Franchisegebühren – woraus sich diese zusammensetzen

09.02.2019 08:00 | Ein Unternehmen gründen

Franchisegebühren

Gründerinnen und Gründer, die sich für Franchising entscheiden, profitieren von einem geprüften und erfolgreichen Unternehmenskonzept sowie standardisierten Prozessen. Jedoch unterscheiden sich alle Franchisesysteme in der Finanzierung und in den Franchisegebühren. Die Gebühren setzen sich aus verschiedenen Komponenten zusammen. Dieser Beitrag gibt einen Überblick, woraus sich Franchisegebühren zusammensetzen und worauf Franchisenehmer sonst achten müssen in der Finanzierung.

Woraus setzen sich Franchisegebühren zusammen?

Als Franchisenehmer erwirbt man die Rechte, das Geschäftskonzept des Franchisegebers zu nutzen. Um Franchisenehmer eines Systems zu werden, muss man Anfangsinvestitionen tätigen und fortlaufende Gebühren bezahlen. Die Gebühren setzen sich also zusammen aus den Einstiegsgebühren und den laufenden Franchisegebühren.

Einstiegsgebühren im Franchising

Die Höhe der Einstiegsgebühren variiert von System zu System, und betragen in der Regel zwischen 10.000 und 30.000 Euro. Die Einstiegsgebühren bei neueren Systemen sind in der Regel tiefer als bei etablierten. Zuletzt hängt die Höhe der Einstiegsgebühr auch von der Komplexität des Franchisesystems ab. Ein hochtechnischer Betrieb wie etwa für Autoreparaturen oder Gebäudereinigung hat andere Herausforderungen als die Systemgastronomie. Und bei einem Einzelhandelsgeschäft sieht es nochmals anders aus.

Mit der Leistung der Einstiegsgebühr erkauft sich der Franchisenehmer das Recht, sich mit dem Geschäftskonzept des Franchisegebers selbständig zu machen. Der Franchisegeber wiederum stellt dem Franchisenehmer das sogenannte Franchisepaket zur Verfügung: Zu diesem Paket gehören Marke, Geschäftsmodelll, Marketing- und Vertriebskonzept sowie Unterstützung und Schulung beim Aufbau des Franchisebetriebs und Beratung bei der Standortsuche, der Beschaffung einer Franchise-Finanzierung und ähnlichen Aufgaben.

Die Franchise-Eintrittsgebühr wird für die Systemeingliederungsleistungen bezahlt, die auch tatsächlich nur beim Systemeintritt relevant sind. Dazu gehören zum Beispiel die die umfangreiche Basisschulung für den Franchisenehmer zu allen technischen, organisatorischen und produktspezifischen Fragen – schließlich soll der neue Franchisebetrieb ja die etablierten und standardisierten Prozesse übernehmen. Initialkosten fallen auch dafür an, dass der neue Franchisepartner in das Franchisesystem integriert wird. Dies betrifft zum Beispiel die Einbindung in die IT-Strukturen, das Aktivieren systemspezifischer Software, die Durchführung einer QM-Zertifizierung und die Vernetzung mit Lieferanten, Dienstleistern und anderen Franchisepartnern.

Ebenso unterstützt der Franchisegeber beim Projektmanagement bis zur Eröffnungs des Betriebes, aber meistens auch vor Ort in den ersten Tagen nach Eröffnung.

Franchise-Eintrittsgebühr: keine Rückforderung

Die Franchise-Einstiegsgebühr wird also für Leistungen bezahlt, die der Franchisegeber vor der Eröffnung des Franchisebetriebes erbringt. Wird der Franchisevertrag vorzeitig beendet, sind diese Zahlungen nicht rückzahlbar.

Investitionskosten

Je nach Unternehmensart und -Größe fallen weitere Investitionskosten an, wie zum Beispiel für Ladenbau, Geschäftsausstattung, Inventar und behördliche Gebühren. Die Höhe dieser Investitionen variieren stark und lässt sich nicht pauschal beziffern.

Franchise-Kosten: Laufende Franchisegebühren

Zu den Initialgebühren kommen laufende Gebühren hinzu, die Franchisegebühren. Hier gibt es zwei verschiedene Varianten: Entweder entrichtet der Franchisenehmer einen vertraglich vereinbarten Prozentsatz des Nettoumsatzes oder eine monatliche Pauschalgebühr. Die Systemzentrale bekommt monatlich die Umsatzmeldung vom Franchisenehmer und kann daraus die Gebühren berechnen und einziehen. Bei etlichen Systemen reduziert sich der Prozentsatz der laufenden Gebühren schrittweise mit dem Erreichen von Umsatzschwellen, die bereits im Franchisevertrag vereinbart worden sind. Als grobe Orientierung gilt, dass etwa die Hälfte aller Franchisesysteme eine laufende Gebühr von 3 bis 6 Prozent vom Umsatz ansetzt. Handel und Handwerk sind tendenziell etwas niedriger, Dienstleistungskonzepte dagegen spürbar höher. Das hängt teilweise mit den Gewinnmargen der jeweiligen Branche zusammen.

Diese laufenden Gebühren sind ein Beitrag des Franchisenehmers an die Schulungen und Betreuung durch den Franchisegeber sowie an die laufende Weiterentwicklung des Franchisesystems. Hinzu kommen bei manchen Franchisegebern auch eine Marketing- beziehungsweise Werbegebühr.

Was sind angemessene oder übliche Franchisegebühren?

Die Höhe der zu entrichtenden Franchisegebühren hängen ab von der Branche, Größe, und Etabliertheit des Franchisesystems. Was angemessen oder üblich ist, lässt sich nicht so einfach beantworten. Jedoch liegt der zu entrichtende Prozentsatz des Nettoumsatzes in der Regel zwischen einem bis 15 Prozent. Um zu entscheiden, ob die Franchisegebühren angemessen sind, braucht es einen Blick auf verschiedene Kriterien. Hier nochmals im Überblick, was normalerweise im Franchisepaket enthalten ist:

  • Weiterentwicklung des gesamten Unternehmens
  • Weiterentwicklung des Marketingkonzeptes
  • Weiterentwicklung des Know-how, um wettbewerbsfähig zu bleiben
  • Kontaktpflege Lieferanten und Optimierung der Einkaufsbedingungen
  • Interne Betriebsvergleiche der üblichen Standards

Der Franchisegeber beziehungsweise die Systemzentrale unterstützt in der Regel zudem vor Ort oder durch Fernwartung und Webinare. Überregionale Werbung oder Rahmenvereinbarungen mit Dienstleistern und Lieferanten sind dagegen erst ab einer gewissen Größe des Franchisesystems üblich.

Franchisegebühren: Worauf Sie als Franchisenehmer achten müssen

Franchisegebühren spielen für den Franchisegeber eine wesentliche Rolle für die Etablierung und Führung des Franchisesystems. Die Erträge aus den Franchisegebühren beeinflusst stark die wirtschaftliche Entwicklung des Franchisegebers.

Als Franchisegeber sollten Sie genau prüfen, welche Leistungen Ihnen im Franchisevertrag zugesagt werden und inwiefern Sie auch einen praktichen Nutzen daraus ziehen. Überlegen Sie auch Punkt für Punkt, was die entsprechende Leistung kosten würde, wenn Sie diese anderweitig einkaufen müssten.

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