Franchise-Partner finden: So entlarven Sie betrügerische Bewerber

19.04.2018 08:20 | Ein Unternehmen gründen

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Es sollte ein belastbares Vertrauensverhältnis herrschen zwischen Franchisegeber und Franchisenehmer, bei dessen Aufbau lauern jedoch manchmal üble Fallen. Plötzlich taucht einer auf, der das Prinzip noch nicht verstanden hat und meint, er könnte seinen künftigen Partner hereinlegen. Von Betrug ist dabei leicht die Rede, doch vollendet wird er nur, wenn man dem Vorgespiegelten auch auf den Leim geht. Im Franchising verhält es sich nicht anders als sonst wo auf der Welt: Mitunter ist ein Lebenslauf gefälscht.

Keine spontanen Entscheidungen im Franchising

Dem gilt es aber, möglichst unverzüglich auf die Spur zu kommen. Doch wie stellt man das am besten an:

  • dem Augenschein nicht trauen,
  • stichhaltige Nachweise verlangen,
  • Bewerber auf die Probe stellen?

Vieles ist leichter gesagt als getan, man kann sich natürlich auf den gesunden Menschenverstand oder seinen Instinkt verlassen. So einfach allerdings machen es einem trickreiche Bewerber nicht immer. Sie wissen schon, den schönen Schein zu wahren, mancher hat gar Legendäres preiszugeben. Das bedarf der intensiven Prüfung, die nicht aus dem Handgelenk zu schütteln ist, es bedeutet Zeitverzug, doch auch die Befreiung von Zweifeln.

Nachfragen müssen keinen Aufschluss geben

Man bräuchte sich ja bloß an den aufgeführten Stellen des verdienten Lorbeers zu erkundigen, doch da könnte man schon darauf vorbereitet sein. In dem Fall wäre Gewerbsmäßiges zu unterstellen, das hat mit Kumpelhaftigkeit nichts mehr zu tun. Was jemand zu können behauptet, lässt sich meist noch relativ problemlos bewahrheiten; wo er die ganze Zeit gesteckt hat, dagegen kaum. Wird eine Lücke im CV kaschiert, ist das oft weniger bedeutungsvoll, erweckt freilich den Anschein, dass man es mit Einzelheiten nicht allzu genau nimmt. Fataler kann es sein, wenn etwas anscheinend belegt wird, das so nicht stattgefunden hat. Mit gutwilligem Glauben ist es nicht getan, sobald es um Entscheidendes geht. Von eleganten Formulierungen sollte man nicht leichtfertig geblendet werden.

Beim Pokern sind die Nerven zu behalten

Im Zweifelsfall hilft nur die professionelle Spurensuche. Regelrecht heikel kann es werden, wenn Beziehungen zur Konkurrenz verschwiegen werden. Sollten Sie längst erkaltet sein, mag das sogar noch nützen, bestehen sie jedoch auch weiterhin – nicht auszudenken! Betreiben Sie ein bisschen Spionage, bevor es ein anderer in Ihrem Hause und in seinem Sinne tut. Mancher hat schon ein böses Erwachen erlebt, nachdem er sich einen Kuckuck ins Nest gesetzt hat und das zu spät bemerkte. Dennoch führt es auch zu nichts Gutem, beim geringsten Anlass in Panik zu geraten und seine Angst vorm Reinfall dabei durchscheinen zu lassen. Das macht nicht den besten Eindruck und ist genauso wenig dazu angetan, eine stabile Beziehung entstehen zu sehen.

Falten sollten flugs ausgebügelt werden

Sehen Sie über geringfügiges Schummeln hinweg, klappern gehört zum Handwerk. Vielleicht ergibt sich daraus ein tiefer gehendes Gespräch, zumindest besteht die Chance zu näherem Kennenlernen, und das Eis ist gleich gebrochen. Spielen Sie mit und gehen auf das ein, was Ihnen merkwürdig vorkommt, entweder handelt es sich um die Spitze eines Eisbergs, oder man bringt zunehmend Verständnis füreinander auf. Das ist die beste Voraussetzung für eine anhaltende Partnerschaft im Franchising, Fehlerhaftes bietet immer auch Gelegenheit dazu, aus der Not eine Tugend zu machen. Vertrauen erwirbt man sich nicht durch übertünchte Schwächen, sondern dadurch, dass man zu ihnen steht. Dann können sie sich in Stärken verwandeln.

