Franchisegeber: Ethisches Verhalten als Erfolgsgeheimnis

29.01.2018 08:10 | Ein Unternehmen gründen

franchisegeber ethisches verhalten artikel

Eigentlich sollte jeder Unternehmer sich seiner besonderen sozialen Verantwortung bewusst sein, auch wenn es schwerfällt, doch manche stehlen sich aus ihr davon. Es ist nicht nur frevelhaft, sich eines schönen Tages keinen Deut mehr um die zu kümmern, auf deren Hilfe man lange angewiesen war, sondern auch nicht vorausschauend klug. Am Ende geht es einem selbst kaum anders, und dann hat keiner Mitleid. Berühmte Vorbilder zeigen indes, dass dem fairen Miteinander große Chancen für Erfolg beschieden sein können.

Franchisegeber müssen die Maßstäbe wahren

Wie aber ist es nun um das Wohlverhalten im Sinne der guten Sitten auf partnerschaftlicher Ebene bestellt? Mitarbeiter im Franchising sind keine Angestellten, sie wollen ihre Unabhängigkeit gewahrt sehen. Statt der Mitbestimmung oder ähnlichen Modellen regiert eine andere Parität. Es geht nicht etwa darum, treue Helfer in angemessenen und gut zu erreichenden Quartieren unterzubringen, stattdessen um Begegnungen auf Augenhöhe. Dem gegenüber steht der Expansionsdrang vieler Franchiseunternehmen. Er zwingt mitunter dazu, auf Befindlichkeiten weniger Rücksicht zu nehmen, doch das kann sich rächen. Langfristig erfolgreich ist, wer Regeln einhält und sich keine Ausrutscher leistet. Was anderswo den Nimbus der ausgewogenen Regentschaft anstrebt, avanciert im Franchising zum Schlüssel des Erfolgs.

Keine leichte Aufgabe für Franchisegeber

Wenn explizit formulierte und einzuhaltende Prinzipien vertreten werden sollen, muss das nicht nur für die Betreiber des Systems gelten, sondern auch für Außenstehende, die assoziiert werden. Lieferanten oder Dienstleistende sind in den übergeordneten Kodex mit einzubeziehen, sie dürfen keinen anderen Hafen ansteuern, Abschweifungen von der vorgegebenen Linie können nicht gestattet werden. Wer zu unfairen Mitteln greifen sollte, gehört ausgesperrt, doch das dürfte schwerfallen, wenn angeknüpfte Beziehungen auf ihren andauernden Bestand hin ausgerichtet sind. Da heißt es, Partner sorgsam auszuwählen und auf ihre Loyalität zu verpflichten. Ergänzend sind Anstrengungen dieser Art freiwillig zu erbringen, was leicht zu Konflikten führen kann. Es hat sich jedoch gezeigt, dass Spitzenplätze nur dann einzunehmen sind, wenn es gelingt. Wie schafft man es, Vertraute an sich zu binden und über einen größeren Zeitraum hinweg bei der Stange zu halten? Indem man mit ihnen teilt.

Das Bärenfell in gerechte Stücke schneiden

Schon bei der Kontaktanbahnung muss Klarheit darüber herrschen, was im Einzelnen gefordert ist. Sobald Messbares erwirtschaftet wird, lässt sich der Fremdanteil daran auch vergüten, anstatt ihn klammheimlich in die eigene Tasche zu stecken. Es darf keine Geheimnisse geben, erbrachte Leistungen müssen angemessen abgerechnet werden. Nur dann darf man auch Solidarität erwarten, wenn es gegenüberliegend einmal klemmen sollte. Wie in jeder guten Partnerschaft ist der momentan Schwächere zu stützen, damit er sich beizeiten revanchieren kann. Das erfordert gelegentlich eine gewisse Opferbereitschaft, die sich über kurz oder lang beidseitig auszahlt. Spielen Sie mit offenen Karten, gestehen Sie Unzulänglichkeiten zu und helfen über gelegentliche Engpässe hinweg. Es sollte sich freilich nichts einschleichen, das die herrschende, aber wandelbare Moral gefährden könnte.

