Franchise Lizenz: Was verbirgt sich hinter dem Begriff?

28.12.2017 08:50 | Ein Unternehmen gründen

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Zum Franchising braucht man nichts weiter als die dazugehörige Lizenz – alles klar? Wie beim Führerschein: eingesteckt und los. Von wegen! Ohne verbindliche Erlaubnis kann man zwar nicht aktiv werden, doch es steckt weit mehr dahinter. Die Franchiselizenz ist noch lange nicht das einzige Dokument zur Gewährleistung eines reibungslosen Betriebs, zumindest gehört ein für die Laufzeit bindender Vertrag dazu. Darüber hinaus kann es noch weitere Vereinbarungen etwa Markenrechte und Patente betreffend geben, außerdem eventuell Handbücher, verpflichtende Richtlinien und Urheberrechtliches. Zahlreiche Bestimmungen sollen nicht als Knebelung verstanden werden, mit ihnen wird das anvertraute Know-how detailliert beschrieben. Bei der Einsichtnahme muss Vertraulichkeit gewährleistet sein, es handelt sich ja dabei schließlich nicht um eine Reparaturanleitung. Etwaige Verletzungen akzeptierter Pflichten werden arg gerügt, sodass man genauestens darüber aufgeklärt sein sollte. Zu schnell fällt ein falsches Wort in gelöster Stimmung, und schon ist eine Schutzklausel verletzt. So etwas gilt es, unbedingt zu vermeiden, schon allein im eigenen Interesse. Spione werden, erst erwischt, ungeheuer abgestraft.

Mit der Franchise Lizenz auch Belastendes in der Tasche

Ebenso, wie es befreiend wirken kann, wenn man die ersehnten Papiere endlich in seinen Besitz gebracht hat, stellen sie gleichzeitig eine oft nicht unerhebliche Belastung dar. Im Grunde wird damit nur besiegelt, was sich eigentlich von selbst verstehen sollte. Der eine gibt mit einem Schlag das Herzstück seines Wissen preis, der andere hat respektvoll und es nach Kräften nutzend damit umzugehen. Doch im Ernstfall kommt es auf die vermeintlichen Kleinigkeiten an. Der Neuling kann das gesamte Konzept nicht auf Anhieb in letzter Konsequenz durchschauen und muss sich bei Bedarf nach dem mitgegebenen Wortlaut richten. Dabei wird manches leicht falsch eingeschätzt.

Man glaubt, man habe das Prinzip begriffen, dem sich alles Weitere unterordnen muss. Allerdings werden sich über kurz oder lang Situationen ergeben, in denen Abweichungen nicht zu umgehen sind. Dafür muss tunlichst Vorsorge getroffen werden, soweit das überhaupt möglich ist. Wer dabei ins Trudeln gerät, sollte sich durch eine Rückfrage vergewissern. Das wird blutigen Anfängern allemal gestattet sein.

Intensive Auseinandersetzung mit einer Franchise Lizenz

Franchiselizenzen lassen sich verkaufen, Franchiselizenzen kosten Geld. In Bausch und Bogen, gelegentlich auch pointiert, kann man sich im Internet darüber informieren, welche Zusammenhänge bestehen und wo die Unterschiede liegen. Es kann sein, dass die geforderten Gebühren geringer ausfallen als anderswo, wenn man es mit einem Lizenzsystem zu tun bekommt. Dafür muss man unter Umständen in Kauf nehmen, dass gut gehütete Erfolgsgeheimnisse nur sehr eingeschränkt aufgedeckt werden und kaum Hilfestellung bei deren Umsetzung geleistet wird. Soll der Franchisenehmer doch zusehen, was er daraus macht! Entweder begreift er, wie der Hase läuft oder aber nicht. Vielleicht kann man sich von ihm sogar noch etwas abgucken mit der Zeit. Was nicht als gesicherte Erkenntnis gilt, muss in der Hinterhand gehalten werden, in diesem Punkt bleibt man flexibel. Das mag berechtigt sein und auch sehr reizen, denn ein Unternehmer ist nun einmal kein Befehlsempfänger.

Mitunter wird sogar ein leicht in die Irre führender Stempel aufgedrückt, um eigene Haftungsrisiken leichtfertig auszuschließen. Doch wahres Franchising geht anders.

