Finanzierungsvorteile im Franchising

letztes Update: 24/05/2019

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Geld regiert die Welt! Ein Spruch, der sich leider nur allzu sehr bewährt hat.

Gerade Existenzgründer kennen sich mit diesem Problem aus. Denn wer über die Gründung seines eigenen Unternehmens nachdenkt, sollte vor allem eins mitbringen: Startkapital- oder Gründungskapital. Und am besten eine ganze Menge davon. Denn so ein Geschäftsaufbau ist ganz schön teuer. Abgesehen von dem Kauf oder dem Anmieten einer passenden Immobilie, dem Inventar und den ersten Werbemaßnahmen, muss der Selbstständige auch noch die laufenden Kosten mit einplanen, die oftmals höher als geahnt sein können. Diese versteckten Kosten können gerade in der Anfangsphase den Untergang eines Geschäfts bedeuten, da man die abzuleistenden Summen unterschätzt hat und leider über keine finanziellen Mittel mehr verfügt, um diese zu decken. Eine objektive Meinung von erfahrenen Geschäftsmännern und -frauen ist deswegen Gold wert! Aus diesem Grund haben Franchisenehmer einen echten Vorteil bei der Existenzgründung gegenüber komplett Selbstständigen und dies vor allem im Hinblick auf den Bereich der Finanzierung.

Der Businessplan

Der Businessplan markiert zwar den ersten Baustein, den es zur Gründung eines Unternehmens benötigt, kann sich jedoch bei mangelnder Erfahrung und Unkenntnis zum wahren Meilenstein entwickeln.

Denn was so locker und leicht als „Plan“ bezeichnet wird, ist in Wahrheit eher eine wissenschaftliche Arbeit. Je nach Größe und Umfang Ihres Vorhabens kann der Businessplan nämlich zwischen 10 und 70 Seiten umfassen.

Eine wahre Mammutarbeit also! Wer diesen liest, hängt ganz von Ihnen selbst ab! Möchten Sie beispielsweise einen Kredit beantragen, müssen Sie ihren Businessplan dem entsprechenden Institut vorlegen. Dies können Banken (auch Förder- oder Bürgschaftsbanken), Investoren oder sogar das Arbeitsamt sein, falls sie von diesem einen Gründungszuschuss beantragen wollen.

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Doch auch für ihren Geschäftspartner und für Sie selbst ist die gewissenhafte Erstellung des Businessplans unabdingbar. Denn durch dieses Dokument ordnen Sie Ihre Gedanken und bringen Ihre Planung zu Papier:

  • In welcher Region starte ich mein Unternehmen?
  • Wie finanziere ich meine Geschäftsidee?
  • Welche Zielgruppen wünsche ich anzusprechen?
  • Welche Produkte oder Dienstleistungen möchte ich vertreiben?
  • Welches Ausmaß nimmt mein Vorhaben an?
  • Wie steht es im Moment um den betreffenden Wirtschaftsmarkt?
  • Ist mit viel Konkurrenz zu rechnen?
  • Habe ich Expansionsgedanken?

Die Niederschrift Ihrer Pläne kann nicht nur Ihre Förderer und Geschäftspartner von dem Gelingen Ihres Vorhabens überzeugen, sondern hilft auch Mängel und Schwachstellen in der Planung und Umsetzung aufzudecken. So können Sie Ihre Fehler ganz leicht bereinigen, indem Sie im Vorhinein das Problem umgehen können, anstatt im Nachhinein damit konfrontiert zu sein. Dies schützt Sie vor bösen Überraschungen und unverhofften Problemen.

In manchen Fällen werden sich die Existenzgründer bei der Erstellung des Businessplans sogar darüber bewusst, dass Ihre Geschäftsidee vielleicht doch etwas zu innovativ oder außergewöhnlich war. Dies ist zwar enttäuschend, schützt den Existenzgründer jedoch vor großen finanziellen Verlusten und eröffnet die Möglichkeit, sein Kapital in ein ertragreiches Unternehmen zu investieren.

