Franchise-Systeme: 5 Schritte, die Sie unternehmen sollten, bevor Sie sich auf ein System festlegen

23.12.2017 09:00 | Ein Unternehmen gründen

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1. Franchise-Systeme gibt es viele – das sollten Sie beachten!

Als Franchisenehmer stehen einem die Türen offen und man hat die Qual der Wahl unter den rund 1.000 aktiven Franchise-Systemen in Deutschland den richtigen Franchisegeber zu finden. Fakt ist, Sie können mit einem bereits am Markt etablierten Geschäftskonzept sofort durchstarten. Oft können Sie sogar noch davon profitieren, wenn es sich um eine bekannte Marke handelt, so dass ein rasanter Markteintritt quasi garantiert wird – und das als selbstständiger Unternehmer. So beachtlich wie die Vorteile vom Franchising auch sind, umso genauer sollte man darauf achten, auf was für ein System man sich genau einlässt.

In diesem Artikel möchten wir Ihnen aufzeigen, worauf Sie bei Ihrer Wahl des Franchise-Systems achten sollten.

2. Mit diesen fünf Schritten zu Ihrem eigenen Franchise-System!

Wenn Sie vor dem Einstieg in Ihr eigenes Franchise-System diese fünf Dinge beachten, werden Sie garantiert einen Franchise-Volltreffer landen!

I. Lernen Sie die Franchise-Welt kennen!

Wie Sie schon in der Schule gelernt haben, sollten Sie stets Ihre Hausaufgaben machen. Um den Franchise-Markt besser kennen zu lernen, sollten Sie vorab das Internet recherchieren. Hier ist der Deutsche Franchise Verband e.V. (DFV) eine sehr gute Anlaufstelle, um sich einen ersten, groben Überblick zu machen. Das Gute am DFV ist, dass hier auch wirklich nur Franchise-Systeme gelistet werden, die vom Verband auf Herz und Nieren vorab geprüft wurden.

Ansonsten bietet sich auch eine Franchise-Messe an. Sprechen Sie vor Ort mit potentiellen Franchisegebern und tauschen Sie sich aus.

Sowohl bei der Interrecherche als auch für Ihren Messebesuch gilt, folgende Fragen stets im Hinterkopf zu behalten:

  • Wie lange ist das Unternehmen schon im Franchising aktiv?
  • Wie viele Franchisenehmer sind Teil des Franchise?
  • Wie viel Eigenkapital muss man als Franchisenehmer vorlegen?
  • Wie hoch sind die Franchise-Gebühren?
  • Wie wird das Training vor Aufnahme der Geschäftstätigkeit aussehen?
  • Inwieweit wird der Franchisegeber Sie bei der Standortwahl, Finanzierungsfragen, etc. unterstützen?

II. Nehmen Sie zu attraktiven Franchise-Systemen Kontakt auf.

Nun liegt es daran, die am attraktivsten klingenden Franchisegeber zu kontaktieren. Sprechen Sie die Unternehmen direkt an, klären Sie offene Fragen und lassen Sie sich weitere Auskünfte zu dem Franchise-System zukommen. Allerdings gilt auch hier: Bereiten Sie sich für das erste Gespräch gut vor – der erste Eindruck zählt, das gilt für beide Seiten, sowohl für den Franchisegeber als auch für den Franchisenehmer. Ganz wichtig: Vorab gilt es abzuklären, ob es überhaupt gerade Franchise-Möglichkeiten in Ihrer Region gibt.

Der erste Kontakt ist deshalb so wichtig, da Sie so sehen können, ob man überhaupt zusammenpasst. So ein Telefongespräch kann nichtig wirken, das ist es aber ganz und gar nicht! Es gibt Ihnen ein Gefühl, ob Sie sich mit dem Unternehmen identifizieren können. Wie war der Service und der Umgangston? Fühlten Sie sich gut verstanden? Genau der Umgangston würde Sie vermutlich auch als Franchisegeber erwarten.

Fragen Sie nach weiterem Informationsmaterial und wenn Sie dieses erhalten, schauen Sie es sich genau an: Achten Sie darauf, ob es up-to-date und professionell ist. Könnten Sie sich mit der Marke, dem Produkt identifizieren?

Dokumentieren Sie das Gespräch und machen Sie Notizen – das hilft Ihnen später das Franchise-System mit anderen potentiellen Systemen zu vergleichen.

