Mitarbeiter Zeiterfassung: Was bedeutet das EuGH-Urteil für Ihr Franchise-Unternehmen?

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mitarbeiter zeiterfassung

Neulich hat der Europäische Gerichtshof (EuGH) beschlossen, dass Arbeitgeber künftig verpflichtet werden sollen, die Arbeitszeit ihrer Mitarbeiter systematisch zu erfassen. Das EuGH-Urteil richtet sich an die einzelnen EU-Staaten, die daraufhin ihre nationalen Unternehmen verpflichten sollen, ein System einzuführen, um die tägliche Arbeitszeit genau erfassen zu können. Laut EuGH sollen so die Arbeitnehmer und deren Gesundheit geschützt werden. Was genau bedeutet die Mitarbeiter Zeiterfassung für Sie als Franchise-Unternehmer? Hier klären wir Sie über die Vor- und Nachteile der Zeiterfassung auf!

Das EuGH-Urteil zur Mitarbeiter Zeiterfassung

Das EuGH-Urteil zur Mitarbeiter Zeiterfassung gibt den Mitgliedstaaten der EU keine bestimmte Frist vor, zu wann diese umgesetzt werden muss. Außerdem lässt es einen Auslegungsspielraum. Der deutsche Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier will nun klären, ob das EuGH-Urteil Neuregelungen für deutsche Unternehmen bedeutet. Folglich hat sein Ressort ein Rechtsgutachten dazu beauftragt, inwieweit überhaupt Umsetzungsbedarf für deutsche Unternehmen besteht. Er betonte außerdem, dass es darum ginge, Lösungen zu finden, die den bürokratischen Aufwand möglichst gering hielten und zeitgleich die Interessen der Arbeitgeber und Arbeitnehmer wahren würden.

Die Stechuhr im 21. Jahrhundert? Rückschritt statt Fortschritt?

Zahlreiche Arbeitgeber haben das EuGH-Urteil zur Mitarbeiter Zeiterfassung stark kritisiert. Viele halten die Wiedereinführung der Stechuhr im 21. Jahrhundert als nicht zeitgemäß, sie finden es unpassend, in der Arbeitswelt 4.0 eine Arbeitszeiterfassung der ersten Generation einzusetzen.

>>> Erfahren Sie hier mehr über die Arbeitswelt 4.0 und die Digitalisierung im Franchising:

Welche Bedeutung hat das EuGH-Urteil zur Mitarbeiter Zeiterfassung für die Arbeitnehmer?

Der EuGH betont, dass durch das Urteil die Arbeitnehmerrechte und deren Gesundheit geschützt werden sollen. Die Arbeitgeber in den EU-Staaten sollten Systeme zur Arbeitszeiterfassung einrichten, damit überprüft werden könne, ob die Arbeitszeiten auch tatsächlich eingehalten werden würden. Nur indem die Mitarbeiter Zeiterfassung dann auch regelmäßig überprüft wird, kann sichergestellt werden, dass die Arbeiternehmerrechte, die laut EU-Recht zugesichert werden, auch wirklich eingehalten werden. Denn ohne ein solches System ließen sich die Überstunden der Arbeitnehmer schließlich nicht verlässlich ermitteln. Das System biete den Arbeitnehmer eine sichere Grundlage, um ihre Rechte auch tatsächlich durchzusetzen.

Wie könnte solch eine Mitarbeiter Zeiterfassung aussehen?

Das Urteil des EuGH lässt offen, wie die Unternehmen die Arbeitszeiten erfassen müssen. Dies könne klassisch auf dem Papier, per Stechuhr, elektronisch oder aber per App geschehen. Wichtig sei nur, dass es sich um ein objektives und verlässliches System handele. Die Befürworter des Urteils sind sich einig, dass es zahlreiche Möglichkeiten zur Mitarbeiter Zeiterfassung gibt und die Aufgabe am besten an die Mitarbeiter delegiert werden sollte, da diese ihre eigenen Arbeitszeiten am besten kennen. Entscheidend sei allerdings, dass diese Aufzeichnungen auch regelmäßig überprüft werden würden, da das gesamte Konzept ansonsten hinfällig wäre.

Wie gestaltet sich die Mitarbeiter Zeiterfassung heute in deutschen Unternehmen?

Offiziell heißt es, dass Arbeitgeber heutzutage dazu verpflichtet sind, die Überstunden ihrer Mitarbeiter zu dokumentieren. Mit dem Begriff Überstunde ist jede zusätzliche Arbeitsstunde nach der achten Stunde gemeint. Ferner heißt es, dass es heute zahlreiche Arbeitszeitmodelle gibt, die auf Vertrauensarbeit zwischen Arbeitgeber und Arbeitnehmer beruhen. Jedoch geht der Deutsche Gewerkschaftsverbund davon aus, dass jeder fünfte Arbeitnehmer seine Arbeitszeiten nicht erfasst, so dass das EuGH-Urteil zur Mitarbeiter Zeiterfassung diese Lücken schließen würde.

