Arbeitsrecht Krankmeldung: Das sollten Franchise-Unternehmer wissen

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Die Krankschreibungen in Deutschland haben in 2018 gegenüber 2017 leicht zugelegt. Der Gesundheitsreport 2018 der DAK Gesundheit Krankenkasse ergab, dass der Krankenstand im vergangenen Jahr bei 4,2 Prozent lag. Fehlzeiten von Mitarbeitern kommen Franchise-Unternehmen teuer zu stehen. Darüber hinaus handelt es sich bei Krankmeldungen um arbeitsrechtlich komplexe Angelegenheiten. Schließlich müssen die Mitarbeiter gewissen Nachweispflichten nachkommen. Viele sind verunsichert, ab wann sie ein Attest benötigen, wie sie vorzugehen haben, was sie zu tun haben, wenn sie im Urlaub erkranken oder aber wenn das kranke Kind zu Hause gepflegt werden muss. Hier beantworten wir Ihnen alle Fragen zum Thema Arbeitsrecht Krankmeldung, damit Sie als Franchisegeber und Franchisenehmer bestens informiert sind!

Arbeitsrecht Krankmeldung: Was gibt es bei einer Krankmeldung beim Arbeitgeber zu beachten?

Erkältung, Grippe, Migräne, ein gebrochener Arm oder aber ein Krankenhausaufenthalt – all dies sind Gründe für eine Krankschreibung. Vor allem wenn eine Ansteckungsgefahr besteht, sollte der Mitarbeiter zu Hause bleiben, um die Kollegen zu schützen. Erkrankte Mitarbeiter müssen ihrem Chef nicht den Grund der Krankheit nennen – hierzu besteht keine Verpflichtung. Jedoch sollte der Arbeitgeber informiert werden, wenn es sich um eine ansteckende Krankheit handelt, damit die Kollegen informiert werden können. Allerdings stellt dies mehr eine Gewissens- als eine Verpflichtungsfrage dar!

Viele Mitarbeiter sind oft verunsichert, wie genau sie laut Arbeitsrecht bei einer Krankmeldung zu verfahren haben. Auch Sie als Franchise-Unternehmer sollten in jedem Fall darüber informiert sein, was es mit den Anzeigepflichten und dem gelben Schein auf sich hat. Denn wenn ein Arbeitnehmer über einen längeren Zeitraum ausfällt, dann ist die Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung eines Arztes unerlässlich.

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Darauf kommt es laut Arbeitsrecht bei einer Krankmeldung an:

Wer erkrankt, der hat mit seiner Krankmeldung zwei Pflichten nachzukommen, um keine arbeitsrechtlichen Konsequenzen fürchten zu müssen. Und zwar handelt es sich hier um die Anzeige- und Nachweispflicht. Das heißt, dass sich der Mitarbeiter zum einen unverzüglich beim Arbeitgeber krank zu melden hat und daraufhin eine Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung, die auch als der gelbe Schein bekannt ist, einreicht.

Ab wann ist eine Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung nötig?

Fühlt sich ein Mitarbeiter unwohl und bleibt zu Hause, hat er dem Arbeitgeber laut Entgeltfortzahlungsgesetz seine Arbeitsunfähigkeit und die die voraussichtliche Dauer direkt mitzuteilen. Dies wäre die sogenannte Anzeigepflicht. Und zwar sollte der Mitarbeiter seine Arbeitsunfähigkeit dem Arbeitgeber eine halbe Stunde bis Stunde nach Arbeitsbeginn darüber informieren, damit dieser auf den Ausfall reagieren kann. Sollte die gesamte Arbeitsunfähigkeit mehr als drei Kalendertage betragen, dann hat der Arbeitnehmer eine ärztliche Bescheinigung über seine Arbeitsunfähigkeit einzureichen. Dies wäre die sogenannte Nachweispflicht.

Das heißt also: Ein erkrankter Mitarbeiter kann also drei Krankheitstage zu Hause bleiben, ohne dass er dem Arbeitgeber eine Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung einzureichen hat. Allerdings kommt es hier darauf an, dass es im Arbeits- oder Tarifvertrag keine andere Formulierung vorliegt. Die Krankmeldung ist in der Regel im Arbeitsvertrag oder aber in den betrieblichen Vereinbarungen geregelt. Dabei ist zu beachten, dass je nach Branche bestimmte, spezifische Anforderungen zum Tragen kommen können.

Wie gehen Mitarbeiter laut Arbeitsrecht am besten bei einer Krankmeldung vor?