Der Spielraum zur Einflussnahme gedeiht mit Franchise

Trennscharfes Auseinanderhalten von Franchise und Lizenz erschwert, dass es weder für den einen noch den anderen Begriff gesetzliche Vorgaben gibt, abgesehen vom Markenrecht. Folglich kann jeder beides nahezu uneingegrenzt in seinem Sinne interpretieren. Wo die Berechtigung zur Nutzung etwa von Patenten anfängt und wo sie aufhört, ist vertraglich frei zu regeln. Umso wichtiger wird es, einzelne Bestimmungen genauestens auf ihre Auswirkung hin abzuklopfen und Ungewisses rechtzeitig aufzuhellen.

Der Zurückhaltung im täglichen Geschäft desjenigen, der eine Lizenz vergibt, entspricht die verschwindend geringe Möglichkeit zum Beeinflussen auf der gegenüberliegenden Seite. Im Gegensatz dazu kann ein erfolgreicher Franchisenehmer durchaus ein Wörtchen mitreden, vor allem dann, wenn er unter Beweis gestellt hat, dass er die Entwicklung voranzutreiben imstande ist. Es kann sich eine echte Partnerschaft entwickeln, wobei die gemeinsam zu tragende Verantwortung Schritt und Schritt zunehmend auf beide Schultern verteilt wird. Dabei sind die bereits vorhanden Vertriebswege allerdings einzuhalten, was bei einer reinen Lizenzvergabe eher weniger der Fall ist. Schon von daher erklärt sich ihr geringerer Kostenaufwand.

Expandieren bis weit über die bisherigen Grenzen hinaus

Regelrecht ausufernd kann es indessen werden, wenn man den Master macht. Wer eine Lizenz dazu im Franchising erworben hat, dem obliegt es, das Geschäftsmodell auf ein bislang völlig unberührtes Gebiet zu übertragen. Dazu kann es kommen, wenn der Franchisegeber expandieren möchte und jemanden gefunden hat, dem er die Bewältigung der nötigen Schritte für dieses Vorhaben anvertrauen möchte. Dessen Aufgabe ist es, geeignete Franchisenehmer zu finden, die das Business zufriedenstellend ausweiten. Er wird zunächst die Oberaufsicht behalten und bei wachsender Eignung mehr und mehr delegieren können. Voraussetzung für das Erreichen dieser Stufe auf der Karriereleiter ist neben ausreichenden Landeskenntnissen der ungebrochene und bereits eindrücklich unter Beweis gestellte Wille zum Erfolg. Ein frischgebackener Franchisenehmer wird nicht sogleich nach Höherem streben können, doch die Aussicht darauf ist im System mit angelegt. Sollte sie sich bei seinem Eintreten noch nicht abzeichnen, kann es dennoch möglich sein, dass sie sich im Laufe der Zeit einstellt. Es liegt an jedem Einzelnen, aus der Gesamtheit Größeres entstehen zu lassen.

Da ist noch vieles anzupacken mit einer Franchise Lizenz

Die Franchiselizenz kennt mannigfaltige Erscheinungsformen, die kaum einer übergeordneten Regelung unterliegen, sondern im Einzelfall relativ ungebunden verhandelbar sind. Ein erhebliches Potenzial, das in ihnen steckt, harrt der kreativen Entwicklung. Greifen Sie zu, wenn Sie noch viel bewegen wollen, aber wägen Sie vermutliche Risiken sorgfältig ab gegen den hoffentlich zu erwartenden Nutzen. Schon mancher hat sich empfindlich verkalkuliert, indem er allzu euphorisch an scheinbar überaus Lohnendes herangegangen ist, das sich beim Ausprobieren als von untragbaren Schwierigkeiten belastet entpuppen musste.

Wer nicht alles daransetzen kann, Hemmendes beharrlich aus dem Weg zu räumen, der sollte erst einmal im Kleinen beginnen und sehen, wie weit er damit kommt. Der Mensch wächst gemeinhin mit neuen Aufgaben, die ihm übertragen werden, doch er kann auch daran zerbrechen. Muten Sie sich nicht zu viel zu, aber begnügen Sie sich keinesfalls mit dem Erreichten, wenn Sie vorankommen wollen. Der Weg an die Spitze ist steinig und gepflastert mit Richtungsänderungen.

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