Die Vorteile auf einen Blick: Was spricht für die Mitarbeiter Zeiterfassung?

Die Mitarbeiter Zeiterfassung ist insofern wichtig, da diese die Rechte der Arbeitnehmer stärkt. Solange es um die Rechte und Löhne der Arbeitnehmer geht, sollte die Einführung der Aufzeichnung von Arbeitszeit nicht als bürokratische Aufwand, sondern als notwendige Dokumentation betrachtet werden. Schließlich wird bereits heute in bestimmten Arbeitsverhältnissen mit der Stechuhr gearbeitet. Dies ist bei Minijobs oder der Schichtarbeit der Fall, aber auch Kraftfahrer und Mitarbeiter im öffentlichen Dienst dokumentieren ihre Arbeitszeiten. Die Mitarbeiter Zeiterfassung ist insofern wichtig, da den Arbeitnehmern ausreichend Zeit zur Regeneration gegeben werden soll. Die täglichen und wöchentlichen Arbeitszeiten müssen daher begrenzt werden, damit diese Ruhezeiten auch tatsächlich eingehalten werden.

Fakt ist, in zahlreichen Branchen werden die Arbeitszeiten nicht erfasst. Dies ist vor allem bei den Jobs der Fall, wo die Mitarbeiter flexibel arbeiten oder aber viel unterwegs sind, sprich im Home Office oder aber als Berater im Außendienst. Es ist insofern wichtig, dass auch hier die Zeiten exakt dokumentiert werden, damit den Arbeitnehmern regelmäßige Mehrarbeit erspart bleibt. Schließlich führt auch eine ständige Erreichbarkeit dazu, dass die Mitarbeiter permanent unter Druck stehen, was sich wiederum in Krankheiten, Burn-Out und erhöhten Fehlzeiten äußern kann. Wenn wir daran denken, dass wir in Zukunft bis ins hohe Alter erwerbsfähig sein müssen, dann liegt es ganz klar im Interesse der Unternehmen, dass die Gesundheit der Mitarbeiter höchste Priorität hat.

>>> Lesen Sie hier mehr zu den Themen Stress und Erreichbarkeit im Franchising:

Ein weiterer Punkt, der für die Mitarbeiter Zeiterfassung spricht, ist die Tatsache, dass dies zu einer erhöhten Transparenz führt und Wettbewerbsverzerrungen ausmerzt. Durch die genaue Dokumentation der Arbeitszeiten wird deutlich, wer seine Arbeitnehmer mit illegalen Arbeitszeiten beschäftigt: Sprich Überstunden, die offiziell nicht gezählt werden oder aber die Mehrarbeit, die sich Mitarbeiter unbezahlt mit nach Hause nehmen. Dadurch, dass alle Unternehmen die Stunden festhalten, kann sich kein Unternehmen mehr durch zahlreiche Überstunden Vorteile auf dem Markt verschaffen.

Welche Nachteile gehen mit dem EuGH-Urteil zur Mitarbeiter Zeiterfassung einher?

Die Gegner des EuGH-Urteils sehen in der Mitarbeiter Zeiterfassung lediglich einen bürokratischen Mehraufwand, der wenig effektiv und nicht zeitgemäß ist, da die Überstunden bereits jetzt schon erfasst werden. Es dürfe sich also nicht viel ändern, die Dokumentation stelle nur einen Mehraufwand dar, während sich in der Praxis nicht viel ändern würde. Ebenso würde die Stechuhr nicht zu den modernen Konzepten von New Work und Digitalisierung passen. Darüber hinaus sind sich die Gegner sicher, dass heute zahlreiche gut funktionierende Modelle in deutschen Unternehmen gelebt werden, die auf Vertrauensarbeit basieren und die bisherige Dokumentationspflicht zu den Überstunden nach derzeitiger Rechtslage in Deutschland ausreichend sei.

Das Fazit zum EuGH-Urteil:

Das Urteil zur Mitarbeiter Zeiterfassung wird den Arbeitnehmern helfen, ihre geleisteten Stunden besser nachweisen zu können. Verstöße können von den Aufsichtsbehörden in Zukunft einfacher nachgewiesen werden. Fakt ist, dass sich die Regenerationszeiten der Mitarbeiter entscheidend auf deren Leistung und Produktivität auswirken, weshalb es auch im Interesse Ihres Franchise-Unternehmens liegen sollte, die Arbeitszeiten zu erfassen. Das Urteil zur Mitarbeiter Zeiterfassung schützt daher nicht nur Ihre Arbeitnehmer, sondern sorgt auch dafür, dass Ihr Franchise-Unternehmen möglichst produktiv und erfolgreich arbeiten kann.

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