Franchise-Gebühren: Alles Wissenswerte über die Kosten im Franchising

28.12.2017 16:00 | Ein Unternehmen gründen

franchise gebühren artikel
 

Was sind Franchise Gebühren?

Franchise-Partnerschaften sind von Rechte und Pflichten sowie Leistungen und Gegenleistungen gekennzeichnet. So hat jede Leistung ihren Preis. Auch die Unterstützung, die der Franchisegeber seinem Franchisenehmer bietet, wird somit in Rechnung gestellt.

Der Franchisevertrag regelt, dass der Franchisenehmer durch die Entrichtung von den sogenannten Franchise Gebühren, das Recht und die Pflicht enthält, die Marke des Franchisegebers zu nutzen und bestimmte Waren und Dienstleistungen im Namen des Franchisegebers erstellt oder anbietet. Genau dafür erhält der Franchisegeber vom Franchisenehmer eine finanzielle Vergütung. Wie sieht diese genau ab? Was deckt sie ab? Und in welcher Höhe liegen die Kosten im Schnitt? Dieser Artikel klärt Sie auf.

Mit was für Kosten haben Sie als Franchisenehmer zu rechnen?

Für die Gründung eines Franchise haben Sie mit folgenden Kosten zu rechnen:

  • Gesamtinvestitionssumme
  • Eigenkapital
  • Einstiegsgebühren
  • Laufende Franchise Gebühren

Für die Franchisegründung wird eine Gesamtinvestitionssumme auf Sie zukommen. Je nach Businesspartner schwanken diese. Bei fast 50 Prozent der Franchise-Systeme liegt diese für den Franchisenehmer unter 50.000 Euro. Circa ein Fünftel der Franchisenehmer veranschlagt zwischen 50.000 und 100.000 Euro als Startinvestition. Bei knapp 20 Prozent liegt die Investition zwischen 100.000 und 200.000 Euro, wenige Franchisegeber fordern mehr als 200.000 Euro.

Im Schnitt investieren Franchisenehmer an die 80.000 Euro für den Aufbau ihres ersten Betriebes. Im Dienstleistungsbereich kann die Summe auch niedriger sein. Dafür können die Kosten vor allem in Einzelhandel und der Systemgastronomie um einiges höher sein. Abgesehen von den Investitionskosten in das Unternehmen sollten Sie als Franchisenehmer auf jeden Fall im Hinterkopf behalten, dass Sie zunächst notfalls eine finanzielle Durststrecke zu überwinden haben, bis Sie dann endlich in der Gewinnzone liegen.

Die Gesamtinvestitionssumme deckt den Aufbau des Franchisebetriebes ab (sprich Ladenbau, Warenerstausstattung, behördliche Gebühren, Geschäftsausstattung) und deckt auch die Eintrittsgebühr für das Franchisesystem ab. Existenzgründer finanzieren ihr Projekt mit Eigen- und Fremdkapital.

Ein weiterer wichtiger Aspekt ist das notwendige Eigenkapital. Das legt jeder Franchisegeber selbst fest. Die Eigenmittel-Quote wird standardmäßig meist bei 20 Prozent an der Gesamtinvestition festgesetzt. In den meisten Fällen ist mit bis zu 25.000 Euro zu rechnen. In manchen Fällen sollen sogar bis zu 50.000 Euro nachgewiesen werden.

Und dann wären da noch die Einstiegsgebühren. Diese liegen im Schnitt zwischen 5.000 und 15.000 Euro. Natürlich ist nach oben keine Grenze gesetzt, so dass die Gebühren im Einzelfall sogar bis zu 75.000 Euro betragen können. Aber keine Sorge: Das ist nicht die Norm! Fast 14 Prozent der Franchiseunternehmen verzichten sogar auf das Entrichten einer Einstiegsgebühr. Allerdings kann es dann auch manchmal der Fall sein, dass sie sich die Kosten an anderer Stelle indirekt wieder reinholen – so beispielsweise durch Preisaufschläge bei Warenlieferungen.

Letztlich sind da noch die laufenden Franchise Gebühren, die monatlich zu begleichen sind. Diese können entweder pauschal festgesetzt sein oder richtet sich als Prozentsatz am Netto- oder Bruttoumsatz. Wenn es sich um einen monatlichen Fix-Betrag handelt, dann liegt dieser meist zwischen 50 und 500 Euro. Wenn es sich um Umsatzbeteiligungen handelt, liegt der Prozentsatz in den meisten Fällen bei zwei bis 5 Prozent vom Nettoumsatz. Oft werden zusätzliche noch monatliche Werbegebühren veranschlagt. Auch diese wird entweder fix festgelegt oder bemisst sich am Umsatz.

