Franchisegeber Definition - Was ist ein Franchisegeber ?

04.09.2017 18:10 | Ein Unternehmen gründen

Erfolgreich expandieren und Franchisegeber werden

Das eigene Unternehmen läuft erfolgreich, die Produkte verkaufen sich blendend und das Geschäftskonzept kommt bei den Kunden sehr gut an. Da liegt doch die Idee nahe, dass man seinen Erfolg durch die Gründung eines Franchise-Betriebes multiplizieren will. In dieser Beziehung ist es von enormer Bedeutung, dass man eine Geschäftsidee hat, die leicht an andere Franchise-Partner zu übertragen ist.

Was ist ein Franchisegeber?

Ein Franchisegeber ist der Begründer eines Franchise-Netzwerks, das sich aus dem Franchisegeber und verschiedene Franchisenehmern zusammensetzt. Der Franchisegeber befähigt seine Partner – die Franchisenehmer - dazu, sein bewährtes Geschäftskonzept unter bestimmten Voraussetzungen auszuüben, indem er spezielle Kenntnisse vermittelt, Schutzrechte nutzt und sich an den im Tagesgeschäft anfallenden Kosten beteiligt. Somit ist er der übergreifende Unternehmer, der durch seine gewinnbringende Geschäftsidee sich und seinen Partnern zum Erfolg im Markt verhilft.

Da seine Partner letztlich auch für die Finanzierung zuständig sind, bietet Franchising die Möglichkeit der Expansion mit vergleichsweise geringem Kapitaleinsatz. Prinzipiell kann jeder Unternehmer, der den Erfolg seines Geschäftsmodells bereits intensiv in seinem Pilotbetrieb geprüft hat, Franchisegeber werden. Dadurch muss er seine Prozesse immer wieder kontrollieren, dokumentieren und optimieren. Durch diesen Vorgang sollte der Unternehmer die Prozesse und den Erfolg in einem Handbuch zusammenfassen, um diese Informationen seinen Franchisenehmern zur Verfügung zu stellen und seine Seriosität zu untermalen. Zudem braucht der Unternehmer bedeutende personelle und finanzielle Ressourcen, um im Franchise-Markt Erfolg zu haben.

Vorteile für den Franchisegeber

Die Zusammenarbeit von Unternehmen in einem Netzwerk ist für den Begründer des Franchise-Betriebes in vielerlei Hinsicht vorteilhaft: Aus finanzieller Sicht kann der Franchisegeber vergleichsweise günstig expandieren, da die Franchisenehmer sowohl die laufenden Kosten als auch die Gebühren am jeweiligen Standort zahlen. Er kann durch die verschiedenen Standorte günstigere Lieferkonditionen aushandeln und unter Umständen lässt sich dann auch ein besonders erfolgreiches Geschäftskonzept möglichst schnell ausweiten.

Des Weiteren sorgt die Expansion für wiederkehrende Umsätze, ohne, dass der Franchisegeber großen Aufwand betreiben muss. Durch den einheitlichen Auftritt an den verschiedenen Standorten, lassen sich der Wiedererkennungswert und die Nähe zu Kunden, Markt und Partnern steigern, welche vor allem für Marketingzwecke interessant sein können. Somit ist der Austausch der Erfahrungswerte der Franchise-Partner vor Ort, ein großes Plus für den Franchisegeber, da er so das System nachhaltig verbessern und sich auf die große Strategie des Unternehmenskonzeptes konzentrieren kann.

Zudem kann man mit einem höherem Engagement und viel Initiative der Franchisenehmer rechnen, weil auch sie durch die Involvierung ihres eigenen Kapitals zu Unternehmern mit Risiko werden. Darüber hinaus entfällt die Haftung des Franchisegebers, da seine Partner rechtlich selbstständig sind und somit selbst für die Probleme zuständig sind.

Worin unterscheiden sich zu verkaufende Franchise-Unternehmen von gewöhnlichen Unternehmen?

Ein wesentlicher Unterschied zwischen dem Verkauf eines Franchise-Unternehmens und dem eines gewöhnlichen Unternehmens besteht darin, dass der Franchise-Betrieb vor allem für Erstunternehmer aufgrund des bewährten Systems, der Prozesse und dem erprobten Geschäftsmodell attraktiv ist. Somit stehen die einfachen und klaren Strukturen beim Verkauf im Vordergrund.

