Was ist in erster Linie zu beachten, wenn Sie Ihr Franchise eröffnen wollen?

22.05.2018 07:15 | Ein Unternehmen gründen

franchise öffnen beachten

Es gibt allerlei zu bedenken, wenn Sie sich fürs Franchising entschieden haben und kurz vor der Eröffnung Ihres neuen Geschäfts stehen. Doch das Wichtigste ist eine harmonische Beziehung zwischen Franchisegeber und Franchisenehmer. Sie gibt den Ausschlag dafür, ob das Unternehmen ein Erfolg wird oder von Anfang an gefährdet ist. Man kann viel versprechen, im Ernstfall kommt es darauf an, dass Zugesagtes eingehalten wird. Vergewissern Sie sich, dass alles dafür getan worden ist, Ihrer Karriere keine Steine in den Weg zu legen.

Das Franchise eröffnen mit Pauken und Trompeten

Kein Mensch wird es groß zur Kenntnis nehmen, wenn Sie in aller Stille den Geschäftsbetrieb aufnehmen. Besuchermassen sollten dem großen Tag schon lange im Voraus entgegenfiebern, sodass es einen regelrechten Ansturm gibt, wenn sich die Tür erstmalig öffnet. Mit besonderen Aktionen ist darauf hinzuweisen, zur Begrüßung winken Rabatte und ein Rahmenprogramm, das die Menschen nicht kalt lässt, sondern wie gewünscht anzieht. Es muss nicht im Franchisevertrag verankert sein, wie sich die Zeremonie im Einzelnen vollzieht, kann eher als ein Willkommensgruß von der einladenden Seite des Systems verstanden werden. Schließlich soll Ihr Start gelingen und Ihnen keine Probleme aufbürden, mit denen nicht zu rechnen war.

Franchise eröffnen als Krönung der Vorbereitung

Sie haben sich im Vorfeld schon mächtig ins Zeug gelegt und wollen nun endlich loslegen. Dass man Ihnen dabei auf die Sprünge hilft, ist nicht nur angemessen, sondern notwendig. Nachzügler haben einiges aufzuholen, um mit vielen anderen in einer Reihe stehen zu können. Dabei sollte man es Ihnen nicht zu schwer machen, damit Sie sich derart bewähren. Sie haben ohnehin alle Hände voll zu tun, müssen aber hauptsächlich selbst den Ablauf im Auge behalten. Das ist zunächst Ihre vornehmste Aufgabe, alles Weitere fügt sich und wird nicht zuletzt vom Gelingen des Auftakts bestimmt. Hiermit legen Sie den Grundstein für eine fruchtbare Zusammenarbeit mit dem System und setzen die Maßstäbe für Ihr zukünftiges Vorankommen in geschäftlicher Hinsicht.

Der schöne Schein kann sich auch eintrüben

Prüfen Sie das von Ihnen auszuwählende Franchise-Unternehmen auch daraufhin, wie es um ein Entgegenkommen bestellt ist. Hören Sie sich um bei anderen Franchisenehmern, ob sie nach Unterzeichnung des Vertrags

  • weitgehend auf sich gestellt waren, oder
  • Unterstützung da bekommen haben, wo sie darauf angewiesen waren.

Nicht jeder zeigt sich gleichermaßen großzügig, mancher tut nur so. Entscheidend ist, dass man sich aufeinander verlassen kann, wenn es darauf ankommt. Gerade Lästiges und Schwieriges wird mitunter gern abgewälzt, die eigene Verantwortung darf nicht so weit reichen, dass man sich Mühlsteine an den Hals lädt.

Anvisierte Partnerschaft auf Gegenseitigkeit

Klären Sie rechtzeitig, was passiert, wenn es hart auf hart kommt, auch als Franchisenehmer müssen Sie sich der Ihnen entgegen zu bringenden Loyalität versichern. Dies heißt nicht, dass Sie sich bequem auf eine Position des Konsumierenden zurückziehen könnten, doch Sie müssen möglichst vorher wissen, wie es läuft, wenn Sie Hilfe brauchen. Das Franchising ist nicht zur Eigenbrötelei bestimmt, jeder Einzelne muss das leisten, wozu er in der Lage und verpflichtet ist. Geben Sie sich bei Ihrer Auswahl mit Plakativem nicht zufrieden.

