Existenzgründung planen: Gibt es so etwas wie einen Simulator für die Selbstständigkeit?

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existenzgruendung planen

Über Simulatoren, also Software-Programme, lassen sich viele Tätigkeiten simulieren und virtuell beinahe lebensecht darstellen. Sie können am Rechner plötzlich innerhalb weniger Stunden einen Formel-I-Boliden wie ein Profi über den Nürburgring jagen oder die überaus komplexe Steuerung eines Hubschraubers in Fleisch und Blut übergehen lassen, ohne sich Gedanken über das Risiko eines Crashs oder eines Absturzes und den sonst im realen Leben mit solchen Unglücken verbundenen Gefahren für Leib und Leben machen zu müssen. Virtual Reality, Stadtplanungs- und Sportmanagement-Spiele, Strategiespiele – die Palette an spezifischer Software und PC- und Konsolenspielen ist ellenlang.

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Die wichtigsten Dinge im Leben lassen sich jedoch eher weniger simulieren. Wenn Sie als Existenzgründer Ihr eigenes Unternehmen starten, dann stehen Sie schon in der Planungs- und Vorbereitungsphase jeden Tag vor wichtigen Entscheidungen, mit denen Sie Ihr Vorhaben auch schon mal recht schnell vor die Wand fahren können. Sie springen ins kalte Wasser und wissen meistens erst hinterher, ob Sie mit dieser oder jener Entscheidung richtig oder komplett falsch gelegen waren. Ohne Netz und doppeltem Boden also das Ganze. Aber stimmt das wirklich? Gibt es denn keinerlei Möglichkeiten, sich mit entsprechender Unterstützung so vorzubereiten, dass die entscheidenden Fehler und die damit verbundenen schmerzlichen Erfahrungen bei der echten Gründung gar nicht mehr passieren können?

Planspiele, Seminare und Workshops für die Gründer von morgen

Doch, es gibt sie. Diese Simulatoren für den Weg in die Selbstständigkeit findet man meistens unter dem Dach von Universitäten und Hochschulen, teilweise auch bei Wirtschafts- oder Berufsverbänden. Dort werden jeweils sowohl entsprechende Seminare und Workshops angeboten als auch Planspiele. In diesen Planspielen bekommen die Kandidaten für eine Existenzgründung alle Schritte, die bei einer Gründung von A bis Z zu gehen sind, aufgezeigt. Dabei stehen den angehenden Gründern stets erfahrene Gründungsberater und Experten zur Seite.

Natürlich ist es in jedem Fall erst mal wichtig, sich das notwendige theoretische Rüstzeug anzueignen. Wie aufwendig diese Phase sein muss, hängt zwar auch davon ab, mit welcher Vorbildung die einzelnen Kandidaten ins Rennen gehen. Kommt einer aus dem Handwerk und will einen eigenen kleinen Handwerksbetrieb aufbauen, ohne in seinem bisherigen Leben jemals mit kaufmännischen oder wirtschaftlichen Grundbegriffen in Kontakt gekommen zu sein, ist ein anderer Stoffaufbau notwendig, als wenn ein Student der Betriebswirtschaft eine Existenzgründung als selbstständiger Unternehmensberater in Angriff nehmen will. Aber prinzipiell schadet es niemanden, sich erneut, und vor allem auch aus einer ganz anderen Position als bisher heraus, dieses unabdingbare Wissen anzueignen. Es ist schließlich etwas anderes, ob man als Student rein theoretisch über irgendwelche Wirtschaftstheorien diskutiert oder ob die Sattelfestigkeit des Wissens und dessen praxisnahe und effiziente Anwendung auf freier Wildbahn über „Leben und Tod“ als Unternehmer entscheidet.

Was gilt es, in diesen Planspielen zu vermitteln?

Die theoretischen Kenntnisse, die über diese Planspiele vermittelt werden, geht dann auch vom grundsätzlichen wirtschaftlichen Grundwissen wie den verschiedenen Marktformen (z. B. Monopol, Oligopol, Polypol) oder den einfachsten buchhalterischen Grundregeln bis hin zu deutliche komplexeren Themengebieten. Dort kann es dann darum gehen, welche wichtigen Ergebnisse einem Gründer die Deckungsbeitragsrechnung oder die Unternehmenskennzahlen liefern können. Welche Unterschiede gibt es bei einer pessimistischen oder optimistischen Umsatzplanung? Welche steuerlichen, rechtlichen und finanziellen Grundlagen gilt es bei der Personalplanung zu beachten und was ist mit meinen eigenen Sozialabgaben als Unternehmer? Wie organisiere ich die Materialbeschaffung und welche Geheimnisse gilt es aus dem gesamten Themenkomplex mit Marketing, PR, Social Media und Kundensupport noch zu lüften?

