitteilung des Deutschen Franchiseverbandes vom 11. Dezember 2018 sind die Zeiten für das Franchising in Deutschland rosig. Das zweite Halbjahr 2018 behält wie auch schon das erste Halbjahr 2018 den Erfolgskurs bei.

Dies ist das zweite Mal, dass der Deutsche Franchise Verband den Franchise Klima Index (FKI) erhebt – das erste Mal war vor knapp einem Jahr. Bei der Messung im Juni 2018 erwies sich das Franchise Klima bereits als sehr positiv und befand sich auf 140 Prozent. Im zweiten Halbjahr 2018 führte sich dieser positive Schwung weiter, um das Jahr 2018 mit einem Franchise Klima Index von 143 Prozent zu verabschieden.

deutscher franchiseverband fki 2018 hj 2

Was sagt der Franchise Klima Index noch aus? Neben dem allgemeinen Geschäftsklima wurden folgende Themen beobachtet:

  • Franchisepartnerindex
  • Wachstumsindex bei den Angestellten
  • Die Anzahl der Betriebe

Auch der Wachstumsindex der Franchisepartner zeigt sich von seiner positiven Seite mit 22 Prozent, was ein Wachstum von 17 Prozentpunkten ausmacht. Gleichfalls ist die Anzahl der Betriebe von 7 auf 15 Prozent gestiegen. Der Wachstumsindex bei den Angestellten gibt eine klare Steigung von beinahe 10 Prozent wieder (9,4).

Allgemein ist also eine durchaus sehr positive Entwicklung der Franchisewirtschaft erkennbar. Dies liegt unter anderem an folgenden Faktoren:

  • Die Mitglieder des deutschen Franchiseverbandes öffnen sich anderen Formen der Expansion.
  • Auch andersartige Zielgruppen wie Franchisenehmer im Rahmen einer Kooperation als Multi-Unit oder Multi-Brand-Operator werden miteinbezogen.
  • Miteinbeziehung junger Systeme, die Mitglied des deutschen Franchiseverbandes sind und die sich im starken Wachstum befinden.

Neben den oben angerissenen Parametern untersucht der Deutsche Franchiseverband auch auf die Expansionsart der Franchisebetriebe und kam zu folgendem Ergebnis:

  • 74 Prozent der Befragten gaben an, dass sie mit bereits bestehenden Franchisepartnern expandieren.
  • 55 Prozent der Befragten wachsen mit Unternehmensgründern.
  • 29 Prozent der Befragten entscheiden sich für eine Expansion über bestehende Unternehmen, d. h. über die Transformation in ein Franchise-Unternehmen.
  • etwa 10 Prozent der Befragten entscheiden sich laut der Umfrage für eine Expansion über Filialen.

Im zweiten Halbjahr 2019 wird der nächste und dritte Franchise-Klima-Index in Kooperation mit der Digital Business University of Applied Sciences i.G. veröffentlicht.

Wie wird der Franchise-Klima-Index berechnet?

Der Franchise-Klima-Index wird erhoben, indem die aktuelle und zukünftige Geschäftslage in den deutschen Franchisesystemen analysiert und durch die Gegenüberstellung von positiven und negativen Erwartungen/Einschätzungen zu einem Indexwert verrechnet werden.

Dies bedeutet, dass bei einem ausgeglichenen Index der Wert bei genau 100 liegen müsste, bei einer negativen Einschätzung aller Teilnehmer würde der FKI bei 0 und bei einer positiven Einschätzung aller Teilnehmer würde der FKI bei 200 liegen.

Was ist der Deutsche Franchiseverband?

Wie der Name schon sagt, vertritt der Deutsche Franchiseverband die Interessen der verschiedenen Akteure der Franchisewirtschaft in Deutschland in wirtschaftspolitischer Hinsicht, sowohl national als auch international.

Außerdem hat der deutsche Franchiseverband die Aufgabe, sowohl Franchisegeber als auch Franchisenehmer zu repräsentieren, die derzeit etwa 350 Mitglieder im Franchiseverband ausmachen.

Weitere Aufgaben des Deutschen Franchise Verbandes sind u. a.:

  • Pflege enger Kontaktbeziehungen zum Deutschen Bundestag, zum Bundesministerium für Wirtschaft und Energie, zum deutschen Industrie- und Handelskammertag und zur Bundesagentur für Arbeit.
  • Sensibilisierung in Bezug auf die Themen und Belange des Franchisings in Deutschland auf europäischer Ebene
  • Unterstützung bei der Expansion auf internationale Märkte von sowohl Franchisenehmern- als auch Franchisegebern
  • Förderung des Bekanntheitsgrades und des Images des Franchisings in Deutschland
  • Sicherstellung und Vereinfachung der Finanzierung von Franchise-Geschäfte in Deutschland
  • Förderung in Bezug auf die Schaffung von Arbeitsplätzen
  • Leitung einer Initiative zur Aus- und Weiterbildung gemeinsam mit dem deutschen Franchise Institut.

Wenn Sie Mitglied des Deutschen Franchiseverbandes werden möchten, können Sie dies durch einen Antrag auf der Webseite des Deutschen Franchiseverbandes tun. Nach erfolgter Bearbeitung Ihres Antrages wird Ihnen einige Gebühr von 500 € in Rechnung gestellt.

Allerdings lohnt es sich, Mitglied im Deutschen Franchiseverband zu werden - unter anderem um von Leistungen wie Betreuungen und Beratung, einer Repräsentation im Systemfinder der Deutschen Franchiseverbandes und vielen hilfreichen Informationen und kompetenten Ansprechpartnern zu profitieren.

Jahresrückblick auf 2017

Das Jahr 2017 war laut des deutschen Franchiseverbandes ein sehr erfolgreiches Jahr – hier einige Eckdaten:

  • 350 Mitglieder
  • 970 in Deutschland aktive Franchisegeber
  • 23.000 aktive Franchisenehmer
  • 707.000 Mitarbeiter
  • Umsatz von etwa 112 Milliarden Euro

Kein Wunder also, dass sich rund 85 Prozent der Franchisenehmer gleich ein zweites Mal für Ihr System entscheiden würden (Quelle: Deutscher Franchise Verband). Dahingegen liegt die Aufgabequote von Franchisenehmern, die weniger zufrieden waren bei nur 38 Prozent.

Es ist wichtig, dass Sie sich als angehender Franchisenehmer für das passende Franchisesystem entscheiden. Auch in dieser Sache bietet der Deutsche Franchiseverband die passende Beratung. Bei der Wahl des passenden Franchisegebers sind einige persönliche und finanzielle Kriterien zu berücksichtigen und die Wahl sollte keinesfalls voreilige getroffen werden – unter Androhung des Risikos, später nicht absolut zufrieden zu sein.

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