Franchise-Fallen im Überblick- das sollten Sie umgehend vermeiden!

24.10.2017 17:00 | Ein Unternehmen gründen

1. Einleitung Franchising und Auswahl des Franchises

Die Suche nach dem perfekten Franchisegeber kann sich durchaus das ein oder andere Mal als wahrhaftige Odyssee herausstellen. Zu viele Kriterien gibt es, die der Franchisenehmer (zu Recht) hat, denn diese Entscheidung wird sein Leben verändern und hoffentlich positiv beeinflussen. Auf der anderen Seite kann eine falsche Entscheidung hinsichtlich des Franchisegebers schwerwiegende Folgen haben, sowohl finanziell, als auch psychisch und beruflich.

Denn auch wenn viele Franchisegeber sogar ausgezeichnet würden mit sämtlichen Awards, heißt das noch lange nichts.

Gleiches gilt für oftmals dubiose Franchise-Top 10 Listen, wo man sich zu Recht fragen darf, aus welchem Grund nun der Franchisegeber XY auf Platz 1 gelandet ist. Natürlich sollen hier nicht alle Franchisegeber und schon gar nicht alle Franchise-Top-10 Listen über einen Kamm geschert werden.

Man sollte nur sensibilisiert sein, dass es einige angebliche Top-Franchisegeber ist, die vielleicht gar keine sind und etwa auf der Top-Liste gegen Bezahlung gelandet sind, eine Kooperation mit der Franchise-Informationsseite haben oder gar selber der Autor dieser Liste sind und ein selbsternannter Top-Franchisegeber sind.

Um Enttäuschungen und schlechten Erfahrungen vorzubeugen, können sich angehende Franchisenehmer im Voraus rundum gut informieren. Vor allem sollte auf Warnsignale und ja, auch auf ein „schlechtes Bauchgefühl“ gehört werden, denn das kommt meist nicht von ungefähr.


2. Top 10 der Franchise-Fallen mit Erläuterungen

Wo wir schon einmal bei Top sind – hier ist eine Top 10 Liste, die wirklich vor Schaden schützen soll, nämlich die Top-Ten der Franchisegeber-Maschen die bei Franchiseinteressenten Vorsicht erwecken sollten.

1. Unprofessioneller Auftritt

Das ganz beginnt bereits mit dem ersten Kontakt oder gar dem Internetaufritt oder sonstigen Broschüren. Wie läuft dies ab und was erweckt es für einen Eindruck? Sollte letzterer unprofessionell ausfallen: Finger weg!

Ein weiteres Alarmsignal für höchste Professionalität sind außerdem Rechtschreib- und Grammatikfehler, Unstimmigkeiten oder Darstellungen, die Lücken aufweisen.

2. Lockangebote

Klingt das Versprechen des Franchisegebers zu schön um wahr zu sein, ist es dies in der Regel auch. Eigentlich regelt nämlich in Deutschland der Deutsche Franchise-Verbands (DFV) den Auftritt der Franchisegeber. Dementsprechend sind dessen Mitglieder an objektiven Angaben durch die Mitgliedschaft gebunden.

3. Risikolosigkeit

Das Angebot klingt zu schön um wahr zu sein? Für quasi kein Eigenkapital und keine Anfangsinvestition wird ein hoher Umsatz und gleichzeitig ein nicht existentes Risiko angepriesen?

In solchen Situationen sollten Franchiseinteressen vorsichtig sein, denn so etwas hat meist einen Haken.

4. Fehlende Erfolgsnachweise

Angeblich ist das Franchise-Unternehmen wahnsinnig erfolgreich und es präsentiert sich auch dementsprechend im Internet?

Franchiseinteressenten sollten dringend tiefer nachforschen, was es damit auf sich hat. Der Grund ist leider immer noch zu viele schwarze Schafe, dessen Erfolg leider nur auf Phantasie beruht. Schließlich sind auch Franchisenehmer in den ganzheitlichen Unternehmenserfolg involviert. Läuft das Geschäft allgemein schlecht, sind es die Erfolgsaussichten für den Franchisenehmer ebenso. Es gibt Franchisegeber, dessen Geschäft schlecht läuft und die sich über Franchisegebühren entweder aus der Misere retten wollen oder Investitionen finanzieren wollen. Angehende Franchisenehmer sollten sich auf eine derartige Strategie auf keinen Fall einlassen. Sie sollten sich nicht von modern und schick aussehenden Bürogebäuden blenden lassen – denn die kann man ja im schlimmsten Fall auch noch mieten für das Gespräch. Echte Profis unter den Franchisegebern können ihren Erfolg schriftlich mit konkreten Fakten unterlegen und bieten außerdem den Kontakt zu den bereits bestehenden Franchisepartnern, die dem Interessenten sicherlich gerne Informationen geben.