Franchisenehmer erhalten bei der Erstellung des Businessplans meistens Hilfe von ihrem Franchisegeber. Dieser hat eigens dafür oftmals Experten eingestellt, die sich auf dieses Thema spezialisiert haben. Sie geben Hilfestellung bei den Formulierungen, weisen die Franchisenehmer auf die benötigten Inhalte hin und machen sie auf Defizite aufmerksam. Unerfahrene Gründer fallen nämlich nur allzu leicht den typischen Fehlern zum Opfer. Diese können sich bei den Analysen, der Beschreibung der eigenen Fähigkeiten und Kompetenzen oder der Darstellung von möglichen Risiken einschleichen. Durch die Beratung der Spezialisten sind die Franchisenehmer allerdings vor solchen Problemen gefeilt und müssen sich darum keine Gedanken machen.

Trotzdem sollte noch erwähnt werden, dass der Franchisegeber Ihnen die Arbeit nicht abnimmt, sondern nur Unterstützung anbietet. Franchisenehmer, die davon ausgehen, dass ihnen die Erstellung abgenommen wird und sich auf die faule Haut legen wollen, wird schon bald das böse Erwachen erwarten. Denn gerade Franchisegeber legen viel Wert auf Ehrgeiz, Motivation und selbstständiges Arbeiten. Sie wollen Partner an ihrer Seite, die sich durch Fleiß und Eigeninitiative auszeichnen. Franchisenehmer, die also zu viel Hilfe in Anspruch nehmen wollen, werden sich schon sehr bald ohne Partner wiederfinden.

Ein weiterer Vorteil, auf den Franchisenehmer zurückgreifen können, ist die Etablierung des Namens und der Marke ihres Franchisegebers. Dadurch hat sich der Franchisegeber schon seinen guten Ruf erarbeitet und eine gewisse Stellung bei den Banken erreicht. Viele Franchisegeber sind auch Kunde bei einer bestimmten Bank, die sie ihren Franchisenehmern schließlich auch ans Herz legen. Diese Bank ist in die Materie des Unternehmens schon tief eingedrungen und kennt sich mit den Fakten, Zahlen und zu erwartenden Prognosen aus. Dies vereinfacht die Absegnung des Businessplans und die Bewilligung des Kredits ungemein. Vorsicht muss jedoch immer geboten sein. Banken werden ihren treuen Kunden nicht verärgern wollen und möglicherweise die zu optimistischen Prognosen ihres Kunden bestätigen, auch wenn diese zu hoch gegriffen sind. Holen Sie sich also auf jeden Fall mehrere Meinungen ein!

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Vorteile über Vorteile

Franchisenehmer können nicht nur bei der Erstellung ihres Businessplans und der Erlangung des Kredits von der Partnerschaft mit ihrem Franchisegeber profitieren, sondern auch noch in ganz anderen Bereichen.
Wie bereits schon erklärt, kommen gerade am Anfang einer Existenzgründung hohe Kosten auf die Selbstständigen zu. Franchisenehmer müssen zwar monatlich eine Gebühr bezahlen, die meistens zwischen 5 und 10 % vom Umsatz beträgt, erhalten dafür jedoch auch einige Leistungen, die ihnen das Leben um einiges leichter machen. Je nach Franchisepartner können die Franchisenehmer dementsprechend mit folgenden finanziellen Erleichterungen rechnen:

  • Franchisegeber tritt als Hauptmieter auf und kann in manchen Fällen sogar die Miete übernehmen.
  • Franchisegeber stellt Räumlichkeiten zur Verfügung, wodurch sich der Franchisenehmer hohe Mietkosten erspart.
  • Bereitstellung von Werbemaßnahmen und Öffentlichkeitsarbeit.
  • Kostenlose Schulungen, Ausbildungen und Weiterbildungsmöglichkeiten für den Franchisenehmer und sein Personal
  • Handbuch mit Anweisungen und Hinweisen. Bei steuerrechtlichen Themen oder Gesetzen können somit Bußgelder verhindert werden. (Zum Beispiel hinsichtlich der seit Mai 2018 geltenden Verordnungen den Datenschutz betreffend)
  • Kostenlose Beratung durch Experten. Der Franchisenehmer spart sich den Gang zum Spezialisten, der hohe Rechnungen für die Hilfe schickt.
  • Verwaltung und administrative Belange werden meistens von der Zentrale des Franchisegebers geregelt. Kosten für Personal können also auch hier eingespart werden.