  • Informieren Sie sich über die näheren Umstände angebotener Schulungen,
  • klopfen Sie vollmundig Geäußertes auf seinen wahren Gehalt hin ab.

Dabei können Sie auf Ihre eigene Urteilskraft bauen, aber auch weitergehende Informationen einholen.

Feines Gespür für den Pulsschlag der Zeit

Um den entschlossenen Franchisenehmer wäre es schlecht bestellt, wenn er sich in die Rolle des Verbrauchers begeben würde. Natürlich hat er Anspruch darauf, zugesicherte Leistungen im Bedarfsfall zu erhalten, muss jedoch selbst die Initiative ergreifen, wenn es zu Komplikationen kommt. Das wird niemals wirklich zu vermeiden sein, und dann muss jeder mit anpacken. Es kann nicht angehen, dass einer sich stur auf sein Recht beruft, wenn es erklärtermaßen momentan nicht zu gewähren ist. Ein Notfallplan für alle Verlegenheiten sollte stets bei der Hand sein, Zeter und Mordio zu schreien, wenn alle Stricke reißen wollen, ist keine Lösung. Das würde die mögliche Eskalation einer bedenklichen Lage nur beschleunigen.

Wenn das Fahrwasser Wellen schlägt

Stattdessen steht Beschwichtigendes auf der Tagesordnung, jetzt zeigt sich, wie man für Eventualitäten gerüstet ist. Es geht nicht darum, den Partner hinzuhalten, sondern komplementär an seiner Stelle zu agieren. Wenn Sie ein Franchise eröffnen wollen, müssen Sie sich klar darüber sein, dass es nicht automatisch läuft, sondern nur so, wie Sie es betreiben. Dabei wird durchaus gelegentlich ein außergewöhnlicher Einsatz vonnöten sein. Ein geregelter Gang ist zwar mit allen Mitteln anzustreben, doch gerade bei besonderen Belastungen erweist sich die Qualität der Akteure. Sie sind die tragenden Säulen des Systems, sollte es an einer Stelle bröckeln, kann der gesamte Apparat ins Wanken geraten. Das muss vermieden werden, bei Bedarf ist kein Verzug zu dulden.

Den Stier bei den Hörnern packen

Umgehen Sie Probleme nicht in Vorgesprächen. Konstruieren Sie ein Szenario, das übler nicht sein könnte, aber ebenso wenig der Realität entbehrt. Schauen Sie genau hin, wie Ihr Gegenüber darauf reagiert, Vertrauen baut man nicht durch Schmeicheleien auf. Man muss es nicht darauf ankommen lassen, gute Beziehungen auf die Probe zu stellen, kann auch manches vorwegnehmen, das sonst nur Schaden anrichten würde. Verschaffen Sie sich einen Überblick und halten sich den Rücken frei, damit Sie auf Befindlichkeiten keine Rücksicht nehmen müssen. Ein direkter Draht zur übergeordneten Instanz ist ungleich wertvoller als alles ausgeklügelte Taktieren, Sie müssen einen Ansprechpartner haben, wenn Sie ihn brauchen.

Im Ernstfall die Nerven behalten

Allerdings dürfen Sie den Schnellkontakt nicht überstrapazieren und nur dann Gebrauch davon machen, wenn es wirklich nötig ist. Je mehr Sie sich auf das Wesentliche beschränken, wird man Ihnen zuhören und es Ihnen nicht verzeihen, wenn Sie Entscheidendes unterschlagen. Ein Franchisegeber kann seine Augen und Ohren nicht überall haben, er ist seinerseits darauf angewiesen, dass man ihm Dinge von Bedeutung unverblümt zuträgt, ihn jedoch mit Nebensächlichem verschont. Reden Sie nicht mehr, als Sie zu handeln vermögen, schaffen Sie Fakten, anstatt sich mit geäußerten Bedenken über Wasser zu halten. Das Franchisesystem ist ein sensibles Konstrukt, innerlich geknüpfte Halteseile werden umso fester, je weniger man sie mit Irreführendem beansprucht, das nur aufhält.

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