Checkliste: Was Sie beachten müssen bevor Sie mit Ihrem Franchise expandieren

09.02.2019 15:00 | Ein Unternehmen gründen

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Beim Franchising gibt es unterschiedliche Arten der Expansion: Zum einen gibt es eine Franchisenehmer-Expansion und zum anderen kann eine Franchisemarke auf neue Märkte dringen. In gewisser Weise bedingen sich diese beiden Arten der Expansion, denn nur mithilfe von weiteren Franchisenehmern können auch weitere Absatzmärkte eingenommen werden. Ein guter Partnermanager in der Franchisezentrale selbst ist daher sehr wichtig. Er treibt von der Zentrale aus die Expansion voran. Dieser Artikel klärt Sie auf!

Welche Rolle spielen Franchisenehmer bei einer Expansion?

Die Franchisenehmer sind das Blut eines Franchisesystems. Sie verbreiten die Marke, dringen auf neue Märkte, stehen im direkten Kontakt mit den Kunden und sind somit das Gesicht der Franchisemarke. Dabei ist der Partnermanager in der Franchisezentrale der Hauptansprechpartner für die Franchisenehmer. Er ist es, der die ersten Gespräche führt und den Interessenten letztlich auch durch die Unterzeichnung des Franchisevertrages die Lizenz verkauft. Der Partnermanager steht Ihnen zur Seite, wenn es um den Aufbau und die Entwicklung des Franchisestandortes geht. Und genau er sollten Ihnen daher auch raten, dass Mut zur Größe die beste Idee ist, wenn es um das Thema Expansion geht!

Die Multi-Unit-Lizenz: Wagen Sie den Schritt, um Großes zu bewirken!

Die meisten Franchisenehmer starten meist mit einer Einzellizenz, die sie dazu berechtigt, einen einzelnen Standort zu entwickeln. Dabei haben Studien und Umfragen gezeigt, dass eine Filialisierung wirtschaftlich sehr rentabel für Franchisenehmer sein kann! Aus diesem Grund sollten Franchisegeber ihre Franchisenehmer ermutigen, eine Multi-Unit-Franchiselizenz zu erwerben, damit sie ihr eigenes kleines Filialnetz betreiben können. Sobald ein Franchisenehmer erfolgreich einen eigenen Standort etabliert hat, weiß er, wie der Hase läuft, er kennt die Marke und weiß, wie das Konzept funktioniert. Es bietet sich daher an, den nächsten Schritt zu wagen.

Als Franchisenehmer expandieren und Platzhirsch werden!

Eine Expansion via Multi-Unit-Franchising sorgt dafür, dass das Franchisesystem weiter wachsen kann und es zusätzlich zu einer geringeren Fluktuation der Franchisenehmer kommt. Bauen Franchisenehmer weitere Standorte auf, können Gebiete schneller und nachhaltiger erschlossen werden. Und ist ein Franchisenehmer auf Expansion aus, arbeitet er motivierter und erfolgreicher. Die Filialisierung zahlt sich selbstverständlich auch für Franchisenehmer aus: Sie sind mit mehreren Betrieben wirtschaftlich stabiler aufgestellt und können sich besser im Wettbewerb behaupten. Und das sorgt auch dafür, dass die Erlöse der Franchisenehmer steigen. Und davon profitieren natürlich alle: Die Franchisenehmer, der Franchisegeber und die Marke.

Expansion ins Ausland – so gehen Sie die Internationalisierung eines Franchisesystems an!

Ist eine Expansion des Franchisesystems geplant, so bedarf es hier einer sorgfältigen Planung. Damit das Projekt Ausland auch tatsächlich gelingen kann, ist eine gute Vorüberlegung notwendig. Hier kommt es auf das richtige Expansionskonzept an, damit die Internationalisierung auch gelingen kann.

Unter anderem muss auch die passende Methode gewählt werden, mit der man die Internationalisierung angehen möchte:

  • Die Vergabe einer Master-Franchiselizenz:

Im Zuge dessen wird ein Masterfranchisenehmer gesucht, der das Land der Wahl vor Ort mithilfe von sogenannten Sub-Franchisenehmern entwickelt. Ein Masterfranchisenehmer stammt selbst auch aus dem Land, kennt die Kultur, ist der Sprache mächtig. Im Rahmen des Masterfranchisings gilt es, zunächst einmal das Franchisekonzept in einem Pilotbetrieb zu testen und es gegebenenfalls an die Bedürfnisse des Landes anzupassen. Funktioniert das System, kann das Konzept mithilfe der Sub-Franchisenehmer entwickelt und ausgerollt werden.