Erfahrungwert

Wer sein eigenes Franchisenetzwerk aufgebaut hat, besitzt ohne Zweifel schon einiges an Erfahrung in der Wirtschaftswelt. Der Franchisegeber hat nämlich nicht nur sein eigenes Unternehmen selbst aufgebaut und konnte dadurch seine zukünftige Strategie verbessern, sondern verfolgte auch die Gründung der Niederlassungen seiner unzähligen Franchisenehmer. Aufgrund dessen kann der Franchisegeber seine zukünftigen Partner vor Fehlern bewahren.

Selbstständige müssen beispielsweise die Berechnung ihrer Existenzgründung ohne Hilfe bewerkstelligen und dadurch entstehen häufig falsche Berechnungen und Schätzungen. Kosten, mit denen sie nicht gerechnet hatten, werden nach Start des Projekts sichtbar und ruinieren die ausgearbeiteten Pläne. Franchisenehmer hingegen werden sich vor diesem Schicksal schützen können. Franchisegeber geben zunächst stets eine Summe an, an welcher sich die interessierten Existenzgründer orientieren können. Weiterhin verfügen sie über unzählige Fälle, die sie zum Vergleich heranziehen können. So kann das benötigte Kapital durch Eröffnungen berechnet werden, die in der gleichen Region erfolgten und über eine ähnliche Größe und Lage verfügten. Durch diese Masse an Fakten und Daten erhält der Franchisenehmer einen echten Finanzierungsvorteil gegenüber dem herkömmlichen Selbstständigen.

Zusätzlich muss sich der Franchisenehmer seinen Kundenstamm nicht erst hart erarbeiten. Durch die hohe Frequenz der Niederlassungen des Franchisegebers und dessen Bekanntheit haben die Kunden bereits Vertrauen gefasst und werden auch eine neue Filiale mit offenen Armen empfangen. Somit können Franchisenehmer von Anfang an mit einem hohen Umsatz rechnen und erreichen den Break-Even im Durchschnitt wesentlich schneller als bei einer selbstständigen Gründung.

Gerade für Quereinsteiger, die kaum Erfahrung von der Industrie und ihren Tücken haben, ist es ine enorme Erleichterung, einen starken und erfahrenen Partner an seiner Seite zu haben. Denn in der Hauptzentrale der Unternehmen werden hauptsächlich Marktanalysen durchgeführt, die das Wirtschaftswachstum genaustens beobachten und jegliche Veränderungen sofort melden. Durch dieses Vorgehen können die Unternehmen ihre Entwicklung gezielt steuern und auf die gesellschaftlichen Wandlungen anpassen. Im besten Fall kann somit ein finanzieller Verlust abgewendet werden und stattdessen eine passende Strategie entworfen werden, um den Profit zu steigern. Unerfahrene Franchisenehmer sind häufig mit der Führung ihrer Filiale so beschäftigt, dass sie kaum Zeit haben, Marktanalysen durchzuführen. Gut zu wissen, dass sie nicht auf sich alleine gestellt sind.

Vielfalt

Die Wahl des richtigen Franchisegebers kann über Erfolg oder Scheitern der eigenen Existenzgründung entscheiden. Wichtig ist dabei, dass nicht immer die bekanntesten Franchisepartner die besten sind. Und vor allem, dass ein hohes Investitionskapital nicht gleichbedeutend mit einem außerordentlichen Umsatz ist. Kleinere, neuere Unternehmen können oftmals mit innovativen Ideen überzeugen, die grandiose Zukunftsprognosen versprechen. Würdigen Sie also auch kleinere Franchiseunternehmen eines zweiten Blickes und lassen Sie sich nicht von der Bekanntheit einiger althergebrachten Namen blenden. Es könnte sich um ein trojanisches Pferd handeln.

Weiterhin ist anzumerken, dass es ratsam ist, sich mehrere Meinungen einzuholen. Haben Sie sich für Ihren Partner entschieden, bestehen Sie darauf, mit anderen Franchisenehmern seines Unternehmens in Kontakt zu treten und informieren Sie sich auch über die Kundenmeinungen im Internet. Denn geringe Moralvorstellungen, ein schlechter Ruf und fehlerhaftes Verhalten können sich auch ganz schnell auf ihre Filiale auswirken. Denn schließlich sind sie geschäftlich miteinander verbunden.

 

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