Sein Herz nicht auf der Zunge tragen

Es nützt doch nichts, jemanden klein zu machen, mit dem man Großes vorhat. Zu leicht ist ein Talent verschwendet, Künstler sind empfindlich. Wichtiger wäre es, möglichst bald eine Basis zu finden, auf die sich trefflich bauen lässt. Dabei kann den Franchisegeber der Schwindel packen. Der eine hat offensichtlich alle Kompetenzen vorzuweisen, doch die Chemie stimmt nicht, ihm gegenüber steht ein sehr sympathischer, angehender Franchisenehmer, der noch manches nachzuholen hätte. Sortieren Sie rigoros aus, wenn die Anzahl der Interessenten das zulässt, verwenden Sie mehr Zeit für das Schicksal eines Einzelnen, sollten die Umstände dafür sprechen. Dadurch können Außenstehende natürlich auch nach innen schauen, das Auswahlverfahren spricht Bände über die Besonderheiten eines Franchisesystems.

Stufenweise annähern hat Vorteile

Hier wird gesiebt, dort läuft man den Kandidaten förmlich hinterher. Gewähren Sie keinen allzu tiefen Blick in Ihre Karten, wenn die Zeit noch nicht reif dafür ist, greifen auch Sie zur Camouflage, denn Sie müssen damit rechnen, dass sie Ihnen begegnet. Erst im zweiten Schritt legt man die Masken ab und kann sich offen ins Gesicht sehen. Dann weiß man eher, dass es sich lohnt, Gefühl zu investieren, auf das man sich ruhig auch verlassen kann. Entscheiden Sie aus dem Bauch heraus, wenn die Faktenlage zweideutig ist. Wären Sie dazu nicht in der Lage, dann säßen Sie kaum in Ihrer Position. Und außerdem können Sie immer noch zu dieser oder jene Fangfrage Zuflucht nehmen, die nicht als Beleidigung empfunden werden muss. Seien Sie schlau, aber vergessen Sie Ihren Sinn für Humor dabei nicht.

Auf eine gedeihliche Zukunft

Bei allem Ernst der Lage sollte man zudem nicht unterschätzen, dass man miteinander auskommen möchte. Zu schnell ist eine Atmosphäre vergiftet, und dann hilft nur noch der Rückzug, anstatt in Abgründe zu schauen. Sofern das noch möglich ist, sollte man es tun, aber auch nicht vorschnell handeln. Geben Sie sich nicht empfindlicher, als Sie sind, es ist nur zu verständlich, dass Sie sich überfordert fühlen. Doch das muss man nicht gleich sehen. Mancher wartet nur darauf, in diese Bresche springen zu können. Man sollte sich überhaupt keine Blöße geben müssen, doch manchmal hilft es weiter. Von der Reaktion Ihres Gegenübers ausgehend können Sie auf den Charakter schließen.

Persönlichkeiten respektieren

Sie müssen zwar keine Psychoanalyse betreiben, aber wissen, woran Sie sind, das sollten Sie schon. Und das können Sie auch, denn sonst wären Sie kein erfolgreicher Franchisegeber, der allerdings immer wieder vor neue Herausforderungen gestellt wird. Trösten Sie sich mit dem Spannenden daran, nicht jeder hat so viel Abwechslung im Franchising. Sie muten dem, der durch Ihre Zustimmung Franchisenehmer wird, auch einiges zu und erwarten viel von ihm, also sollten Sie ihn nicht gleich auseinandernehmen, wenn er sich mal im Ton vergreift. Am Ende des Gesprächs steht im Idealfall ein Toast auf das Kommende.

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