Finanzielle Rücklagen bilden: Bereiten Sie Ihre Existenzgründung vor!

Veröffentlicht am

finanzielle ruecklagen franchising

Von einem Tag auf den anderen geht es sicherlich nicht. Ein Franchise zu gründen, erfordert eine gewisse Vorbereitungszeit und – natürlich – ein wenig Geld. Sie sollten also vorsorgen und rechtzeitig die Finanzierung Ihres Gründungsvorhabens sichern. Wie das geht und welche Schritte Sie gehen können, um ausreichende finanzielle Rücklagen zu bilden, das erfahren Sie in diesem Artikel.
Existenzgründung ohne Eigenkapital – das geht prinzipiell, ist aber schwierig und es gibt nur wenige Franchisegeber, die ein solches Modell anbieten. Eine vernünftige finanzielle Rücklage ist fast immer die Basis für einen Franchisenehmer, um in sein Geschäftsleben zu starten. Auch wenn sich aktuell die Zinsen für Fremdkapital auf einem sehr niedrigen Niveau bewegen, ist Eigenkapital zur Firmengründung in vielerlei Hinsicht noch immer die bessere Lösung.

>> Lesen Sie auch:

Eigenkapital bietet viele Vorteile

Insgesamt ist nämlich Eigenkapital die günstigere Möglichkeit: Sie als Unternehmer müssen keine Zinsen für diese Art des Kapitals zahlen, es stammt aus Ihrem eigenen Privatvermögen oder wurde von Ihren Mitgründern/-gesellschaftern zur Verfügung gestellt. Das Eigenkapital bessert damit auch Ihre Verhandlungsposition gegenüber Banken oder Investoren: Es dient als Sicherheit und weist gewissermaßen nach, dass Ihr Unternehmen auf stabilen Beinen steht und sich finanzieren kann. Schon in einem früheren Artikel haben wir festgestellt, dass eine Eigenkapital-Quote von mindestens 30 Prozent eingehalten werden sollte, um realistische Chancen bei Banken oder Investoren zu haben.

Daraus ergibt sich im Umkehrschluss: Wenn Sie selbst – oder Ihre Mitgründer beziehungsweise Mitgesellschafter – nicht genug eigenes Geld verfügbar machen können, so wird sich Ihr Unternehmen wahrscheinlich schwer damit tun, Unterstützung von anderen Kapitalgebern zu erhalten.

Im Gegensatz zur Situation beim Eigenkapital müssen Sie für die Aufnahme von Fremdkapital also immer „kämpfen“: Verhandlungen mit Banken und Investoren können zermürbend sein, da diese letztendlich doch am längeren Hebel sitzen und Ihnen prinzipiell den Geldhahn zudrehen können, ohne dass Sie etwas dagegen tun können. Zudem verlangen Banken Zinsen, Investoren fordern oft Gewinn- oder Umsatzbeteiligungen beziehungsweise eventuell sogar ein Mitspracherecht bei wichtigen Entscheidungen. Dass Eigenkapital für Sie als Unternehmer also klar von Vorteil sein kann, dürfte klar sein. Doch wie viel Kapital brauchen Sie beim Franchising eigentlich?

>> Lesen Sie auch:

Franchising: Mit welchen Ausgaben müssen Sie rechnen?

Pauschal lässt sich die Frage nach dem „Wie viel“ beim Franchising nicht beantworten. Der Franchise-Berater Stephan Neuschulten meint in einem Interview mit der Deutschen Unternehmerbörse, dass ein Gründer neben den Gebühren für den Geschäftsstart „etwa ein halbes Jahr seinen Lebensunterhalt bestreiten können muss, bevor er mit seinem Geschäft ausreichende Gewinne erzielt.“ Dabei hängen die entstehenden Kosten nicht nur vom Franchisegeber ab, sondern auch von Ihnen selbst. Folgende Kosten kommen auf Sie zu:

  • Eintrittsgebühr an den Franchisegeber
  • Investitionen für Ihre Geschäftseröffnung, z.B. für Büros oder Inneneinrichtung
  • laufende Gebühren, oft abhängig vom Umsatz
  • eventuell separate Werbegebühren

Die Gesamtsumme dieser Kosten im ersten Jahr Ihrer Gründung zu bestimmen, fällt schwer. Je nach Geschäftsart kann die Summe von wenigen Tausend Euro bis zu mehreren Hunderttausend beziehungsweise sogar Millionen Euro variieren. Das Schöne am Franchising ist ja: Sie können genauso ein kleines Nachhilfe-Büro aufmachen wie ein Hotel gründen. Dementsprechend unterscheiden sich auch die Kosten enorm. Wenn Sie allerdings Ihren gewünschten Franchisegeber und dessen Konzept kennen, so können Sie mehr oder weniger präzise Ihre zu erwartenden Gebühren bestimmen. In jedem Fall gilt: Finanzielle Rücklagen sind nützlich!

Wie können Sie sich ein stabiles finanzielles Fundament schaffen?

Um bei unserem Beispiel zu bleiben: Ob Sie nun ein Nachhilfe-Büro oder ein Hotel eröffnen, die Grundvoraussetzungen bleiben die gleichen. Um finanziell in das eigene Unternehmen investieren können, sollten Sie sowohl privat auf Ihre Kosten achten als auch externe Quellen anzapfen. Solche externe Quellen können Geschäftspartner oder Förderprogramme sein.
Auch privat können Sie natürlich für Ihr Gründungsvorhaben vorsorgen; sicherlich haben Sie für sich selbst schon einmal die richtigen Spartaktiken festgestellt, irgendwann im Leben hat jeder von uns schon einmal gespart – ob das nun
• für Fußball-Sticker,
• für das neueste Harry-Potter-Buch,
• für eine neue Spielekonsole oder
• für die erste Wohnung
war.

