Finanzierung bei Existenzgründungen im Franchising: Das Ass im Ärmel

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Die optimale Finanzierung, günstige Kreditaufnahme, erfolgreiche Bankenverhandlungen, das sind die Grundpfeiler jeder soliden Selbständigkeit und ein guter Grund, diese Hürden erfolgreich im Rahmen eines Franchising-Netzwerks zu überwinden. Der Clou: Gestandene Franchise-Systeme verfügen über jahrelange Erfahrung in Verhandlungen um wichtige Finanzierungsdetails!

Zaster, Moneten, Pinke – nicht jeder Gründer hat leider einen gefüllten Geldspeicher hinterm Haus wie Dagobert Duck in Entenhausen. Umso wichtiger also, alle erforderlichen Schritte für eine Finanzierung eines Gründungsvorhabens mit bedacht und entsprechender Beratung zu planen.

„Der Erfolg einer Existenzgründung hängt nicht allein von der Qualität des Franchisesystems ab, sondern auch von der richtigen Finanzierung, denn Finanzierungsprobleme sind die häufigsten Gründe warum Franchisegründungen nicht zustande kommen“, verrät Finanzprofi Stephan Neuschulten aus Wuppertal. Das Ass im Ärmel eines Existenzgründers auf dem Weg zum Bankengespräch ist die Erfahrung seines Franchise-Gebers und die akribische Vorbereitung.

Franchise-Systeme bieten jedem zukünftigen Partner dafür ein ganzes Paket an Hilfen und Beratung bis hin zu Verhandlungen mit Banken vor Ort. Es versteht sich von selbst, dass professionelle Franchise-Geber alle Unterlagen durchforsten und solche Gespräche vorher mit den Kandidaten trainieren, um die Erfolgsquote möglichst hoch zu halten.

Einstiegsinvestition unterschiedlich

Eine Existenzgründung als Franchise-Partner kostet wie jede andere Unternehmensgründung viel Geld. Neben der fälligen Eintrittsgebühr für eine Lizenz zur Nutzung der Geschäftsidee müssen verschiedenste Dinge wie eine Geschäftsausstattung oder der anfängliche Warenbestand gestemmt werden. Daraus ergibt sich ein Gesamtumfang des Vorhabens, der in vielen Fällen bis 150.000 Euro oder gar mehr ausmachen kann. Die anfängliche Investitionssumme muss, meist mangels genügend Eigenkapital, finanziert werden. Hausbanken erwarten Sicherheiten, die mit „Family and Friends“ oder „der Oma ihr klein Häuschen“ oft nicht erfüllt sind. Ganz zu schweigen von einer Invest-Franchise à la McDonald's oder Vapiano, wo schnell siebenstellige Summen aufgerufen werden. Außerdem muss jeder Gründer für sich selbst erst einmal prüfen, wie die Konsequenzen jeder Art von geliehenem Geld bei möglichem Totalverlust aussehen. Ein Scheitern als Unternehmer wird hierzulande, anders als in den USA, insbesondere von den Kreditinstituten schnell als krasses Versagen ausgelegt, das mangels Bonität dann keine zweite Chance mehr verdient hat.

Finanzplanung erforderlich

franchise finanzierung geld in der handWie Gründer und Franchise-Unternehmer den richtigen Finanzplan erstellen und für das Gespräch mit den Banken richtig präpariert sind ergibt sich bei professionellen Franchise-Systemen oftmals aus den dafür von Experten vorbereiteten Unterlagen. Ein entscheidender Vorteil also der Gründung im System, als sich mühsam allein auf den Weg durch die Instanzen zu machen. Die Experten verraten hier die wichtigsten Tipps und Tricks bei den Verhandlungen und wie vorausschauende Liquiditätspläne erstellt, Investitionen berechnet mit einer schlüssigen Hochrechnung die Ratinghürden genommen werden. Denn das Risiko eines Zahlungsausfalls beim Geschäftsmodell eines Franchisesystems ist geringer, da in der Regel diese bereits am Markt wirtschaftliche Erfolge vorweisen können. Die Bank setzt bei der Kreditprüfung in solch einem Fall den Fokus auf andere Merkmale wie die Eignung des Gründers und des Standortes.

