Unternehmensstrategie Franchising: Ein erfolgversprechender Weg in der Expansionspolitik?

28.03.2018 08:00 | Ein Unternehmen gründen

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Alle wollen oder müssen gar immer größer werden, nur wenigen gelingt es in überzeugender Weise. Manche legen es zu sehr darauf an und platzen eines Tages, weil die innere Struktur nicht nachwächst, andere werden einfach aus dem Markt gedrängt. Viele Franchisesysteme dagegen haben eine gesunde Entwicklung zu verzeichnen, was daran liegt, dass sie sich zellenartig ausbreiten. Kleinere Verantwortungsbereiche fügen sich in einen Zusammenhang, der jeden zu seinem Recht kommen lässt.

Mit der richtigen Unternehmensstrategie an den nächsten Morgen denken

Tagesbezogene Entscheidungen müssen schnell gefällt werden, dabei ist jedoch nicht außer Acht zu lassen, dass sie auch für Zukünftiges bindend sein können. Wer über den Tellerrand hinaus plant, darf nicht zu sehr mit sich befasst sein, wenn er damit über das Schicksal anderer mitbestimmt. Beim Franchising hat jeder Franchisenehmer seinen zugeteilten Bereich, der Franchisegeber muss für das Gedeihen aller sorgen und dafür, dass sie sich gegenseitig nicht ins Gehege kommen. Deshalb gibt es Richtlinien, die zu beachten sind. Das Franchising ist insofern schon eine prinzipielle Unternehmensstrategie, als die Kompetenzen klar gegliedert sind und Vorsorge dafür getroffen worden ist, dass einer dem anderen nicht auf die Füße tritt beim Expandieren.

Aufgabe der Unternehmensstrategie ist es, genügend Energien zu bündeln

Jeder gegen jeden ist nicht das Gebot der Stunde im Franchising. Es kann wohl sein, dass jemand ausgetauscht werden muss, wenn er den an ihn gerichteten Ansprüchen nicht gerecht wird. Doch der Sinn einzelner Maßnahmen besteht immer im Erhalt des großen Ganzen, das sich organisch ausdehnen soll. Auf Kosten anderer Partner voranzukommen dient dieser Zielsetzung nicht, es würde Energien binden, anstatt sie freizusetzen. Von daher empfiehlt es sich, den Maßstab nicht zu groß zu wählen, damit nicht von vornherein Lücken klaffen, die später auszufüllen sind. Andererseits kann es sehr wohl von Nutzen sein, Eckpfeiler zu setzen, um die Richtung vorzugeben. Die meisten Franchisesysteme aber dehnen sich von ihrem Kernpunkt ausgehend zunehmend weiter aus.

Expansion in einer allseits bekömmlichen Orientierung

Es ist eine Frage von detaillierten Analysen und gehegten Absichten, die geeignete Standortwahl vorzunehmen. Manche Systeme überlassen es auch ihren Franchisenehmern, Vorschläge zu unterbreiten, doch meist wird die Auswahl vorgegeben. Eigene Initiative kann ebenso der Motor sein wie Angeordnetes. Im Idealfall paart sich das eine mit dem anderen, kaum jemand wird mit Aufgezwungenem sein Glück finden. Jeder neue Partner kann auch als Bereicherung des strategischen Konzepts verstanden werden, zumal wenn ihm ein erhebliches Maß an Verantwortung übertragen wird. Ein verordnetes Vorgehen muss auch zu hinterfragen sein, damit es von den Ausführenden getragen werden kann. Dass jeder seine eigenen Pläne verfolgt, ist jedoch weitgehend auszuschließen.

Strategischen Überlegungen nicht zuwiderlaufen

Die Unternehmensstrategie im Franchising sollte so beschaffen sein, dass im Kleinen genügend Freiraum besteht, der das Handlungsspektrum des Übergeordneten aber nicht beschneiden darf. Es kann auch nicht immer jeder Schritt grundsätzlich diskutiert werden, sodass klar sein muss, wie weit man gehen kann und wo die Grenze der eigenen Aktivität verläuft. Entscheidungen von strategischer Tragweite sollten hintangestellt werden bis zur nächsten Konferenz. Und wenn die Zeit dafür nicht reicht, ist zumindest eine Absicherung erforderlich, damit es kein böses Erwachen gibt. Ereignissen vor Ort kommt mitunter eine überregionale Bedeutung zu, das gilt es, zu erkennen und entsprechend zu verfahren. Die eigene Zuständigkeit darf nur ausnahmsweise überschritten werden.