Woraus bestehen die Franchise Gebühren?

Damit Sie Teil eines Franchise Systems werden können, haben Sie zwei Arten von Gebühren zu zahlen. Da ist zum einen die einmalige Eintrittsgebühr und zum anderen kommen laufende, monatliche Franchise Gebühren auf Sie als Franchisenehmer zu.

Die einmalige Eintrittsgebühr auf einen Blick

Durch Entrichtung der einmaligen Eintrittsgebühr – oder aber auch als einmalige Lizenzgebühr bezeichnet – erhalten Sie das Recht, sich mit dem Geschäftskonzept des Franchisenehmers selbstständig zu machen. Diese Leistungen fallen meist vor oder unmittelbar nach dem Vertragsabschluss an.

Je nach Unternehmen sind die Einstiegsgebühren unterschiedlich hoch. In der Regel liegen sie zwischen 5.000 und 25.000 Euro. Dafür erhalten Sie das Recht und gleichzeitig auch die Pflicht, das Geschäftsmodell auszuführen. Dies umfasst primär die Nutzungsrechte für die Marke selbst, aber auch das Know-How des Franchisegebers und das Konzept des erprobten Geschäftsmodells. In der Regel umfassen die Eintrittsgebühren folgende Leistungsinhalte:

  • Wissenstransfer durch den Franchisegeber
  • Gebietsschutz durch den Franchisegeber innerhalb des Franchise-Systems
  • Aufbau und Nutzung der Corporate Identity
  • Nutzung der Wettbewerbsvorteile durch den Franchisegeber

Beim Einstieg fallen darüber hinaus noch weitere Kosten im Vorfeld an. Diese reichen von der Kautionszahlung für die Geschäftsräume über den Ladenbau und eine Erstausstattung beziehungsweise einen Grundstock an Waren bis hin zu den Gebühren je nach Geschäfts- oder Gründungsform für die Behörden.

Mit was für laufenden Franchise Kosten als Franchisenehmer zu rechnen?

Abgesehen von der einmaligen Lizenzgebühr stehen dann noch die monatlichen Franchisegebühren aus. Diese laufenden Franchise Gebühren werden im Franchisevertrag festgesetzt. Sie richten sich meist auf einen vereinbarten Prozentsatz vom Nettoumsatz des Franchisenehmers. Diese sind je nach Unternehmen anders und können zwischen einem bis 15 Prozent liegen. Manche Franchisegeber bieten aber auch monatliche Pauschalgebühren an.

Warum müssen Sie monatliche Franchise Gebühren zahlen?

Die Franchise Gebühren decken die kontinuierlichen Kosten des Franchisegebers ab. Der Franchisegeber investiert dieses Geld, um sein Franchisesystem ständig weiter zu entwickeln. So werden diese Gebühren unter anderem dazu genutzt, um Schulungen und Weiterbildungen für die Franchisenehmer und ihre Mitarbeiter durchzuführen. So profitieren Sie selbst letztlich von der Zahlung der Gebühren. Dies ist in den monatlichen Franchise Gebühren enthalten:

  • Wissenstransfer
  • Schulungen und Trainings
  • Markenschutz
  • Beratungstätigkeiten des Franchisegebers
  • ständige Weiterentwicklung des Systems

Einige Franchisegeber stellen darüber hinaus noch eine monatliche Werbegebühr, die zusätzlich zu den monatlichen Franchise Gebühren erhoben wird, in Rechnung. Allerdings wird diese nicht von allen Franchisegebern erhoben. Diese Gebühr bemisst sich in den meisten Fällen am Umsatz. Sie dient der Finanzierung von Werbemitteln, überregionalen Anzeigen und weiteren Werbemaßnahmen.

Stellen Sie sich vor, Sie müssten extra einen Marketing-Beauftragten einstellen oder aber Sie würden eine Werbeagentur beauftragen, ein Marketingkonzept für Sie zu erstellen, was Hand und Fuß hat? Die monatliche Zahlung steht in keinem Vergleich zu den Personalkosten oder aber den Agenturkosten, die Sie zu tragen hätten. Als Teil eines Franchise-System profitieren Sie hier ganz klar von den attraktiven Größenvorteilen, die ein Franchise ausmachen.

Dieser Artikel konnte Sie hoffentlich bestens darüber aufklären, was für Kosten als Franchisenehmer auf Sie zukommen. Darüber hinaus haben Sie als Franchisenehmer stets das Recht, den korrekten Verwendungszweck Ihrer Gelder nachzuprüfen.

Andere aktuelle Artikel

0 Kommentare

Einen Kommentar schreiben

Übrige Zeichen: 250