Nach der Theorie geht es ab in die wichtige Simulationsphase

Ebenfalls sehr wichtig sind natürlich die gesamten Rahmendaten, die eine Existenzgründung mit sich bringen kann. Welche Unternehmensformen und Unternehmensziele können für jeden individuell interessant sein und was bedeuten die einzelnen Möglichkeiten in rechtlicher, steuerlicher und wirtschaftlicher Hinsicht. Hat man diesen gesamten theoretischen Part erfolgreich abgeschlossen, einiges wird dabei wahrscheinlich je nach Vorbildung ein bisschen wie ein Crash-Kurs anmuten, geht man daran, aus dem gewonnenen Wissen eine eigene Unternehmensidee zu entwickeln und auf dem Papier die dafür nötige Strukturen und Zielvorgaben festzuhalten.

Mit dieser Struktur und den damit verbundenen Daten werden dann speziell dafür konzipierte Simulationsprogramme gefüttert, über die der Existenzgründer mit der Beratung und Unterstützung der Experten und Gründungsberater bzw. Franchiseberater sein Unternehmen im Trockentrainingsmodus gründet und führt. Jede Entscheidung und jeder Eingriff wird simuliert und die daraus resultierenden Folgen werden in umfangreichen Auswertungen dargestellt und mit dem angehenden Gründer analysiert und reflektiert. Etwaige Fehlgriffe, sei es in unternehmerischer, wirtschaftlicher oder rechtlicher Hinsicht, bleiben damit außer dem gewünschten Lernerfolg ohne gravierende Konsequenzen.

Die wichtigen Soft Skills und der echte Weg in die eigene Gründung

Die ebenfalls entscheidenden Soft Skills wie beispielsweise Mitarbeiterführung und Verhandlungsgeschick, die nicht hinreichend theoretisch erlernt oder über die Software simuliert werden können, sind über zusätzliche Module ebenfalls Bestandteil der Gründungsberatung und Simulation. Diese Module beinhalten auch noch Präsentationstechniken und weitere Kompetenzen im Bereich Kommunikationstechnologien und Social Media. Mit diesen gesamten neuen Erfahrungen und Kompetenzen lassen sich dann in Zusammenarbeit mit den Gründungsberatern und Experten genau die fundierten Businesspläne erstellen, die bei einer gewünschten Gründungsförderung durch staatliche oder kommunale Förderprogramme große Erfolgsaussichten haben, auch die gewünschte Anschubfinanzierung zu erzielen. Und dann steht auch der eigenen aussichtsreichen Existenzgründung nichts mehr im Wege.

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Simulation geht auch anders – Praktika als wichtige Erfahrung im Real Life

Aus meiner Sicht gibt es aber neben diesen reinen Simulationen auch noch weitere, vielleicht auch nur zusätzliche Möglichkeiten, sich die notwendigen Kenntnisse und Fertigkeiten anzueignen. Wie wir schon festgestellt haben, geht es letztendlich darum, sein Wissen in die praxisnahe und effiziente Umsetzung im echten Leben zu bringen. Und wo lässt sich das am besten und schnellsten kennenlernen, wenn nicht in der Praxis selbst?

Wenn man Student ist oder vielleicht aus einer arbeitslosen Situation heraus eine Gründung starten möchte, sind Praktika beispielsweise immer eine gute Möglichkeit, die Gründung von Start-ups und kleineren Unternehmen live mitzubekommen. Dabei sollte, wenn es unter dem Kontext einer späteren eigenen Gründung gesehen werden will, der eigene finanzielle Verdienst eine vernachlässigbare Größe sein.

Vielmehr sollte es für Sie als Praktikant oder auch bezahlter Mitarbeiter darum gehen, sich so viel wie möglich abzuschauen und positive wie negative Erkenntnisse mitzunehmen. Auch „negative Erfahrungen“ sind Erfahrungen, die sich lohnen zu machen, vor allem dann, wenn man selbst als Mitarbeiter oder Praktikant in dem Sinne „nur Beifahrer“ ist und nicht Unternehmer an der vordersten existenziellen Front. Somit stellt das ebenfalls eine Art der „Simulation“ dar, nur eben mit dem Benefit, die Notwendigkeiten, Zwänge, Chancen und Risiken eines neu gegründeten Unternehmens im echten Leben mitnehmen zu können. Eigener Erfahrungsherd ist sozusagen Goldes wert.

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