III. Lesen Sie das Franchise Disclosure Dokument sehr aufmerksam durch.

Das Franchise Disclosure Dokument ist deshalb so wichtig, weil es alle Information rund um den Franchisegeber und das Franchise-System enthält. Diese umfassen das nötige Eigenkapital, die fälligen Lizenzgebühren, die Unternehmensgeschichte, den anvisierten Jahresumsatz und es informiert die Interessenten über die Pflichten des potentiellen Franchisegebers gegenüber der zukünftigen Franchisenehmer.

Das Franchise Disclosure Dokument ist deshalb so wertvoll, weil es Ihnen hilft, ein besseres Bild von dem Unternehmen, das heißt Ihrem potentiellen Geschäftspartner, und dem Franchise-System an sich zu bekommen. Prüfen Sie nichts desto trotz die Angaben des Dokuments mit Informationen, die Sie bei eigenen Recherchen herausfinden können. So können Sie verifizieren, ob die gemachten Angaben auch Hand und Fuß haben. Sprechen Sie ebenfalls bei Interesse mit einem Franchise-Rechtsanwalt und bitten Sie ihn, das Dokument noch einmal mit Ihnen durchzugehen. Er ist in jedem Fall der richtige Ansprechpartner, um offene Rechtsfragen zu klären und Unklarheiten aus dem Weg zu räumen.

Dies sollte helfen sich von mehreren Seiten abzusichern, dass Sie auch wirklich in ein attraktives und gut funktionierendes Franchise-System investieren.

IV. Jetzt wird’s ernster: Treffen Sie sich mit Franchisenehmern des auserkorenen Unternehmens

Wenn Sie wahres Feedback zum Franchise-System bekommen möchten, gilt es, mit anderen Franchisenehmern das direkte Gespräch zu suchen. Das Franchise Disclosure Dokument gibt natürlich einen guten Überblick über die Zahlen, aber verrät Ihnen tatsächlich wenig, wie die partnerschaftliche Zusammenarbeit dann später aussieht.

Dadurch, dass Sie sich mit Franchisenehmern austauschen, können Sie aus erster Hand erfahren, wie das Tagesgeschäft aussieht, was die unternehmerischen Herausforderungen sind und inwieweit der Franchisenehmer wirklich Hilfe und Unterstützung bietet.

Es klingt nahezu nach Spionage, ist aber nicht. An sich empfehlen sogar richtig gute Franchisegeber Ihren Interessenten, sich mit aktuellen Franchisenehmern auszutauschen, um sich so ein gutes Bild von dem Franchise-System zu machen. Denn schließlich – wenn auch wirklich alles gut läuft – hat man ja auch nichts zu verstecken, oder? Darüber hinaus liegt es ja auch dem Franchisegeber am Herzen, dass die potentiellen neuen Franchisenehmer letztlich eine gut informierte Entscheidung treffen und auch glücklich mit dieser sind. In einem Franchise-System ist der Erfolg stets partnerschaftlich.

So wissen Sie, worauf sie sich einlassen und tun es mit bestem Wissen und Gewissen.

V. Wer kommt in Ihre engere Auswahl?

Jetzt haben Sie sich viele verschiedene Unternehmen angeschaut. Welche sind Ihre Top-Unternehmen? Versuchen Sie, die Auswahl möglichst auf nur ein oder zwei Unternehmen herunter zu brechen.

Sie haben sorgfältig recherchiert, mit verschiedensten Unternehmen gesprochen, mehrere Franchise Disclosure Dokumente durchforstet – jetzt sollten Sie einen guten Überblick bekommen haben und in der Lage sein, gute von eher weniger guten Franchise-Systemen zu unterscheiden. Also nur Mut und auf zum nächsten Schritt: Lernen Sie Ihre top zwei Unternehmen besser kennen. Die meisten Franchise-Unternehmen laden, wenn ein ernsthafter Betritt in Betracht gezogen wird, den zukünftigen Franchisegeber zu einem Kennenlern-Tag in einem ihrer Franchise-Unternehmen ein. Hier können noch letzte offene Fragen geklärt werden.

Und dann liegt es voll und ganz an Ihnen: Wie fühlt es sich an? Wie ist die Unternehmens-Kultur? Könnten Sie sich vorstellen für dieses Unternehmen zu arbeiten – oder mehr noch: Als Franchisenehmer in das Unternehmen zu investieren? Hören Sie hier am besten auf Ihr Bauchgefühl, das liegt meist richtig.

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