Die Verweigerung solcher Informationen kann als höchstes Alarmsignal angesehen werden, denn es gibt wahrscheinlich den einen oder anderen Grund dafür.

5. Zeitdruck

Alles ist sehr dringend und am besten sollte der Vertrag noch heute, vielleicht sogar über das Internet, unterschrieben werden. Hier ist allerhöchste Vorsicht geboten. Denn jemand, der seine zukünftigen Franchisepartner noch vor Vertragsabschluss derart unter Druck setzt, ist zum einen kein guter Franchisegeber. Zum anderen könnte man doch beinahe denken, so jemand habe etwas zu verstecken, denn wieso hat er es denn so eilig? Hat er vielleicht Angst, seine Masche könne auffliegen?

Egal in welcher Situation – wenn jemand eine andere Person unter Druck setzt, ist dies um einen keine gültige Atmosphäre für eine Vertragsunterschrift. Zum anderen ist dies ein hinterlistiges Verhalten. Franchisenehmer sollten sich gut überlegen, ob sie mit so einem Menschen die nächsten Jahre zusammenarbeiten möchten. Professionelle Franchisegeber lassen Interessenten ausreichend Zeit zum Nachdenken.

6. Geheimhaltungsauflagen

Sollte der Franchisegeber dem Interessenten drakonische Geheimhaltungsauflagen unterschreiben lassen, ist außerdem höchste Vorsicht geboten.

7. Dubiose Chiffre-Anzeigen

Bei dubiosen Chiffre-Anzeigen, ohne dass sich der Franchisegeber erkennen gibt, sind ein Alarmsignal. Wieso sollte sich ein erfolgreicher und seriöser Franchisegeber hinter einer solchen Anzeige verstecken? Genau, es gibt keinen Grund.

8. Kostenpflichtige „Informationsveranstaltungen“

Wenn der Franchisegeber zu mit Informationsveranstaltungen mit vielen anderen Interessenten einlädt, ist Vorsicht angeraten. Speziell, sobald dafür eventuelle noch Anmeldegebühren fällig werden, sollte man sich fragen, womit man es zu tun hat. Seriöse Franchisegeber informieren primär in individuellen Einzelgesprächen über die neue Unternehmensgründung. Nur in einem solchen Umfeld kann man offene Fragen sinnvoll klären.

9. Derzeit kein Besuch auf dem Firmengelände möglich? Etwa wegen Umbauarbeiten? Ohren gespitzt und Augen auf!

Ein Besuch in der Firmenzentrale gehört zu einem angemessenen Kennenlernen des Franchisegebers dazu. Falls man hier Gegenwind erfährt und den Standort nicht kennenlernen kann, sollte man vorsichtig sein, da dies ein Hinweis auf Täuschung bei der Außenwirkung sein kann. Seriöse Franchisegeber sind an einem offenen Kennenlernen interessiert.

10. Ablauf des Erstgespräches

Neben den finanziellen Möglichkeiten ist die persönliche Eignung eine ebenso wichtige Grundlage für die Gründung eines Unternehmens als Franchisenehmer. Daher sollte sich ein Teil des Erstgespräches um Ihre persönliche Eignung drehen. Deswegen ist es wichtig, dass der Franchisegeber ein deutliches Interesse an Ihrem beruflichen Werdegang hat und Ihre fachlichen und persönlichen Fähigkeiten zu erfahren versucht. Falls sich das Gespräch sehr um die finanziellen Möglichkeiten dreht und der Franchisegeber zu attraktive Finanzierungsangebote macht, sollte man vorsichtig sein.


Was Franchisenehmer außerdem beachten sollten

Generelle Vorsicht sollte man bei Vermittlern von Franchiseverträgen walten lassen. Es spricht zwar grundsätzlich nichts gegen Vermittler, aber diese werden nach Provision bezahlt und haben daher nicht primär die Interessen des Franchisenehmers im Kopf.

Auch wenn Franchisenehmer ein gutes Gefühl beim Vertragsabschluss haben, sollten sie den Franchisevertrag immer und grundsätzlich von einer externen und unabhängigen Person prüfen lassen.

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