Firmengründung in 10 Schritten: So funktionierts!

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Deutschland ist und bleibt kein Land, welches für seine außergewöhnlichen Innovationen bekannt ist. Stattdessen orientierte sich die deutsche Wirtschaft schon immer gerne an Ländern wie Amerika, Frankreich oder China um sich zu inspirieren lassen. Genauso ist unsere schöne Bundesrepublik auch mit dem Franchising verfahren, dessen sprachliche Ursprünge im mittelalterlichen Frankreich liegen.

Das Lizenzsystem, welches sich heute hinter diesem Wort verbirgt, wurde durch das amerikanische Nähmaschinenunternehmen Singer Sewing Machine Company 1860 geprägt. In Deutschland kam das Franchising dann tatsächlich erst nach mehr als 100 Jahren an. Doch auch wenn wir Deutschen eher als Nachzügler im Franchising gelten, gibt es aktuell fast 1000 Franchisegeber, welche rund 162.000 Franchisebetriebe mit ungefähr 121.000 Partnern haben. Eine wahrlich stolze Anzahl! Diese nun doch rasante Entwicklung hängt mit einem jährlichen Umsatz von fast 123 Milliarden Euro der Franchisewirtschaft zusammen. Das lockt Unschlüssige aus ihren bisherigen Berufen und überzeugt sie von der Firmengründung.

1. Bin ich der Typ für eine Gründung?

Mittlerweile wird der Wunsch vieler Deutscher immer größer, die eigene Karriere voranzutreiben. Der gelernte Beruf ist oftmals eintönig und bereits zur Routine geworden. Man sehnt sich nach etwas Neuem und Aufregendem. Viele können sich auch schlicht und einfach nicht mit dem Angestelltenverhältnis anfreunden und sehnen sich danach, der eigene Chef zu sein, die Arbeitszeiten selbstständig einzuteilen und mehr Geld zu verdienen.

Doch so begehrenswert dies auch alles klingt, hinter dem Begriff Unternehmer steckt viel mehr, als es auf den ersten Blick scheint. Denn mit einer Firmengründung und dem laufenden Betrieb ist vor allem eins verbunden: Viel Arbeit. Gerade in der Anfangszeit kann der Gründer gut und gerne mehr als die üblichen 40 Stunden vor Ort verbringen, um den reibungslosen Ablauf seines Unternehmens zu garantieren.

Man muss sich darüber bewusst sein, dass das Privatleben stark reduziert wird. Treffen mit Freunden, Freizeitaktivitäten und Ausflüge müssen zunächst hinten angestellt werden, sodass man sich voll und ganz auf sein Unternehmen konzentrieren kann. Dies lässt im Laufe der Zeit etwas nach, doch man muss sich darüber im Klaren sein, dass die Arbeit stets die oberste Priorität haben wird.

Um einer solchen Belastung standzuhalten, sollte man vor allem mit viel Leidenschaft bei der Sache sein, sonst kann der Alltag ganz schnell zu einer Qual werden. Halten Sie sich stets Ihre persönlichen Ziele vor Augen und versuchen Sie diese etappenweise abzuarbeiten. Dazu gehört natürlich eine gesunde Portion Beharrlichkeit und Ausdauer, doch die Belohnung wird dann auch nicht lange auf sich warten lassen.

2. Die richtige Geschäftsidee finden

Das Franchising verfügt über eine breite Branchenvielfalt. Die meisten Betriebe befinden sich allerdings in den folgenden Branchen:

  • Schnellrestaurants und Lieferdienste
  • Bildungsindustrie
  • Bauindustrie und Dienstleistungen rund um Immobilien
  • Personalmanagement
  • Fitness Center
  • Gesundheitsindustrie
  • Immobilienmarkt

Wer sich für das Franchising entschieden hat, sollte nun zunächst herausfinden, in welchem Bereich man in Zukunft tätig sein möchte. Diese Entscheidung sollte natürlich in erster Linie von den eigenen Qualifikationen und Kompetenzen abhängig gemacht werden. Denn eine berufliche Ausbildung, ein Universitätsabschluss oder berufliche Erfahrung stellen einen enormen Vorteil dar. Trotzdem sollte jedoch vor allem darauf geachtet werden, wofür Ihr Herz schlägt. Es bringt nichts, sich in einem Beruf selbstständig zu machen, bei dem Sie nicht mit viel Leidenschaft und Engagement bei der Sache sind. Glücklicherweise gibt es mittlerweile immer mehr Franchisegeber, welche Menschen aus allen Berufssparten bei sich aufnehmen und auch Quereinsteiger mit offenen Armen in ihrem Team begrüßen. Es gibt also wirklich immer die Möglichkeit, im Franchising Fuß zu fassen. Hören Sie also auf Ihre innersten Wünsche und gestalten Sie sich so Ihre eigene Zukunft.

