Hintergrundgespräch zur Franchise Expo 2018 im September in Frankfurt

15.06.2018 17:38 | Veranstaltungen

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Anlässlich des Franchise Forums am 04. Juni 2018 in Berlin, fand das Hintergrundgespräch zur Franchise Expo 2018 statt, die seit Jahren zum ersten Mal im September wieder in Deutschland veranstaltet wird.

Namhafte Vertreter der Franchisewirtschaft

Darunter waren namhafte Teilnehmer der deutschen und internationalen Franchisewirtschaft vertreten, wie Matthias Lehner (Franchisegeber Bodystreet und Vizepräsident des Deutschen Franchiseverbandes), Tom Portesy (amerikanischer CEO von MFV Expositions), Torben Brodersen (Geschäftsführer des Deutschen Franchiseverbandes), Nadine Brenner (Franchisegeber Rainbow International) sowie Carina Felzmann (Moderatorin des Presse Hintergrundgespräches und Marketing Director Franchise Expo Frankfurt bei MFV Expositions).
Auch Punkt Franchise sowie einige andere Medienpartner der Franchise Expo 2018, waren in Berlin zu diesem Hintergrundgespräch gekommen.

Die Teilnehmer kamen zum Teil aus New York, Wien und Südafrika angereist, um dem Franchise Forum in Berlin beizuwohnen. Nach der allgemeinen Begrüßung hielten die Franchise-Experten kurze Vorträge über aktuelle Entwicklungen im Franchising und äußerten sich zu Markttendenzen und zu ihren Erwartungen bezüglich der diesjährigen Franchise Expo.

Der Franchisemarkt in Deutschland boomt

Torben Brodersen, Geschäftsführer des Deutschen Franchiseverbandes, begrüßte als erster Sprecher zunächst mehr als 60 neue Mitglieder im vergangenen Jahr im Verband und stellte anschließend die zentralen Ergebnisse der jüngsten Studie über die deutsche Franchisewirtschaft vor.

So ergab die Studie des deutschen Franchiseverbandes im vergangenen Jahr, dass die Anzahl der Franchisesysteme in Deutschland um rund 2,3 Prozentpunkte im Vergleich zu 2016 wuchs. Auch die Zahl der Partner stieg um 3,6 Prozent im Vergleich zum Vorjahr auf rund 123.549. Die gleiche Entwicklung ist sowohl bei der Anzahl der Franchisebetriebe, als auch bei den Beschäftigten zu beobachten. Beachtlich ist hier vor allem der Gesamtumsatz der deutschen Franchisewirtschaft, der um rund 8 Prozent, auf etwa 112,2 Milliarden Euro im Jahr 2017 angestiegen ist.

Diese Zahlen zeigen, dass sich die Franchisewirtschaft in Deutschland positiv und dynamisch entwickelt. Vor allem im Dienstleistungsbereich ist dies festzuhalten, doch auch die Handwerksbranche birgt in diesem Feld ein großes Potential. Und so gilt es auch für das kommende Jahr, an diesen positiven Entwicklungen festzuhalten.

Im Rahmen seiner Vorstellung, erwähnte Torben Brodersen zudem weitere Themen, die die deutsche Franchisewirtschaft in Zukunft beschäftigen werden. So spielt neben der Sicherung der Nachfolge deutscher Franchisebetriebe, auch das Multi-Brand und Multi-Unit Franchising künftig eine große Rolle. Weiterhin gewinnt das Social Franchising eine immer größere Bedeutung. Hier werden die Techniken des kommerziellen Franchising auf Projekte im Non-Profit-Bereich zur Erreichung von Gemeinwohlzwecken eingesetzt. Auch die Arbeitgebermarke, bei der es darum geht, wie sich die Unternehmen gut präsentieren und wie sie Partner und Mitarbeiter finden und binden können, spielt in der Zukunft eine zentrale Rolle. Des Weiteren wird die Start-Up Szene im Franchising immer wichtiger in den nächsten Jahren, um neue Märkte zu erschließen. Bestes Beispiel ist hier das neu gegründete CleverShuttle, das den Megatrend im Bereich Shared Mobility verfolgt und bereits als neues Mitglied im Franchiseverband begrüßt wurde.