Eskalationen tunlichst vermeiden

Lassen Sie es nicht so weit kommen, dass eine andere Instanz entscheiden muss. Es würde nicht nur unangenehmes Aufsehen erregen, sondern zudem der Sache wenig dienlich sein. Franchisesysteme legen Streitigkeiten intern bei; was nach außen dringt, richtet nur Schaden an, wenn es wenig rühmlich ist. Eher empfiehlt es sich, ausnahmsweise einmal Fünfe als gerade Zahl zu betrachten und bei allernächster Gelegenheit den Ursachen für einen unliebsamen Zwischenfall auf den Grund zu gehen. Sollte sich jemand dagegen sperren, war er augenscheinlich nicht der Richtige für diesen Job oder er hat, wie so viele andere auch, mal wieder einen schlechten Tag.

Doch: Wenn sich das häuft, müsste wohl ein Austausch vorgenommen werden. Vorerst aber mag es nützlich sein, verhalten damit zu drohen. Es kann immer sein, dass einer sich besinnt. Sollte aber zu viel Zeit damit vergehen, hat die Geduld ein Ende.

Ständiges Geben und Nehmen

Der Sinn von Franchisepartnerschaften kann es nicht sein, wiederholt die Muskeln spielen zu lassen. Wenn Unzufriedenheit offensichtlich wird, gilt es, die Ursachen dafür aus dem Weg zu räumen. Achten Sie auf die Vorzeichen, sie könnten zum Eklat führen. Und die dadurch ausgelösten Verwerfungen sind nicht zu verhehlen, sinnvoller erscheint es, im Vorfeld genügend Anstrengungen zu ihrer Vermeidung zu unternehmen. Machen Sie keinen Wettstreit daraus; ein bisschen Pokern muss schon sein, doch es darf nicht zum Dauerzustand werden. Sehen Sie über Launenhaftes hinweg, aber bleiben Sie hart in der Sache. Der gute Stil des Hauses will permanent gepflegt sein. Gar nicht verkehrt sind inoffizielle Treffen, bei denen man sich all das von der Seele reden kann, was sie belastet. Sobald jemand sich ausgenutzt fühlt, wird er bald seine Krallen ausfahren oder gar die Waffen strecken. Das könnte unliebsame Konsequenzen haben.

Balance mit doppeltem Netz

Es kann ein wahrer Drahtseilakt sein, zwischen Wachstumszwang und der Zufriedenheit derer, die dafür herhalten sollen, aufbauend abzuwägen. Wer es schafft, mit vereinten Kräften am selben Strang zu ziehen, der hat gewonnen. Abweichungen sind zu begradigen, auch wenn dafür vorübergehend Bremsendes in Kauf genommen werden muss. Der gloriose Fortgang des großen Ganzen ist zu retten; wenn einer dabei ausschert, ist er auf die eine oder andere Art erneut auf Kurs zu bringen.

  • Ziehen Sie Ihre Samthandschuhe über, wenn es sich als opportun erweist,
  • kehren Sie nicht gleich mit eisernem Besen.

Für den Moment mögen Sie obsiegen, doch unverdiente Schmach gräbt sich ein. Wenn die Situation zu rigorosem Vorgehen zwingt, kann auch um Verständnis dafür geworben oder bei passender Gelegenheit beschwichtigt werden.

Äußere Probleme, innere Stärke

Wer fühlt sich schon unter der Knute wohl? Wenn Sie meinen, es ginge hier und da nicht anders, dann haben Sie sich die Falschen ausgesucht. Auf die Initiative von Mitagierenden bauen zu müssen, bedeutet auch, ihnen ihr Verdienst zu bestätigen und sie zu begeistern, anstatt ihnen Fesseln anzulegen. Erwirken Sie die Einsicht, wenn es daran hapern sollte, dafür sind Sie da. Es ist gewiss kein leichtes Los, das Sie sich ausgewählt haben. Geben Sie Schwächen zu. Vielleicht winkt ja Unterstützung von einer Seite, der Sie es nicht zugetraut hätten. Man soll immer offen bleiben für Überraschungen, die umso größer ausfallen, je weniger sie zu kalkulieren waren. Das Gute im Menschen wecken Herausforderungen, die gemeinsam bewältigt werden. Jedes Mal wächst die innere Kraft.

Andere aktuelle Artikel

0 Kommentare

Einen Kommentar schreiben

Übrige Zeichen: 250