3. Was macht einen guten Franchisegeber aus?

Auch wenn ein Bekannter mit seinem Franchisegeber nur gute Erfahrungen gemacht hat, muss dies nicht bedeuten, dass dieser auch die richtige Wahl für Sie ist. Und da Sie ja einen Vertrag mit Ihrem zukünftigen Franchisegeber eingehen, der in der Regel mindestens fünf Jahre gilt, sollten Sie sich wirklich zu 100 Prozent sicher sein, dass Sie die richtige Entscheidung getroffen haben.

Dabei gilt, dass nicht immer das größte, bekannteste und offensichtlichste Franchiseunternehmen das Beste sein muss. Kleine, neue und unbekannte Unternehmen können durchaus die bessere Wahl sein. Informieren Sie sich also umfangreich und über mehrere Unternehmen. Der deutsche Franchiseverband ist dafür eine sichere und gute Anlaufstelle. Denn dieser ist der Repräsentant der deutschen Franchisewirtschaft und verfügt über ein Verzeichnis, das dessen Mitglieder listet.

Sollten Sie einen bestimmten Franchisegeber schon in die engere Auswahl aufgenommen haben, achten Sie darauf, dass Ihnen keine Informationen vorenthalten werden. Denn Sie haben das Recht auf die vorvertragliche Aufklärungspflicht. Diese besagt, dass ein Unternehmen alle Daten, Fakten und Zahlen mit Ihnen teilen muss, welche Ihre Entscheidung zur Vertragsunterzeichnung positiv oder negativ beeinflussen könnten. Hören Sie allerdings nicht nur auf die Worte des Franchisegebers oder dessen Stellvertretern, denn diese könnten die Wahrheit beschönigen.

Schließlich liegt den Franchiseunternehmen viel an neuen Franchisepartnern, da diese zur Expansion und zur steigenden Popularität des Franchisegebers beitragen. Sprechen Sie bereits existierende Franchisenehmer an und erkundigen Sie sich über deren Meinungen und Erfahrungen mit dem Franchiseunternehmen. Weiterhin sollten Sie auch nicht zögern, eigene Recherchen im Internet anzustellen.

Schauen Sie sich die Google Bewertungen der verschiedenen Filialen an und achten Sie auf negative Schlagzeilen. Möglicherweise hat sich das positive Image des Unternehmens ja in den letzten Jahren gewandelt und könnte somit enorme Auswirkungen auf Ihren zukünftigen Betrieb haben. Seien Sie also vorsichtig und halten Sie Augen und Ohren offen, bevor Sie einer Zusammenarbeit zustimmen.

4. Gründungsart bestimmen

Haben Sie nun den passenden Partner gefunden, sollten Sie sich darüber bewusst werden, was Sie möchten. Franchising bedeutet nämlich nicht automatisch, dass Sie eine Filiale gründen müssen. Sie können stattdessen auch durchaus einen bereits existierenden Betrieb übernehmen. Achten Sie allerdings darauf, dass die Beendigungsgründe nicht gerade mangelnde wirtschaftliche Rentabilität sind, sondern viel mehr das nahende Rentenalter, private Gründe oder persönliche Differenzen.

5. Der Businessplan

Der Businessplan ist ein essentieller Bestandteil einer Existenzgründung. Er ist eine Voraussetzung vieler Franchisegeber, da sie durch dessen Ausführung Rückschlüsse auf die Arbeitsmoral und Befähigung ihres zukünftigen Franchisenehmers ziehen wollen. Durch eine ordentliche und akribische Ausführung können die Franchisenehmer ihren Franchisegeber also von ihren Qualitäten überzeugen und die vertragliche Abwicklung beschleunigen. Weiterhin bestehen allerdings auch die Banken im Regelfall auf einen Businessplan, um zu entscheiden, ob der Existenzgründer den gewüschten Kredit erhalten wird, oder nicht. In einen Businessplan sollten folgenden Informationen enthalten sein:

