Franchise Partner: 5 Gründe, weshalb sie scheitern!

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franchisenehmer scheitern warum

Ein gut funktionierendes Franchisesystem ist das Ziel einer jeden Person, die innerhalb eines solchen Unternehmens Geschäfte macht. Franchise garantiert allerdings nicht automatisch für Erfolg – logisch. Trotz erfolgsversprechendem Start scheitern viele Franchisenehmer noch. Wir zeigen Ihnen die fünf häufigsten Gründe für eine misslungene Kooperation und geben Hinweise, wie Sie den „Worst Case“ verhindern können.

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Gescheiterte Franchisesysteme gibt es leider immer wieder. Das wohl berühmteste Beispiel in dieser Hinsicht ist die Zusammenarbeit zwischen dem amerikanischen Unternehmen Burger King und der Franchisenehmer-Gesellschaft „Yi-Ko“, die 89 Burger-King-Filialen in Deutschland betrieben hatte.

Wegen Problemen mit der Hygiene in den Filialen und arbeitsrechtlich bedenklichen Vorgängen hatte Burger King 2014 seinem Partner den Vertrag gekündigt. Bei einer solch großen Anzahl an Filialen und etwa 3.000 betroffenen Mitarbeitern ist dies natürlich problematisch und stürzte Burger King in eine Image-Krise.

Einige Monate später durfte die Gesellschaft, mittlerweile umbenannt in Schloss Burger GmbH, wieder offiziell die Burger King-Lizenz verwenden und 84 Filialen wiedereröffnen. Trotzdem war das mediale Echo auf die Enthüllungen und die Probleme bei Burger King enorm. Sogar die Franchise-Branche an sich musste sich vom großen Skandal erst einmal erholen.

Damit Ihnen als Unternehmer oder als zukünftigem Franchisenehmer ein solcher Skandal verschont bleibt, sollten Sie vorbeugende Maßnahmen treffen. Die Probleme beim Franchising ähneln sich nämlich häufig, auch wenn natürlich niemals nur ein Grund zum Scheitern der Kooperation führt. Unsere Top 5 der häufigsten Motive, warum Franchisepartner in Schwierigkeiten geraten und mögliche Lösungsansätze:

1. Probleme mit der Franchisestruktur

Ein guter Gründer ist nicht automatisch gleich ein guter Franchisegeber. Dieser Tatsache sollte sich jeder Unternehmer bewusst sein, der sein Konzept mittels eines Franchisesystems verbreiten möchte.

Eine Franchisestruktur aufzubauen, lässt sich nicht nebenbei realisieren. Im Gegenteil: Die Vorarbeiten, um ein Unternehmen auf die Franchisetätigkeit vorzubereiten, sind umfangreich und erfordern eine gewisse Expertise. Auf diese Expertise kann ein Unternehmensgründer meist nicht einfach so zugreifen – ihm stehen prinzipiell zwei Optionen offen:

  • Sich weiterbilden lassen, zum Beispiel vom Deutschen Franchise Institut
  • Auf externe Beratung vertrauen

Ein Unternehmen, das den Einstieg in die Franchise-Branche plant, sollte sich also frühzeitig und umfangreich vorbereiten. Gründung und Franchise-Einstieg sind zwei verschiedene Paar Schuhe, das für eine Gründung nötige Wissen reicht für Franchises in den meisten Fällen nicht aus. Damit eine Franchise-Partnerschaft erfolgreich in die Wege geleitet werden kann, muss die Struktur der geplanten Zusammenarbeit genau durchdacht werden. Außerdem muss eventuell der Aufbau des eigenen Unternehmens angepasst werden: Als Unternehmer müssen Sie die Zuständigkeiten klären und dafür sorgen, dass der Franchisenehmer immer den Durchblick sowie einen kompetenten Ansprechpartner hat.

Besonders wichtig für die Franchisestruktur ist ein detaillierter Franchisevertrag. Unter anderem sollten Sie darin folgende Dinge klären:

  • Pflichten des Franchisenehmers
  • Pflichten des Franchisegebers
  • Anfallende Gebühren
  • Dauer und Beendigungsmöglichkeiten des Vertrages

Wenn Sie den Franchisevertrag umfangreich gestalten und keinen Raum für Missverständnisse lassen, dann lassen sich dadurch Streitigkeiten vermeiden. Unklarheiten durch die Franchisestruktur können Sie also vermeiden, indem Sie sich gut weiterbilden – oder beraten lassen – und für einen einwandfreien Vertrag zwischen Franchisegeber und -nehmer sorgen.

2. Unzureichender Fokus auf Kunden oder Franchisegeber

Wer steht nun an erster Stelle, der Endkunde oder der Franchisegeber? Dieser Frage müssen sich Franchisenehmer häufig stellen, und die Antwort führt oft zu Problemen. Dass ein Franchisenehmer sich in einer intermediären Position zwischen Autorität (= dem Franchisegeber) und Kunde befindet, kann zu einer Zwickmühle werden.

Ein Beispiel: Müssen Sie wirklich auf die Lieferung des Franchisegebers zurückgreifen, auch wenn Ihre Kunden eigentlich regionalere Produkte auf Ihrem Burger oder Gemüsedöner möchten?