Im Rahmen Ihrer bisherigen Aktivitäten sollte Ihnen daher bewusst geworden sein, was bei Ihnen besonders gut funktioniert. Trotzdem stellen wir Ihnen hier einige Tipps zusammen, die Ihnen vielleicht noch weiterhelfen können:

1. Das Bargeld nicht aussterben lassen

Auch wenn die EC-Karte immer weiter auf dem Vormarsch ist und das Bargeld mehr und mehr zurückdrängt: Fürs Sparen kann es sinnvoll sein, nur noch mit Barem zu bezahlen. So haben Sie nämlich wirklich das Gefühl, etwas auszugeben und werden sich der Kosten besser bewusst. Der standardisierte Prozess mit EC-Karte lässt doch häufig in den Hintergrund geraten, dass wir doch täglich viele Zahlungen tätigen. Bargeld kann also helfen, den Überblick zu behalten und vielleicht noch einmal zu überdenken, ob der Kauf dieses oder jenes Produkts wirklich nötig ist.

2. Buchführung im Privaten

Buchführung ist nur etwas für Unternehmen? Mitnichten. Sich selbst aufzuschreiben, wann, wofür und wieviel Geld man ausgegeben hat, hilft bei der Kostenkontrolle. Dabei gibt es mittlerweile einige zuverlässige mobile Lösungen. So können Sie einfach und schnell Ihre Ausgaben in eine App eintippen. Ein Nebeneffekt: Quasi nebenbei können Sie sich so auch schonmal auf den Gründer-Alltag einstellen.

3. Im Alltag Erspartes sofort ins (virtuelle) Sparschwein

Wenn ein Kollege Ihnen das Feierabend-Bier ausgibt oder Ihnen der Bäcker ein Brötchen schenkt, so könnten Sie das zukünftig zum Anlass nehmen, Ihr Sparschwein zu füllen. Das gesparte Geld können Sie einfach auf Ihrem Sparkonto oder Ihrem Sparschwein – wenn Sie denn tatsächlich noch eines haben – deponieren. Das mag im ersten Moment nicht sonderlich viel bringen, bringt Ihnen aber auf lange Sicht den einen oder anderen Euro zusätzlich.

4. Der Klassiker: Verträge für Strom, Gas & Co. überprüfen

Ein echter Standardtipp, der aber tatsächlich immer noch von zu wenigen Menschen umgesetzt wird und daher auch den Sprung auf diese Liste schafft: Den Strom- oder Gasvertrag regelmäßig zu wechseln, kann jährlich mehrere hundert Euro ausmachen.
Wenn Sie also Ihr privates Sparverhalten optimiert haben, dann können Sie sich um die geschäftliche Vorsorge kümmern: Als künftiger Franchisenehmer sollten Sie so früh wie möglich Kontakt mit Geschäftspartner und potenziellen Kunden aufnehmen. Der ein oder andere Geschäftspartner wird Ihnen im Optimalfall bei der Gründung helfen und finanzielle Mittel zuschießen, früh überzeugte Kunde sorgen für einen soliden Start in Ihr Geschäftsleben. Schon weit vor der Gründung sollten Sie also ein möglichst großes Netzwerk aufbauen, das als Grundlage für Ihr Business dient. So können Sie auch Ihre Umsätze anfangs besser planen und müssen nicht komplett bei Null anfangen.

Ebenso hilfreich kann es für Sie als Gründer sein, sich frühzeitig über Förderprogramme zu informieren und daran teilzunehmen, beispielweise von der staatlichen Förderbank KfW. Der deutsche Staat ist Gründern gegenüber nämlich sehr positiv eingestellt und kann Sie in nicht unerheblichem Maße unterstützen. Holen Sie also möglichst viele Informationen ein und schauen Sie, was für Sie die passende Lösung ist.

In jedem Fall ist es unabdingbar, eine finanzielle Rücklage vor Ihrer Existenzgründung zu bilden – wir hoffen, dass wir Ihnen ein paar nützliche Hinweise geben konnten!

Andere aktuelle Artikel

Bäckereiketten: Nehmen Sie am Franchise-Erfolg teil

Die Deutschen lieben ihre Brötchen und frische Backwaren. Egal ob zum Frühstück, [...]


axanta Unternehmensvermittlung: Selbstständig machen mit dem Experten für Verkäufe, Beteiligungen und Nachfolgeregelungen

Kennen Sie schon die axanta Unternehmensvermittlung? Hierbei handelt es sich um [...]


Altersvorsorge: Selbstständig und abgesichert

Die Altersvorsorge ist ein enorm wichtiges Thema - früher und auch jetzt noch! [...]


Onboarding neuer Mitarbeiter für Ihr Franchise in 5 Schritten

Ein wichtiger Erfolgsfaktor innerhalb des Franchisings ist kompetentes Personal, [...]


DIVERSE THEMEN - TRENDS

Unternehmensethik: Wertvorstellungen in Franchise-Unternehmen

Wenn von einer Unternehmensethik die Rede ist, dann ist damit meist das Existieren [...]


DIVERSE THEMEN - TRENDS

Lagerkosten senken: So bringen Sie Ihr Franchise zum Erfolg!

Um den Profit Ihres Unternehmens zu maximieren, kann eine gut geplante Strategie [...]


HILFE & UNTERSTÜTZUNG IM FRANCHISING
Hat Ihnen dieser Artikel gefallen?
Durchschnittsnote (4.5/5), 1 Bewertung

0 Kommentare

Einen Kommentar schreiben

Übrige Zeichen: 250