Während bei der Veräußerung eines gewöhnlichen Unternehmens oftmals eine teure Aufbauphase folgt, mit zusätzlichen riskanten und langwierigen Entwicklungen, die niemand vorhersehen kann, werden diese Punkte bei einem Franchise-Unternehmen durch die Zahlung der Franchise-Eintrittsgebühr übersprungen, da bereits ein fester Kundenstamm besteht, sowie der Bekanntheitsgrad, Marktzugang und erwartete Umsätze und Gewinne vorhanden sind. Ebenfalls ist die Möglichkeit der nationalen bzw. internationalen Ausweitung eines Franchisegeber-Unternehmens ein sehr begehrter Grund für Käufer.

Die vertragliche Abhängigkeit zwischen Franchisegeber und Franchisenehmer sorgt für eine partnerschaftliche Beziehung der Vertragsparteien, während bei einem gewöhnlichen Unternehmen alle Entscheidungsrechte an den neuen Eigentümer fallen.

Verpflichtungen eines Franchisegebers

Kommt es zu einem Franchisevertrag zwischen Franchisegeber und Franchisenehmer, so werden die Rechte und Pflichten der beteiligten Vertragspartner darin geregelt. Unabhängig von der Ausgestaltung des Vertrages, gibt es für den Franchisegeber Pflichten zu befolgen, die zum Teil auch im Bürgerlichen Gesetzbuch (BGB) geregelt sind und sich aus den allgemeinen Grundsätzen von Treue und Glauben ergeben.

Eine der Hauptpflichten des Franchisegebers ist das Einräumen der Nutzungsrechte an gewerblichen Schutzrechten. Das bedeutet, dass der Gründer des Franchise-Betriebes seinen Partnern das Nutzungsrecht an Warenzeichen, Marken, Namen und Ausstattungen verleiht. Diese Pflicht wird häufig schon in der Präambel eines Vertrages festgelegt, da es sich um die Hauptleistungen des Franchisegebers gegenüber seinem Partner handelt.

Des Weiteren hat der Franchisegeber die Pflicht, seine Partner die nötigen Kenntnisse für den Betrieb beizubringen. Die alte Franchise-GVO (Gruppenfreistellungsverordnung) definiert dieses Know-How wie folgt: „Gesamtheit von nicht-patentierten praktischen Erkenntnissen, die auf Erfahrung des Franchise- Gebers sowie Erprobung durch diesen beruhen, und die geheimen, wesentlich und identifiziert sind.“ Diese Übertragung des Wissens wird als wesentliches Merkmal des Franchisings angesehen, und wurde bereits von der ehemaligen Franchise-GVO als erforderliches Kriterium angesehen.

Während keine genauen Erwartungen an Inhalt, Umfang und Qualität gestellt werden, sind die Anforderungen an gewerblichen Erfahrungen, kaufmännische und technische Fähigkeiten und Fertigkeiten, sowie Erfahrungen und Praktiken des Franchisegebers klar dargestellt.

Die Informationspflicht zählt ebenfalls zum Soll des Franchisegründers. Informationen, die die Kenntnisse über das Unternehmen betreffen, müssen durch Schulungen weitergegeben werden. Auch Richtlinien, Vorgaben oder Empfehlungen für bestimmte Verhaltensweisen müssen vom Franchisegeber mitgeteilt werden. Nach §86a HGB müssen auch umfangreiche Informationen, die für den Franchisenehmer im Zusammenhang mit dem Betrieb stehen, weitergegeben werden, woraus sich die kontinuierliche Beratungs- und Informationspflicht des Franchisegebers ergibt.

Ebenfalls ist die Belieferungspflicht zu beachten. Der Franchisegeber ist dazu verpflichtet, seinem Partner die Vertragsprodukte des Franchise-Systems zu liefern, damit diese von ihm bzw. einer vom Franchisegeber benannten dritten Person bezogen werden.

Weitere Pflichten sind die qualifizierte Beratung und Unterstützung bei der Eingliederung in das Franchise-System, Weiterbildung der Franchise-Partner und die Perfektionierung und Standardisierung des betrieblichen Ablaufs.

Grundsätzlich kann man sagen, dass der Franchisegeber seinen Partner in sämtlichen Bereichen unterstützt, um seinen Erfolg und somit sein Geschäfts-System nachhaltig zu sichern.

Andere aktuelle Artikel

0 Kommentare

Einen Kommentar schreiben

Übrige Zeichen: 250