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Solche Fragestellungen hemmen unnötig und verhindern, dass sich der Franchisenehmer auf sein Kerngeschäft konzentrieren kann. Um hier Ihre Produktivität nicht zu beeinträchtigen, sollte der Fokus richtig gesetzt werden.

Sie als Unternehmer müssen beurteilen können, wann Sie auf die Hinweise Ihres Franchisegebers hören sollten und wann Sie auf Ihren Willen – und den Ihrer Kunden – bestehen müssen. Es bringt nämlich beispielsweise überhaupt nichts, eine Vorgabe des Franchisegebers umzusetzen, wenn diese dem Kunden keinen Nutzen bringt. Wenn Sie auf so etwas aufmerksam werden, dann sollten Sie sich direkt darum kümmern und in Kommunikation treten. So lassen sich Fehlentwicklungen frühzeitig aufhalten und ein Problemchen wird dank richtigem Fokus nicht zum dauerhaften Problem.

3. Keine langfristig stabile Zusammenarbeit

Wer nichts in seinem Unternehmen verändert, der wird auf Dauer wahrscheinlich keinen Erfolg haben. Change Management nennt sich das, und ist selbstverständlich auch für Franchisesysteme wichtig. Allerdings beruhen diese auf der Tatsache, dass sich sowohl Franchisenehmer als auch Franchisegeber an Standards orientieren können, die langfristig gelten. Natürlich müssen die gegenseitigen Pflichten in einer langjährigen Franchise-Partnerschaft ab und an angepasst werden. Trotzdem sollte gerade bei Faktoren, die viel Geld ausmachen, auf eine gewisse Stabilität geachtet werden. Wenn nämlich plötzlich die Umsatzbeteiligung von 10 auf 20 Prozent angehoben werden soll, dann fühlt sich der Franchisenehmer wahrscheinlich hintergangen; ein Konflikt entsteht.

Standards sind demnach wichtig, um einen Bruch in der Partnerschaft zu vermeiden. Das gilt ebenso im Bereich der Kommunikation: Diese sollte zwischen Franchisegeber und -nehmer vorwiegend über einen Kanal abgewickelt werden. Plötzlich andere Mitarbeiter als normalerweise mit dem Kontakt mit dem Franchisepartner zu beauftragen, sorgt wahrscheinlich auf beiden Seiten für Verwirrung. Sorgen Sie daher – wie in jeder gesunden Geschäftsbeziehung – für eine stabile Zusammenarbeit, bei der beide Seiten auf den jeweils anderen vertrauen können.

4. Bruch am Vertragsende

Wer als Franchisenehmer die Dauer seines Vertrages einhält, der hat in jedem Fall schon einige Hürden aus dem Weg geräumt und einige der hier gegebenen Tipps eingehalten. Trotzdem entsteht ein häufig auftretendes Problem erst gegen Ende des Franchisevertrages, der oft nur auf einige Jahre begrenzt gilt. Viele Franchisenehmer möchten nämlich am Ende ihrer Vertragslaufzeit weitermachen.

Das kann verschiedene Gründe haben, die meist kombiniert zu erkennen sind:

  • Der Franchisenehmer hat die anfänglichen Probleme überstanden und hat sich nun in einem (mehr oder weniger) angenehmen Alltags-Arbeitsleben zurechtgefunden.
  • Er hat viel Herzblut investiert und möchte seine Arbeit nicht einfach aufgeben.
  • Das Franchiseunternehmen wirft immer mehr Gewinne ab.

Trotz einer erfolgreichen Franchisefiliale möchten allerdings gerade große Unternehmen den Franchisevertrag nicht ohne Weiteres verlängern. Ein Problem: Der Franchisegeber fordert für einen neuen Vertrag oftmals stark veränderte Konditionen, die dem Existenzgründer vor Ort das Leben schwer machen. Hier gilt es, frühzeitig in Verhandlungen zu treten und dem Franchisegeber klar zu machen, dass auch er von der erfolgreichen Kooperation profitiert. Durch einen Kompromiss lässt sich solch ein Problem lösen, auch wenn sicherlich beide Seiten nicht zu 100 Prozent damit glücklich sein werden.

5. Fehlplanung bei Umsatz und Rentabilität

Letztendlich ist doch Geld der entscheidende Faktor in einem Unternehmen. Daher ist es für einen werdenden Franchisenehmer entscheidend, genau über den zu erwartenden Umsatz und die Rentabilität des Unternehmens Bescheid zu wissen. Um Konflikte auf Grund einer Fehlplanung zu vermeiden, sollten beide Seiten realistisch an die Partnerschaft herangehen und schauen, welche Zahlen wirklich erreichbar sind. Verfehlte Ziele oder utopische Umsatzversprechungen sorgen nur für Frustration, die sich irgendwann in einem faustdicken Streit entladen könnte. Sowohl Franchisegeber als auch -nehmer sollten in die Planung involviert sein, sodass keiner von beiden falsche Erwartungen weckt.
Diese Tipps und Hinweise beugen dem Scheitern des Franchises vor. Wir hoffen, dass Sie einige Infos mitnehmen konnten!

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