10 Tipps: Ist Ihr Franchise bereit für die internationale Expansion?

11.02.2018 14:00 | Ein Unternehmen gründen

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Stellen Sie sich vor, Sie sind Franchisegeber und Ihr Franchisesystem kommt gut bei Kunden und Franchisenehmern an, Ihre Umsatzzahlen verzeichnen ausgezeichnete Wachstumsraten und Sie würden gerne noch weiter wachsen und sich neuen Herausforderungen stellen? Haben Sie schon einmal darüber nachgedacht, ob Ihr Franchisesystem auch im Ausland erfolgreich sein könnte? Wenn dem so ist, dann wird es vielleicht Zeit, dass Sie Ihr erfolgreiches Franchisesystem nun auch als Master-Franchise ausbauen? Dieser Artikel klärt Sie auf, was es im Zuge dessen zu bedenken gibt und wie Sie am besten mit solch einem internationalen Projekt vorgehen.

Vom nationalen Franchisesystem zum internationalen Master-Franchise

Der Unterschied zwischen dem herkömmlichen Franchising und dem Master-Franchising ist, dass im letzteren Fall noch ein Master-Franchisenehmer ins Spiel kommt. Dieser erwirbt das Recht, das Geschäftskonzept auf ein bestimmtes Land oder eine Region in einem Land auszurollen. Dies geschieht durch sogenannte Sub-Franchisenehmer. Der Master-Franchisenehmer nimmt also eine Stufe zwischen der Unternehmenszentrale und den nationalen Franchisenehmern ein, mit Hilfe derer er den neuen Markt erschließen möchte. Der Unternehmenszentrale gegenüber verhält er sich als Franchisenehmer, seinen Sub-Franchisenehmern gegenüber verhält er sich als Franchisegeber.

Bevor der Master-Franchisenehmer nun aktiv das Franchisesystem ausbauen kann, hat er zunächst eine gewisse Vorarbeit zu leisten: Denn zuerst gilt es, das Franchisesystem an die Gegebenheiten des heimischen Marktes anzupassen. Aufgrund kultureller und sprachlicher Unterschiede muss das Geschäftskonzept modifiziert werden. Zudem muss es an den nationalen Rechtskontext angepasst werden. Aus diesem Grund kommen die Master-Franchisenehmer meist aus dem Land selbst, so dass sie ein kompetenter Ansprechpartner sind, was jegliche, heimische Bedingungen und Kundenbedürfnisse angeht.

Wenn das Konzept und die Verträge angepasst sind, muss in dem Zielland zunächst ein Pilotbetrieb aufgebaut werden, um die tatsächliche Kompatibilität des Master-Franchise zu testen. Ist auch diese Hürde genommen, stehen dem Master-Franchise alle Türen offen und der internationale Markt kann erobert werden.

Die Checkliste: Ist Ihr Franchise bereit für den Ausbau zum Master-Franchise?

Soweit, so gut. Aber wie finden Sie nun heraus, ob Ihr Franchisesystem bereit für den Ausbau zum Master-Franchise ist? Aus diesem Grund haben wir Ihnen folgende Checkliste zusammen gestellt, anhand derer Sie sich vergewissern können, ob auch Sie reif für die internationale Expansion sind. Und zwar enthält diese Liste gewisse Meilensteine, die Sie – nach ihrer Priorität geordnet – sozusagen als Basis für Ihre internationale Expansion benötigen:

1. Das obere Management muss sich für die internationale Strategie stark machen.

Wenn Sie die strategische Entscheidung treffen, dass Sie Ihr Franchisesystem auf das Ausland ausweiten möchten, dann sollten Sie permanent an einer guten Basis für Ihr internationales Projekt arbeiten. Es ist nicht damit getan, dass Sie sich für solch ein Projekt entscheiden und lediglich die ersten Prozesse einleiten. Denn hierbei handelt es sich um den wichtigsten Schritt für den Ausbau vom Franchise zum Master-Franchise: Sie müssen zunächst die gesamten oberen Management-Reihen von dieser Idee überzeugen und auf Ihrer Seite wissen, erst danach kann das eigentliche Programm starten.

2. Entwickeln Sie eine proaktive Auslands-Strategie und den dazugehörigen Business Plan.

Kalkulieren Sie, was für ein Budget Sie für das Master-Franchise Projekt bräuchten und legen Sie bereits erste erreichbare Ziele fest. Der größte Fehler wäre es hier, einfach nur auf Trends und Informationen aus dem Internet zu reagieren. Setzen Sie sich zunächst hin und entwerfen Ihren eigenen Business Plan und setzen ein Budget für die internationale Expansion an.

3. Definieren Sie Ihren Markt und Ihren eigenen Wettbewerbsvorteil.

Was macht Ihr Unternehmen besonders und hebt Sie von Mitbewerbern ab? Sie sollten sich der Stärken Ihres eignen Franchisesystems und Ihrer Marke bewusst sein. Schließlich liegt es an Ihnen, den potentiellen internationalen Partnern zu zeigen, dass Sie auf deren Markt mithalten und sich durchsetzen können. Zukünftige Master-Franchisenehmer sind auf der Suche nach überzeugenden Konzepten, die auf ihrem Markt noch fehlen und gewisse Wettbewerbsvorteile mitbringen.