  • Das Executive Summary, welches alle Daten Ihres Unternehmens beinhalten sollten. Also zum Beispiel die Geschäftsidee, voraussichtliche Prognosen zum Umsatz, Kapitalbedarf und Gewinn und die Darstellung des bereits existierenden Markts.
  • Analyse des aktuellen Marktes und der Konkurrenz
  • Unternehmensziele- und Strategien
  • SWOT-Analyse, welche Informationen über die Stäken und Schwächen und Chancen und Risiken Ihres Unternehmens auflistet
  • Persönliche Qualitäten, Fähigkeiten und Kompetenzen
  • Der Finanzplan

6. Finanzspritzen für Existenzgründer

Auch wenn das Franchising weniger Geld bedarf, als eine selbstständige Gründung, verlangen die meisten Franchiseunternehmen, Eigenkapital, Startkapital, die laufenden Franchisegebühren und Gebühren für Werbung etc. Falls Sie nun jedoch nicht über die geforderten Rücklagen verfügen, sollten Sie die Flinte nicht gleich ins Korn werfen. Denn mittlerweile gibt es so einige Seiten im Internet, welche potenzielle Investoren mit Gründern zusammenführen. Auf sogenannten virtuellen Marktplätzen können die Angebote hochgeladen werden, um die Investoren auf sich aufmerksam zumachen.

Doch auch unsere deutsche Bundesrepublik hat sich in den letzten Jahren vermehrt darum bemüht, Existenzgründern unter die Arme zu greifen. Neben staatlichen Zuschüssen, Bürgschaften und Krediten, gibt es nun auch Programme, welche sogenannte Business Angels mit den Existenzgründern zusammenführen. Diese werden durch Steuervorteile dazu motiviert in vielversprechende Start-Ups zu investieren und den Gründern mit ihrem Know-how zur Seite zu stehen.

7. Der perfekte Standort

Ein erfolgreicher Betrieb ist stark abhängig von seiner Lage. Egal, ob Ihr zukünftiger Franchisegeber Ihnen Ihren Standort zuweist, oder Sie sich diesen selbst suchen müssen, achten Sie auf folgende Kriterien:

  • Innenstadtnähe
  • Gute Infrastruktur
  • Leichte Zugänglichkeit
  • Gute Sichtbarkeit
  • Erweiterungsmöglichkeiten
  • Verkehrslage
  • Lokale Konkurrenz
  • Nähe zu Zielgruppe
  • Parkmöglichkeiten
  • Leichte Zufahrt für Lieferanten und Dienstleister
  • Umbau- und Renovierungsbedarf

8. Teamplayer statt Einzelkämpfer

Ein gut laufender Betrieb braucht zwar in erster Linie eine gute Führungskraft, die in der Lage ist im Sinne des Unternehmens zu handeln und zu agieren, doch weiterhin wird natürlich auch das passende Personal benötigt, welches die Anweisungen gewissenhaft ausführt. Die Angestellten sollten sich also durch fachliche Kompetenz auszeichnen, aber vor allem auch gern bei Ihnen arbeiten. Um dies sicherzustellen, achten Sie auf einen professionellen und höflichen Umgangston, behandeln Sie Ihre Angestellten fair und gehen Sie auf deren Bedürfnisse ein.

9. Kundenakquise erfolgreich betreiben

Die Abläufe eines Unternehmens sind einzig und allein auf die Kundschaft ausgerichtet, denn bleibt diese aus, kann kein Gewinn generiert werden. Legen Sie ein besonderes Augenmerk auf die Kundenzufriedenheit und versuchen Sie, deren Kritik umzusetzen. Nur so binden Sie Kunden langfristig an Ihr Unternehmen, gewinnen deren Vertrauen und locken weitere Kundschaft in Ihre Hallen.

10. Marketingstrategien perfektionieren

Ein großer Teil dieses Prozesses stellt das Marketing dar. Dieses ist dafür verantwortlich die Vorlieben der Kundschaft herauszufinden und diese durch Produkte und Dienstleistungen umzusetzen. Da der deutsche Wirtschaftsmarkt ja reich besiedelt ist, gilt es auch, sich von der Konkurrenz abzugrenzen und die Kunden von sich zu überzeugen. Dies funktioniert am besten mit einem Alleinstellungsmerkmal, welches Ihr Unternehmen besonders macht und unter der Masse an Angeboten hervorstechen lässt.

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