  • Direktes Franchising:

Bei dieser Art von Franchising vergibt der Franchisegeber direkte Lizenzen. Er sucht sich selbst passende Geschäftspartner im Zielland, ohne dass ein dritter Vertragspartner wie der Masterfranchisenehmer dazwischengeschaltet wird. Fakt ist, dass sich der Weg der Internationalisierung auf diesem Pfad als komplizierter herausstellen kann, da man als Franchisegeber selbst die gesamte Verantwortung trägt. Es liegt also an Ihnen, dass Sie die notwendigen Anpassungen für den anderen kulturellen Kontext vornehmen und diese dann auch in Eigenregie umsetzen. Von daher sollte man sich in diesem Fall darauf einstellen, dass man höhere Budgets in die Hand nehmen und die Risiken allein schultern muss.

Welche Barrieren gilt es bei einer Expansion zu überwinden?

  • Die Sprachbarriere

Möchte man in ein ausländisches, anderssprachiges Land expandieren, so gilt es natürlich die Sprachbarriere zu überwinden. Dies umfasst selbstverständlich auch den Franchisevertrag, das Franchisehandbuch sowie die Schulungsunterlagen. All diese Informationen sollten in der jeweiligen Landessprache vorliegen, damit diese auch leicht verständlich für die Franchisenehmer sind. Bei einer Expansion nach Österreich oder in die Schweiz hat man es daher als deutschsprachiger Franchisegeber zunächst einmal leichter.

  • Das Marketingkonzept und das kulturelle Umfeld

Je nach dem in welches Land man expandiert, so sollte man sich auch auf ein anderes kulturelles Umfeld einstellen. Eine andere Kultur äußert sich meist auch in anderen Kundenerwartungen, welche sich in einem angepassten Franchisekonzept widerspiegeln sollten. Ein sprachlich anderer Kontext kann auch dazu führen, dass Produktnamen oder Werbeslogans angepasst werden müssen. So kann eine Expansion in ein neues Land auch mit der Überarbeitung des Marketingkonzeptes einhergehen. Eine Expansion ins Ausland kann daher oft damit einhergehen, dass der Marktauftritt und die Kommunikation an die neue Kultur und die anderen Lebensgewohnheiten angepasst werden müssen.

  • Schützen Sie Ihre Marken und sichern Sie Ihre Markenrechte auch im Ausland!

Als Franchisegeber sollte man darüber nachdenken, in dem neuen Land seine Marke zu schützen, damit diese nicht eins zu eins kopiert werden kann. Aus diesem Grund ist die Registrierung bestehender Schutz- und Markenrechte sehr wichtig!

  • Rechtliche Voraussetzungen für eine geglückte Expansion

Es kommt immer auf das Zielland an, allerdings sollte man vorab die rechtliche Struktur analysieren. Dies ist auch entscheidend für den Franchisevertrag und die rechtliche Beziehung zu den Franchisenehmern. Welche Rechtsordnung ist für den ausländischen Franchisevertrag entscheidend? Es kann einem Franchisegeber manchmal viel Zeit kosten, wenn dieser auf die Beibehaltung der bisherigen deutschen Rechtsordnung beharrt. Und so verzögert sich letztlich das Projekt Expansion gehörig. Stattdessen gilt hier: Lassen Sie sich von der unbekannten Rechtsordnung nicht abschrecken.

Startklar für die Expansion?

Bevor man mit seinem Franchisesystem in das Ausland expandiert, ist es definitiv sinnvoll, eine Franchisenehmer-Expansion auf dem heimischen Markt vorzunehmen, um dort seine Marktmacht nachhaltig auszubauen. Eine internationale Expansion lässt sich nur mit ausreichend Zeit und Planung realisieren, sobald man allerdings auf dem ausländischen Markt präsent ist, ist die Franchisemarke wirtschaftlich besser abgesichert: Sollte eine Volkswirtschaft von einer wirtschaftlichen Krise heimgesucht werden, kann man diese besser abwenden, da es sich auf zwei Standbeinen nun einmal sicherer steht.

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