Es gibt keine Vorschiften darüber, wie laut Arbeitsrecht die Krankmeldung für den Arbeitgeber auszusehen hat. In der Regel kann die Krankmeldung formfrei geschehen, das heißt per Telefonanruf, E-Mail, SMS oder sogar Whatsapp. Allerdings können hier im Arbeitsvertrag spezielle interne Richtlinien und Regelungen festgeschrieben sein. Der Arbeitnehmer hat sicherzustellen, dass seine Krankmeldung auch wirklich den Arbeitgeber erreicht.

Arbeitsrecht: Besonderheiten bei einer Krankmeldung: Was passiert, wenn der Mitarbeiter im Urlaub erkrankt?

Erkrankt ein Arbeitnehmer im Urlaub, so sollte er dem Arbeitgeber unverzüglich Bescheid geben, wenn er seine Urlaubstage, die er krank verbracht hat, später nachholen möchte. Und zwar hat er laut Bundesurlaubsgesetz Anspruch darauf. Sollte der Arbeitnehmer im Urlaub im Ausland erkranken, muss er jedoch direkt am ersten Tag der Erkrankung einen Arzt aufsuchen, um seine Arbeitsunfähigkeit bescheinigen zu lassen, und sich beim Arbeitgeber melden – ansonsten verliert er den Anspruch seiner Urlaubstage. Außerdem ist es wichtig, dass das ausländische Attest die Arbeitsunfähigkeit explizit erwähnt.

Sonderfall: Krankes Kind zu Hause – wie gehen junge Mütter und Väter vor?

Wenn das Kind erkrankt und auf die Pflege der Eltern angewiesen ist, dann müssen Arbeitnehmer die Bescheinigung vom Kinderarzt vorlegen und sich beim Arbeitgeber krank melden. In diesem Fall reichen die jungen Eltern keine Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung, sondern einen Nachweis ein, dass das Kind zu Hause Pflegebedarf hat. Bis zu maximal fünf Tagen kann die Mutter oder der Vater zu Hause bleiben, während sie weiterhin vom Arbeitgeber bezahlt werden. Ist das Kind für einen längeren Zeitraum erkrankt, haben die Eltern Anspruch auf eine unbezahlte Freistellung. Pro Kind stehen den Eltern zehn, höchstens 20 Tage pro Jahr zu.

Ihre Rechte als Franchise-Unternehmer: Was passiert, wenn sich ein Mitarbeiter nicht krank meldet?

Sollte sich ein Mitarbeiter nicht bei Ihnen krank melden, bedeutet das, dass er unentschuldigt fehlt. Das unentschuldigte Fehlen können Sie als Franchise-Unternehmer mit einer Abmahnung abstrafen.

Wie gehen Sie vor, wenn Sie die Krankmeldung anzweifeln?

Haben Sie als Vorgesetzter das Gefühl, dass der Mitarbeiter einfach nur blau gemacht hat und das Attest lediglich eine Gefälligkeitsbescheinigung war, dann können Sie die Arbeitsunfähigkeit durchaus in Frage stellen. Allerdings müssen Sie in diesem Fall klare Fakten abliefern können, die Ihre Zweifel begründen. Die Zweifel können sich aus der Bescheinigung ergeben oder aber das Zustandekommen der Krankschreibung. Auch kann die Verhaltensweise der Arbeitsnehmers der Grund für Ihre Zweifel darstellen. Der Arbeitnehmer hat daraufhin Gegenbeweise zu erbringen. Wichtig ist hier jedoch, dass beachtet wird, dass Sie nicht in die Privatrechte Ihres Mitarbeiters eingreifen. Sollte herauskommen, dass die Krankmeldung tatsächlich vorgetäuscht war, dann können Sie den Mitarbeiter abmahnen oder aber ihn sogar außerordentlich kündigen und die Entgeltfortzahlung für den Zeitraum der Krankmeldung zurückfordern.

Kann ein Arbeitgeber einen Mitarbeiter kündigen, wenn dieser häufig erkrankt?

Auch wenn viele glauben, dass Krankheit zum Kündigungsschutz führt, so liegen sie falsch: Ein Arbeitgeber kann einen kranken Mitarbeiter unter denselben Voraussetzungen kündigen wie andere Mitarbeiter. Jedoch darf die Krankheit an sich hier nicht der ausschlaggebende Kündigungsgrund sein. Stattdessen ist es eher so, dass es als kündigungsrelevant gilt, wenn ein Mitarbeiter mehr als sechs Wochen im Jahr krankheitsbedingt fehlt. Die Kündigung ist dann nur legitim, wenn die Gesundheitsprognose des Arbeitnehmers davon ausgeht, dass er auch in Zukunft oft krankheitsbedingt fehlen wird. Sollte Sie solch einen Arbeitnehmer kündigen, müssen Sie der Nachweispflicht nachkommen, die aufzeigt, dass die Krankheit des Arbeitnehmers eine betriebliche Belastung darstellt.

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