Empfindliche Sensoren am Ort des Geschehens

Eine Unternehmensstrategie im Franchising kann auch darin bestehen, das Potenzial der Partner voll auszuschöpfen. Wie in einer Pyramide stehen sie nebeneinander und übereinander, um ihre Erfahrungen an die Spitze weiterzugeben. Denn der Gesamtplan darf nichts Aufgestülptes sein, er muss Basiskontakte auswerten, um notwendige Änderungen zu berücksichtigen. Klar gibt der Chef die Linie vor, doch er kann seine Augen und Ohren nicht an jeder Stelle haben, das müssen seine Abgesandten für ihn tun. Sie werden jedoch nicht allzu motiviert dafür sein, wenn sie nur diktiert bekommen, was sie zu erledigen haben. Die Erwartungen des Franchisegebers sollten auch daraufhin ausgerichtet sein, strategisch Wichtiges rechtzeitig zu erfahren.

Bloß nicht in erstarrten Strukturen verharren

Die Strategie des Unternehmens gibt aus langfristiger Perspektive betrachtet allgemein verbindlich die Marschroute vor.

  • Mit ihr werden Visionen beschreiben, die Gestalt annehmen sollen.
  • Sie sollte keinesfalls mal so, dann wiederum ganz anders ausfallen, muss sich aber gewandelten Umständen anpassen können.
  • Durch ein Festhalten daran kann entweder das günstigste Angebot am Markt herzustellen beabsichtigt sein oder der Vorstoß in eine Nische.

Es fällt schwer, von lange gehegten und seinerzeit für gut befundenen Zielen Abstand zu nehmen, doch die Notwendigkeit dazu kann sich ergeben. Dann ist es von Vorteil, wenn der Maßgebliche sich auf den Rat seiner Vertrauten verlassen kann, weil er sich von deren Kompetenz hat überzeugen können.

Hellhörig für sich abzeichnende Wechsel

Beim Franchising spielen sich, wenn es zufriedenstellend funktioniert, alle gegenseitig in die Hände. Jeder weiß vom anderen, was er zu tun hat und respektiert es. Da muss dann auch einmal ein freundschaftlicher Hinweis möglich sein, der von benachbarter oder untergeordneter Stelle aus durchaus hilfreich wirken kann. Das wird nicht als Einmischung verstanden, auch nicht als Anmaßung, höchstens dann, wenn man sich im Ton vergriffen hat. Grundsätzlich aber ist die Berechtigung dazu nicht abzusprechen, und gegenüberliegend hat man oft einen besseren Blick. Es sollte freilich nicht derart ausarten, dass eine bereits besetzte Position beständig umkämpft wird, indem der Inhaber sich fragwürdigen Anfeindungen ausgesetzt sieht.

Anstatt die Entwicklung zu verschlafen

Über kurz oder lang kann es jedoch auch zum Königssturz kommen, wenn sich Anzeichen dafür häufen, dass eine übertragene Aufgabe nicht länger zu erfüllen ist. Doch anstatt eine Palastrevolution anzuzetteln, mag es auch für die Gesamtheit verträglicher sein, Wackelkandidaten gegenüber Defizitäres anzudeuten. Vielleicht besinnen sie sich ja noch rechtzeitig und sind sogar dankbar für die Warnung. Böses Blut zu schüren dagegen führt nur zu einer Verrohung der Sitten. Der Plan wird überleben, auch wenn manches Mal daran zu feilen war. Jemand aber, der sich veränderten Bedingungen gegenüber verschließt, hat keine Chance dazu, sich zu behaupten. Zur Not wird er mit vereinten Kräften aus dem Sessel gehoben, an dem er aus alter Gewohnheit zu lange kleben wollte. Die Unternehmensstrategie im Franchising bedarf gelegentlich einer Erneuerung.

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