Derart einmal in der Mangel des Finanzierungsprozesses durchgedreht, geht es schon erbarmungslos in die nächste Runde: Nach Businessplan, Finanzplan, Selbstauskunft, Eigenkapitalnachweis wie Vermögen, Haus, Lebensversicherung und Nachweise über Kredite und Darlehen nur nicht die Lust verlieren. Man kriegt nichts geschenkt, schon gar nicht von Banken oder Kapitalgebern!

Zugang zu Krediten

Öffentliche Fördermittel stellen in dieser Situation eine attraktive Alternative dar. Bund und Länder bieten kleinen und mittelständischen Unternehmen, Freiberuflern und Existenzgründern aller Wirtschaftszweige zinssubventionierte Darlehen, Zuschüsse, öffentliche Bürgschaften und Haftungsfreistellungen an. Neuschulten: „Hiermit können die Gründer Investitionen, allgemeinen Liquiditätsbedarf und spezielle Vorhaben wie auch Franchiselizenzen, das Marketing, Auslandsengagements oder Umweltschutzmaßnahmen finanzieren.“

Voraussetzung dafür ist genau das stimmige Geschäftskonzept eines bewährten Franchise-Systems. Die Bürgschaftsbanken der Länder haben nämlich die Aufgabe, den Zugang zu Krediten auch für diejenigen Unternehmer zu erleichtern, denen es an ausreichenden Sicherheiten für eine Franchise-Finanzierung in Form eines Bankkredits mangelt. Sie übernehmen dabei bis zu 80 Prozent des Kreditausfallrisikos der Hausbank. So braucht man in aller Regel als Gründer bei der Kreditbeantragung nur einen Anteil von 15 bis 20 Prozent in Form von Eigenkapital, um einen Darlehen bewilligt zu bekommen (Verband Deutscher Bürgschaftsbanken).

KfW und Förderbanken

Zusätzlich zu den Geschäften mit den Hausbanken stehen auch die landesweiten Förderbanken wie die NRW-Bank oder die L-Bank und auf Bundesebene die KfW Bankengruppe für Kredite zur Franchise-Finanzierung zur Verfügung. Neben der Vergabe von vergünstigten Darlehen bieten sie vielfältige Finanzierungshilfen für Existenzgründungen und Unternehmenssicherung – zum Beispiel durch bis zu 80-prozentige Haftungsfreistellungen, Nachrangdarlehen, Beteiligungskapital und Investitionszuschüsse. Die KfW bietet den ERP-Gründerkredit und Startgeld an, welche ein Darlehen von bis zu 100.000 Euro ermöglichen.

Aber viele Gründer verhalten sich im Bankgespräch leider wie unsichere Bittsteller. Das ist jedoch als zukünftiger Partner eines erfolgreichen Franchise-Systems sicher nicht die Taktik. Mit Zahlenwerk und Beistand bestens vom Franchise-Geber ausgestattet, gelingt ein selbstbewussterer Auftritt. Motiviert Finanz-Experte Stephan Neuschulten alle Einsteiger als Franchise-Partner. „Damit Sie die Bank für Ihre Geschäftsidee gewinnen können, müssen Sie Ihren Ansprechpartner von der Gewinnmöglichkeit des Investitionsvorhabens überzeugen. Schildern Sie, warum der geplante Kapitalbedarf notwendig ist. Begründen Sie, welches Umsatz- und Gewinnpotenzial die Investition schafft und wie Sie sich von der Konkurrenz abheben!“ Denn: Nur, wenn Sie selbst eine genaue Vorstellung haben, wie sich Ihr Unternehmen entwickeln soll, wenn Sie die Chancen und Risiken kennen, können Sie andere Unternehmer - und auch Bänker sind Unternehmer - davon überzeugen, dass es sinnvoll ist in Sie zu investieren. (Stichworte sind: Umsatzplanung, Kostenplanung, Ertragsvorschau).

Knut Pauli | ADVISA Wirtschaftskommunikation | Franchising Mag., Punkt Franchise ©

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