Großes Potential für Deutschland

Tom Portesy, amerikanischer CEO von MFV Expositions sprach an zweiter Stelle. Seit mehr als 30 Jahren organisiert er rund 70 große internationale Franchisemessen pro Jahr. Zu diesem Hintergrundgespräch war er gerade von der New Yorker Franchisemesse mit 400 Ausstellern und 15.000 Besuchern angereist. Tom Portesy gab bekannt, dass er gerade in Deutschland ein sehr großes Potential für die Franchisewirtschaft sehe. Eine extrem starke Wirtschaft, das größte Land in Europa (gemessen an der Einwohnerzahl), ein starker Franchiseverband mit viel Engagement und eine gute Franchise Community stellen die Weichen für die positive Entwicklung in diesem Bereich.

Im Hinblick auf die kommende Franchise Expo 2018 in Frankfurt, werden rund 125 Franchisemarken, darunter 20 amerikanische Marken (z.B. die United Franchise Group), auf der Messe vertreten sein. Damit wurden bereits jetzt schon die Erwartungen von Tom Portesy übertroffen. Mit dem Ziel von 2.000 bis 2.500 Messebesuchern, wird bei der Messe jedoch vor allem auf Qualität statt Quantität gesetzt.

Weiterhin gab Tom Portesy bekannt, dass auch die Franchisewirtschaft in den USA wächst. Mehr als 6.000 Franchisemarken sind als Franchisegeber registriert, ca. 2.500 bis 3.000 von ihnen suchen aktiv nach neuen Partnern. Nach dem Motto „Du arbeitest für dich selbst, aber nicht alleine!“, ist die Franchisewirtschaft in den USA nicht zu stoppen.

Weg frei für eine reine Franchisemesse

Zuletzt sprachen Nadine Brenner (Franchisegeber Rainbow International) und Matthias Lehner (Franchisegeber Body Street und Vizepräsident des Deutschen Franchiseverbandes). Sie gaben sich sehr zufrieden, dass die Franchise Expo nach Deutschland kommt, denn Deutschland benötige eine „reine“ Franchisemesse.

Jedoch machten sie auch auf die Herausforderungen aufmerksam, die die deutsche Franchisewirtschaft in Zukunft zu bewältigen hat. So steht vor allem die Partnergewinnung ganz oben auf der Liste. Es gilt, neue Franchisepartner in einem Markt zu gewinnen, deren Arbeitslosenquote so niedrig ist wie noch nie. Zudem sollen zunehmend bereits bestehende Standorte durch neue Partner übernommen werden. Mit dem Ansatz „Raus aus dem Angestelltenverhältnis und rein in die berufliche Selbstständigkeit“, gilt es, die Menschen davon zu überzeugen, ihren Job zu verlassen, um sich selbst zu verwirklichen.

Damit eng verbunden steht auch das Thema Personalmangel auf der Liste, denn das Finden von richtigen Mitarbeitern an den Franchisestandorten gehört ebenfalls zu den Herausforderungen der Zukunft. Eine weitere Herausforderung ist es, die neue Zielgruppe der Millennials anzusprechen, die den „Sharing“ Gedanken (wie z.B. Car Sharing) schon tief verankert haben und daher das Franchising eine attraktive Geschäftsidee für sie darstellt.

Mut und Offenheit im Franchising

Das Hintergrundgespräch in Berlin wurde schließlich durch Carina Felzmann, Moderatorin des Presse Hintergrundgespräches und Marketing Director Franchise Expo Frankfurt bei MFV Expositions, beendet.

Gemäß dem Motto „Think Big“ können sich die Deutschen, laut der Moderatorin, noch einiges von den Amerikanern abschauen. Mit Mut und Offenheit soll die deutsche Franchisewirtschaft nach vorne blicken und sich die Einfachheit und die tollen Vermarktungskonzepte der Amerikaner gelegentlich als Beispiel nehmen.

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