4. Sie sollten eine gute Erfolgsbilanz in Ihrem Heim-Markt aufweisen.

Gute, internationale Master-Franchisenehmer sollten sich mit einigen Ihrer lokalen Franchisenehmer unterhalten wollen. Wenn der Kandidat jedoch kein Interesse an einem solchen Gespräch haben sollte und sich nicht für die Meinung Ihrer heimischen, erfahrenen Franchisenehmer, halten Sie lieber nach anderen Kandidaten Ausschau. Der Franchisenehmer sollte sich auch wirklich für Ihr Franchisesystem interessieren. Aus diesem Grund ist dieser Meilenstein ein guter Test, um zu schauen, wie sehr die potentiellen Master-Franchise-Kandidaten auch tatsächlich zu Ihnen passen.

5. Erstellen Sie die Materialien für Trainings- und Ausbildungsprogramme und entwickeln Sie die Marketingkonzepte.

Diese Materialien sind von ausgesprochenem hohen Wert. Schließlich ist es die Aufgabe des ausländischen Master-Franchisenehmers Ihre Marke in seinem Land bekannt zu machen. Sie sind nämlich im Begriff, Ihre Marke und Ihr Konzept ins Ausland und eine völlig andere Kultur zu transportieren. Durch gute Materialien zur Vorbereitung und für das Marketing stellen Sie sicher, dass Ihr Franchise-Konzept umso früher im Ausland an Boden gewinnt.

6. Entwickeln Sie ein Intranet als Kommunikationsplattform und für kostengünstige und flexible Trainingszwecke.

So stellen Sie sicher, dass Sie die kosteneffektivste Methode anwenden, um internationales Training und Unterstützung anzubieten. Und das Beste daran ist, dass solch ein Intranet 24/7 und das sogar 365 Tage im Jahr erreichbar ist – egal in welcher Zeitzone Sie die neuen Franchisenehmer befinden oder welcher Feiertag auch immer dort anstehen sollte. Im Intranet können Sie wichtige Dokumente platzieren und Ihre Franchisenehmer über alles Wichtige aufklären, was diese über das Franchisesystem wissen sollten.

7. Sorgen Sie dafür, dass Ihre Systemstandards und die Reporting-Prozesse effizient sind.

Natürlich gilt auch für die ausländischen Betriebe, dass diese gewissen Standards einhalten müssen. Das bedeutet für Sie als Franchisegeber, dass Sie auch die internationalen Einheiten genauso wie Ihre inländischen Franchise-Betriebe kontrollieren sollten. Schließlich sollen auch überall dieselben Regeln und Vorgaben eingehalten werden. Stellen Sie in jedem Fall sicher, dass Sie hierfür dieselben guten, hohen und kontrollierbaren Standards und Monitoring Prozesse nutzen, die auch im Inland Anwendung finden.

8. Recherchieren Sie den Auslandsmarkt und Ihre hiesigen Mitbewerber.

Sie müssen selbst im Markt sein, die dortigen Mitbewerber kennen und wissen, was die Vorzüge Ihres eigenen Franchisesystems sind. Bewerten Sie den ausländischen Markt vorab und schauen Sie wie viele Franchise-Betriebe Sie dort installieren möchten. Nur so können Sie sicher mit potentiellen Master-Franchisenehmer-Kandidaten verhandeln und sind in einer besseren Verhandlungsposition.

9. Bereiten Sie die Due-Diligence-Prüfung für die ausländischen Partner vor.

Reduzieren Sie das Risiko für böse Überraschungen! Prüfen Sie Ihren potentiellen ausländischen Partner sorgfältig – Sie sollten wissen, mit wem Sie es zu tun haben. In manchen Ländern ist dieser Schritt sogar obligatorisch!

10. Beantragen Sie ein eingetragenes Warenzeichen, um Ihr geistiges Eigentum und Ihren Markenwert im Ausland zu schützen.

Bevor Sie im Ausland aktiv werden, sollten Sie Ihre Marke schützen. Tun Sie dies alleine und lassen es nicht von Master-Franchisenehmern übernehmen oder Ihnen dabei helfen. Denn im schlimmsten Fall müssen Sie sich dann letztlich Ihre Markenrechte teilen oder verlieren Sie sogar komplett. Nutzen Sie auch bei Geschäftspraktiken Ihren gesunden Menschenverstand, alles andere könnte Ihnen sonst später teuer zu stehen kommen. Und stellen Sie sich darauf ein, dass es zeit- und kostenintensiv ist, mit einem Franchise ins Ausland zu gehen und es zu einem Master-Franchise auszubauen, aber es lohnt sich in der Regel: Letzten Endes investieren Sie auf lange Sicht gesehen in einen zusätzlichen Markenmehrwert und Einkommensquellen – die Investitionskosten zahlen sich also schnell aus.

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