Franchisenehmer werden: Welche Finanzierungsmodelle bieten sich an?

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Kosten im Franchising

Klar, Selbständig sein hat seinen Preis. Aber woraus genau setzten sich die Kosten für Franchising zusammen?

Zum einen haben Franchisenehmer eine feste Franchisegebühr zu entrichten. Dieses enthält das Recht, das Geschäftskonzept des Franchisenehmers inklusive Marke zu nutzen. Unter Umständen kann hierzu auch eine Investitionssumme für die Einrichtung oder gegeben falls die Renovierung hinzukommen.

Zum anderen müssen Franchisenehmer eine laufende Gebühr entrichten, die sich häufig am einem prozentualen Anteil des Umsatzes des Franchisenehmers orientiert. Es gibt allerdings auch Franchiseunternehmen, wo der Franchisegeber dem Franchisenehmer einen festen monatlichen Betrag berechnet. Das hat den Vorteil, dass der Betrag der Franchisegebühren nicht mit dem Umsatz steigt, sondern immer gleichbleibt. Der Nachteil ist allerdings, dass der Franchisenehmer so jeden Monat Franchisegebühren zahlen muss, auch wenn er einen Verlust macht.

Ob nun monatlich oder prozentual berechnet - Anhand dieser Gebühren finanzieren Franchisegeber die Unterstützung des Franchisenehmers. Hierzu gehören beispielsweise:

  • Marketingmaßnahmen
  • Marketingmaterial
  • Betriebswirtschaft / Buchhaltung
  • Corporate Identity Unterlagen
  • Erstellung des Informationsmaterials für die Franchisenehmer
  • Trainings und Schulungen
  • Gebühren wie etwa für den Markenschutz
  • Business Development
  • Verbesserung des Franchisesystems

Aber das ist noch nicht alles. Oft werden die laufenden Kosten unterschätzt wie zum Beispiel für Waren und Personal. Ein weiterer zu beachtender Punkt ist das Stammkapital sowie die Büroausstattung wie Möbel und Drucker oder indirekte Kosten, die oft unbeachtet bleiben und zu bösen Überraschungen führen können.

Außerdem sollte jeder Unternehmer, ob Franchise oder nicht Franchise, sich darüber im Klaren sein, dass er zunächst etwa 6 bis 12 Monate benötigt, bis die ersten Einnahmen auf dem Konto des Unternehmens eingehen. Bis dahin müssen die Firma und auch der Unternehmer privat ihre bzw. seine Ausgaben decken.

Nicht selten scheitern junge Unternehmer gerade in der Anfangsphase aufgrund einer zu lockeren finanziellen Kalkulation.

Jeder Franchisenehmer sollte sich allerdings darüber bewusst sein, dass es auch schwarze Schafe unter den Franchisegebern gibt, die das Geld der Franchisenehmer für unsachgemäße Zwecke verwenden, etwa um Filialen auf Kosten der Franchisenehmer zu renovieren, obwohl dies eigentlich der Franchisegeber zahlen müsste.

Es ist bei der Unterzeichnung der Franchiseverträge Vorsicht geboten. Um Stolpersteine zu vermeiden, empfiehlt es sich, den Vertrag vor Unterschrift von einem Fachanwalt prüfen zu lassen. Außerdem haben Franchisenehmer das Recht, sich jederzeit zu informieren, wofür die Franchisegebühren verwendet werden. Ohne Namen nennen zu wollen, findet man nach kurzer Recherche im Internet mehr als nur einen Fall, in dem Franchisenehmer aufgrund skrupelloser Praktiken einiger Franchisegeber in hohe Schuldenberge geraten sind. Das sind natürlich Einzelfälle und sollte keineswegs auf alle Franchisegeber übertragen werden.

Die nächste Etappe bei der Aufnahme einer Franchising-Aktivität ist das Kapital und die Finanzierung.


Verschiedene Finanzierungsmöglichkeiten

In der Regel besteht die Finanzierung für Franchisenehmer aus einem Eigenanteil sowie Fremdkapital verschiedenster Formen. Meistens wird ein Eigenkapitalanteil in Höhe von 20% erwartet.

Was das Fremdkapital betrifft, besteht die Möglichkeit, einen Kredit bei einer Bank aufzunehmen – die oftmals eigene Franchiseabteilungen haben, die mit dem Deutsche Franchiseverband e.V kooperieren. Weiterte Informationen zu den aktuellen Förder- und Finanzierungsprogrammen erhalten Sie bei den Industrie- und Handelskammern.


