Franchisegeber: Haben Sie das Zeug dazu?

19.02.2019 18:30 | Ein Unternehmen gründen

Franchisegeber brauchen Soft Skills

Als Franchisenehmer wissen Sie, was Sie von einem guten Franchisegeber und Franchisesystem erwarten: Das Franchisesystem soll seriös sein und über eine stabile Finanzierungslage verfügen. Sie erwarten vom Franchisegeber, dass er Ihnen en professionelle Schulung anbietet sowie bei Fragen jederzeit zur Verfügung steht. Ein guter Franchisegeber ist vertrauensvoll und inspirierend.

So weit also aus der Perspektive des Franchisenehmers. Doch wie sieht es aus, wenn Sie den Spiess umdrehen? Wären Sie selbst ein guter Franchisegeber? Dieser Beitrag hilft Ihnen einzuschätzen, ob Sie das Zeug dazu hätten.

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5 falsche Anreize, Franchisegeber zu werden

Es gibt falsche Anreize, Franchisegeber zu werden, vor allem, wenn dabei vergessen geht, wie viel Verantwortung Sie haben als Franchisegeber, nicht nur gebenüber Ihrer eigenen Firma, sondern dem gesamten Franchisenetzwerk. Es gibt Aufgaben und Risiken, die nicht auf die Franchisenehmer abgewälzt werden dürfen.

Diese 5 Anreize sollten nicht im Vordergrund stehen:

  • Ich bin mit meinem Unternehmen erfolgreich, will aber nicht das Risiko eingehen, eigene oder weitere Filialen zu gründen. Lieber wälze ich das Risiko auf Franchisenehmer ab.
  • Ich verfüge nicht über das notwendige Eigenkapital, um zu expandieren. Einfacher ist es, mit Franchisenehmern zu expandieren.
  • Ich will mich nicht um Personalaufbau- und -Führung kümmern, das ist mir zu viel Verantwortung. Franchisenehmer sind selber für den Personalaufbau verantwortlich.
  • Ich will schnell und einfach mit Franchising Geld verdienen.
  • Den Aufbau meines Franchisesystems kann ich finanzieren, indem ich hohe Einstiegsgebühren von den Franchisepartnern verlange.

Natürlich bietet die Expansion mithilfe von Franchisepartnern gegenüber der klassischen Expansion viele Vorteile. In der Tat ist die Expansion kostengünstiger und schneller. Durch die wirtschaftliche Selbständigkeit der Franchisenehmer ist das Risiko für Franchisegeber geringer als bei einem eigenen Filialsystem. Ihr Franchisepartner ist durch die Investition des eigenen Kapitals motivierter und engagierter als ein Angestellter. Doch in den Vorteilen verbergen sich auch mögliche Nachteile, wie etwa möglicher Rufschaden, tiefere Rendite oder Vertragsbeendigung durch den Franchisenehmer.

Franchisegeber – eignen Sie sich dafür?

Sie sind ein erfolgreicher Unternehmer und haben Ihre Geschäftsidee, für die Sie brennen, umgesetzt. Doch wären Sie auch ein guter Franchisegeber? Wir haben eine Auswahl an Fragen zusammengestellt, die Sie sich selbst stellen sollten. Beantworten Sie diese, und fragen Sie auch Mitarbeitende, Familienmitglieder und Freunde, die sie gut kennen und denen Sie vertrauen. Beurteilen Sie Ihre “personal skills”, die für den Aufbau und die Führung eines Franchisesystems essentiell sind.

  • Sehen Sie sich selbst als charismatische, mitreißende Persönlichkeit, die andere Menschen für eine Sache begeistern kann?
  • Besitzen Sie eine kontrollierende und dominante Persönlichkeit und möchten Sie Ergebnisse erzielen?
  • Lieben Sie Herausforderungen und sind Sie daran interessiert, Ihr Unternehmen und sich selbst weiterzuentwickeln?
  • Wie wichtig sind Ihnen Autorität, Prestige, Freiheit, Vielfältigkeit und die Möglichkeit der Veränderung?
  • Sehen Sie sich als Teil einer Gruppe und wollen Sie mit Menschen arbeiten?
  • Vertrauen Sie Ihren Mitarbeitern?
  • Sind Sie eher ein fordernder Arbeitgeber?
  • Erwarten Sie, dass Dinge vorangehen müssen?
  • Sind Sie ein Optimist und haben Sie eine positive Grundeinstellung?
  • Handeln Sie ergebnisorientiert?
  • Wenn Sie Entscheidungen treffen, beziehen und analysieren Sie hierfür viele Informationen und Details?
  • Was schätzen Ihre Mitarbeitende an Ihnen, und was nicht?

Wie so oft schadet es nicht, von anderen erfolgreichen Persönlichkeiten zu lernen. Recherchieren Sie über andere Franchisegeber, speziell aus Ihrer Branche. Was machen sie gut, was weniger? Ahmen Sie Gutes nach und machen Sie weniger Gutes besser.

Was ein guter Franchisegeber sonst mitbringen sollte

Um als Franchisegeber erfolgreich zu sein, müssen Sie voll und ganz hinter Ihrem Produkt oder Ihrer Dienstleistung stehen. Nur wer von seiner Geschäftsidee überzeugt ist, kann auch andere überzeugen. Spielen Sie ernsthaft mit dem Gedanken, ein Franchisesystem aufzubauen, finden Sie in diesem Beitrag Tipps, wie Sie Ihr eigenes System in 10 Schritten aufbauen.

Grundsätzlich gilt: Seien Sie stolz auf Ihr Tun. Seien Sie überzeugt, dass Ihre Marke stark und Ihr Produkt gut ist.

Als Franchisegeber sind Sie die Persönlichkeit hinter dem Unternehmen. Sie sind DIE Ansprechperson für Ihre Franchisepartner, die sich jederzeit gut aufgehoben fühlen sollen, um ebenfalls erfolgreich zu sein. Hier nochmals im Überblick, was Franchisenehmer vom Franchisesystem erwarten – und was Sie als Franchisegeber mitbringen oder anbieten sollten:

  • Wissenstransfer:
  • Unterstützung im Aufbau
  • Hilfe bei Problemen
  • Ehrlichkeit
  • Ideengeber
  • Hilfe bei der Umsetzung
  • Unterstützung im Tagesgeschäft
  • Weiterentwicklung des Konzeptes
  • Gemeinsamer Auftritt
  • Gemeinsame Forschung
  • Gemeinsame Marketing- und Vertriebsstrategien
  • Ideenreichtum
  • Konstanz
  • Kundennähe
  • Ansprechbarkeit
  • Kontinuität
  • Innovation
  • Laufende Beratung und Betreuung
  • Offenheit
  • Motivation durch internen Wettbewerb
  • Bekanntheit der Marke
  • Schulungen
  • Erreichbarkeit
  • Rationelle gemeinsame Arbeitsweise
  • Gute Lieferanten

Die Liste zeigt: neben den fachlichen Kompetenzen, ist hier auch Sozialkompetenz gefordert. Als Franchisegeber gehen Sie eine Partnerschaft mit Ihren Franchisenehmern ein. Eine Partnerschaft beruht auf einer Beziehung auf persönlicher Ebene. Pflegen und festigen Sie die geschäftlichen Bindungen auch auf persönlicher Ebene, um langfristig erfolgreich zu sein. Nur so schaffen Sie gegenseitiges Vertrauen. Partner, die sich mit der gemeinsamen Marke identifizieren und stolz auf ihr System sind, stellen wichtige Säulen dar eines tragfähigen Geschäftskonzeptes.

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