Gründungszuschuss

Der Gründungszuschuss ist eine Ermessensleistung der Bundesagentur für Arbeit, worauf allerdings kein Rechtsanspruch besteht.

Bei der Genehmigung des Gründerzuschusses erfolgt die Auszahlung in zwei Raten. Die erste Zahlung erfolgt innerhalb der ersten sechs Monate. Die jeweilige Höhe des Zuschusses wird in Abhängigkeit vom erhaltenen Arbeitslosengeld berechnet und es werden 300 € monatlich zusätzlich gezahlt. In den darauffolgenden neun Monaten wird ein monatlicher Betrag von 300 € ausgezahlt.


Einstiegsgeld

Die Bundesagentur für Arbeit bietet außerdem eine Förderung in Form eines Einstiegsgeldes an. Dies ist speziell für Menschen gedacht, die aus der Arbeitslosigkeit eine selbstständige und hauptberufliche Tätigkeit aufnehmen.


Franchise Finanzierung durch die Bank

Bei einer Kreditfinanzierung durch eine Bank ist dennoch ein gewisser Eigenkapitalanteil notwendig.

Damit Sie auch von den Banken ernst genommen werden, solltet Sie allerdings einiges beachten.

Neben dem eigenen Kapital ist es das A und O, gut vorbereitet zu sein. Dazu gehört ein gut ausgearbeiteter und detaillierter Businessplan sowie Kalkulationen zu den Finanzierungen.

Banken sind bei Gründern tendenziell zurückhaltend, da es keine Sicherheit gibt, ob das Geschäftskonzept funktioniert. Allerdings haben Franchisenehmer einen entscheidenden Vorteil, da das Geschäftskonzept bereits erprobt wurde und so die Banken eine höhere Sicherheit haben.


Förderprogramme

Eine weitere Möglichkeit der Förderung für Existenzgründer, die an Franchising ohne Eigenkapital interessiert sind, ist ein Förderprogramm – etwa von

  • Der KfW Bank
  • Bundesministerium für Wirtschaft und Arbeit
  • Oder den regionalen Industrie- und Handelskammern

In jedem Fall sollte der Franchisenehmer beim Bankgespräch gut vorbereitet sein und beispielsweise alle Fragen zum Geschäftsmodell beantworten können, sowie mit einer überzeugenden Persönlichkeit auftreten.

Außerdem bietet die KfW ein Gründercoaching an. Es wird mit 50-75% gefördert. Die Vorrausetzungen für das KfW Gründercoaching sind:

  • Der Gründer muss sich in den ersten zwei Jahren der Gründung befinden
  • Er darf nicht mehr als 4.000 € für einen Tag ausgeben


Die Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) bietet mehrere Förderprogramme an:

- Das Mikrodarlehen der KfW für Gründer mit bis zu 25.000 Euro Kreditbedarf

- ERP Kapital für Gründung für Gründer und junge Unternehmen

Das ERP-Darlehen ist ein Nachrangdarlehen und gilt daher für Banken als Eigenkapital. Dies ist ein enormer Vorteil für Gründer mit schwachen Finanzen um die Finanzierung der Gründung zu gewährleisten, da die Banken eher bereit sind, einen Kredit zu vergeben.

o Der KfW-ERP-Gründerkredit – StartGeld bis 100.000 Euro Das von der KfW Förderbank angebotene Startgeld in Höhe kann bis zu 100.000 Euro hoch sein. Hierfür ist kein Eigenkapital notwendig und bei einem festen Zinssatz beträgt die Laufzeit bis zu zehn Jahre.

o ERP-Kapital der KfW für die Gründung bis 500.000 Euro

o der KfW-ERP-Gründerkredit – Universell


Bürgschaftsbanken

Bekommt der zukünftige Unternehmer oder Franchisepartner keinen Bankkredit, hilft nur noch die Bürgschaftsbank – eine Art Selbsthilfe der Wirtschaft. Ihr Ziel ist es, gewerbliche Unternehmer zu fördern. Dadurch, dass sie das Ausfallrisiko absichert und übernimmt, wird es für finanzschwache Kreditbewerber einfacher, einen Kredit zu erhalten.

Bei Franchisenehmern übernehmen Bürgschaftsbanken den Kredit in einer Höhe von bis zu 80 Prozent.

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